Mar­i­anne Wehrli, LL.M Recht­san­wältin

Auf Knopfdruck krank

Von | 25. März 2020 | Rat­ge­ber Recht

FRAGEIch führe ein kleines Unternehmen mit drei Angestell­ten. In den let­zten Monat­en gab es mit ein­er Mitar­bei­t­erin immer wieder Ärg­er, weil sie sich unseren Arbeitsabläufen nicht anpassen wollte und ihr viele Fehler unter­liefen. Als sich unsere Kündi­gung abze­ich­nete, liess sich die Mitar­bei­t­erin Mitte März krank schreiben bis Ende April. Ende dieses Monats läuft ihr erstes Dien­st­jahr bei uns aus. Wann kann ich nun kündi­gen?

ANTWORTDie Kündi­gung des Arbeitsver­hält­niss­es von Arbeit­ge­ber­seite ist bis auf Weit­eres nicht möglich. Wür­den Sie die Kündi­gung jet­zt trotz­dem aussprechen, bliebe sie wirkungs­los. Sie müssen warten, bis die Mitar­bei­t­erin wieder gene­sen oder die geset­zliche Sper­rfrist abge­laufen ist. Es gilt vor­liegend die Dauer ab dem 2. Dien­st­jahr, also 90 Tage. Diese Sper­rfrist begin­nt jedoch mit dem ersten Tag der Krankschrei­bung an zu laufen, so dass Sie die Kündi­gung in der zweit­en Juni-Hälfte aussprechen kön­nen. Ob und wie lange Ihre Mitar­bei­t­erin Anspruch auf Lohn­fortzahlung hat, hängt ins­beson­dere davon ab, ob eine Kranken­taggeld­ver­sicherung abgeschlossen wurde. Von einem Aufhe­bungsver­trag rate ich Ihnen im Übri­gen ab. 

Er würde zu Sper­rta­gen der Mitar­bei­t­erin bei der Arbeit­slosenkasse führen und damit zum möglichen Vor­wurf, die Mitar­bei­t­erin zur Unterze­ich­nung der Vere­in­barung genötigt zu haben. Beste­hen Sie stattdessen auf eine Unter­suchung der Mitar­bei­t­erin beim Ver­trauen­sarzt oder sprechen Sie das weit­ere Vorge­hen mit Ihrer Taggeld­ver­sicherung ab.

Rechts­fra­gen kön­nen gestellt wer­den an:

Mar­i­anne Wehrli, Recht­san­wältin, Lau­ren­zen­vorstadt 79, Post­fach 4227, 5001 Aarau
E-Mail: ratgeber@anwaltsbuero-wehrli.ch