Stel­lung­nahme der SP der Stadt Aarau zur Änderung Gestal­tungs­plan Tor­feld Süd

SP findet Entwicklung im Torfeld Süd im Grundsatz kritisch

11. Okto­ber 2018 | News

Die SP Aarau anerken­nt die, im vorgelegten und angepassten Gestal­tungs­plan Tor­feld Süd einge­bracht­en, Verbesserun­gen in den Punk­ten durch­mis­cht­es Wohnen, Nach­haltigkeit, Infra­struk­tur sowie Verkehr und nimmt die teil­weise oder gän­zliche Berück­sich­ti­gung der Eingaben der let­zten Mitwirkung zur «Teil­re­vi­sion Bau- und Nutzung­sor­d­nung (BNO) Sta­dion 2017» vom Juli 2017 zur Ken­nt­nis. Aus Sicht der SP ist die Entwick­lung im Tor­feld Süd im Grund­satz kri­tisch.

«Kri­tisch, weil aus ein­er kurzfristi­gen Inve­storen- und Immo­bilien­logik he-raus und auf­grund der schwieri­gen Kop­pelung von Inter­essen und räum­lichen Bedin­gun­gen eine langfristig wirk­ende, riskante Stadt- und Freirau­men­twick­lung betrieben wird», schreibt die SP in ihrer Stel­lung­nahme. Dies zeige sich exem­plar­isch bei den Wohn­hochhäusern, welche durch Lärm­schutz, Zweis­tun­den­schat­ten, Stör­fall und Flächen­not abse­hbar nicht die heute zeit­gemässen Wohn­qual­itäten aufweisen wür­den und auf Grund ihrer Mas­sigkeit wed­er attrak­tiv seien noch in das Stadt­bild von Aarau passen wür­den. Deut­lich zeige sich die riskante Entwick­lung auch durch die abse­hbar geringe Nutzungsin­ten­sität, welche die Fuss­ball­nutzung mit sich bringe. «In Anbe­tra­cht des Leer­woh­nungs­be­stands und der erhe­blichen städte­baulichen und freiräum­lichen Hypotheken muss der Stad­trat die Entwick­lungsrisiken für die Öffentlichkeit (ins­beson­dere für das Quarti­er) durch grif­fige Mass­nah­men reduzieren und die Attrak­tiv­ität des Are­als noch weit­er erhöhen. Zen­tral ist auch die Schaf­fung von Trans­parenz in Bezug auf den Mehrw­er­taus­gle­ich», schreibt die SP weit­er.

Die SP erwartet, dass die Grun­deigen­tümer sich an der Real­isierung der Infra­struk­tur finanziell und materiell beteili­gen und betrof­fene Inter­essens­grup­pen bei der Pla­nung ebendieser Infra­struk­turen mitein­be­zo­gen wer­den, um eine möglichst hohe stadträum­liche Qual­ität, Urban­ität und Funk­tion­al­ität zu sich­ern.

Genossen­schaftlich­es Wohnen

«Auf­grund der Grösse der Wohn­türme und der hohen Anzahl Woh­nun­gen hal­ten wir aber nach wie vor einen Min­destgenossen­schaft­san­teil von 30 % als erforder­lich, um langfristig eine gute soziale Durch­mis­chung und Diver­sität zu erre­ichen. Es gilt zu bedenken, dass die nach Mark­t­prinzip­i­en organ­isierte Ver­mi­etung von Wohn­raum nicht die sta­bile Quartier­sozi­etät und -diver­sität vor Augen hat, son­dern vornehm­lich die Ver­mi­etung der Flächen.

Wohn­baugenossen­schaften stellen – ins­beson­dere auch auf län­gere Sicht – nach­weis­lich einen wichti­gen Baustein ein­er sta­bilen Quartier­en­twick­lung dar und ermöglichen bezahlbaren Wohn­raum für bre­ite Bevölkerungss­chicht­en», so die SP.

Freiräume zu knapp bemessen

Weit­er hält die SP fest, dass sie die Freiräume als zu knapp bemessen empfind­en. «Man sollte aus diesen Flächen die best­mögliche Wohnumge­bung gestal­tet wer­den, u. a. mit der Bepflanzung mit Bäu­men und guter Raumgestal­tung mit Aufen­thaltsmöglichkeit­en und Spielplätzen. Ein Abtausch von Grün­fläche mit Solaran­la­gen auf den Däch­ern darf nicht erlaubt wer­den.»

Infra­struk­tur

Die SP ist erfreut über die Auss­chei­dung von Räu­men für Kindergärten, ausser­schulis­che Kinder­be­treu­ung und schu­lergänzende Tagesstruk­turen, Spielplätzen und Dien­stleis­tun­gen im öffentlichen Inter­esse. «Wir möcht­en darauf hin­weisen, dass sich die nöti­gen Flächen für tem­poräre Baut­en und Anla­gen, im Zusam­men­hang mit dem Sta­dion­be­trieb, nicht im Umfeld der Kindergärten und Kitas befind­en sollen. Ausser­dem sollen die Kitas auch über eigene Küchen­räume und genü­gend gedeck­ten Platz für Velos, Anhänger und Kinder­wa­gen ver­fü­gen.»

Mut zu kreativ­en Lösun­gen

Da dieses neue Quarti­er ins­ge­samt auf engem Raum gebaut wird, fordern wir den Stad­trat auf, sich mit Mehrfach­nutzun­gen der Infra­struk­tur zu befassen: Es ist der richtige Zeit­punkt, um über kreative Lösun­gen, wie zum Beispiel über ein Gen­er­a­tio­nen­haus, nachzu­denken. Das Gemein­schaft­szen­trum kön­nte am Mit­tag Platz bieten für einen gemein­samen Mit­tagstisch für eine allfäl­lige Tagess­chule oder Kitas. Spielplätze sollen, ausser­halb der Nutzungszeit­en von Kinder­garten und Kitas, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wer­den, wie es bere­its in anderen Quartieren der Fall ist.

SP