Nebst mehr Fernwärme gibt es bald auch «grünen» Wasserstoff

Nebst mehr Fernwärme gibt es bald auch «grünen» Wasserstoff | Der Landanzeiger

Aus dem Geschäftsbericht 2021 des Gemeindeverbands für Kehrichtbeseitigung Region Aarau-Lenzburg (GEKAL) stechen zwei Zahlen hervor. Erstens konnte die Produktion von Fernwärme aus der Kehrichtverbrennung in der KVA Buchs gegenüber dem Vorjahr um 17.4 Prozent gesteigert werden. Letztes Jahr waren mit der Dampfleitung zur Mittelland Molkerei in Suhr und der Heizzentrale zur Speisung von Warmwasserleitungen zwei grosse Anlagen in Betrieb gegangen. Diese werden den Fernwärme-Absatz in den nächsten Jahren nochmals deutlich steigern. Davon zeugen die ersten Monate des laufenden Jahres, wie Geschäftsleiter Harald Wanger an der Abgeordnetenversammlung des Verbands in Unterentfelden aufzeigte: Gegenüber der Vorjahresperiode stieg die Fernwärmemenge von Januar bis Mai 2022 um 45.5 Prozent.

Zweitens wurde im Berichtsjahr ein um 26.7 Prozent besserer Erlös aus dem Stromverkauf erwirtschaftet. Dies ist bemerkenswert, zumal die Stromproduktion aufgrund des zunehmenden Bedarfs an Fernwärme zurückging (und weiter sinkt: 2022 um bisher 16 Prozent gegenüber Vorjahr). Der hohe Stromertrag ist einerseits den stark gestiegenen Strompreisen zu verdanken. Andererseits konnte der Eigenverbrauch erneut gesenkt werden, was den Anteil an verkauftem Strom vergrösserte. Die KVA Buchs ist eine der energieeffizientesten Kehrichtverwertungsanlagen der Schweiz. Sorgen macht der KVA Buchs, dass wegen des Ukraine-Kriegs die Chemikalien zur Luftreinhaltung knapp werden. «Noch haben wir keine Engpässe, aber die Preise für Natronlauge und Ammoniaklösung sind explodiert», sagt Wanger.

Hitachi baut Elektrolyseur
Aus Umweltsicht erfreulich ist hingegen ein Projekt, das Betriebsleiter Rolf Schumacher der Versammlung vorstellte. Auf dem Gelände der KVA Buchs wird künftig Wasserstoff produziert. Der schweizerisch-japanische Anlagenbauer Hitachi Zosen Inova baut einen sogenannten Elektrolyseur, der Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff umwandelt. Weil der hierfür benötigte Strom aus der KVA stammt, ist der Wasserstoff «grün». Insbesondere in der warmen Jahreszeit, wenn die solare Stromproduktion Überkapazitäten verursacht und die Einspeisetarife tief sind, lohnt es sich, den KVA-Strom selbst zu nutzen. Die ab 2023 geplante Jahresproduktion entspricht 10 bis 15 Gigawattstunden Strom.

Wasserstoff wird als technisches Gas für die Industrie oder als umweltfreundlicher Kraftstoff eingesetzt. Schumacher kann sich vorstellen, dass dereinst Kehrichtsammelfahrzeuge damit herumfahren werden: «Sie liefern den Abfall an und werden bei dieser Gelegenheit gleich auf der KVA betankt.»

Einige Wechsel im Vorstand
Mit der Abgeordnetenversammlung begann beim GEKAL eine neue Amtsperiode für den Vorstand. Einige Vorstandsmitglieder mussten ersetzt werden: Susanne Marclay-Merz durch Regina Wenk (Aarau), Walter Wyler durch Reto Fischer (Buchs), Thomas Baumann durch Daniel Rüetschi (Suhr), Ruedi Donat durch Roland Vogt (Wohlen) und Thomas Hofstetter durch Christian Brenner (Lenzburg, ab November). Die Versammlung nahm die entsprechenden Wahlen vor und genehmigte die Jahresrechnung 2021.


Geschäftsbericht 2021

Die wichtigsten Zahlen daraus (in Klammern der Vergleich mit 2020)

• Kehricht-Anliefermenge: 135’357 Tonnen (-1,2%)
• davon Haushaltkehricht: 37%
• Hauskehricht pro Einwohner/-in: 152 kg (2020: 153 kg, 2019: 150 kg)
• Fernwärmeproduktion: 77,6 Gigawattstunden (+17.4%)
• Stromproduktion: 91.3 GWh (-3,7%)
• Erlös aus Stromverkauf: 8.1 Mio. Fr. (+26,7%)
• Erfolgsrechnung: Umsatz 28,4 Mio. Franken, Gewinn 4,6 Mio. Franken

Hier geht es direkt zum Geschäftsbericht 2021.


Florian Semmler wird neuer Gemeindeschreiber

Florian Semmler wird neuer Gemeindeschreiber | Der Landanzeiger

Der Gemeinderat hat Florian Semmler zum Gemeindeschreiber von Oberentfelden ernannt. Der 27-jährige Florian Semmler arbeitet seit Frühling 2018 als Stellvertreter des Gemeindeschreibers bei der Oberentfelder Verwaltung. Er hat während dieser Zeit den CAS-Lehrgang öffentliches Gemeinwesen Fachkompetenz Gemeindeschreiber erfolgreich absolviert. Er löst per 1. September 2022 Dario Steinmann ab, der nach sechs Amtsjahren als Gemeindeschreiber und insgesamt elf Dienstjahren für die Gemeinde Oberentfelden nach Schöftland wechselt. Die durch die Beförderung von Florian Semmler frei werdende Stelle einer Stellvertreterin oder eines Stellvertreters des Gemeindeschreibers wird öffentlich ausgeschrieben.

Der Gemeinderat ist überzeugt, mit Florian Semmler einen geeigneten Nachfolger gewählt zu haben. Gemeinderat und Verwaltung freuen sich auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Gemeindeschreiber und wünschen ihm schon jetzt alles Gute und viel Befriedigung im neuen Amt

Aarauer Weihnachtsmarkt neu vergeben

Aarauer Weihnachtsmarkt neu vergeben | Der Landanzeiger

Der Weihnachtsmarkt 2022 findet vom 17. November bis zum 23. Dezember 2022 statt und bietet ein Erlebnis für unterschiedliche Zielgruppen. Das neuartige Konzept erstreckt sich über die Standorte Schlossplatz, Markthalle und Umgebung und Kirchplatz. Nach der vorgesehenen Sanierung findet der Weihnachtsmarkt ab 2023 zusätzlich auf dem Maienzugplatz statt. Weitere Standorte, wie der Kasinogarten und der Graben, werden ebenfalls zur Ergänzung des Angebotes geprüft.

Im Juni 2021 hat der Stadtrat die Organisation des Weihnachtsmarktes ab 2022 ausgeschrieben. Der mehrstufige Prozess erfolgte in Zusammenarbeit mit Aarau Standortförderung, unter der Leitung der City-Managerin. Eine dafür eingesetzte Jury entschied sich zwischen den sechs eingereichten Konzepten für das Projekt «Lieblingsstück» der Firma Pointbreak Events GmbH aus Zürich. Das Konzept überzeugt aufgrund des guten Zusammenspiels zwischen Regionalität, Qualität, Umweltbewusstsein, Einzigartigkeit und Trend bewusstsein. Bestehende Angebote lassen sich zudem gut ins neue Konzept integrieren.

Die Büros der Betreiber sind, nach der Zusage der Organisation des Weihnachtsmarktes, nun Teil einer Zwischennutzung an der Rathausgasse 20.

Eigene Fähigkeiten möglichst lange erhalten

Eigene Fähigkeiten möglichst lange erhalten | Der Landanzeiger

Esther Rüegsegger (Leitung) sowie ihre Stellvertreterin Mirjam Beer und Anja Di Grassi (Teilzeit-Mitarbeitende) bilden das Aktivierungs-Team im Alterszentrum Sunnmatte in Kölliken. Die drei Frauen bilden ein gutes, harmonisches Team und sind sich einig: «Es ist eine schöne, bereichernde und wichtige Arbeit, die wir hier machen.»

Esther Rüegsegger erläutert, was der Begriff Aktivierung bedeutet: «Wir wollen das seelische und soziale Wohlbefinden unterstützen, die körperlichen und geistigen Fähigkeiten erhalten und fördern, die Sinnesorgane stimulieren, die Selbständigkeit und Selbstbestimmung erhalten und fördern und ganz allgemein mehr Freude und Abwechslung in den Alltag unserer Bewohnerinnen und Bewohner bringen.»

Niemand wird überfordert
Dazu wird eine Vielzahl an Aktivitäten aus verschiedenen Bereichen (musisch, gesellig, gestalterisch, geistig, alltäglich und motorisch) angeboten: Singen, Spielen, Musikhören, Malen, Stricken, Dekorieren, Arbeiten mit Holz, Vorlesen, Gedächtnistraining, Gespräche, Diskutieren, Backen, Rüsten, Blumenpflegen, Turnen und Spazieren.

Man sei dafür da, die Fähigkeiten der Bewohnerinnen und Bewohner möglichst lange zu erhalten, ohne sie dabei zu überfordern, führt Esther Rüegsegger weiter aus: «Die jeweiligen Möglichkeiten sind höchst individuell und bei jeder Person anders. Daher sind die Anforderungen immer an die Möglichkeiten und Bedürfnisse unserer Bewohnerinnen und Bewohner angepasst. Die Neueintritte besuchen wir jeweils und besprechen mit ihnen unser Aktivierungsangebot. Anhand einer Liste finden wir dann heraus, wo die jeweiligen Interessen liegen.» Die Teilnahme an sämtlichen Aktivitäten sei freiwillig. «Wenn sich zum Beispiel jemand fürs Turnen anmeldet, so heisst das nicht, dass diese Person dann immer ins Turnen kommen muss. Sie darf selbstverständlich zwischendurch eine Pause machen, wenn sie das wünscht. Es ist unbestreitbar, dass diverse Aktivitäten dem Körper guttun. Aber unsere Bewohnerinnen und Bewohner haben ihr Leben lang gewisse Dinge tun ‹müssen›, bei uns sollen sie ‹dürfen›.»

Natürlich frage man nach und versuche die Leute zu animieren. «Aber wir akzeptieren auch, wenn jemand keine Aktivitäten wünscht und nur für sich alleine sein möchte. Bei allen Aktivitäten gilt: Wer sich interessiert, darf gerne mal zum Schnuppern bei uns vorbeischauen und herausfinden, ob es passt. Sehr wertvoll ist auch die Mundpropaganda. Es freut uns immer sehr, wenn jemand eine andere Bewohnerin oder einen anderen Bewohner mitbringt.»

Ganz allgemein seien es eher die Frauen, welche bei den Aktivierungs- Aktivitäten mitmachen, sagt Esther Rüegsegger. «Die Männer sind etwas schwieriger zu begeistern, das ist auch in anderen Altersheimen so.» Die Zahl der Teilnehmenden bei den verschiedenen regelmässigen Angeboten liege bei ungefähr fünf bis acht Personen. «Grosser Beliebtheit erfreut sich der monatliche Schlummertrunk in der Cafeteria, der bei schönem Wetter draussen stattfindet Die Tische sind dabei so platziert, dass alle beieinandersitzen können und es keine Grüppchenbildung gibt. Da wird dann zusammen diskutiert, geplaudert, gelacht und auch ab und zu gesungen. Die Getränke sind grosszügigerweise vom Haus offeriert. Auch der Männerstammtisch, den Mirjam Beer mit grosser Motivation führt, ist dank entsprechender Werbung gut besucht. Auf ein gutes Echo stossen jeweils der Kinonachmittag, der ökumenische Gottesdienst oder Live-Auftritte eines Künstlers oder einer Sängerin.» Zu den regelmässigen, sehr beliebten Aktivitäten in der Sunnmatte gehören auch die «Bluest-Fahrten» im Frühling oder der jährliche Ausflug mit zwei grossen, zum Teil rollstuhlgängigen, Reisebussen.

Freiwillige sehr willkommen
Bei vielen Aktivitäten sei auch die Mithilfe von freiwilligen Helferinnen und Helfern wichtig und erwünscht, betont Esther Rüegsegger. «Auf der Homepage der Sunnmatte gibt es einen Link zu einem Anmeldeformular. Wir würden uns sehr freuen, wenn wir noch einige Personen dafür begeistern könnten, bei uns mitzumachen.»

Alterszentrum Sunnmatte

Bahnhofstrasse 6
5742 Kölliken
Telefon 062 737 49 49

Renault Megane e-Tech: Ein mega Wurf

Renault Megane e-Tech: Ein mega Wurf | Der Landanzeiger

Renault hat mit Elektroautos mehr Erfahrung als – mit Ausnahme von Tesla – alle anderen Hersteller. Mit dem Zoe war man ähnlich früh am Markt wie Tesla mit dem Model S und hat seit 2013 mehr als 40’000 Elektroautos verkauft. Dieser Tage kommt der Renault Megane e-Tech zu den Händlern und steht da zur Probefahrt bereit. Wer die Chance hatte, das Auto schon einmal zu fahren, kann allen anderen nur raten: Diese Gelegenheit sollte man nutzen! Mit dem Megane e-Tech stellt Renault einen Vollstromer hin, der sich ideal für den Einstieg und Umstieg in die E-Auto-Welt eignet. Design, Innenraum, Fahrdynamik und Multimedia mit Einbindung des Google Automotive Systems, vermitteln ab 46’000 Franken Premium-Feeling.

Der Wagen fährt sich allein schon seiner sportlich übersetzten Lenkung (1:12) äusserst dynamisch. Jede Aktion am Lenkrad wird blitzsauber auf die Strasse übertragen. Wer das Feeling einer derart sportlichen Lenkung bislang nicht kannte, wird hier eine neue Liga erfahren. Den Spassfaktor bringt das hohe Drehmoment etwa beim Start von 0 auf 60 oder 80 auf 120 km/h. Mit den Paddels am Lenkrad lassen sich vier Rekuperationsstufen einstellen.

Messi der Landstrasse
Angst, stehenzubleiben, weil einem die Reichweite ausgeht, muss man mit dem 60 kWh Akku und einem Verbrauch von rund 16 kWh nicht haben. 350 km gehen immer. Am Schnellader dauert es (bis zu 130 kWh Ladegeschwindigkeit) rund 40 Minuten bis 80 % in der Batterie drin sind. Mehr sollten es ja, zwecks Schonung des Akkus, nie sein. Selbst an der Haushaltsteckdose kriegt man über Nacht gut 150 km geladen. Fahrdynamisch ist der Mégane e-Tech ein kleiner Messi der Landstrasse. Echt spitze! Sehr tiefer Schwerpunkt (9 cm tiefer als beim Verbrenner), optimale Gewichtsverteilung, gute, schluckfreudige Dämpfer und eine superdirekte Lenkung.

Vraiment trés bien!
Im Mittelpunkt des Cockpits stehen zwei 12 Zoll grosse Screens – total 770 Quadratzentimeter Bildschirm in L-Form. Alle Menüs wohlgeordnet und sofort auffindbar. Smartphones können darauf kabellos abgebildet werden. Amazon Music, Easy Park, Radio Player etc. – alle bevorzugten Apps sind sofort verfügbar. Bis zu 26 Fahrassistenzsysteme unterstützen die FahrerInnen.

Highlight ist die Einbindung der Google Software. Als zweiter Hersteller nach Polestar integriert Renault das Google-Automotive-System, das die Navigation mit Google Maps und Google Assistant unterstützt und via Google Play zahlreiche Apps von Drittanbietern einbinden kann.

QR-Code auf der Scheibe
Platz im Innenraum gibt es genug – für Beine, Köpfe, Arme, Schultern, Knies, Koffer und Krimskrams. E-Autos sind da gegenüber Verbrennern eh im Vorteil. Gleiches gilt für USB-Anschlüsse. Die Sitze sind feudal. 360-Grad-Kamera, digitale Innenrückspiegel – kleine Fernseher also – und ein Tot-Winkel- Assistent verhelfen trotz kleiner Fenster zu einer prima Rundumsicht.
Den Megane e-Tech ist frontgetrieben. Als Allradler gibt es ihn (leider) nicht – obwohl das auf der Plattform, auf der er steht, machbar wäre.

Das Auto überzeugt auch punkto Sicherheit. Nebst Topwerten im Crashtest befindet sich ein QR-Code an der Windschutzscheibe, der für die Rettungskräfte gedacht ist. Diese können dadurch sehr schnell erkennen, dass es sich um ein Elektrofahrzeug handelt und haben Zugriff auf strukturelle Informationen des Autos (z. B. die Position der Batterie und der Airbags, Orte für schnelles und risikoloses Schneiden). Wie sagt Renault Schweiz Chefin Claudia Meyer: «Der wird den Verkaufserfolg des Zoe noch übertreffen.»

Team im Umbruch – Hohe Ziele

Team im Umbruch – Hohe Ziele | Der Landanzeiger

«Wir wollen um die Plätze 1 bis 3 spielen» hielt Präsident Philipp Bonorand während der Medienkonferenz fest. Er erinnerte daran, dass der FC Aarau als Ausbildungsverein mit Abgängen der besten Spieler rechnen muss und dies ganz im Sinne des vor zwei Jahren festgelegten Leitbilds geschehe. Denn nur durch diese Blutauffrischung würden neue, junge Talente eine Chance auf Einsätze bekommen, so Bonorand.

Neben Donat Ruhdani (zu YB) und Randy Schneider (St. Gallen) verlassen auch Raoul Giger (Lausanne) und Ersatztorhüter Nicholas Ameter (Wil) den Verein. Verpflichtet wurden bislang Valon Fazliu (Wil), Nuno da Silva (GC) und das portugisische Talent Ivo Candé. «Weitere Zuzüge werden folgen», versicherte Sportchef Sandro Burki im Hinblick auf die neue Saison. «Ziel ist es, jede Position doppelt besetzt zu haben, ergänzt mit polyvalent einsetzbaren Spielern». Das lässt auf einen 25-Mann-Kader schliessen, den man heute eigentlich schon hat. Von den jungen Spielern, die sich derzeit noch auf der Kaderliste befinden, werden wohl noch einige an Partnerclubs wie dem FC Baden ausgeliehen, der eben erst in die 1. Liga Promotion aufgestiegen ist. Eile besteht nicht, denn das Transferfenster ist noch sehr lange offen. Weil es in der neuen Saison zwei Direktaufsteiger gibt und einen Barrage- Platz, ändert sich am sportlichen Ziel nichts, man will um den Aufstieg spielen – sprich: Platz 1 bis 3 erreichen.

GV ohne Überraschungen
Auch abseits des Spielfelds bleibt der FC Aarau im Wandel. Während man geduldig auf einen weiteren Bundesgerichtsentscheid bezüglich neuem Stadion wartet, wird das Brügglifeld so weit es geht aufgerüstet. Ein neues Catering- Konzept mit weniger langen Warteschlangen, modernere Büros und eine aufgefrischte VIP-Zone bieten das Nötigste an Komfort. Auch ein neues Tricot wird man kurz vor dem ersten Ernstkampf präsentieren. Die Einzeleintrittspreise bleiben unverändert, derweil die Preise für ein Stehplatz-Saisonabonnement leicht angehoben werden. Neu dabei sind allfällige Cupspiele und die Barrage. «Auf diese weise werden wir einem viel geäusserten Wunsch gerecht, wonach Dauerkartenbesitzer auch für diese Spiele ihr Ticket auf sicher haben möchten.»

Nur wenige Tage nach der traditionellen Medienkonferenz fand die erstmals im Stadion Brügglifeld abgehaltene Generalversammlung der FC Aarau AG statt. Die Aktionäre wählten David Bader als neues Mitglied des Verwaltungsrats. Für das Rechnungsjahr 2021 wurde bei einem Umsatz von 3,8 Mio. Franken, ein Verlust von 172’558 Franken ausgewiesen.

Forchini und Albin siegten – Rang 3 für Roth

Der Sieg bei den Frauen von Ramona Forchini (JB Brunex Superior) kam einer grossen Überraschung gleich. Denn mit Rebecca McConnell (Aus), Kate Courtney (USA) und Line Burquier (Fra) standen vor dem Start andere Athletinnen in der Rolle der Favoritin. Doch die 28-jährige Forchini zeigte keinen Respekt vor den grossen Namen. In Abwesenheit der stärksten Schweizer Bikerinnen, welche alle an der Tour de Suisse im Einsatz stehen, nutzte sie die Gunst der Stunde. Schnell hatte Forchini einen Vorsprung von mehr als 15 Sekunden. Diesen konnte sie von Runde zu Runde ausbauen.

Im Ziel zeigte sich Forchini über ihren ersten Sieg in einem HC-Rennen überrascht: «Das kommt für mich nun völlig unerwartet. Nachdem ich schon in der ersten Runde eine Lücke hatte, fuhr ich einfach mein Tempo weiter.» Forchini sagte weiter, dass sie sich des Sieges nie sicher gewesen sei und jederzeit mit einem Angriff McConnell gerechnet hat. McConnell, die vierfache Weltcupsiegerin dieser Saison, versuchte in der Tat die Lücke zu Forchini zu zufahren – vergeblich. Am Ende musste die Australierin auch noch der 19-jährigen Line Burquier den Vortritt lassen.

Das Rennen der Herren entwickelte sich zu einem echten Krimi. Die Schweizer forderten den zweifachen Gränichen-Sieger Anton Cooper (NZL) heraus. Mit dem Lokalmatador des organisierenden RC Gränichen, Joel Roth (Kölliken), dem Cupleader Andri Frischknecht, und dem Aufsteiger der Saison, Vital Albin, zeigten sich die stärksten Schweizer gleich von Beginn weg an der Spitze des Rennens. Joel Roth und Andri Frischknecht agierten als Aktivposten und bestimmten meist das Tempo. Doch in der zweitletzten Runde konnte der Solothurner Luke Wiedmann mit einem Kraftakt auch noch Anschluss an die Spitze herstellen. Zu fünft ging es in die letzte Runde.

Andri Frischknecht griff als Erster an. Dieser Tempoverschärfung fielen Cooper und Wiedmann zum Opfer. Doch noch im gleichen Anstieg setzte Vital Albin, der sich bis zu diesem Zeitpunkt meist an zweiter Position aufgehalten hatte, zum Konter an. Er übernahm die Spitze und konnte auf der zweiten Hälfte der äusserst spektakulären und anspruchsvollen Runde einen kleinen Vorsprung bis in Ziel herausfahren.

Wie für Forchini war es auch für Albin der erste Sieg an einem HC-Rennen: «Heute hat einfach alles gepasst: Meine Form, meine Taktik. Das Warten bis zur Schlussrunde hat sich gelohnt», resümierte der 23-Jährige. Platz zwei ging an Andri Frischknecht. Mit dem dritten Platz holte sich Joel Roth einen Podestplatz und überzeugte einmal mehr in Gränichen.

Viele lobende Worte für den Aargauer Wald

Viele lobende Worte für den Aargauer Wald | Der Landanzeiger

In Gedichtform, untermalt mit Bildern, blickte Wald-Aargau-Präsidentin Vreni Friker (Oberentfelden) auf die ersten 100 Jahren des Verbandes zurück. Sie wagte aber auch einen Ausblick in die Zukunft und schloss die Eröffnung der Versammlung mit den Worten: «Mitti August, jo das isch klar, as Waldfäscht chömed ihr in Schar’. Unterentfelde – eues Ziel, wo me sich trifft im grosse Stil! Bis bald, im Wald!»

Frau Gemeindeammann Katrin Burgherr begrüsste die Gäste und Mitglieder im Widenmoos und gab nebst einem Einblick in die Gemeinde auch ihre Überlegungen für den Alleingang statt der Grossfusion ihres Forstbetriebs preis. Grossratspräsidentin Elisabeth Burgener (SP), selbst Waldbesitzerin, dankte dem Verband für die klaren politischen Positionen und die Bereitschaft für gute Lösungen. Regierungsrat Stephan Attiger dankt für die Leistungen der Waldeigentümer in den vergangen 100 Jahren. Attiger freut sich schon heute auf die Waldtage und die Begegnung mit den Schülern im Wald, aber auch dem Holzerwettkampf und den Feierlichkeiten Mitte August in Unterentfelden. Kaspar Reutimann, Zentralvorstand Waldschweiz überbrachte die Glückwünsche des Dachverbands der Waldeigentümer. Christoph Schmid, Präsident des Aargauischen Försterbands, brachte sinnbildlich für 100 Jahre Wald Aargau eine 100-jährige Stammscheibe mit. Schmid dankte für die beispiellose und einzigartige Zusammenarbeit zwischen dem Försterverband als Arbeitnehmerverband und WaldAargau als Arbeitgeberverband und auch Reiner Klöti, Präsident von Jagd Aargau, überbrachte Dank. Alle Rednerinnen und Redner erhielten eine junge Rotbuche als Dank und den Auftrag, diese an einem sinnvollen Ort zu pflanzen und ihr Sorge zu tragen.

Bevors zum feierlichen Nachtessen ging, wurden die statuarischen Geschäfte abgewickelt und alle angenommen. Der Vorstand unter der Leitung von Vreni Friker wurde einstimmig für die nächsten vier Jahre wiedergewählt. Mit Vizepräsident Kurt Steck und Urs Huber traten zwei Vorstandsmitglieder zurück, die lange im Verband mitarbeiteten. Sie werden durch die Förster Andreas Bühler und Matthias Bruder ersetzt. Steck lobte zum Abschluss die Zusammenarbeit mit der Präsidentin und dem Vorstand und sagt: «Wald Aargau kann sich keine bessere Präsidentin wünschen, die die nächsten 100 Jahre des Verbandes in Angriff nimmt.»


Aargauer Waldtage

Die Aargauer Waldtage finden vom 15. bis am 21. August in Unterentfelden statt. Von Montag bis Freitag stehen den angemeldeten Schulklassen über 30 interessante Posten zu den Themen Wald und Holz zur Verfügung. Lehrpersonen können ihre Schulkasse über www.waldganznaherleben.ch anmelden. Vom 19. bis am 21. August findet das grosse Waldfest mit Konzerten, Behörden- und Holzerwettkampf, aber auch einem festlichen Teil für alle statt. Der Eintritt ist frei.


Die «Aufrichti» mit einem Fest gefeiert

Die «Aufrichti» mit einem Fest gefeiert | Der Landanzeiger

Die Bauarbeiten für den Neubau «Bahnhof Süd» schreiten zügig voran. Zwischen Bahn und Strasse ist der Westtrakt bereits aufgerichtet und auch im Osttrakt ist man über dem Erdgeschoss angelangt. «Alle beteiligten Firmen mit all ihren Mitarbeitern verdienen grosse Anerkennung für die geleistete Arbeit. Im Namen vom Totalunternehmen danke ich ganz herzlich für die Arbeit», sagt Hans Setz, Mitglied der Geschäftsleitung und VR-Delegierter der Gross AG. Als Dank wurde am vergangenen Donnerstag die «Aufrichti» mit einem Fest gefeiert.

Ein Gebäude für 100 Jahre
«Vor ziemlich genau zwei Jahren hat der Bagger mit seiner Schaufel das Dach des alten Bahnhofs abgerissen und damit begonnen das Gebäude abzubrechen. Das hat schon etwas weh getan. Denn der Bahnhof hat es fast 100 Jahre lang gegeben», blickt Mathias Grünenfelder, stellvertretender CEO der AVA und Baukommissionspräsident zurück. «Ob dann auch dieser Bahnhof 100-jährig wird, das müssen dann andere schauen. Aber ich hoffe natürlich, dass so solid gebaut wurde, dass man auch in 100 Jahren noch Freude am Gebäude haben wird.» Für Aargau Verkehr ist der Neubau von grosser Bedeutung. Denn im Osttrakt entsteht ihr neuer Hauptsitz. In den Obergeschossen befinden sich neben den Büroräumen für die Direktion auch Mietwohnungen. Der Westtrakt ist der Gebäudeteil der Metro Immobilien AG. Er bietet im Untergeschoss Platz für Verkaufsläden. In den Obergeschossen werden ebenfalls Räumlichkeiten für Büro und Wohnraum erstellt. Zusätzlich wird hier die Schule «H+ Bildung» ihren neuen Standort finden.

Hans Setz sagte zum Schluss seiner Rede an der «Aufrichte»: «Ich wünsche weiterhin gutes Gelingen und dass wir weiterhin von Unfällen verschont bleiben.» Bis Ende 2022 sollte der Westtrakt weitgehend fertiggestellt sein. Bis Ende 2023 soll dann auch der Osttrakt fertig sein. Die Erstvermietungen der Wohnungen im Westtrakt sind gestartet.

Hoher Besuch auf dem Zelgenhof der Familie Häfliger

Hoher Besuch auf dem Zelgenhof der Familie Häfliger | Der Landanzeiger

Elija wollte als erstes zu den Eichelschweinen. Die dösten zufrieden vor dem Zelgenhof sicher eingepfercht im Schatten von alten Nussbäumen. Derweil schüttelten seine Eltern als Ehrengäste viele Hände. Denn Elijas Mamma Irène Kälin ist Nationalratspräsidentin und sein Papa Werner de Schepper ist als ehemaliger Blick-Chef auch nicht minder prominent.

Etwas später begrüsste Martin Rufer die anwesenden Gäste und Sponsoren. Der Direktor des Schweizerischen Bauernverbandes tat dies im Rahmen des dritten schweizweiten «Tages der offenen Hoftüren», welcher zum Ziel hat, die Tore zur nichtbäuerlichen Bevölkerung zu öffnen und den gegenseitigen Austausch zu fördern. «Basiskommunikation zwischen Stadt und Land» nennt es Rufer, und weiter: «Tierwohl, Ökologie, Lebensmittelsicherheit und beste Lebensmittelqualität sind das Ziel unserer Arbeit.»

Dass beim Ehrengast diesbezüglich keine «Basiskommunikation» mehr nötig war, bewies Irène Kälin in ihrer kurzen und prägnanten Rede. «Schon als Kind durfte ich auf einem Bauernhof eine Kuh melken und merkte dann sehr schnell, dass diese Milch anders schmeckt als jene, die aus der Migros kommt. Leider hat nicht jedes Kind diese Möglichkeit». Irène Kälin hat als 16-Jährige ein Landwirtschafts-Praktikum absolviert, wie sie erzählte. «Von daher weiss ich, dass die Bauernhof-Tore eigentlich jeden Tag offen sind.» Als Grüne würde sie sich noch mehr Ökologie und Tierschutz wünschen, betonte die Aargauer Nationalrätin, die ihre Rede beim neuen Hofladen des Zelgenhofs hielt, der am Sonntag eröffnet wurde.

Denis Häfliger lud die Ehrengäste zum Hofrundgang und dabei zeigte sich, dass die ganze Familie, also seine Lebenspartnerin Vanessa Plüss und die Eltern Hansruedi und Susanne Häfliger, mit viel Herzblut 365 Tage pro Jahr für ihre Tiere und Produkte im Einsatz sind. Mit einem langen Applaus wurde diese Arbeit wertgeschätzt.

Lebensqualität wieder zurückgewinnen

Lebensqualität wieder zurückgewinnen | Der Landanzeiger

Weshalb braucht es eine Welt-Kontinenz-Woche?
Mirjam Bywater: Inkontinenz ist noch immer ein grosses Tabuthema. Viele denken, es gehöre zum Altwerden dazu und es sei etwas, das man einfach akzeptieren müsse. Dem ist aber nicht so. Inkontinenz muss nicht einfach so hingenommen werden. Mit der Welt-Kontinenz-Woche soll darauf aufmerksam gemacht, aufgeklärt und das ganze Thema enttabuisiert werden.

Wer ist von Inkontinenz betroffen?
Es ist sehr schwer, gute, aussagekräftige Daten dazu zu finden. Auch hier vermute ich, dass das damit zu tun hat, dass Inkontinenz ein Tabuthema ist. Was man sagen kann, ist, dass rund 30 Prozent der Weltbevölkerung von Inkontinenz betroffen sind. Bei den über 65-Jährigen sind Frauen doppelt so oft betroffen wie Männer. Frauen sind tendenziell früher betroffen, mit dem Alter holen die Männer jedoch auf.

Wann sollte eine Fachperson aufgesucht werden?
Das Erste, sobald man inkontinent ist, sollte nicht der Gang in den Supermarkt sein, um dort Inkontinenzeinlagen einzukaufen, sondern unbedingt der Gang zur Ärztin oder zum Arzt. Denn es gilt: Je früher die Inkontinenz behandelt wird, desto besser sind die Erfolgschancen.

Wie schwer fällt den Betroffenen der Gang zum Arzt?
Die Hemmschwelle ist sehr hoch, vor allem in der älteren Bevölkerungsschicht. Hier braucht es noch viel Aufklärungsarbeit. Bei Jüngeren hat die Enttabuisierung begonnen, so mein Eindruck. Sie suchen schneller eine Fachperson auf als die älteren Generationen.

Ist das Problem zunehmend?
Leider gibt es auch dazu nur wenige Zahlen. Wir werden immer älter. Es kann also gut sein, dass dadurch auch die Zahl der Inkontinenz-Fälle zunimmt. Man darf aber nicht vergessen, dass Inkontinenz heutzutage häufiger thematisiert wird als früher.

Ist Inkontinenz gut behandelbar?
Eine Belastungsinkontinenz (siehe Infobox «Was ist Inkontinenz überhaupt?») ist sehr gut behandelbar, und zwar so, dass die Patientinnen und Patienten symptomfrei sind beziehungsweise es wirklich nur noch selten zum Urinverlust kommt.
Auch bei der Dranginkontinenz ist die Ansprechrate der Therapien mit 70 bis 80 Prozent sehr hoch. Mit einer Therapie kann ein grosses Stück Lebensqualität zurückgewonnen werden.

Was sind die Folgen einer Nicht-Behandlung?
Bei der Dranginkontinenz kann ein hoher Druck in der Blase entstehen. Dieser führt bei längerem Bestehen zu Umbauvorgängen der Blase, wodurch die Blase infektanfälliger wird. Im Extremfall kann es sogar so weit kommen, dass es zum Rückfluss des Urins in die Niere kommt und so auch die Nieren geschädigt werden. Je früher diese Umbauvorgänge unterbrochen werden können, desto besser ist das Therapieansprechen.

Welche Patientinnen und Patienten kommen ins Beckenbodenzentrum?
Das Beckenbodenzentrum im KSA ist keine Institution nur für Frauen. Dieses Vorurteil versuche ich, seit ich hier im KSA bin, aus den Köpfen zu bringen. Aus urologischer Sicht können sowohl Frauen als auch Männer von Inkontinenz betroffen sein.
Inkontinenz, Senkung der Genitalorgane oder Blaseninfektionen gehören zu den häufigsten Erkrankungen, die im Beckenbodenzentrum behandelt werden.

Wie wird im Beckenbodenzentrum geholfen?
Im Beckenbodenzentrum arbeiten die Fachspezialistinnen und -spezialisten der Urologie, der Urogynäkologie, der Viszeralchirurgie, der Infektiologie und der Physiotherapie eng zusammen. So kann ein breites Leistungsangebot für die Behandlung von Beckenbodenproblemen angeboten werden, sowohl konservative als auch chirurgische Therapiemöglichkeiten. Unser gemeinsames Ziel ist, dass die Patientinnen und Patienten ihre Lebensqualität wieder zurückgewinnen. Die Fachexpertinnen und Fachexperten stehen den Betroffenen beratend zur Seite, sie unterstützen und geben Empfehlungen ab. Welche Therapieangebote die Betroffenen wahrnehmen möchten, entscheiden sie jeweils selbst.
Im Normalfall werden zuerst die Basisuntersuchungen gemacht. Das heisst, Infektionen werden ausgeschlossen, der Harnstrahl wird gemessen und es wird abgeklärt, ob Restharn da ist. Häufig wird auch eine Blasenspiegelung durchgeführt, damit ausgeschlossen werden kann, dass Tumore hinter den Symptomen stecken. Dann wird eine Blasendruckmessung vorgenommen, mit der die beiden Aufgaben der Blase — den Urin speichern und den Urin entleeren — genau untersucht werden. Auf Basis dieser Untersuchungen wird schliesslich die Therapie aufgebaut. Bei einer Frau gehört eine ausführliche gynäkologische Abklärung mit zu den Basisabklärungen, um einen Genitalprolaps beurteilen zu können.

Gibt es Tipps, um einer möglichen Inkontinenz vorzubeugen?
Bewegung, eine gesunde und bewusste Ernährungsweise und Beckenbodentraining können bereits helfen.

Was geschieht während der Welt-Kontinenz-Woche vom 20. bis 26. Juni?
In dieser Woche wird das Thema Inkontinenz in den Mittelpunkt gerückt. Dafür haben wir vom Beckenbodenzentrum zu verschiedenen Themen Online-Vorträge aufgenommen, die auf YouTube aufgeschaltet sind. Im Rahmen der Welt-Kontinenz-Woche bieten wir zudem eine Beratungshotline an, über die uns Fragen gestellt werden können.

Weitere Informationen rund ums Beckenbodenzentrum gibt es auf www.ksa.ch.


Was ist Inkontinenz überhaupt?

Inkontinenz bezeichnet die fehlende oder mangelnde Fähigkeit des Körpers, Urin oder Stuhl zu halten und kontrolliert abzugeben. Folglich kommt es zu einem unwillkürlichen Urinverlust oder Stuhlabgang.

Am häufigsten sind folgende Harninkontinenzformen: die Belastungsinkontinenz und die Dranginkontinenz. Die Belastungsinkontinenz beschreibt den unwillkürlichen Urinverlust bei körperlicher Anstrengung meist ohne spürbaren Harndrang. Sie tritt häufig bei Frauen nach Geburten auf, wenn durch den Geburtsvorgang der Beckenboden geschwächt wurde.

Bei der Dranginkontinenz verspüren Betroffene ganz plötzlich, ohne vorherige Anzeichen, das starke Bedürfnis, eine Toilette benutzen zu müssen. Sie verlieren häufig schon Urin, bevor sie die Toilette erreichen.

Wenn sich gleichzeitig Symptome einer Dranginkontinenz sowie einer Belastungsinkontinenz zeigen, wird dies als Mischinkontinenz bezeichnet.


Beratungshotline
in der Welt-Kontinenz-Woche

Montag, 20. Juni 2022, 17 bis 18 Uhr
Mittwoch, 22. Juni 2022, 14 bis 15 Uhr
Samstag, 25. Juni 2022, 10 bis 11 Uhr

Rufnummer: +41 62 838 90 33

Lebensqualität wieder zurückgewinnen | Der Landanzeiger
Lebensqualität wieder zurückgewinnen | Der Landanzeiger

Makuladegeneration – eine umfassende Beratung hilft weiter

Makuladegeneration – eine umfassende Beratung hilft weiter | Der Landanzeiger

Die optometrische Versorgung ist das A und O, wenn schwerwiegende Augenerkrankungen wie die Makuladegeneration auftreten. Roland Schönenberger, dipl. Augenoptiker und Optometrist im Sehzentrum in Suhr, ist auf solche Fälle spezialisiert.


Zur Person
Roland Schönenberger ist dipl. Augenoptiker SHFA und Optometrist CAS FHNW.
Seit 1995 hilft er Personen mit Makuladegeneration und anderen Augenbeschwerden zu besserem Sehen.

Makuladegeneration – eine umfassende Beratung hilft weiter | Der Landanzeiger

Roland Schönenberger, was genau ist eine Makuladegeneration und wer kann davon betroffen sein?
Bei der Makuladegeneration werden zwei Formen unterschieden: die trockene und die feuchte. Bei der trockenen Form handelt es sich um eine altersbedingte «Abnützung» wichtiger Sehzellen im Zentrum des Auges, der sogenannten Makula. Das bedeutet, dass wir ab einem gewissen Alter alle davon betroffen sein werden – einige früher und stärker, andere später und weniger stark. Es zeigt sich, dass vor allem Raucher, Personen mit heller Augenfarbe und alle diejenigen, die ihre Augen ein Leben lang ungenügend vor dem Sonnenlicht geschützt haben, früher und stärker betroffen sind. Da die trockene Makuladegeneration ein Alterungsprozess ist, gibt es dagegen noch keine eigentliche Therapie. Der Schutz der Augen mit einer optimalen Sonnenbrille steht bei dieser Form im Vordergrund. Auch eine gesunde, vitaminreiche Ernährung wird von Fachleuten empfohlen. Bei der feuchten Makuladegeneration liegt dagegen eine Erkrankung des Sehzentrums vor, die heute mittels Medikamenten, die üblicherweise vom Augenarzt direkt ins Auge gespritzt werden, therapiert wird.

Sie haben sich auf die optometrische Versorgung von Personen mit einer Makuladegeneration spezialisiert. Wie können Sie betroffenen Personen helfen?
Grundsätzlich kann fast allen Personen mit einer Makuladegeneration mit speziellen Brillen oder anderen Mitteln geholfen werden – Voraussetzung dazu ist die Akzeptanz der betroffenen Person, dass trotz der Hilfsmittel das Sehen nicht mehr wie früher ist.

Wie gehen Sie vor?
Vielfach kommen die Klienten mit der Diagnose «Makuladegeneration» zu mir, ohne viele Kenntnisse über diese Krankheit zu haben oder überhaupt zu wissen, was das für sie im Alltag und in Zukunft bedeutet. Bei diesen Personen leiste ich zuerst einmal Aufklärungsarbeit, was in den meisten Fällen zu einer grossen Beruhigung seitens der Betroffenen führt. Viele haben Angst, vollständig zu erblinden und dadurch ihre Selbstständigkeit zu verlieren. Das ist glücklicherweise bei einer optimalen Versorgung nur ganz selten der Fall. Danach analysiere ich umfassend die Alltagssituation der betroffenen Person, deren Probleme und Wünsche. So kann ich mir ein genaues Bild machen, wo und wie ich helfen kann.

Welche Hilfsmittel setzen Sie dazu ein?
Zuerst optimiere ich die bereits bestehenden Brillen. Dank modernsten, computergestützten Geräten kann die noch vorhandene Sehkraft ermittelt und vielfach verbessert werden. Selbst wenn ich dadurch nur eine vorhandene Sehschärfe von 15% auf 30% steigern kann, erfahren die Betroffenen eine Verdoppelung ihrer Sehkraft und dadurch eine deutliche Verbesserung ihrer Alltagssituation. Weitere wichtige Bestandteile der Abklärung sind die Blendung und das verminderte Kontrastsehen. Bei einer Makuladegeneration ist eine Person nicht nur stark geblendet, sondern ihr Kontrastsehen ist zusätzlich stark reduziert. Eine gewöhnliche Sonnenbrille ist deshalb häufig nicht optimal. Um beides zu verbessern, gibt es heute viele Spezialfiltergläser. Da jede Person anders auf die einzelnen Filtergläser reagiert, werden die am besten geeignetsten zum Ausprobieren mitgegeben.

Und wenn dies alles noch nicht ausreichend nützt?
Dann kommen vergrössernde Sehhilfen zum Einsatz. Darunter versteht man Lupen, sehr starke Lesebrillen sog. Lupenbrillen, elektronische Hilfsmittel, Bildschirmlesegeräte. Sämtliche dieser Hilfsmittel können kostenlos zum Testen mit nach Hause genommen werden.

Was bezahlen die Krankenkassen und andere Institutionen?
Aus der Krankenkassen-Grundversicherung erhält man jährlich einen Beitrag von Fr. 360.– an Brillen, wenn vom behandelnden Augenarzt eine Bescheinigung der Makuladegeneration vorliegt. Die AHV übernimmt 75% der Kosten von Lupenbrillen und leistet Beiträge bis zu Fr. 2000.– an elektronische Hilfsmittel. Bei stark verminderter Sehschärfe hat man ausserdem Anrecht auf eine «Hilflosenentschädigung leichten Grades» der AHV von Fr. 235.– im Monat. Meine Abklärung ist keine kassenpflichtige Leistung und muss von den Klienten selber bezahlt werden. Eine umfassende Beratung inkl. Untersuchung und Tests dauert in der Regel bis zu zwei Stunden.

Eine letzte Frage: Warum engagieren Sie sich besonders für die optometrische Versorgung bei Makuladegeneration?
Unmittelbar nach meinem Studium in Olten 1995 habe ich bei mehreren Augenoptikern in der Schweiz gearbeitet. Ich war täglich mit Spezialfällen konfrontiert. Dadurch hatte ich von Anfang an mit vielen optometrischen Versorgungen bei allen Arten von Augenbeschwerden zu tun. Das Thema Makuladegeneration hat mich seither nicht mehr losgelassen. Ich habe mich stetig darin weitergebildet und spezialisiert. Heute betreue ich Klienten in der Region Suhr aber auch weit darüber hinaus. Bei den von der Makuladegeneration betroffenen Personen spricht sich meine umfassende Beratung schnell herum und es werden weite Wege in Kauf genommen, wenn man Aussicht auf eine Verbesserung seiner Sehsituation hat.

Makuladegeneration – eine umfassende Beratung hilft weiter | Der Landanzeiger
Optimale Beleuchtung und eine spezielle Brille sorgen für eine deutliche Verbesserung beim Lesen.

Öffnungszeiten

Dienstag bis Freitag
8.30 bis 12.00 Uhr 14.00 bis 18.30 Uhr

Samstag 8.30 bis 14.00 Uhr


Sehzentrum Augenoptik Suhr GmbH

Mittlere Dorfstrasse 2
5034 Suhr
Telefon 062 842 67 85
www.sehzentrum-suhr.ch

Gränichen schreibt ein Stück Bikegeschichte

Es war 1991. Mountainbiken war noch eine ganz junge Sportart in der Schweiz. Doch der neue Trendsport, welcher in Amerika entstand, entfachte schnell auch hierzulande Feuer. Hans Hirter war eine der treibenden Kräfte. Er brachte den Bikesport quasi nach Gränichen – oder gar in den ganzen Kanton Aargau. Im Rahmen der «Aargauer Mountainbike Meisterschaft», welche vom damaligen Kantonalverband SRB Aargau durchgeführt wurde, fiel zum ersten Mal ein Startschuss eines Mountainbikerennens in Gränichen.

Lange in Stirnemanns Hand
Der RC Gränichen, welcher sich bis zu diesem Zeitpunkt vor allem aktiv im Bereich der Durchführung von Radquers, KM-Tests und Geschicklichkeitsfahren engagierte, war also bei den ersten Tritten des Mountainbikesports mit von der Partie. Erst ein Jahr zuvor hatten die ersten Weltmeisterschaften überhaupt stattgefunden, in Durango (USA). Die ersten Schweizer Meisterschaften sollten gar erst drei Jahre später, 1994, folgen. Einer der Mitte der Neunzigerjahre in diese Szene und den RC Gränichen «hineinrutschte» ist Beat Stirnemann: «Es wurde ein bisschen zu einer Familienangelegenheit», erzählt der eigentliche Mister Bike in Gränichen. 1994 übernahm sein Bruder Paul für vier Jahre das OK-Präsidium, Beat anschliessend selber für zwei Jahre, bevor er U19-Nationalcoach wurde. Dann übergab er dieses Amt an einen weiteren Bruder, Peter. Von 1999 bis 2010 prägte Peter Stirnemann und sein Team die Schweizer Bikeszene.

Australier gewinnt SM
Ein besonderer Meilenstein waren die ersten Schweizer Meisterschaften, welche 2000 zum ersten Mal in Gränichen stattfanden. Diese Meisterschaften waren in vielerlei Hinsicht speziell, wie sich Beat Stirnemann noch heute erinnert: «Der Australier Cadel Evans, welcher später auch die Tour de France gewann, war der Sieger. Damals durften noch Ausländer an der SM starten.» Auch das Schweizer Fernsehen war vor Ort und berichtete praktisch ausschliesslich über den Sieger Cadel Evans. Dies führte dazu, dass anschliessend das Reglement geändert wurde und seither an den Meisterschaften nur noch Schweizerinnen und Schweizer starten dürfen. Insgesamt fünf Mal haben die Schweizer Meisterschaften nun bereits im Moortal stattgefunden (2000, 2007, 2010, 2019, 2020). Während das Organisationskommittee von 2011 bis 2020 von Manuel Eichenberger geführt wurde, erfolgte auch eine Aufwertung im internationalen Kalender. Seit 2012 trägt das Rennen den Status «Hors Categorie». Das bedeutet, dass nur die Weltcuprennen höher eingestuft sind.

Seit dem letzten Jahr hat nun Rafael Geiser das Präsidium übernommen, nachdem sogar auf der Kippe stand, ob eine Nachfolge für Manuel Eichenberger gefunden werden kann. «Einer muss es ja machen», sagt der neue OK-Präsident lachend und fügt sogleich hinzu, dass er sich auf äusserst erfahrenes und eingespieltes Team verlassen kann. Die Tatsache macht aber auch in Gränichen nicht Halt, dass es immer schwieriger wird für ehrenamtliche Vereine und Organisationen, einen solchen Grossanlass durchführen zu können. Die Anforderungen sind in den letzten 30 Jahren massiv gestiegen. Gerade in den letzten paar Jahren hatte der RC Gränichen intensiv um die Bewilligung für die Durchführung ringen müssen. Nicht im Bereich der Auflagen, sondern auch im Bereich der Finanzierung lägen die grossen Herausforderungen, wie Geiser sagt.

Neue Strecken gesucht
Dass es in Gränichen auch nach 30 Austragungen weitergeht, ist klar. Klar ist auch, dass sich das Team um OK-Präsident Geiser auch in Zukunft agil zeigen muss. Denn ab dem Jahr 2025 wird in Gränichen das Herzstück der Strecke, die grosse Kiesgrube, vollständig renaturiert. So beginnen schon jetzt die Gedankenspiele, wie auch nach 2025 am gleichen Ort hochstehender Bikesport wettkampfmässig ausgeübt werden kann.

An den beiden Renntagen vom Samstag und Sonntag werden von den Nachwuchs- und Hobbykategorien bis zu den Profis bis 800 Fahrerinnen und Fahrer erwartet. Bei den Männern fordern die Schweizer Vital Albin, Thomas Litscher, der Kölliker Joel Roth und Andri Frischknecht den Neuseeländer Anton Cooper heraus. Bei den Frauen gilt die Überfliegerin der Saison, Rebecca McConnell (Aus), die absolute Topfavoritin.


Zeitplan

Samstag, 18. Juni
09.45: Soft (2014–2016) Parcours
10.30: Cross (2012 / 2013) Parcours
11.30: Soft (2014–2016) 2 Mini
12.00: Cross (2012 / 2013) 3 Mini
13.00: Rock (2010 / 2011) 1 Startrunde + 3 kleine Runden
14.00: Mega (2008 / 2009) 1 Startrunde + 3 mittlere Runden
15.15: Hard (2006 / 2007) 1 Startrunde + 3 grosse Runden

16.25: Bike Trophy (2005 und älter) 31.7 km, 819 Hm; Rundkurs im Gränicher Waldgebiet Rütihof auf öffentlichen, nicht gesperrten Waldwegen sowie asphaltierten Strassen, keine Singletrails. – Startgeld Fun Herren und Damen 45 Franken, Nachmeldung am Renntag bis 14.00 Uhr möglich gegen Aufpreis von 10 Franken.

16.30: Fun Herren (1993–2005) 1 Startrunde + 3 gr.
16.30: Fun Master (1983–1992) 1 Startrunde + 3 gr.
16.31: Fun Senioren 1 (1983–1992) 1 Startrunde + 3 gr.
16.31: Fun Senioren 2 (1972 und älter) 1 Startrunde + 3 gr.
16.31: Fun Frauen (2005 und älter) 1 Startrunde + 2 gr.
17.45: Pfüderirennen

Sonntag, 19. Juni
08.45: Amateure/Masters (2003 und älter)
10.15: Junioren (2004 / 2005)
12.00: Elite Frauen (2003 und älter)
12.05: Juniorinnen (2004 / 2005)
14.15: Elite Herren (2003 und älter)

Die Rundenanzahlen werden am morgen bei der Startnummer Ausgabe bekannt gegeben.

www.swissbikecup.ch


Teufenthal: Sieg zum Abschluss

Teufenthal: Sieg zum Abschluss | Der Landanzeiger

Im letzten Jahr waren es die Männer des TC Belvoir, welche der Equipe aus Teufenthal den Gang in die Aufstiegsspiele verwehrten. Jetzt konnten sich die Wynentaler in der letzten Begegnung der Gruppenphase dafür revanchieren. Die Equipe von Captain Patrik Hartmeier zeigte einen konzentrierten Auftritt und konnte sich dank Siegen von Mika Brunold, Patrik Hartmeier, Dario Huber und Noël Kunz bereits nach den Einzelpartien vorentscheidend mit 4:2 absetzen. Mit drei weiteren Siegen erhöhten sie auf das Gesamtskore von 7:2. Damit ziehen die Teufenthaler in der Endabrechnung an Belvoir ZH vorbei und klassieren sich auf dem vierten Gruppenrang hinter Genf, Seeblick ZH und Büsingen. Trotz den drei Auftaktniederlagen gegen die Top 3 der Gruppe hatten die Teufenthaler letztlich nichts mit dem Abstieg zu tun und haben ihr Saisonziel «Ligaerhalt» souverän erreicht.

Nur noch Aarau im Rennen
In der Nationalliga C haben sich zwei Aargauer Männer-Teams für die Aufstiegsspiele qualifiziert: Aarau und Lenzburg. Nach der ersten Runde ist nur noch ein Team übrig geblieben. Die Lenzburger haben sich mit einer 1:5-Niederlage gegen Lausanne-Sports II aus der Meisterschaft verabschiedet. Weiterhin im Rennen sind dagegen die Aarauer, die ihr Aufstiegsspiel gegen Green Club Romanel souverän mit 6:3 gewannen und nun in der nächsten Runde wiederum gegen eine Equipe aus der Westschweiz antreten müssen. Diesmal kommen die Gegner aus Bulle. Die anderen drei NLC-Equipen der Aktiven mussten am letzten Wochenende die Abstiegsspiele bestreiten. Und leider verloren zwei diese wichtige Partie.

Drei Abstiege aus der NLA
Auch die fünf Aargauer NLA-Teams der Senioren mussten allesamt in die Abstiegsspiele. Die Buchser Frauen 40+ unterlagen dem LTC Winterthur mit 2:4 und die Buchser Männer 65+ verloren mit demselben Resultat gegen Stade-Lausanne. Damit müssen die beiden Buchser Teams den Abstieg in Kauf nehmen. Genauso wie die Männer 35+ des TC Teufenthals, die in der NLA viermal verloren und absteigen.

Die Natur braucht unsere volle Unterstützung

Die Natur braucht unsere volle Unterstützung | Der Landanzeiger

Es kreucht und fleucht, zirpt und zwitschert, gedeiht und blüht heute wieder im Feuchtgebiet in Uerkheim. Vor zwölf Jahren sah es hier noch ganz anders aus. Damals wurde zwischen Bottenwil und dem Uerkenweiher das Bett der Uerke aufgeweitet. Im Rahmen der Renaturierung wurden zusätzlich Tümpel geschaffen und Drainagen entfernt, um die Wiedervernässung der Wiese zwischen dem Wald und der Uerke zu fördern. «Wir haben hier ein gutes Beispiel dafür, wie wir uns die Umsetzung der Initiative vorstellen», erklärt Matthias Betsche, der Geschäftsführer von Pro Natura Aargau.

Der Naturschutzverein hat zusammen mit dem Aargauischen Fischereiverband, Bird Life Aargau, dem WWF und dem Landschaftsschutzverband Hallwilersee die Gewässer-Initiative lanciert. «Der Kanton ist mit einer Studie zum Schluss gekommen, dass die bestehenden Feuchtgebiete nicht ausreichen, um die Biodiversität zu schützen», sagt Matthias Betsche. «Mit anderen Worten: Aktuell sterben trotz Schutzbemühungen lokale Tier- und Pflanzenarten aus.»

Laut der kantonalen Studie müssen rund 1000 Hektaren neue Feuchtgebietsflächen geschaffen werden. Die Gewässer-Initiative gibt Kanton und Gemeinden den Auftrag, diese erforderlichen Flächen zu schaffen. In den letzten 100 Jahren sind 90 Prozent der ursprünglichen Feuchtgebiete des Kantons Aargau durch Entwässerung und Urbarmachung verschwunden. «Das entspricht 14’000 Hektaren, also möchten wir nur einen Bruchteil davon wieder für die Natur aufwerten. Das sollte doch möglich sein», sagt Matthias Betsche. Er ergänzt: «Es besteht dringender Handlungsbedarf. Das zeigt sich am Beispiel, dass im Aargau nur noch an wenigen Orten gewisse Fischarten wie die Nase oder Vögel wie Kiebitze, Zwergdommeln und Bekassinen vorkommen.»

Amphibien sind auf Lebensräume angewiesen
In diesem Moment zischt ein Eisvogel über die Uerke. Ein Feuchtgebiet bildet für viele Tierarten einen Lebensraum. Sogar der Biber ist hier zuhause; ein angenagter Baumstamm ist Zeuge. «Die Renaturierung der Uerke war auch für Fische und die Amphibien hier von grosser Bedeutung», sagt Ulysses Witzig, Geschäftsführer von Creanatira, einem Tochterunternehmen von Pro Natura Aargau. Die Amphibien haben von der renaturierten Uerke, der wiedervernässten Feuchtwiese und den Tümpeln profitiert. «Für Amphibien ist es wichtig, dass Wasser- und Landlebensräume vernetzt sind, da sie im Laufe des Jahres beide brauchen», sagt Witzig und zeigt auf das Seggengras in der Wiese – ein klares Indiz dafür, dass die Stelle feucht ist. Zwischen dem Ufergehölz der Uerke, wo Dornensträucher wie zum Beispiel Kreuzdorn zusätzlich angepflanzt wurden, und dem Waldrand liegt eine saftige Wiese. Hier finden Mutterkühe geeignetes Futter.

Über die Hälfte ist Biodiversitätsförderfläche
Das Land hier bewirtschaftet Georg Dällenbach, ein Bio-Landwirt. «Viele Berufskollegen bezeichnen mich als ‹Blüemli-Puur›», sagt er und lacht. Für Dällenbach ist die Erhaltung und Förderung der Artenvielfalt ein wichtiger Aspekt seiner Tätigkeit und ein Standbein seines Betriebs. Er hat mit dem Kanton einen Vertrag zur Biodiversitätsförderung abgeschlossen. Darin sind bestimmte Bewirtschaftungsmassnahmen definiert. Wenn er sie einhält, erhält Dällenbach Direktzahlungen vom Staat.

Insgesamt ist über die Hälfte des von ihm bewirtschafteten Landes Biodiversitätsförderfläche – ein Anteil, der weit über dem staatlich vorgeschriebenen Minimalwert liegt, wie Ulysses Witzig bemerkt. Im Herbst wird das Gebiet eingezäunt und die Kühe von Dällenbachs Hof weiden hier. Ihr Mist dient den Pflanzen und Lebewesen vor Ort wiederum als eine Lebensgrundlage, ein kleinräumiger Kreislauf entsteht.

Mit der Gewässer-Initiative sollen weitere naturnahe Feuchtgebiete für einen besseren Schutz des Lebensraumes Wasser und für mehr Biodiversität sorgen. Mehr revitalisierte Gewässer sollen die ökologischen Folgen intensiv genutzter Flächen besser kompensieren. Zudem stellen revitalisierte Gewässer und intakte Feuchtgebiete einen besseren Hochwasserschutz dar. Matthias Betsche ist zuversichtlich, dass Pro Natura Aargau die nötigen Unterschriften bald zusammen bringt, um an der Urne über die Initiative abstimmen zu können.

Alterszentrum Suhrhard überarbeitet Strategie

Alterszentrum Suhrhard überarbeitet Strategie | Der Landanzeiger

Der Hauptschwerpunkt liegt auf der Weiterentwicklung der Versorgungskette für Wohnen und Leben im Alter (Alterswohnungen, Wohnen mit Basisdienstleistungen, Betreutes Wohnen PLUS, Stationäre Langzeitpflege), schreiben die Verantwortlichen des Alterszentrums Suhrhard (AZS) in Buchs, in einer Mitteilung. Als wesentlicher Schritt wird bis Herbst 2024 der Neubau für das Betreute Wohnen PLUS mit 32 Wohnungen realisiert und in Betrieb genommen. Ab 2024 erfolgt die Planung des Ersatzbaus für die Alterssiedlung, damit das Angebot Wohnen mit Basisdienstleistungen auch langfristig angeboten werden kann. Eine Sanierung des bestehenden Gebäudes wäre mit zu hohen Kosten verbunden und deshalb nicht wirtschaftlich, heisst es im Schreiben weiter.

Die Ortsbürgergemeinde prüft die Realisierung von Alterswohnungen auf dem Suhrhardareal. Mit der Schaffung der Alterswohnungen wäre die Versorgungskette für ältere Menschen in Buchs durchgängig.

Will attraktiv bleiben
Das Alterszentrum Suhrhard kann seinen Auftrag für die Bevölkerung nur erfüllen, wenn es über genügend gut ausgebildetes Personal verfügt und die Fluktuation möglichst tief ist. Verwaltungsrat und Geschäftsleitung wollen deshalb die Attraktivität des AZS als Arbeitgeber weiter stärken. Dazu sollen das Lohnsystem, die Weiterbildungsmöglichkeiten, Arbeitszeiten und die weiteren Anstellungsbedingen überprüft und noch besser auf die Bedürfnisse der aktuellen und künftigen Generationen ausgerichtet werden.

Weitere Schwerpunkte der aktualisierten Strategie sind die Betreuung von älteren Menschen mit demenziellen Erkrankungen sowie die Teilnahme an der Intensivierung der regionalen Zusammenarbeit im stationären und ambulanten Pflegebereich.

www.alterszentrum-suhrhard.ch