Der ehe­ma­lige Leiter der Bank Leerau, Emil Gafner wurde von VR-Prä­si­dent Robert Vogel (links) ver­ab­schiedet (Bilder: Markus Schenk)

182. Gene­ral­ver­samm­lung der Bank Leerau in Schöft­land

Bank Leerau, seriös und kern­ge­sund

Von | 7. März 2018 | News

«Schuster bleib bei deinen Leisten», heisst ein bekanntes Sprich­wort. Genau das macht die Bank Leerau. Mit einer gewissen Vor­sicht geht sie ans Werk und sie weiss, wo sie zu Hause ist. Da wird nicht ein­fach Umsatz gebolzt. Viel­mehr werden Nach­hal­tig­keit, Boden­stän­dig­keit und per­sön­liche Bera­tung (auch am Schalter) gross geschrieben.

Der Gross­auf­marsch der Genos­sen­schaf­te­rInnen an der jähr­li­chen Gene­ral­ver­samm­lung der Bank Leerau spricht Bände. Es ist eine grosse Familie, die meisten wohn­haft in der Region um Schöft­land und Kirch­le­erau, den beiden Geschäfts­stellen und die meisten kommen jeweils erwar­tungs­voll. Vor der GV wollten denn auch einige Genos­sen­schafter wissen, ob es denn auch wieder einen Zopf gäbe? Diesmal fuhr die Bank aller­dings die süsse Schiene mit der Abgabe von Honig und Scho­ko­lade. Honig musste man den Gekom­menen nicht ums Mund schmieren, denn alle hier ver­trauen «ihrer» Bank. Des­halb steht das Geschäft­liche eher im Hin­ter­grund. Nie­mand meldet sich zu Wort oder stimmt gar gegen einen Antrag des Ver­wal­tungs­rates. Die Stim­men­zähler werden zwar bestimmt, sind aber wie immer arbeitslos.

Nach 35jähriger Tätig­keit ver­ab­schiedet: Doris Häu­sel­mann

Dafür freuen sich alle auf das tra­di­tio­nelle, feine Menü mit Kalbs­braten und Kar­tof­fel­stock und einem Stück Rahm­kirsch­torte. Natürlich mit Wein und Kaffee à dis­cre­tion. Die GV dauert jeweils eine Stunde, der nach­fol­gende gemütliche Teil einiges länger und die Leute werden danach mit dem Bus sogar nach Hause gefahren. Das ist eben ein Son­der­ser­vice, der die Bank im Dorf sym­pa­thisch macht. Im Ver­gleich zu einer Gross­bank sind die Zahlen bescheiden, doch ange­sichts der Grösse sind sie gut und vor allem nach­haltig und ohne Risiken. Die Bank Leerau lechzt nicht nach Grösse, son­dern baut einen Stein auf den andern. Apropos Steine: In Kirch­le­erau wird zur­zeit tüchtig gebaut. Der Haupt­sitz wird dort neu gebaut und zusätz­lich werden Woh­nungen rea­li­siert. Tag der offenen Tür ist am Samstag, 28. April. Das jet­zige Bank­ge­bäude wird im Sommer abge­rissen und durch neue Miet­woh­nungen ersetzt.

CEO Stefan Züsli durfte von einem erfreu­li­chen Geschäfts­jahr berichten

Stefan Züsli: Bei uns wird weder mani­pu­liert noch ver­steckt!

CEO Stefan Züsli, der den Gästen ver­si­cherte, dass weder Zahlen ver­steckt, noch mani­pu­liert würden, durfte von einem erfreu­li­chen Geschäfts­jahr berichten. Der Geschäfts­er­folg kam letzt­lich auf 4 Mil­lionen Franken zu liegen. Der Rein­ge­winn lag mit 1,3 Mil­lionen Franken leicht tiefer als im Vor­jahr. Da zusätz­lich Kreditrückstellungen im Betrage von einer Mil­lion Franken ver­bucht werden konnten, muss die Bank Leerau erst­mals in ihrer 181jährigen Geschichte mehr als eine Mil­lion Steuern nach Aarau ablie­fern. Züsli ver­band damit die Hoff­nung, dass dieses Geld wieder in der Region Ver­wen­dung finde. Züsli warnte abschlies­send vor überhitzten Aktien- und Lie­gen­schafts­märkten, in der Hoff­nung, dass dies keine Finanz­krise her­vor­rufe.

René Kuehni aus Schöft­land wurde als Ver­wal­tungsrat in seinem Amt bestä­tigt

VR-Prä­si­dent Vogel: «Wir beherr­schen die Tech­no­logie, nicht die Tech­no­logie uns»

Ver­wal­tungsrat Robert Vogel machte sich in seiner Rede Gedanken über die schnellen Ver­än­de­rungen in der Welt. Im Gegen­satz zu unseren Vor­fahren befänden wir uns aller­dings in einem feu­dalen Zustand, aus dem wir nicht aus­bre­chen müssten um überleben zu können. Neues könne da auch Gefähr­dung bedeuten. Die Bank Leerau wolle künftig offen sein für neue Tech­no­lo­gien, sofern sie die Dienst­leis­tungen der Kunden ver­bes­sern oder den Mit­ar­bei­tern mehr Zeit ver­schaffen, um sich ver­mehrt den Kunden zu widmen. »Wir beherr­schen die Tech­no­logie, nicht die Tech­no­logie uns!» Primär setze man bei der Bank Leerau auf den bewährten Dialog zwi­schen Men­schen. Lang­fristig müsse man jedoch Per­spek­tiven ent­wi­ckeln und auch hart­nä­ckig Ziele ver­folgen.

Bei alledem solle der genos­sen­schaft­liche Gedanke als Leit­faden gelebt werden, sagte Vogel. Der bis­he­rige Ver­wal­tungsrat René Kuehni wurde für eine wei­tere Amts­pe­riode wie­der­ge­wählt. Ebenso die Revi­si­ons­stelle MAZARS AG aus Zürich. Ver­ab­schiedet wurden die zwei lang­jäh­rigen Mit­ar­beiter Doris Häu­sel­mann und Emil Gafner, der die Bank über viele Jahre auch lei­tete.