Regenwald-Hilfe auf dem «Chalt» getestet

Regenwald-Hilfe auf dem «Chalt» getestet | Der Landanzeiger

Die Non-Profit Organisation Amos International hilft aktuell dem Landwirt David Klauser. In seinem Waldstück oberhalb von Staffelbach müssen wegen Dürre und dem Borkenkäfer über 100 tote Fichten gefällt werden. Dabei ist eine Forstmaschine testhalber im Einsatz, die im Januar mit dem Projektleiter in den Regenwald reist, um dort einen noch viel grösseren Hilfseinsatz zu leisten.

Es ist dies das erste Projekt von Amos International, der 2019 gegründeten Non-Profit Organisation des Reitnauers Reto Smonig. Der aktuelle Einsatz in einem Waldstück oberhalb von Staffelbach, auf dem «Chalt», ist quasi ein Probelauf. «Wir leisten hier einen Hilfseinsatz für David Klauser, in dessen Wald rund 250 Kubikmeter tote Fichten gefällt werden müssen. Mit diesem lokalen ‹Katastropheneinsatz› können die Maschinen noch in der Schweiz ausprobiert und auf Herz und Nieren geprüft werden, um sicher zu gehen, dass dann vom ersten Einsatztag an in Dominica alles glatt läuft», erklärt Reto Smonig.

Tropenwald revitalisieren und Arbeitsplätze schaffen
Auf dem Forstschlepper sitzt Hans-Rudolf Hochuli. Der gelernte Förster ist ein Fachmann. Der Reitnauer arbeitet für das Landesforstinventar bei der WSL, der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft. Hochuli wird im Januar mit dem Forstschlepper und einer mobilen Säge auf die karibische Insel Dominica reisen. Im von Hurrikans heimgesuchten Tropenwald wird Hochuli die Einheimischen anleiten, die aus der Schweiz mitgebrachten Maschinen zu bedienen und damit die Folgen des Hurrikans Maria vom September 2017 zu beseitigen. «Der Forstschlepper ist ‹old School›, er hat nur einen Hebel und ist deshalb ganz einfach zu bedienen», erklärt Hochuli, der Projektleiter wird auf der Karibkinsel,

Aufbauhilfe leisten
Dabei kommt auch die mobile Säge ins Spiel. Arbeitsplätze sollen geschaffen werden, indem der einheimische Rohstoff Holz weiterverarbeitet wird für Bauholz, Möbel, Böden und Türen. Das erklärte Ziel von Reto Smonig ist, auf Dominica mit Schweizer Knowhow und Netzwerk nachhaltige Arbeitsplätze und der lokalen Bevölkerung ein Einkommen zu ermöglichen. Aktuell sammelt Amos International Spenden in der Höhe von 5000 Franken für Motorsägen und Schutzkleidung für die einheimischen Arbeitskräfte.

Aktiver Klimaschutz
Es geht bei diesem ehrgeizigen Projekt aber auch um Klimaschutz: «Die zerstörten Wälder sollen mit gezielter Revitalisierung und dadurch schnellerem Aufbau Biomasse für die CO2-Reduktion produzieren», erklärt Reto Smonig. Fachmann Hans-Rudolf Hochuli rechnet, dass in vier bis fünf Jahren rund 100 Hektaren Revitalisierungsfläche geschaffen wird, in der mehrere tausend Tonnen CO2 kompensiert werden. Das ist gut fürs Klima. Aber erst einmal wird auf dem «Chalt» noch fertig geholzt.


AMOS International
Die Non-Profit Organisation macht es sich zur Aufgabe, Bildung, Ausbildung und Unternehmertum von talentierten und motivierten Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern nachhaltig zu fördern und zu begleiten. Dadurch sollen Armut und Abhängigkeiten bekämpft und Zukunftsperspektiven eröffnet werden. Gründer Reto Smonig aus Reitnau leitet Amos nebenamtlich.
www.amos-international.ch


Sind Sie auch Corona-müde?

Sind Sie auch Corona-müde? | Der Landanzeiger

Das ist sie nun also, die 2. Welle. Keine tosende Brandung, in der die Spitäler im Aargau zerschellen, sondern ein mehrere Wochen breiter und zahlreiche Tote hoher Wellenberg, den es geduldig zu überstehen gilt. Geduld schon wieder; Verzicht statt Aktionismus. Dabei würde man dieses Corona-Kapitel doch so gerne mal mit einem grossen Kraftakt zu Ende bringen – kämpfen, statt sich zu Hause verkriechen und warten. Eine klare, nationale Strategie ist gefragt, keine Kakophonie von Kantonen und Science Taskforce-Exponenten.

Was aber, wenn alles einfach zu komplex ist für eine einheitliche Lösung? Zu komplex, weil wir nur teilweise verstehen, warum die gesamte Romandie trotz schärferer Restriktionen fünf Mal mehr Fälle hat als der Aargau? Weil der Staat nur öffentliches Distanzhalten einfordern kann, damit aber social distancing im privaten Umfeld erreichen muss? Weil Kapazitäten für Testung und Contact Tracing vielerorts den Bedürfnissen in keinster Weise gewachsen waren? Weil finanzielle Sorgen und Zukunftsängste oft viel schwerer wogen als eine Quarantäne-Anordnung? Zu komplex auch, weil der Alltag einen jungen Menschen mit dem Verlust an Gemeinschaft und Spass konfrontiert, nicht aber mit dem alten Ehepaar, welches das Geburtstagsfest des Gatten mit beider Tod bezahlt hat?

Kein Wunder, beobachten wir in den letzten Tagen einen deutlichen Rückgang an Testwilligen, schwindet die Bereitschaft, Isolation und Quarantäne auf sich zu nehmen. Mit verheerenden Konsequenzen. Denn Testung, Isolation und Quarantäne sind die Schlüsselelemente zur Unterbrechung der Übertragungsketten. Und damit zur Epidemie-Kontrolle. Gemäss WHO werden zu viele Fälle verpasst, wenn immer mehr als 5 Prozent der Abstriche positiv ausfallen. Im Aargau sind es aktuell über 20 Prozent! Die Spitäler und Testzentren haben ihre Kapazitäten rasant ausgebaut mit Online-Anmeldungen, Schnelltests und exponentiellem Personalausbau. Zudem haben sie vom kantonalen Contact Tracing Center die Erstinformation bezüglich Isolation und Quarantäne übernommen. Wir arbeiten Hand in Hand.

Wir müssen dringend aus der Corona-Müdigkeit zurückfinden in aktive Selbstverantwortung. Entscheiden Sie sich ohne auf «General Koch» zu warten für 10 Tage zu einem «privaten Lockdown», wenn die Ansteckungen nur zögerlich runterkommen. Lassen Sie sich testen und befolgen Sie Quarantäne-Anordnungen konsequent, auch wenn es unangenehm ist. Diese Selbstverantwortung wird uns unsere Freiheit nämlich am schnellsten zurückbringen.

Regionaler Sozialdienst zieht nach Unterentfelden um

Regionaler Sozialdienst bezieht Anfang Dezember neue Räumlichkeiten | Der Landanzeiger

Der Regionale Sozialdienst RSD (vormals RSDK) bezieht Anfang Dezember neue Räumlichkeiten in Unterentfelden. Der Umzug erfolgt hauptsächlich aufgrund enger Platzverhältnisse am jetzigen Standort, wo bereits ein zusätzliches Provisorium errichtet werden musste. Die Anpassung des Namens entspricht der Idee des Gemeindeverbandes.

Ab dem 1. Dezember befinden sich die neuen Räumlichkeiten des Regionalen Sozialdienstes an der Suhrenmattstrasse 29 in Unterentfelden. Die engen Platzverhältnisse in der bisherigen Villa Clara in Kölliken wurden zunehmend zum Problem und die sieben Verbandsgemeinden (Bottenwil, Hirschthal, Kölliken, Moosleerau, Muhen, Reitnau, Safenwil) haben nun ein ideales Gebäude in Unterentfelden gefunden. «Auf der Suche nach einem idealen Gebäude sind wir vorerst in ei-ner unserer sieben Gemeinden nicht fündig geworden. Die neuen Räumlichkeiten in Unterentfelden entsprechen den Anforderungen des Regionalen Sozialdienstes bestens», so Irene Bärtschi, Präsidentin des Vorstandes des Regionalen Sozialdienstes.

Mehr Sicherheit
Mit dem Umzug an die Suhrenmattstrasse nach Unterentfelden konnten die Arbeitsplätze, die Sitzungszimmer, die Archivräume und auch ein gemeinsamer Aufenthaltsraum für Mitarbeiter zentralisiert werden. «Es ist besonders wichtig, dass unsere Mitarbeitenden nun genügend Arbeitsplätze und Sitzungszimmer zur Verfügung stehen. Alle Mitarbeitenden sind nun näher zusammen und der Austausch fällt somit auch einfacher. Dies ist ein wichtiger Punkt, auch hinsichtlich der zukünftigen Strategie und Weiterentwicklung des RSD», erklärt Bärtschi. Der neue Standort bietet aber vor allem auch eine gute Zugänglich- und Erreichbarkeit für die Klienten und entspricht den Anforderungen im Bereich der Sicherheit.

Mit dem Wegzug aus Kölliken wird aus dem Regionalen Sozialdienst Kölliken RSDK neu der Regionale Sozialdienst RSD. «Es sind sieben Verbandsgemeinden, welche den RSD bilden und führen, und daher ist diese Namensanpassung die logische Folge». So werden die Dienstleistungen des RSD auch für alle sieben Gemeinden erbracht. Die Farben im neuen Logo spiegeln die drei Hauptfarben der Dorfwappen der sieben Verbandsgemeinden. Die drei Stränge im Logo stehen für die drei Bereiche materielle und persönliche Hilfe, Berufsbeistandschaften und Schulsozialarbeit sowie für Soziales, Schutz und Gesellschaft. «Diesem Neustart sehen wir alle mit grossem Interesse entgegen. Innerhalb der Entwicklung der Gesamtstrategie ‹SD 2023› ist dies für den Vorstand und die sieben Verbandsgemeinden zwar nur der erste, aber ein wichtiger Schritt», so Irene Bärtschi.

Corona-Jahr: Mehr Abfall, weniger Fernwärme

Aussenshredder KVA Buchs | Der Landanzeiger

In den ersten zehn Monaten diese Jahres sind in der KVA Buchs 3,8 Prozent mehr Abfälle angeliefert worden als in der Vorjahresperiode. Wegen der milden Temperaturen ging der Absatz von Fernwärme um fast 13 Prozent zurück.

114’113 Tonnen Abfall hat die Kehrichtverwertungsanlage KVA Buchs von Januar bis Oktober angeliefert bekommen. Im gleichen Zeitraum 2019 waren es 4201 Tonnen weniger gewesen. Zur gestiegenen Abfallmenge um 3,8 Prozent trugen die Gemeinden mit +3,9 Prozent sowie Industrie und Gewerbe mit +4.6 Prozent bei. Die Vertragspartner – unter anderem der Landkreis Waldshut – lieferten 2 Prozent weniger an. Schon während des Lockdowns im Frühling hatte sich gezeigt, dass die Haushalte mehr Abfall produzieren: im März +6 Prozent gegenüber des Vorjahrs. Direkte Anlieferungen von Privatpersonen waren während des Lockdowns nicht erlaubt. Diese machen aber ohnehin nur einen Bruchteil (0,5 Prozent der Abfallmenge) aus.

Die via Fernwärme Wynenfeld AG (FEWAG) verteilte Energie aus der Verbrennung ging hingegen um 12,9 Prozent und damit deutlich zurück auf 44’490 Megawattstunden (MWh). «Es war im Vergleich zum Vorjahr schlicht und einfach zu warm», sagte Harald Wanger, der Geschäftsleiter der KVA Buchs, an der Abgeordnetenversammlung des Gemeindeverbands für Kehrichtbeseitigung Region Aarau-Lenzburg (GEKAL) in Erlinsbach AG. Daher konnte mehr Energie in Elektrizität umgewandelt werden: Die Stromproduktion stieg um 11,7 Prozent auf 69’509 MWh, wobei die Strompreise seit einiger Zeit sinken.

Auswirkungen des Lockdown
An der Versammlung nahmen Abgeordnete aus 22 der 83 Verbandsgemeinden (inklusive Gemeindeverband für Abfallbeseitigung Oberes Fricktal) teil. Die aktuelle Covid-19-Verordnung erlaubt – unter Einhaltung der Schutzmassnahmen – unaufschiebbare Versammlungen von öffentlich-rechtlichen Körperschaften, auch wenn über 50 Personen zusammentreffen. Die Abgeordnetenversammlung hatte den Geschäftsbericht 2019, die Rechnung 2019 und das Budget 2021 zu genehmigen (beide mit einem Ertagsüberschuss von rund 61’000 bzw. 97’000 Franken). Im Frühsommer hatte die Versammlung wegen Corona nicht durchgeführt werden können.

Die KVA-Mannschaft blieb von Krankheitsfällen verschont. Die Umstellung auf Home-Office für Verwaltungsmitarbeitende sei jedoch eine Herausforderung gewesen, die Beschaffung von Staubmasken – die in der KVA auch ohne Pandemie bei staubigen Arbeiten getragen werden – zwischenzeitlich gar ein «grosses Problem», so Harald Wanger. Die Revisionen der beiden Ofen-linien mussten verschoben werden.

Fernwärme-Ausbau im Gang
Die Arbeiten für den Ausbau der Fernwärmelieferungen sind im vollen Gang. Voraussichtlich ab Frühling 2021 wird die Mittelland Molkerei in Suhr ihre Prozesswärme in Form von Dampf ab der KVA Buchs beziehen. Im Herbst dürfte auf der Anlage eine neue Heizzentrale in Betrieb gehen. Sie wird Heisswasserleitungen für Komfortwärme speisen, mit der Haushalte in den umliegenden Gemeinden versorgt werden. Bei der FEWAG, die mehrheitlich dem GEKAL gehört, rechnet man damit, bis 2045 über 200’000 MWh Wärmeenergie abgeben zu können. 

Die neue Dampf-Fernwärmeleitung | Der Landanzeiger
Die neue Dampf-Fernwärmeleitung führt von der KVA zur Molkerei in Suhr. In den Graben werden auch Heisswasserleitungen verlegt.

Es sind Geschichten, die das Fliegen schrieb

Heiner Lüscher | Der Landanzeiger

Was wenn das Flugzeug plötzlich zum fliegenden Kreisssaal wird? Wie ergeht es der Crew, wenn unerwartet ein VIP mitfliegt? Was unternimmt ein Captain, wenn sein Flugzeug überfallen wird? Und weshalb nimmt er 180’000 USD im Cockpit mit nach Los Angeles? Es sind «Geschichten, die das Fliegen schrieb». Und genau diese wahren Storys werden im gleichnamigen Buch erzählt. 350 Seiten, 140 Kurzgeschichten, 50 Autoren, viele Bilder – Erinnerungen aus fünf Jahrzehnten Swissair und Swiss. In «Geschichten, die das Fliegen schrieb» geht es um Erlebnisse bei Flügen und Erlebnisse bei Aufenthalten in fremden Ländern. Das Buch bietet nicht nur einen spannenden Blick hinter die Kulissen aus verschiedenen Flug-Bereichen, sondern mildert, gerade in Zeiten wie diesen, auch das Fernweh.

Auch beim Buch als Team operiert
Mit der Idee ein Buch zu veröffentlichen kam Christine Hüssy auf Heiner «Henry» Lüscher zu. Sie beide sind pensioniert. Christine Hüssy war Maître de Cabin, Heiner Lüscher Pilot. «Auch ich selbst hatte schon den Gedanken, meine Erlebnisse in ein Buch zu verpacken. Ich war deswegen schnell mit an Bord und somit im Herausgeber-Team», erzählt Heiner Lüscher. Es zählten aber nicht nur die eigenen Geschichten, weitere Autoren, sowohl von Seiten der Kabinencrew als auch aus dem Cockpit mussten gefunden werden – und der Zeitplan war optimistisch bemessen. «Am 10. November 2019 sollte die Vernissage stattfinden, im Frühling 2019 holte mich Christine ins Team. Ja, ich hatte zu tun», sagt Heiner Lüscher lächelnd. Und es hat sich gelohnt. «Das Zusammentragen der Geschichten war eine schöne Erfahrung. Niemand hat sich daran gestört, wenn wir etwas abgeändert oder weggestrichen haben. Das hat sicherlich damit zu tun, dass wir darauf trainiert sind, als Team zu operieren.»

Das Fliegen: ein Bubentraum
Das Fliegen war für den heutigen Aarauer Heiner Lüscher ein Bubentraum. Mit 17 Jahren gründete er die Fluggruppe Zofingen, ein Modellflugverein, dessen Präsident er heute noch ist. Das Fliegen hat ihn auch nach seiner Pension weiter begleitet. Denn bis heute ist er zudem Freelancer bei Lufthansa Aviation Training und bildet die jungen Piloten in Sachen Luftrecht aus. Und er schreibt als Mitglied der Redaktion in der «Aeropers-Rundschau». «Pilot sein, dass wäre auch heute noch mein Traumberuf», sagt er. Umso schöner, kann er nun auch mit einem Buch an seine Pilotenzeit zurückdenken.

Lese-Tour bald fortsetzen
Nach der Vernissage im vergangenen Jahr waren verschiedene Lesungen geplant, auch in der Landanzeiger-Region. Diese sind ganz speziell, wird doch bei der Lesung ein Flug simuliert. Doch die Lese-Tour musste wegen Corona unterbrochen werden. Heiner Lüscher und Christine Hüssy hoffen, sie können diese bald fortsetzten.

«Geschichten, die das Fliegen schrieb», erscheint im Verlag tredition und ist im Buchhandel erhältlich oder direkt bei: he.luescher@hispeed.ch.

Freiwillige Abgabe von Waffen und Sprengmitteln

Freiwillige Abgabe von Waffen und Sprengmitteln | Der Landanzeiger

Wer Waffen oder Sprengmittel loswerden möchte, wendet sich an die Polizei. Bislang konnten Waffen auf dem Polizeiposten abgeben werden. Ab sofort holt die Polizei sämtliches Material am Wohnort ab.

In vielen Haushalten lagern Waffen wie Karabiner oder Pistolen, denen sich die Besitzer oder Angehörige entledigen möchten. Auch kommen bei Hausräumungen immer wieder Schwarzpulver, Munition aller Art oder sonst potentiell brisante Stoffe zum Vorschein.

Bislang galt der Grundsatz, dass zumindest Waffen bei jedem Polizeiposten abgegeben werden können. Aus Sicherheitsgründen hat die Kantonspolizei Aargau diese Praxis nun angepasst. Ab sofort gilt, dass die Polizei nicht nur Sprengmittel, sondern auch sämtliche Waffen vor Ort abholt. Betroffene können sich vorgängig über den Notruf 117 oder beim nächsten Polizeistützpunkt melden und einen Termin vereinbaren.

Die Kantonspolizei mahnt, beim Fund alter Waffen und insbesondere bei Munition, verdächtiger Gegenstände oder unklarer Substanzen keine Manipulationen vorzunehmen. Das Material soll bis zum Eintreffen der Polizei möglichst unangetastet bleiben. 

Dachsbau mit Gülle geflutet – Fische vergiftet

Dachsbau mit Gülle geflutet – Fische vergiftet | Der Landanzeiger

Ein Landwirt aus dem Uerkental hat mit Gülle einen Dachsbau geflutet. Ein Teil der Gülle floss talwärts in das «Sullbachbächli» und verursachte ein Fischsterben. Der Sachschaden beläuft sich auf rund 12’000 Franken. Die Ermittlungen laufen immer noch.

Der Dachs hat einen ausgeprägten Hang zum Graben. Deshalb kommt er auch immer wieder mit der Landwirtschaft in Konflikt. Auf der Suche nach Fressbarem, wie Regenwürmer, Schnecken, Käfer, Engerlinge, Wühlmäuse, Amphibien, Reptilien oder im Sommer und Herbst Früchte, Beeren, Wurzeln oder Getreide, kann er mit seiner rüsselartigen Schnauze ein Feld richtiggehend umpflügen und beträchtlichen Schaden anrichten.

Das war wohl auch einer der Gründe, weshalb ein Landwirt* aus dem Uerkental dem Dachs in der Nähe seines Landes den Garaus machen wollte. Um den 15. April dieses Jahres füllte er sein Druckfass mit Gülle und fuhr damit in den Wald. Dort flutete er einen Dachsbau mit Gülle.

Dachs ist nicht geschützt, aber…
«Der Dachs darf zwischen dem 16. Juni und dem 15. Januar bejagt werden, aber nicht so», sagt Erwin Osterwalder, von der Sektion Jagd und Fischerei des Kantons Aargau. Er verweist dabei auf das Bundesgesetz über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel. Dort steht unter Artikel 17, Abschnitt1, Punkt h: «Mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe wird bestraft, wer vorsätzlich und ohne Berechtigung: Dachse, Füchse oder Murmeltiere ausräuchert, begast oder ausschwemmt sowie deren bewohnte Bauten anbohrt, ausgräbt oder verstopft.»

Ob der Dachs, oder allenfalls auch andere im Bau lebende Tiere noch rechtzeitig flüchten konnten, oder im Bau langsam und qualvoll ertranken, ist unklar. Polizeilich belegt ist hingegen, dass Teile, der in den Dachsbau gegossenen Gülle, zu einem Fischsterben im «Sullbachbächli» geführt haben. «Der Landwirt wollte den Dachs mit Gülle vertreiben», bestätigt die Kantonspolizei Aargau Recherchen des «Landanzeigers». «Teile der Gülle flossen aber in den Bach und töteten eine grössere Menge Fische.» Der Schaden, der am 15. April dieses Jahres festgestellt und der Polizei gemeldet wurde, beläuft sich laut Fachleuten auf rund 12’000 Franken.

Der Landwirt, der auch schon an einem andern Ort mit einem Bagger Dachsbauten zerstörte, muss sich wohl wegen mehreren Delikten vor dem Bezirksgericht verantworten. Zur Debatte stehen unter anderem Widerhandlung gegen das Tierschutzgesetz, Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über die Jagd, Gewässerverschmutzung sowie Sachbeschädigung. Die Untersuchung der Polizei ist noch nicht abgeschlossen. Für den Landwirt gilt die Unschuldsvermutung.

*Name der Redaktion bekannt


Dachse im Aargau
Der Dachs ist flächig vertreten, wird aber wegen seiner nächtlichen Lebensweise nur selten gesehen. Er lebt in Familiensippen in grossen Bauanlagen, die er sich selber gräbt und über viele Jahre bewohnt. Obwohl Dachse schwierig zu bejagen sind, ist eine örtlich kontrollierte Bejagung um landwirtschaftliche Nutzflächen notwendig, da Dachse ähnlich wie Wildschweine beträchtlichen Schaden anrichten können. 2019 kamen im Aargau laut Statistik 1130 Dachse ums Leben, davon wurden 632 geschossen, 430 wurden durch Autos getötet und 68 starben auf andere Art.


Bauschule feiert Geburtstag

Jubiläumsfeier 125 Jahre Schweizerische Bauschule Aarau | Der Landanzeiger

Das Jahr 2020 geht für die Schweizerische Bauschule Aarau gleich aus zwei Gründen in die Geschichte ein. Sie wurde vor 125 Jahren gegründet und per 1. Mai 2020 privatisiert.

Zur Feier «125 Jahren Bauschule» war ein Aufrichtfest mit vielen Gästen und fröhlicher Stimmung geplant. Doch daraus wurde nichts, denn die aktuelle Situation mit COVID-19 liess bloss eine Feier im kleinen Rahmen zu. Dabei wurde nicht nur das Jubiläum zelebriert, sondern auch die Privatisierung der Bauschule.

Interviews
Bei der Feier, die Ende Oktober stattfand, führte Rainer Maria Salzgeber Interviews mit diversen wichtigen Exponenten. Von Erina Guzzi, Vorsitzende der Geschäftsleitung, erfuhr der SRF-Sportmoderator, dass die Ambiance an der Schule ein wichtiger Erfolgsfaktor sei, wie sie als Frau den Weg in die Baubranche fand und dass die Schule bis heute über 10’000 Studierende ausgebildet hat.

Kanton Aargau überreichte Schlüssel
Regierungsrat Alex Hürzeler zeigte im Interview auf, weshalb sich der Kanton für die Privatisierung der Bauschule stark machte: «Neu kann sich die Schule im Markt frei bewegen und ihr Bildungsangebot flexibler anpassen. Das war unter der Ägide des Kantons nur beschränkt möglich.»

Als Symbol für die Übergabe überreichte der Regierungsrat einen goldenen Schlüssel an die Stiftung Pro Bauschule: «Der Kanton gratuliert zum Jubiläum und wünscht der Schweizerische Bauschule Aarau AG auch als privates Unternehmen goldene Zeiten.»

Spannender Privatisierungsprozess
In der neuen Konstellation als Privatunternehmen stehen der Stiftungsrat, der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung in der Verantwortung. André Crelier, Stiftungsratspräsident, blickte beim Gespräch mit Rainer Maria Salzgeber auf die vergangenen Jahre zurück: «Die Privatisierung war eine spannende Phase, zu der auch die Besetzung des Verwaltungsrats zählte. Ich danke allen involvierten Personen beim Kanton und in der Bauschule für die engagierte Mitarbeit. Neu ist die Stiftung die Eigentümerin der Schule. Wir sind glücklich, dass auch die Positionen im operativen Bereich mit hervorragenden Fachleuten besetzt sind. Dies garantiert, dass die Schule ihrem ausgezeichneten Ruf als nationale Baukaderschmiede weiterhin gerecht wird.»

Rudolf Vogt, Verwaltungsratspräsident, kam im Interview auf die Finanzen zu sprechen: «Früher stand der Kanton, auch gegenüber dem Steuerzahler, in der Verantwortung. Als privates Unternehmen entfällt die Unterstützung des Kantons und wir sind auf uns alleine gestellt. Da wir an den bisherigen Mitarbeitenden festhalten, bin ich überzeugt, dass wir auch in Zukunft erfolgreich arbeiten werden.»

Jubiläums-Video Im Jubiläumsfilm sind die Interviews zu sehen, genauso wie ein Rückblick auf die vergangenen Jahre und ein Ausblick in die Zukunft: www.bauschule.ch/jubilaeum. Auf der Website ist zudem die Geschichte der Bauschule als Audioproduktion zu finden, die auch vor Ort an einer Hörstation erlebt werden kann.

Neue Standorte für Polizei und Gericht

Neue Standorte für Polizei und Gericht | Der Landanzeiger

Im Eniwa-Gebäude in Aarau sollen zukünftig das Bezirksgericht Aarau, das Spezialverwaltungsgericht, das Konkursamt sowie die Obergerichtsbibliothek vereint werden. Zudem will der Regierungsrat den künftigen Raumbedarf der Kantonspolizei decken und die umliegenden Stützpunkte sowie die kantonale Staatsanwaltschaft am Standort Telli konzentrieren. Die Anhörungen für beide Projekte sind gestartet.

Das Bezirksgericht Aarau ist seit der Einführung der Familiengerichte in drei Gebäuden untergebracht. Diese Situation sowie die kritischen Platzverhältnisse und veralteten Infrastrukturen entsprechen nicht mehr den Anforderungen an einen zeitgemässen Gerichtsbetrieb. Durch den Einbezug des Spezialverwaltungsgerichts, des Konkursamts und der Obergerichtsbibliothek und die unmittelbare Nähe des ehemaligen Eniwa Verwaltungsgebäudes zum Obergericht können zusätzliche Synergien genutzt werden. Das ehemalige Eniwa Verwaltungsgebäude erfüllt die Raumbedürfnisse und ist sehr gut erschlossen. Es muss jedoch den erhöhten Sicherheitsbedürfnissen der Gerichte sowie den Erfordernissen eines barrierefreien Zugangs und einer zeitgemässen Infrastruktur angepasst werden. Hierzu sind noch diverse bauliche Massnahmen nötig.

Für die Realisierung des Projekts ist ein Verpflichtungskredit für einen einmaligen Bruttoaufwand von 13,3 Millionen Franken und einen jährlich wiederkehrenden Bruttoaufwand von 963’000 Franken notwendig. Die öffentliche Anhörung zum Verpflichtungskredit begann am 13. November und dauert bis zum 12. Februar.

Anhörungsstart Neubau Polizeigebäude in der Telli
Ebenfalls startete die Anhörung für den Neubau des Polizeigebäudes für die Kantonspolizei. Der Grosse Rat ermächtigte 2019 das Departement Finanzen und Ressourcen (Immobilien Aargau), in enger Zusammenarbeit mit dem Departement Volkswirtschaft und Inneres die Projektierung für den Neubau des Polizeigebäudes Aarau durchzuführen. Für die Realisierung dieses Vorhabens ist ein Verpflichtungskredit für einen einmaligen Bruttoaufwand von 64,9 Millionen Franken erforderlich.

Das aktuelle Raumangebot im bestehenden Polizeikommando am Standort Telli kann den Raumbedarf nicht mehr decken. Aufgrund des Personalaufwuchses und der Organisationsentwicklung entstand bei der Kantonspolizei zusätzlicher Raumbedarf. Für betriebliche Optimierungen sollen zudem umliegende Standorte der Kantons-
polizei zusammengeführt werden. Das betrifft die Stützpunkte Buchs und Aarau. Ebenfalls davon betroffen sind ausgelagerte Einheiten der Kriminalpolizei auf dem Stadtgebiet.

Nebst der Zusammenführung dezentraler Einheiten aus dem Raum Aarau ist auch der Wechsel der kantonalen Staatsanwaltschaft an den Standort Telli geplant. Das Baugesuch wurde im Mai 2020 eingereicht. Im Rahmen der öffentlichen Auflage sind keine Einsprachen eingegangen. Die Baubewilligung wird bis Ende 2020 erwartet. Die öffentliche Anhörung zum Verpflichtungskredit startete ebenfalls am 13. November und dauert bis zum 26. Februar.

Die Anhörungsunterlagen für beide Projekte sind auf www.ag.ch/anhörungen abrufbar.

Ein Mini-Räbeliechtli-Umzug

Ein Mini-Räbeliechtli-Umzug | Der Landanzeiger

«Räbeliechtli, wo besch gsi? Dur d’ Stroos duruuf und s Gässli aab. Gäll Liechtli, lösch ned ab!» Die grossen Räbenliechtli-Umzüge durften dieses Jahr aus den bekannten Gründen zwar nicht stattfinden. Doch im kleinen Rahmen schon, wie unser Bild aus Safenwil zeigt: Mit grossem Stolz begaben sich die Kinder mit ihren liebevoll gestalteten Räbeliechtli durch die dunkle Nacht. Das warme Licht der Kerzen brachte die Augen der Kinder zum Leuchten. Eine schöne Tradition brachte viel Freude.

Corona: Regierungsrat bewilligt Zivilschutzeinsatz

Regierungsrat bewilligt Zivilschutzeinsatz | Der Landanzeiger

Die hohen Infektionszahlen mit dem Coronavirus belasten Gesundheitswesen und Behindertenhilfe im Aargau. Aus diesem Grund bewilligt der Regierungsrat das Aufgebot von 500 Angehörigen des Zivilschutzes bis Ende Januar 2021.

Die zweite Welle der Pandemie mit den gegenwärtig immer noch hohen Infektionszahlen stellt erste Leistungserbringer im Gesundheitswesen und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen vor grosse Herausforderungen. Einerseits fehlen erkrankte Mitarbeiter und andererseits muss die Einhaltung der Schutzkonzepte gewährleistet werden. Aus diesem Grund ist rasche Unterstützung nötig. Mit dem Einsatz des Aargauer Zivilschutzes sollen die Leistungserbringer mit Unterstützungsbedarf entlastet werden. Im Unterschied zum ersten Aufgebot im April hat der Bund bisher kein Aufgebot für den Zivilschutz beschlossen.

Der Regierungsrat hat entschieden, das Aufgebot von 500 Angehörigen des Zivilschutzes vorsorglich zu bewilligen. Damit wird dem Departement Gesundheit und Soziales (DGS) die Möglichkeit gegeben, in dringenden Fällen schnell und direkt zu entscheiden.

Die Schutzdienstpflichtigen werden so weit wie möglich in den bestehenden Strukturen der 17 Aargauer Zivilschutzorganisationen (ZSO) aufgeboten. Zudem sollen die durch die Bevölkerungsschutzregionen bewilligten Zivilschutzeinsätze baldmöglichst durch das DGS koordiniert werden. Damit soll eine einheitliche Bewilligungspraxis und eine Übersicht über die verfügbaren Zivilschutzressourcen gewahrt werden.

Engelscheune wird im Jahr 2021 saniert

Engelscheune wird im Jahr 2021 saniert | Der Landanzeiger

Die Einwohnergemeinde Oberentfelden rechnet im Jahr 2021 mit einem Defizit von 645’000 Franken, was vier Steuerprozenten entspricht.

Der Gesamtumsatz der Erfolgsrechnung beläuft sich auf mehr als 40,5 Millionen Franken. 31 Millionen Franken davon entfallen auf den steuerfinanzierten Bereich. Die restlichen knapp 10 Millionen Franken sind die Umsätze der Eigenwirtschaftsbetriebe Wasserwerk, Abwasserbeseitigung, Abfallwirtschaft, Elektrizitätsversorgung und Holzschnitzelheizung.

Die zu erwartenden Einkommens- und Vermögenssteuern liegen rund 350’000 Franken unter dem Ertrag des Jahres 2019 sowie 134’000 Franken unter dem Budget 2020. Die Auswirkungen der Corona-Krise auf den Steuerertrag sind schwierig einzuschätzen, schreibt die Gemeinde in ihrer Mitteilung. Das Kantonale Steueramt geht von einem Einbruch von 2,5 Prozent aus. Die budgetierten Gewinn- und Kapitalsteuern juristischer Personen (Aktiensteuern) liegen 100’000 Franken unter dem Budget 2020. Der gesamte budgetierte Fiskalertrag beläuft sich auf gut 18,6 Millionen Franken. Im Jahr 2019 betrug dieser fast 19,1 Millionen Franken. Der betriebliche Aufwand beträgt 29,8 Millionen Franken, davon entfallen 16,1 Prozent auf den Personalaufwand. Dieser fällt höher aus, da für die Sozialen Dienste zusätzliche 160 Stellenprozente und für das Regionale Betreibungsamt zusätzliche 100 Stellenprozente beantragt werden.

Fast 500’000 Franken mehr Finanzausgleich
Im Jahr 2021 erhält Oberentfelden einen Finanzausgleichsbeitrag von mehr als 3 Millionen Franken. Dieser Betrag liegt fast eine halbe Million Franken über dem Beitrag des Jahres 2020. Der zu erwartende Betrag setzt sich zusammen aus dem Bildungslastenausgleich, dem Soziallastenausgleich und dem Steuerkraftausgleich. Letzterer fällt 261’000 Franken höher aus als im Vorjahr. Erstmals erhält Oberentfelden zusätzlich einen Mindestausstattungsbeitrag. Solche Beiträge erhalten Gemeinden, deren Normsteuerertrag pro Kopf einen Durchschnittswert der Aargauer Gemeinden unterschreitet.

2,2 Millionen Franken für die Schule Oberentfelden
Das Investitionsbudget der Einwohnergemeinde – ohne Eigenwirtschaftsbetriebe – beläuft sich auf 3,8 Millionen Franken. 2,2 Millionen Franken beträgt der Anteil von Oberentfelden an den Investitionen der Schule Entfelden. Davon entfallen 1,2 Millionen Franken auf die Gesamterneuerung der schulinternen IT-Anlage. Dieser Kredit unterliegt der Urnenabstimmung in den beiden Verbandsgemeinden. Rund 1,5 Millionen Franken entfallen auf diverse Strassensanierungen.

Die Eigenwirtschaftsbetriebe rechnen mit Investitionsausgaben von 4,3 Millionen Franken. Die Selbstfinanzierung der Einwohnergemeinde liegt bei 810’000 Franken. Damit können die geplanten und die bereits beschlossenen Investitionen nur zu rund 21 Prozent aus eigenen Mitteln finanziert werden. Der Finanzierungsfehlbetrag beträgt mehr als drei Millionen Franken.

Mehrkosten für die Engelscheune
Die für das Jahr 2020 geplante Sanierung der sich im Besitz der Einwohnergemeinde befindenden Engelscheune findet erst im Jahr 2021 statt. Zusätzlich zu den bereits bekannten Massnahmen im Umfang von aktuell 440’000 Franken ist geplant, eine Wärmedämmung des Dachs vorzunehmen. Dies verursacht Mehrausgaben von 130’000 Franken. Diese Kosten werden direkt der Bilanz belastet. Sie erscheinen weder in der Erfolgsrechnung, noch in der Investitionsrechnung und werden deshalb den Stimmberechtigten separat zur Abstimmung unterbreitet. Weil die Herbstgemeindeversammlung wie bereits die Sommergemeinde wegen Corona abgesagt wurde, wird dieses Traktandum wie auch das Budget 2021 am 13. Dezember an der Urne zur Abstimmung kommen.

Die Detailzahlen zum Budget inklusive der Erfolgs- und Finanzierungsausweise sowie die Erläuterungen samt Kennzahlen sind auf der Homepage der Gemeinde Oberentfelden abrufbar. Ebenso ist der Aufgaben- und Finanzplan 2021 bis 2025 aufgeschaltet.

Ein altes Anliegen wurde Realität

Natur- und Vogelschutzverein NVV Unterentfelden | Der Landanzeiger

Das 40-Jahr-Jubiläum des Natur- und Vogelschutzvereins NVV Unterentfelden konnte nun doch noch gebührend gefeiert werden. Im Rahmen -eines schlichten Apéros anlässlich der Baumpflanzaktion war fast der komplette Gemeinderat sowie die persönlich eingeladenen aktiven und treuen Mitglieder anwesend.

Gewisse Wünsche dauern manchmal etwas länger, bis sie sich verwirklichen lassen. So geschehen mit der Baumreihe in der Weid unterhalb des Schiibestandweihers. Was als Anliegen an der Zukunftskonferenz von den Einwohnerinnen und Einwohnern formuliert wurde, ist nun Tatsache geworden. Acht Hochstammobstbäume mit so wohlklingenden Namen wie Karneval, Sternapi, Pendragon, Coulon Renette, Weissrosenapfel oder Schöner von Kenth stehen nun parallel zum Flurweg exakt in Reih und Glied. Pächter und Gemeinde haben dem Vorhaben zugestimmt; der Verein ist für die Pflege (Baumschnitt, Mäusebekämpfung) zuständig. Der Ertrag, dies ist ein Teil des Deals, gehört dem Verein und wird wohl dereinst am Mosttag verarbeitet oder ausgestellt werden. Das ständige Dranbleiben des Vereins hat sich schlussendlich gelohnt.

Aktive Mitglieder und engagierter Vorstand
Unter dieses Motto stellte der Präsident Thomas Hersche auch seine kurze Ansprache vor den geladenen Gästen. Auf einen langen Rückblick auf die vergangenen vierzig Jahre verzichtete er bewusst. Ein Spaziergang durch die Gemeinde zeuge von den vielen Erfolgen des Vereins. Naturnah bepflanzte Rabatten, Hecken, Weiher, Nistkästen, Kopfweiden, aber auch der Mosttag, all dies wäre ohne den örtlichen Natur- und Vogelschutzverein kaum so ausgeprägt vorhanden, meinte er. Dies alles sei aber nur möglich, dank aktiven Mitgliedern und einem engagierten Vorstand. Daneben seien auch die guten Beziehungen zum Gemeinderat und zur Forstwirtschaft entscheidend. Dies sei auch der Grund, weshalb erst vor kurzem die Uerkeaufweitung beim Bösner-areal eingeweiht werden konnte. Ohne den Verein würde der Bach mit Sicherheit noch im alten Bett fliessen. Ein weiteres Projekt, Alpenseglernistkästen am Gemeindehaus, soll wenn möglich noch in diesem Winter entschieden und umgesetzt werden. Der Gemeindeamman Heinz Lüscher überbrachte die Gratulationen des Gemeinderates und bedankte sich für die vielen ehrenamtlichen Arbeitsstunden des Vereins.

Um die guten Beziehungen sichtbar zu machen, wurde vor dem Apéro zusammen mit dem Gemeindeammann, mit Roger Wirz vom Forstdienst, mit Walter Husy, dem Bewirtschafter des Kulturlandes und dem Präsidenten des NVV der achte Baum gemeinsam gepflanzt.  

Aufstieg in den Gault-Millau-Kreis

«Bären» in Kölliken | Der Landanzeiger

Das Gasthaus Bären in Kölliken gehört neu zu den besten Adressen im Land. Die Verantwortlichen von Gault-Millau werteten ihren Besuch mit 13 von 19 möglichen Punkten. Der «Bären» ist der einzige Aargauer Aufsteiger in diesem Jahr.

Seit der denkmalgeschützte, neu renovierte Kölliker «Bären» von der fussballverrückten Familie Schmid übernommen wurde, wird hier in einer höheren Liga gespielt, schreiben die Verantwortlichen von Gault-Millau in der neusten Ausgabe ihres Gourmet-führer über den «Bären». Dafür verantwortlich ist in der Küche Chef Sven Jeschar, der mit gutem Gespür fürs -Publikum währschaft mit regionalen Produkten und leicht internationalen Akzenten kocht.

«FC Aarau Menü» unterstützt den Nachwuchs
Sehr angetan waren die «Tester» vom wunderbaren Eierschwämmlitatar mit frischen Kräutern (Dill, Thymian, Basilikum), Sauerrahm und einem überraschenden Brotknödelcarpaccio. Danach gabs eine getrüffelte Steinpilz-Cremesuppe mit Riesencrevette, sämig und intensiv im Geschmack. Gefolgt von sauber gemachten, vorzüglichen Spaghettini mit Olivenöl, Parmesan, Steinpilzen und viel Knoblauchschaum. Dazu gab es ein gekonnt gebratenes, grosses Lamm-Entrecote in Pilzkruste an Eierschwämmlisauce. Die hübsche Käse-Auswahl lies-sen die «Tester» sausen und erfreuten sich an einer tollen weissen Kaffee-glace mit Eierlikör. Gelobt wird auch die sehr schöne Weinkarte mit vielen regionalen Crus. Erfreut zeigten sich die Leute von Gault-Millau auch vom «FC Aarau Menü». Wer dieses bestellt, zahlt einen Fünfliber an die Jugendabteilung des Clubs. Die Herzen des früheren FCA-Präsidenten Alfred Schmid und seiner Familie schlagen halt weiterhin für den FC Aarau.

Bären Kölliken ist einziger Aufsteiger
Das Gasthaus Bären in Kölliken ist der einzige Aargauer Gastrobetrieb der in diesem Jahr im Kreis von Gault-Millau aufgestiegen ist. Der Gourmetführer Gault-Millau kürt in seiner neusten Ausgabe 830 Restaurants der Schweiz. Zu den besten Aargauer Restaurants im Landanzeiger-Gebiet gehören der Schlossgarten in Schöftland (15 Punkte); das Gasthaus Bären in Kölliken (13 Punkte, neu); das Restaurant zur Mühle in Oberentfelden (13 Punkte); das Restaurant Bärenstübli, Hotel Bären in Suhr (13 Punkte); das Restaurant Mürset in Aarau (13 Punkte) und das Restaurant Kettenbrücke in Aarau (12 Punkte).

Sieben von 830 getesteten Restaurants in der Schweiz, erhielten die Maximalnote von 19 Punkten. 

Kanton tadelt SBB-Management

Auf der Strecke Zofingen–Suhr–Lenzburg verkehren Ersatzbusse | Der Landanzeiger

Die Ausfälle von SBB-Zugsverbindungen wegen Lokführer-Mangels sorgen nach wie vor für rote Köpfe. Dem Aargauer Regierungsrat sind aber die Hände gebunden, wie er kürzlich mitteilte. Der Regierungsrat lässt nun abklären, ob die SBB wegen Nichteinhaltens von Vereinbarungen zur Kasse gebeten werden kann.

Die negativen Auswirkungen der Zugsausfälle infolge Lokführer-Mangel seien noch nicht absehbar, schreibt der Regierungsrat in seinen Antworten zu drei Interpellationen aus den Reihen von FDP, CVP und SP. Die Bundesbahnen hätten zwar für die meisten Zugsausfälle Ersatzbusse organisiert und so zumindest die Reiseketten sichergestellt. Die Reisezeiten hätten sich zum Teil jedoch deutlich verlängert. Teilweise gar verdoppelt, schreibt die Regierung weiter.

Wenn ab dem Fahrplanwechsel vom kommenden 13. Dezember wieder sämtliche Züge verkehrten, seien die Auswirkungen kurzfristig. Man erwartete nur «geringe negative Langzeitwirkungen für die betroffenen Gebiete».

Unter anderem ist der Bahnbetrieb des «Nazelis», der S28 Zofingen-Suhr-Lenzburg, seit dem 7. September eingestellt. Es gibt ein Busverbindung. Am Samstag und Sonntag fallen die S29 Sursee-Olten-Aarau-Turgi und weitere Zugsverbindungen im und aus dem Aargau aus.

Fahrplanpflicht verletzt
Der Angebotsabbau der SBB widerspreche zahlreichen Verpflichtungen, hält der Regierungsrat fest. Es gehe um die Fahrplan- und Beförderungspflicht sowie um abgeschlossene Verträge (Angebotsvereinbarungen zwischen Bund/Kantonen und den SBB).

Der rechtliche und finanzielle Umgang in diesem erstmaligen Vorfall sei Gegenstand der laufenden Abklärungen von Bund und Kantonen. Normalerweise würden den Transportunternehmen für bestellte Leistungen Abgeltungen bezahlt. Diese berechneten sich aus den im Voraus prognostizierten Betriebskosten abzüglich der erwarteten Einnahmen.

Das dringliche Bundesgesetz über die Unterstützung des öffentlichen Verkehrs in der Covid-19-Krise sieht vor, dass den Unternehmen im Jahr 2020 die Defizite nach Abzug der gesetzlichen Reserven entschädigt werden.

Busersatz wird nicht entschädigt
Da für die gestrichenen Leistungen kein Aufwand entsteht, werden diese auch nicht durch die Besteller mitfinanziert. Zudem hat das Bundesamt für Verkehr bereits entschieden, dass Busersatzleistungen nicht abgeltungsberechtigt sind und somit durch die SBB zu bezahlen sind, wie der Regierungsrat in den Stellungnahmen erläutert.

Aargau verlangt gründliche Analyse
Wie es zur aktuellen Situation gekommen ist, dass die SBB als Transportunternehmen in ihrem Kernbereich derart erschüttert werden, hat gemäss Regierungsrat «sehr viele Gründe». Nachvollziehbar sei der Ausbildungsrückstand bei den Lokomotivführern wegen der Corona-Krise. Es gebe jedoch auch «gravierende Managementfehler». Im Nachgang zu dieser Krise müsse eine gründliche Analyse durch die SBB zuhanden des Bundes und der Kantone Klarheit schaffen, wie es zu diesem Lokführermangel gekommen sei und welche Massnahmen ergriffen werden müssten.

Grossratskommission sagt Ja zur Neugestaltung

Kantonsstrasse Aarau–Suhr soll saniert werden | Der Landanzeiger

Die grossrätliche Kommission für Umwelt, Bau, Verkehr, Energie und Raumordnung (UBV) spricht sich mehrheitlich zugunsten des Verpflichtungskredits von gut 34 Millionen Franken für die Sanierung und die betriebliche und gestalterische Optimierung der Kantonsstrasse K242 aus.

Nach der Verlegung der Wynental-Suhrental-Bahn (WSB) auf das ehemalige Nationalbahntrassee von Aarau über Buchs nach Suhr bietet sich die Möglichkeit, für eine Neugestaltung der Buchser-, Suhrer- und Tramstrasse vom Kreisel Gais in Aarau bis zum Winkelweg in Suhr. Zu den geplanten Massnahmen gehören die Aufwertung der Strassenräume, die Förderung des stras-sengebundenen öffentlichen Verkehrs, die Verbesserungen für den Fuss- und Veloverkehr sowie betriebliche Optimierungen für den motorisierten Individualverkehr. Gleichzeitig soll die alte Gleisanlage der WSB, die sich immer noch in der Fahrbahn befindet, entfernt und der sanierungsbedürftige Strassenbelag erneuert werden.

Der Bedarf für eine Neugestaltung der K242 wird in der Kommission für Umwelt, Bau, Verkehr, Energie und Raumordnung (UBV) grundsätzlich nicht bestritten. Einige Kommissionsmitglieder lehnen das vorgelegte Projekt aber ab, weil der öffentliche und der Langsamverkehr ihres Erachtens zulasten des motorisierten Individualverkehrs bevorzugt werden. Ein Teil der Kommissionsmitglieder äusserte sich zudem kritisch zu den hohen Kosten des Projekts.

Sie akzeptieren aber die vom Regierungsrat genannten Gründe, zu denen neben dem Bauen unter Verkehr und den damit verbundenen Massnahmen, unter anderem das Verkehrsmanagementsystem, der Kreisel Bavaria mit zweischichtiger Betonfahrbahn, der behindertengerechte Ausbau der zwölf Bushaltestellen, die umfangreiche Baumpflanzungen und Begrünungen oder der Rückbau des alten WSB-Bahntrassees gehören. Ein Antrag, auf der gesamten Strecke Tempo 30 einzuführen, scheiterte.

Die Mehrheit der UBV-Mitglieder stimmte nicht nur dem Verpflichtungskredit von 34,09 Millionen Franken, sondern auch der vom Regierungsrat vorgeschlagenen und von den betroffenen Gemeinden akzeptierten Aufteilung der Kosten zwischen Kanton und Gemeinden zu. Das Geschäfte wird voraussichtlich im Dezember im Gros-sen Rat behandelt. 

Nach der Verlegung der Wynental-Suhrental-Bahn (WSB) auf das ehemalige Nationalbahntrassee von Aarau über Buchs nach Suhr bietet sich die Möglichkeit, für eine Neugestaltung der Buchser-, Suhrer- und Tramstrasse vom Kreisel Gais in Aarau bis zum Winkelweg in Suhr. Zu den geplanten Massnahmen gehören die Aufwertung der Strassenräume, die Förderung des stras-sengebundenen öffentlichen Verkehrs, die Verbesserungen für den Fuss- und Veloverkehr sowie betriebliche Optimierungen für den motorisierten Individualverkehr. Gleichzeitig soll die alte Gleisanlage der WSB, die sich immer noch in der Fahrbahn befindet, entfernt und der sanierungsbedürftige Strassenbelag erneuert werden.

Der Bedarf für eine Neugestaltung der K242 wird in der Kommission für Umwelt, Bau, Verkehr, Energie und Raumordnung (UBV) grundsätzlich nicht bestritten. Einige Kommissionsmitglieder lehnen das vorgelegte Projekt aber ab, weil der öffentliche und der Langsamverkehr ihres Erachtens zulasten des motorisierten Individualverkehrs bevorzugt werden. Ein Teil der Kommissionsmitglieder äusserte sich zudem kritisch zu den hohen Kosten des Projekts.

Sie akzeptieren aber die vom Regierungsrat genannten Gründe, zu denen neben dem Bauen unter Verkehr und den damit verbundenen Massnahmen, unter anderem das Verkehrsmanagementsystem, der Kreisel Bavaria mit zweischichtiger Betonfahrbahn, der behindertengerechte Ausbau der zwölf Bushaltestellen, die umfangreiche Baumpflanzungen und Begrünungen oder der Rückbau des alten WSB-Bahntrassees gehören. Ein Antrag, auf der gesamten Strecke Tempo 30 einzuführen, scheiterte.

Die Mehrheit der UBV-Mitglieder stimmte nicht nur dem Verpflichtungskredit von 34,09 Millionen Franken, sondern auch der vom Regierungsrat vorgeschlagenen und von den betroffenen Gemeinden akzeptierten Aufteilung der Kosten zwischen Kanton und Gemeinden zu. Das Geschäfte wird voraussichtlich im Dezember im Gros-sen Rat behandelt.