Absage der Bundesfeiern Stadt Aarau und Gemeinde Schöftland

Absage 1. August-Feier Aarau 2021 | Der Landanzeiger

Die Stadt Aarau und die Gemeinde Schöftland haben mitgeteilt, dass wegen den schlechten Wetterprognosen für Sonntag, 1. August die geplanten Bundesfeiern abgesagt werden müssen. Es ist am Nationalfeiertag wiederholt mit Regen und teilweise auch mit kräftigen Gewittern zu rechnen.

Die Absagen betreffen die Feier der Stadt Aarau «Unter den Linden» in Aarau-Rohr, sowie die Feier der Gemeinde Schöftland beim «Blick zur Heimat».

Wenn es das Wetter zulässt, wird Schöftland aber sein Höhenfeuer beim «Blick zur Heimat» um ca. 22 Uhr trotzdem entzünden.

Beschwerde gegen Neubau mit Vergleich erledigt

Beschwerde gegen Neubau mit Vergleich erledigt | Der Landanzeiger

Die Erleichterung bei den Verantwortlichen des Kantonsspitals Aarau, der Stadt, aber auch des Kantons ist gross. Der Neubau des Kantonsspitals Aarau kann gestartet werden. Nach längeren Verhandlungen konnte mit dem Beschwerdeführer ein Vergleich gefunden werden.

Gegen den Neubau des Kantonsspitals Aarau wurde im Zusammenhang mit Erschliessungsfragen beim Regierungsrat des Kantons Aargau Beschwerde geführt. Am Donnerstag, 22. Juli, fand unter der Leitung des Rechtsdiensts des Regierungsrats eine Vergleichsverhandlung zwischen den Beschwerdeführenden und der Kantonsspital Aarau AG als Bauherrschaft sowie unter Einbezug der Stadt Aarau als Baubewilligungsbehörde statt. Dabei konnte ein Vergleich erzielt werden, über dessen Inhalt gegenseitig Stillschweigen vereinbart wurde. Damit gilt die Beschwerde als erledigt und die Baubewilligung rechtskräftig. Sie ermöglicht den sofortigen Baustart.

«Dank der Bereitschaft aller Beteiligten kann nun der Startschuss zur Realisation des Spitalneubaus erfolgen», erklärt ein hoch erfreuter Peter Suter, Verwaltungsratspräsident des KSA. Mit dieser zukunftsfähigen Infrastruktur wird es den Mitarbeitenden möglich sein, auch weiterhin Spitzenleistungen zu erbringen und Medizin auf höchstem Niveau zu praktizieren. Auch bei Sergio Baumann, CEO ad interim, ist die Begeisterung und gleichzeitig Erleichterung riesengross: «Für die Mitarbeitenden des KSA bietet dieser grosse Schritt die langersehnte Perspektive für die Zukunft.»

Der Aarauer Stadtrat hat dem KSA die Baubewilligung am 29. März 2021 erteilt und dabei drei Einwendungen abgewiesen. Mit zwei der drei Einsprecher konnten sich die Verantwortlichen einigen. Der Dritte hat den stadträtlichen Entscheid mittels Beschwerde beim Kanton angefochten. Doch nun kommt alles gut.

Derzeit laufen die letzten Vorbereitungsarbeiten auf dem Baufeld. Geplant ist ein zeitnaher Beginn der Aushubarbeiten im Sommer.

Ein beliebter Schreiber tritt ab

Ein beliebter Schreiber tritt ab | Der Landanzeiger

Nach mehr als 34-jähriger Tätigkeit als Gemeindeschreiber von Erlinsbach trat Bruno Vogel Ende Juni in den Ruhestand. Gemeindeschreiber ist er gesamthaft seit 42 Jahren. 1979 trat er seine Stelle in Birmenstorf bei Baden an. 1987 wählte ihn der Gemeinderat zum Gemeindeschreiber von Erlinsbach, als Nachfolger von Hans Dätwyler.

Aufgewachsen ist Bruno Vogel in der Region Aarau. Die Verwaltungslehre hat er damals in Unterentfelden absolviert. Bei seinem Stellenantritt in Erlinsbach zählte die Gemeinde 2600 Einwohner – heute sind es deren 4450. Bruno Vogel hat also die grosse Entwicklung von Erlinsbach nicht nur hautnah miterlebt, sondern auch mitgestaltet. Anfänglich, und bis zur Regionalisierung, war er auch Zivilstandsbeamter und während mehr als 20 Jahren zudem Bauverwalter. Neben dem Amt als Gemeindeschreiber, damals fast etwas wie eine Herkulesaufgabe, bei der schon damals wie heute immensen Bautätigkeit.

Ein Gestalter und Berater
Bruno Vogel hat auch die Entwicklung und Veränderung seines Berufstandes miterlebt. Dieser hat sich vom reinen Verwalter mehr und mehr zum Gestalter gewandelt. Er hat es immer als Privileg angesehen, den Gemeinderat bei der Entwicklung, Positionierung und Entfaltung der Gemeinde zu beraten und zu unterstützen.

Aber nicht nur die Behörde, sondern auch verschiedenen Kommissionen und Gremien, wie auch die Verwaltung konnten von seinem Wissen, seinem Elan und seinem Flair für unkomplizierte und pragmatische Lösungen profitieren. Sehr wichtig war ihm auch eine moderne, effiziente und bürgerfreundliche Verwaltung. Das Machbare stand für ihn stets im Vordergrund. Umständliche und komplizierte Papiertiger, langatmige Konzepte und Bürokratie waren gar nicht sein Ding, wie auch die zunehmende Flut von oft überflüssigen und nicht notwendigen Belehrungen und Weisungen, vor allem von Seiten des Kantons.

Bruno Vogel war stets Verfechter einer starken und echten Gemeindeautonomie. Falls nötig und angezeigt, hat er seine Meinung jeweilen auch klar und akzentuiert vertreten.

Viel Engegement für die Schule und die Vereine
Für die Bevölkerung war er ein kompetenter, offener und zugänglicher Ansprechpartner und auch Ratgeber für jegliche Fragen und Anliegen. Unzählig sind die Geschäfte und wichtigen Projekte, die er in seiner langjährigen Tätigkeit bearbeitet und mitbetreut hat. Als Sekretär des Schulvorstandes engagierte er sich auch lange Jahre für die Schule Erzbachtal. Er war damals auch massgeblich involviert in den gesamten Zusammenschluss der Erlinsbacher Schulen diesseits und jenseits des Erzbaches. Er war auch für die Dachorganisation der Erlinsbacher Vereine sowie den Trägerverein des Kultur- und Begegnungszentrums Wygärtli tätig. Sehr am Herzen lag ihm die Zusammenarbeit der beiden (früher drei) Gemeinden im Erzbachtal. Bruno Vogel präsidierte während 10 Jahren den Aargauer Gemeindeschreiberverband und bis vor kurzem auch den Aargauischen Rennverein.

Sein Steckenpferd sind jegliche geschichtlichen Aspekte von und um Erlinsbach. Er kennt sich hier bestens aus, wie auch in der umfassenden und wertvollen Fotosammlung, welche die Gemeinde vor Jahren aus einem Nachlass übernehmen konnte.Bruno Vogel war auch an insgesamt 20 Ausgaben der Erlinsbacher Dorfchronik sowie an der Jubiläumsschrift der Ortsbürgergemeinde massgeblich beteiligt.

Ein beliebter Schreiber tritt ab | Der Landanzeiger
Bruno Vogel

Bruno Vogel wurde anlässlich der Gemeindeversammlung vom 25. Juni offiziell verabschiedet. Als Zeichen der Wertschätzung und Dankbarkeit für die geleisteten Dienste, wurde ihm im Namen des Gemeinderates ein «Bänkli » geschenkt. Den Standort des «Bänklis » darf Bruno Vogel frei wählen.

Toller Platz zum Altwerden

Toller Platz zum Altwerden | Der Landanzeiger

Die Sanierungsarbeiten der Station Milchgasse des Pflegeheims Golatti in Aarau laufen auf Hochtouren. Am 18. Oktober sollen die Bewohner einziehen. Es hat noch freie Zimmer.

Die Stadt Aarau investiert in den kommenden Jahren rund 70 Millionen Franken für die Sanierung und den Neubau ihrer Pflegeheime und Alterssiedlungen Golatti und Herosé. Der Anfang wurde mit der Sanierung der Station Milchgasse gemacht, deren Sanierung 7,8 Millionen Franken kostet. Ein Rundgang auf der Baustelle zeigt, das Geld wird gut investiert und es solle eine «Punktlandung» geben, wie die zuständige Stadträtin Angelica Cavegn Leitner sagte.

Noch wird in der Station Milchgasse auf Hochtouren gearbeitet, doch schon Mitte Oktober sollen die Bewohnerinnen und Bewohner wieder einziehen können. Sie haben übergangsmässig an anderen Orten gewohnt. «Es hat noch freie Zimmer in der umgebauten Liegenschaft», sagt Rupert Studer, Leiter der Abteilung Pflegeheime der Stadt Aarau.

Toller Platz zum Altwerden | Der Landanzeiger
Auch der Raum (links) vor den einzelnen, hellen Zimmern mit je einer Nasszelle (rechts) wurde aufgewertet.
Toller Platz zum Altwerden | Der Landanzeiger

Die Rückkehrerinnen und Rückkehrer in die Station Milchgasse werden ihr ehemaliges Zuhause kaum mehr erkennen. Die Zimmer sind nun alle mit WC und Dusche ausgestattet, das war früher nicht so. Mehrere Bewohner mussten sich jeweils eine Dusche teilen. Zudem sind die Zimmer nun alle Richtung Schachen ausgerichtet und bieten viel Tageslicht. 25 der 27 Zimmer sind nun rollstuhlgängig und auch im Gang gibt es viel Tageslicht.

Die Station Milchgasse wurde so konzipiert, dass das Gebäude bei rückläufigem Bedarf an Pflegeplätzen anderweitig genutzt werden kann. So wie früher, als es ein Frauenkloster, ein Lateinschulhaus, ein Spital oder eine Seidenbandfabrik war. Am 2. Oktober ist ein Tag der offenen Tür geplant.

Muhen atmet auf: «Hochwasserschutz hat einmal mehr funktioniert»

Muhen atmet auf | Der Landanzeiger

Trotz vielfach bewährtem Hochwasserschutz musste in Muhen vergangene Woche die Feuerwehr vereinzelt Keller auspumpen. Drohnenbilder zeigen eindrückliche Bilder. Bange Anwohner fragen: Muss man beim Hochwasserschutz nachbessern? «Nein, der Hochwasserschutz hat einmal mehr planmässig funktioniert», sagen der Feuerwehrkommandant und der Gemeindeammann.

Die Bilder von letzter Woche sind eindrücklich: westlich des Hochwasserdamms, auf dem die WSB zwischen Hirschthal und Obermuhen fährt, fliesst ein breiter brauner Strom. Das ist so geplant. Das ist der Hochwasserschutz von Muhen. Eingeweiht im Dezember 2004 hat er sich seitdem oft bewährt. In Muhen ist man froh und auch stolz auf diesen Schutz. Eine «Entlastungsrinne » leitet einen Teil des Suhre-Hochwassers ab einem gewissen Pegel noch auf Hirschthaler Boden über Kulturland ab und nach dem Gefahrenbereich weiter unten beim Schulhaus wieder in die Suhre ein.

Auch auf der Ostseite des Damms, also entlang des eigentlichen Suhrelaufs, hat die Suhre ihr Bett verlassen und südlich der Kesslerstrasse/Bändeli eine ganze Fläche überschwemmt (Bild Mitte). Ander Kesslerstrasse 1, wo die Suhre unter der ehemaligen Fabrik durchfliesst, staute sich viel Schwemmholz, blockierte den Lauf der Suhre zusätzlich und verschärfte die Situation. Im Erdgeschoss ist das Fotostudio von Hannes Kirchhof. Er liess eine Drohne steigen und verbreitete eindrückliche Bilder auf sozialen Medien. Zwar hat er schon manches Hochwasser erlebt, diesmal aber kam sehr viel Wasser. Schätzungsweise soviel wie 2005, ein halbes Jahr nach der Eröffnung des Hochwasserschutzes.

Bangen bei den Anwohnern
Hannes Kirchhof und seine Nachbarn erlebten bange Stunden. Die Feuerwehr musste an der Kesslerstrasse/Bändeli einige Keller auspumpen. Unter diesem Eindruck stellte sich bei den Anwohnern die Frage: Muss man in Muhen in Sachen Hochwasserschutz nun über die Bücher? Muss man sogar nachbessern? «Aus Sicht der Feuerwehr hat der Hochwasserschutz auch diesmal funktioniert. Das Wasser der ausgepumpten Keller an der Kesslerstrasse war eindeutig kein Suhrewasser, sondern Grundwasser, von dem wir nicht genau wissen, aus welchem Grundes in die Keller floss», erklärt Dominik Graber, Kommandant der Feuerwehr Entfelden-Muhen.

Auch für Muhens Gemeindeammann Andreas Urech hat der Hochwasserschutz diesmal wieder einwandfrei funktioniert. Die Drohnenbilder von Hannes Kirchhof stimmen nach seinen Aussagen sogar ziemlich exakt mit den im Projekt skizzierten überschwemmbaren Zonen überein. «Wir müssen nicht nachbessern», so das zufriedene Fazit von Andreas Urech.

Einsprecher blockiert Spital-Neubau

Einsprecher blockiert Spital-Neubau | Der Landanzeiger

Eigentlich ist alles bereit für den Baustart des neuen Hauptgebäudes des Kantonsspitals Aarau. Die Baubewilligung wurde am 29. März erteilt. Doch der Baubeginn des 569-Millionen-Projekts wird von einem Einsprecher blockiert.

«In der Beschwerde wird hauptsächlich behauptet, der Neubau des KSA habe zusammen mit dem geplanten Parkhaus für Mitarbeitende eine bedeutende Verkehrszunahme im angrenzenden Quartier zur Folge», sagt Stadtrat Hanspeter Thür (Grüne) gegenüber der Aargauer Zeitung. In seiner Beschwerdeantwort bestreitet der Stadtrat diesen Zusammenhang und weist darauf hin, dass der Neubau zu keiner Vergrösserung des Spitals führe und deshalb kein zusätzlicher Verkehr generiert werde.

Die Identität des Einsprechers darf aus rechtlichen Gründen nicht preisgegeben werden. Klar ist aber: Der KSA-Einsprecher muss aus dem angrenzenden Quartier stammen, denn sonst kann er keine legitimierte Einsprache machen. Der Aarauer Stadtrat hat dem KSA die Baubewilligungam29.März erteilt und dabei drei Einwendungen abgewiesen. Mit zwei der drei Einsprecher konnten sich die Verantwortlichen einigen. Der Dritte hat den stadträtlichen Entscheid mittels Beschwerde beim Kanton angefochten. «Das Spital hat anschliessend ein weiteres Mal versucht, mit dem Einsprecher zu verhandeln», schreibt die AZ weiter.

Der Aargauer Regierungsrat muss nun entscheiden, ob er der Beschwerde die aufschiebende Wirkung entzieht, damit ein baldiger Baustart möglich wird. Denn bis die eigentliche Beschwerde behandelt ist, dürfte bis zu einem Jahr vergehen. «Es wird darumein weiterer Versuch unternommen, sich mit dem Beschwerdeführer gütlich zu einigen», schreibt die Aargauer Zeitung. «Wie aus seinem Umfeld zu hören ist, gibt es noch diese Woche eine Verhandlung unter Leitung des regierungsrätlichen Rechtsdienstes.» Die Verantwortlichen des KSA, der Stadt und des Kantons hoffe nauf eine baldige und gütliche Einigung.

«Für das Suhr der Zukunft wünsche ich mir etwas mehr Gelassenheit im politischen Alltag»

Suhrs Gemeindeammann Marco Genoni | Der Landanzeiger

Marco Genoni ist seit 2018 Gemeindepräsident von Suhr. Er hat sich entschieden, an den Gesamterneuerungswahlen im Herbst nicht mehr anzutreten. Das ist aber kein Grund bereits jetzt auf die Bremse zu treten. Suhr ist in Bewegung und formt sich seine Zukunft. Und Marco Genoni ist mitten im Geschehen und möchte noch einiges erledigen.

Herr Genoni, kürzlich lud der Verein «Zukunft Suhr» die Bevölkerung dazu ein, unter dem Motto «Wie sieht DEIN Suhr in Zukunft aus?» Ideen für eine bessere Gestaltung des Aussenraums einzubringen. Wie würden Sie sich die Gestaltung von Suhr wünschen?
Marco Genoni: Für eine gute Lebensqualität nimmt der Wert unseres unmittelbaren Umfeldes an Bedeutung zu. Zwei Aspekte ergänzen sich bestens: Massnahmen, um den Klimawandel im Dorf erträglicher zu machen, bieten gleichzeitig angenehme Aufenthalts- und Begegnungsmöglichkeiten im öffentlichen Raum: Bäume, Sitzmöglichkeiten, Grünflächen, naturnahe unversiegelte Flächen, Aussenflächen für Restaurants und Gewerbe, Wasserspiele usw. Wir arbeiten daran.

Bis zum 13. August läuft auch noch das Mitwirkungsverfahren zum Thema Verkehr. Worum geht es dabei?
Mit dem Kommunalen Gesamtplan Verkehr KGV geht die Gemeinde die grossen Bögen bei der Entwicklung der Mobilität in Suhr an. Ziel ist ein gutes Nebeneinander von Fussverkehr, Radverkehr und Autoverkehr. Mit einer guten Planung sollen Wege, Plätze und Verbindungen sicherer und attraktiver werden.

Bevölkerungsumfragen, Mitwirkungsverfahren und regelmässige Informationsforen– Weshalb scheint es Suhr so wichtig, seine Bevölkerung überall mit einzubeziehen?
Grundsätzlich werden Entwicklungsschwerpunkte und Projekte besser, wenn sie von verschiedenen Perspektivenbetrachtet und diskutiert werden. Wir leben diese Vielfalt bereits im Gemeinderat, aber durch die verschiedenen Möglichkeiten der Mitwirkung durch engagierte Bürgerinnen und Bürger gibt es eine grössere Vielfalt. Der Gemeinderat versucht dann nach Möglichkeit, Ideen und Kritikpunkte aller Beteiligten zu berücksichtigen und einen gemeinsamen Nenner zu finden.

Das Projekt Zukunftsraum ist gescheitert. Welche positiven Aspekte ziehen Sie dennoch aus der Projektarbeit rund um den Zukunftsraum?
Der Austausch mit anderen Gemeinden ist immer befruchtend. Er hilft, sich gegenseitig besser zu verstehen und die eigenen Strukturen und Arbeitsweisen kritisch zu betrachten. Dieses Projekt hat mich jedoch sehr viel Kraft gekostet. Die Positionen waren von Anfang an bereits bezogen. Diese Polarisierung hat zu verhärteten Fronten geführt. Leider fehlt im politischen Alltag oft eine gewisse Gelassenheit. Es ist selten etwas schwarz/weiss.

Es sind Sommerferien! Führt es Sie in der Regel ans Meer oder in die Berge?
Das Meer war wichtig, solange unsere Söhne klein waren. Jetzt bin ich gerne in den Bergen und verbringe ein Teil der Ferien auch gerne in Suhr. Es gibt immer wieder Einiges zum Entdecken und viele interessante Angebote in unserer Region.

Sie stammen aus der Region Airolo. Schlägt das Herz im Eishockey automatisch für Ambri?
Das ist so. Als Teenager war die Valascia ein wichtiger Treffpunkt. Es ging auch nicht nur um Eishockey, sondern auch um die sozialen Kontakte, den Ausgang und das Feiern.

Sind Sie eigentlich mit dem Eishockeytorhüter Leonardo Genoni vom EV Zug verwandt?
Nein, er ist nicht verwandt. Ein Brand hat Ende des 19. Jahrhunderts die Archive in Airolo leider zerstört. Vieles ist verloren gegangen betreffend Geschichte, aber auch in Bezug auf Stammbäume. Deswegen ist eine allfällige Verwandtschaft nicht mehr nachvollziehbar. Gute Reflexe sind ja auch in der Politik wichtig.

Zurück nach Suhr: Wohin ziehen Sie sich jeweils zurück, wenn Sie etwas Abstand und Erholung brauchen?
Kurze Erholung hole ich mich in unserem Garten oder auf der Terrasse. Es tut mir immer gut, wenn ich Zeit finde, ins Boxtraining zu gehen. Es geht um ein intensives Konditionstraining und die Reaktionen werden natürlich auch geübt. Eine tolle Gruppe ausserhalb meiner politischen und privaten Kontakte.

Sie haben entschieden, an der Erneuerungswahl im Herbst nicht mehr anzutreten. Was möchten Sie unbedingt noch abschliessen, bevor Sie abtreten?
Mir ist eine geordnete Übergabe sehr wichtig, weil die Arbeit im Gemeinderat langfristiger Natur ist. Vieles ist gut eingefädelt. Wir haben dieses Jahr die interne Arbeit mit der Kanzlei neu organisiert. Wir haben die Geschäftsleitung gestärkt und sind sehr gut aufgestellt für die nächsten Jahre.

Auf was sind Sie in Suhr besonders stolz?
Ich bin besonders stolz auf unsere Schule. Sie ist organisatorisch und fachlich sehr gut aufgestellt. Wir haben in all den Jahren miteinander (Schulpflege, Schulleitung und Gemeinderat) gemeinsame Ziele verfolgt und so Vieles erreicht. Nach aussen sind vor allem die gute Infrastruktur ersichtlich: alle Kindergärten sind neugebaut oder saniert worden, wir haben für die Primarschule im Feld angebaut und im Dorf mit dem Vinci einen wichtigen Schritt gemacht. Die vielen Investitionen konnten wir nur teilweise aus eigener Kraft finanzieren. Diese Investitionen sind langfristiger Natur. Über eine längere Zeitachse ist Suhr finanziell gut aufgestellt und hat seine Aufgaben gelöst. Nach einem schwierigen Jahr 2020 schätze ich für meine Nachfolgerin oder Nachfolger auch finanziell einen positiven Abschluss fürs Jahr 2021.

Was wünschen Sie sich für das Suhr der Zukunft?
Etwas mehr Gelassenheit im politischen Alltag und Respekt vor allen Personen, die sich politisch für unsere Gemeinschaft einsetzen. Und selbstverständlich hoffe ich, dass Suhr sich weiterhin so positiv entwickelt und dass die Suhrerinnen und Suhrer Freude haben am gemeinsamen Gestalten des Dorflebens.



Zur Person Marco Genoni
Alter: 59
Beruf: Geschäftsführer von rund 2000 Milchproduzenten von Glarus bis Bern
Erlernter Beruf: Ingenieur Agronom ETH
Zivilstand: verheiratet, zwei Söhne
Partei: unabhängig, Mitglied von Zukunft Suhr
Im Gemeinderat seit: 2010
Gemeindepräsident seit: 2018
Aufgewachsen in: Airolo
Lebt in Suhr seit: 2003
Das mag er: feines Essen in guter Gesellschaft oder eine Mountainbike-Tour in der Leventina
Das mag er weniger: die sozialen Ungerechtigkeiten auf dieser Welt

Suhr der Zukunft | Der Landanzeiger

Die Schule während 42 Jahren geprägt

Die Schule während 42 Jahren geprägt | Der Landanzeiger

An ihrer kleinen, schulinternen Abschlussfeier wurden an der Kreisschule Leerau vor den Sommerferien nicht nur die 6.-Klässler und 6.-Klässlerinnen «useglüütet», sondern auch Lehrer Daniel Gerhard. Er hat die Schule während der letzten vier Jahrzehnten massgeblich geprägt.

Erneut schloss die Kreisschule Leerau das «alte» Schuljahr nicht mit einer öffentlichen Schulschlussfeier ab. Stattdessen traf sich die gesamte Schule beim Schulhaus Kirchleerau und erlebte im ersten Teil des Morgens, auf zwei Gruppen aufgeteilt, einen lustvollen Drum-Circle, bei dem Körper, Stimme und verschiedensten Perkussionsinstrumenten alles abverlangt wurde. Im Anschluss daran wurden die 6.-Klässlerinnen und 6.-Klässler von allen anderen Kindern der Kreisschule Leerau durch ein Spalier geleitet und mit einer «Uselüüti» aus der Primarschule verabschiedet. Die Klasse verabschiedete sich ihrerseits mit einemgrossartigen Tanz, mit dem sie mit Sicherheit in positiver Erinnerung bleibt.

Daniel Gerhard | Der Landanzeiger
Daniel Gerhard

Die Schule mitgestaltet
Mit dem Spalier sowie dem «Glöggelikonzert » wurde auch Daniel Gerhard ein warmherziger Abschied beschert, der die Kreisschule Leerau nach sage und schreibe 42 Jahren Richtung Pension verlässt. Nachdem Daniel Gerhard bereits ein Jahr «in Teilzeit» am Rentnerleben geschnuppert hat, freut er sich nun, noch mehr Zeit für seine Familie, ganz besonders für seinen Enkel, zu haben und sich noch intensiver der Malerei widmen zu können. Auch das Wandern, Skifahren und Fotografieren in den Bergen wird er sich künftig noch flexibler einrichten können.

In den mehr als vier Jahrzehnten hat Daniel Gerhard viele Veränderungen in der Schullandschaft erlebt und mitgetragen und bis zuletzt mit grossem Engagement seinen Unterricht gestaltet und die Schule Moosleerau und später die Kreisschule Leerau mitgestaltet. Er hielt Ansprachen, erzählte Geschichten und begleitete die ganze Schule mit seiner Gitarre ebenso engagiert wie er Krippenspiele, Lieder und Jahresmottos kreierte oder den Schulhäusern mit guten Ideen für Dekorationen seinen Stempel aufdrückte.

Die Kreisschule Leerau lässt Daniel Gerhard nur ungern ziehen, wünscht ihm aber von Herzen alles Gute für die Zukunft. Die Türe steht ihm offen–Zeit für ein «Kafi» findet sich immer!

Wünsche für das Suhr der Zukunft

Wünsche für das Suhr der Zukunft | Der Landanzeiger

Im Monat Mai luden an sieben Orten im Zentrum von Suhr Plakate ein, unter dem Titel «Wie sieht DEIN Suhr in Zukunft aus?» Vorschläge zu machen, wie sich der Dorfkernweiterentwickeln soll. Das Angebot wurde rege genutzt. Mehr als 150 Anregungen wurden notiert: von mehr Grün, mehr Platz zum Verweilen bis hin zu mehr Leben in allen Facetten. Anfang Juli wurden die Ergebnisse dem Gemeinderat überreicht.

Die Vorschläge machen deutlich, dass viele sich wünschen, im Zentrum von Suhr nicht nur in interessanten Geschäften einzukaufen, sondern auch verweilen zu können. Sie möchten im Herzen des Dorfs eine gute Lebensqualität.

Die am häufigsten genannten Punkte sind: mehr Treffpunkte im Freien; mehr Grün; Zugang zum Wasser; mehr Leben; mehr Raum für Velos und zu Fuss Gehende; weniger Autos, aber trotzdem Parkplätze; weniger Littering.

Die Plakataktion wurde auch genutzt für allgemeine Kritik, zum Beispiel am Bauboom. Es wurden auch Anliegen deponiert, die nicht unbedingt das Dorfzentrum betreffen. Speziell der Wunsch nach einem Pumptrack wurde mehrfach geäussert. Schliesslich mahnen einzelne Stimmen allgemein vor möglichen Kostenfolgen. Aus der Sicht der Arbeitsgruppe Raumentwicklung von Zukunft Suhr war die Plakataktion ein voller Erfolg. Wir danken allen, die mit ihren Anmerkungen dazu beigetragen haben. Die breite Beteiligung hat Fantasie und Gespräche angeregt und Suhrer Ideen hervorgebracht, die in keinem Lehrbuch stehen. Die Erwartung ist nicht, dass alle Anregungen von heute auf morgen für teures Geld umgesetzt werden. Wir hoffen aber, dass sich der Gemeinderat in den sowieso anstehenden Planungen davon inspirieren lässt. Und Einiges dürfte auch ganz unkompliziert realisierbar sein.



Wer ist «Zukunft Suhr»?
Die überparteiliche Gruppierung «Zukunft Suhr» engagiert sich aktiv und ohne Scheuklappen für Suhr. «Zukunft Suhr» ist ein Zusammenschluss von Grünen, SP, EVP, Die Mitte, GLP und von Parteilosen / Unabhängigen. www.zukunft-suhr.ch


«Meine Arbeit als Schwimmtrainer ist keine Kunst, sondern solides Handwerk»

Meine Arbeit als Schwimmtrainer | Der Landanzeiger

Dirk Thölking ist Cheftrainer und Technischer Direktor des SC Aarefisch. Zudem steht er als Mitglied des OK der Nachwuchs- Schweizermeisterschaft (NSM) im Einsatz, die vom 22. bis 25. Juli 2021 in Aarau stattfindet. Ein Gespräch über den grössten Schwimmevent der Schweiz und die Nachwuchsarbeit des Vereins.

Der SC Aarefisch hat im Sommer 2018 die Schweizer Meisterschaft (SM) der Eliteorganisiert. Im Juli folgen nun die nationalen Titelkämpfe des Nachwuchses– euch scheint das Organisieren von Grossanlässen zu liegen?
Dirk Thölking: «Ja, das stimmt. Wir haben uns in den letzten Jahren als Ausrichter von Schwimmsport-Grossanlässen einen Namengemacht–bei der Stadt Aarau, aber auch in der Schwimmszene. Diesem Ruf wollen wir gerecht werden.»

Warum dieser ganze Aufwand?
«Zum einen haben solche Events immer eine Aussenwirkung. Wir können uns als Verein präsentieren und die anderen Vereine in der Region profitieren von einem grossen Wettkampf in ihrer Nähe. Zudem bieten wir unseren Sportlern eine der wenigen Möglichkeiten, sich bei einer wichtigen Meisterschaft vor heimischem Publikum zu präsentieren. »

Die NSM ist der bislang grösste Event, den der SC Aarefisch organisiert. Als OK-Mitglied stecken Sie mitten drin – was erwarten Sie von diesem Anlass?
«Die NSM ist der grösste Schwimmsport- Anlass des Landes. An den vier Tagen stehen über 500 Athletinnen und Athleten aus 57 Vereinen im Einsatz und wir lassen täglich bis zu 300 Zuschauer pro Halbtag in die Zuschauerzone ein. Das ist für den Schwimmsport in der Schweiz eine grosse Sache. Damit alles klappt, sind wir seit Oktober 2019 am Vorbereiten.»

Was sind die grössten Herausforderungen für euch als Organisator?
«Damit wir einen Anlass in dieser Grösse auf die Beine stellen können, müssen wir im Schwimmbad Aarau zusätzliche Infrastruktur aufbauen. Dazu gehören beispielsweise die Tribünen, die VIP-Logen, die Verpflegung für Athleten, Helfer und Zuschauer, sowie ein grosser Torbogen im Eingangsbereich. Alle diese Bauten müssen wir einerseits auftreiben und aufbauen, andererseits braucht es aber immer auch ein Sicherheitskonzept.»

Wer heute einen solchen Anlass organisieren will, der braucht ein schlagkräftiges Team.
«Absolut. Wir haben das Glück, dass wir im OK praktisch auf die identische Crew zählen können, die bereits die SM im Sommer 2018 organisiert hat. Das hilft enorm. Wir rechnen aber trotzdem damit, dass wir anden vier Wettkampftagen jeweils rund 50 bis 70 Helferinnen und Helfer brauchen. Das ist für einen Verein unserer Grösse eine grosse Zahl. Glücklicherweise können wir beim Auf- und Abbau, sowie während den vier Wettkampftagen auf den Zivilschutz zählen. Das ist eine tolle Unterstützung für uns.»

Zur sportlichen Bedeutung: Der Aarefisch- Nachwuchs hat in den letzten Jahren immer zu den fünf besten Vereinen der Schweiz gehört. Wird das in diesem Jahr wieder gelingen?
«Nein, davon können wir nicht ausgehen. Wir hatten in den letzten Jahren das Glück, dass wir gleich mehrere Spitzenathletinnen und Spitzenathleten im Team der Nachwuchs-Schweizermeisterschaften hatten. Das zeigt auch die Tatsache, dass wir derzeit sechs Mitglieder des Nationalkaders stellen. Das war und ist eine aussergewöhnliche Konstellation für einen Verein unserer Grösse. Kommt hinzu, dass es in diesem Jahr eine Anpassung des Reglements gab im Bereich der Altersgrenzen. Das hat uns nicht in die Karten gespielt.»

Sie haben es vorhin erwähnt: Der SC Aarefisch hat in den letzten Jahren gleich mehrere Nationalkader-Athletinnen und -Athleten hervorgebracht. Das war früher nicht immer der Fall. Was hat sich beim SC Aarefisch verändert?
«Wir konnten die Professionalisierung im Trainingsbereich in den letzten Jahren sukzessive steigern. Wir verfolgen eine klare sportliche Struktur, die zum Erfolg führt. Damit wir diese Struktur aufbauen konnten, mussten wir auch unsere personellen Ressourcen aufstocken. Heute arbeiten Piotr Albinski und ich in einem Vollzeitpensum. Dazu kommen noch weitere Trainer und die Mitarbeitenden der Geschäftsstelle, die Teilzeit arbeiten.»

Wie sieht diese professionellere Struktur in der Nachwuchsförderung des SC Aarefisch genau aus?
«Die Basis bildet unsere eigene Schwimmschule. Daraus schöpfen wir die grosse Mehrheit unserer Talente, die bei uns ihre Schwimmausbildung absolvieren. Nach der Schwimmschule haben wir insgesamt vier Fördergefässe, in denen wir unsere Athletinnen und Athleten schrittweise ausbilden. Diese stringente Struktur hat sich bewährt. »

Sie sind Cheftrainer, trainieren die Elite- Gruppe und sind als Technischer Direktor zugleich für die sportliche Ausrichtung des Vereins verantwortlich. Welche Philosophie verfolgen Sie bei ihrer Arbeit?
«Ich bin kein Fan des Begriffs «Philosophie ». Meine Arbeit als Schwimmtrainer ist keine Kunst, sondern solides Handwerk. Wir orientieren uns an internationalen Standards und sind überzeugt, dass wir mit unseren umfangreichen Trainings und den gezielt eingesetzten Höhentrainings auf dem richtigen Weg sind.»

Trotz Rückschlag optimistisch

Trotz Rückschlag optimistisch | Der Landanzeiger

2020 war für das KIFF ein schwieriges Jahr. Wie alle Kulturinstitutionen wurde der Verein stark von der Corona-Pandemie beeinflusst und eingeschränkt. Dies widerspiegelt sich auch im Jahresbericht 2020. Die Zahlen sind in keiner Weise mit vorangehenden Jahren vergleichbar. Trotzdem hat das KIFF dank der Ausfallsentschädigung, der Kurzarbeit und den bestehenden Subventionen das Corona-Jahr gut überstanden und schaut zuversichtlich in die Zukunft.

Total konnten im Jahr 2020 63 Veranstaltungen im KIFF durchgeführt werden – normalerweise sind es mehr als das Dreifache. Natürlich wirkte sich das auch auf die Besucherzahl aus. In den letzten Jahren fanden immer rund 40’000 Gäste den Weg ins KIFF. Im vergangenen Jahr waren es etwas über 10’000 Besucherinnen und Besucher. Dank den weiterlaufenden Subventionen von der Stadt Aarau, dem Kanton Aargau und dem Kuratorium im Wert von 876’000 Franken sowie den Beiträgen aus der Ausfallentschädigung und der Kurzarbeit, konnte sich der Betrieb gut über Wasser halten. Das Neubauprojekt KIFF 2.0 wurde zusätzlich mit Projektierungsgelder von je 367’000 Franken von der Stadt Aarau und dem Kanton Aargau unterstützt. Der sonst hohe Eigenfinanzierungsgrad des KIFF im Bereich von 68Prozent hat aufgrund der Coronapandemie stark gelitten und ist im Jahr 2020 auf 25.7 Prozent gesunken. Insgesamt zählte das KIFF-Team 15 bzw. 16 Mitarbeitende zwischen 20 und 45 Jahren. Die rund 150 Aktivistinnen und Aktivisten– die freiwilligen Helfer im KIFF – hatten im Jahr 2020 nicht allzu viel zu tun. Nach wie vor haben die beiden Aargauer Kulturförderprojekte «Band-Xaargau» und «kulturdünger» ihren Sitz im KIFF. Der «kulturdünger» unterstützt Kulturprojekte von Jugendlichen unter 26 Jahren mit einem Bezug zum Kanton Aargau. Im Jahr 2020 waren es 26 unterschiedliche Vorhaben, die von dieser finanziellen Starthilfe profitieren konnten. Bei der Eingabe im November gab es mit 17 Gesuchen sogar einen Rekord zu verzeichnen.
Im Juni 2020 haben Hansueli Trüb und sein Team den Fabrikpalast, welches seit 20 Jahren in der Futterfabrik beheimatet ist, verlassen. Das Figurentheater wird in die Bühne Aarau mit den Spielorten Tuchlaube und Reithalle integriert. Im Sommer und Herbst 2020 war das KIFF-Team damit beschäftigt, den Raum zu renovieren und für Vermietungen und kulturelle Anlässe vorzubereiten. Geplant war eine Bespielung ab Winter 2020/21, die aber leider nicht stattfinden konnte. Dennoch wurde der Raum weiterhin regelmässig für private Proben im Theater – und Kulturbereich vermietet.

Neubauprojekt KIFF 2.0
Das Vorprojekt des Neubauprojekts KIFF 2.0 konnte im Mai 2021 beendet werden. Aktuell arbeitet das Projektteam am Bauprojekt, das voraussichtlich im Herbst 2021 abgeschlossen wird. Geplant ist nach wie vor, dass das neue KIFF im Winter 2024/25 eröffnet werden kann.

Aussichten
Nach ersten kleinen Konzerten und Veranstaltungen sind im August 2021 vereinzelte Sommerbespielungen auf Aussenplätzen angedacht und das KIFF hofft, diese auch effektiv durchführen zu können. Hierzu gibt es bald mehr Informationen. Die eigentliche KIFF-Saison mit Beginn im September steht in den Startlöchern.Wenn alles gut geht, erwartet uns im Herbst/ Winter 2021 eine Veranstaltungssaison fast wie vor der Pandemie.

Die Laienkultur des Kantons unter der Lupe

Die Laienkultur des Kantons unter der Lupe | Der Landanzeiger

Eine Strukturanalyse beschreibt erstmals die Situation der kantonalen Laienkultur, um daraus Erkenntnisse für das neue Kulturkonzept 2023–2028 zu gewinnen.

Das kantonale Kulturkonzept ist ein zentrales strategisches Instrument für die Kulturpolitik. Es beinhaltet Grundsätze und Ziele für die Kulturförderung, Kulturpflege und Kulturvermittlung. Zurzeit befindet sich das Kulturkonzept 2023–2028 in Erarbeitung. Unter anderem soll darin auch der Laienkultur besondere Aufmerksamkeit zukommen.

Strukturanalyse zu den Laienkulturverbänden
Im Herbst 2020 hat die Abteilung Kultur des Departements Bildung, Kultur und Sport (BKS) eine Strukturanalyse im Bereich Laienkulturverbände und Laienkulturvereine im Kanton Aargau in Auftrag gegeben. Die Studie hatte zum Ziel, die Situation der Aargauer Laienkultur zu beschreiben, die in Verbänden und Vereinen organisierten Laienkultursparten zu analysieren, übergreifende Verbindungen aufzuzeigen und einerseits Herausforderungen, andererseits aber auch gute Entwicklungsansätze zu erkennen.
Zu diesem Zweck wurden die sechs wichtigsten Verbände der Laienkultursparten Blasmusik (Aargauischer Musikverband), Chor (Aargauischer Kantonalgesangsverein), Theater (Aargauischer Theaterverband), Trachten (Aargauischer Trachtenverband), Jodeln (Nordwestschweizer Jodlerverband, Teilverband Aargau) und Museen/ Sammlungen (Verband Aargauer Museen und Sammlungen) sowie deren Mitgliedervereine befragt.

Wichtigste Erkenntnisse der Strukturanalyse
Im Kanton Aargau vereinigen die befragten Verbände insgesamt 595Laienkulturvereine mit rund 11’000 Mitgliedern. Die meisten Vereine sehen sich gut bis sehr gut in der Bevölkerung verankert. Ein Grossteil der Vereine beurteilt die finanzielle Situation als zufriedenstellend bis stabil, fürchtet jedoch eine künftige Verschlechterung aufgrund der Corona-Pandemie sowie des anhaltenden Mitgliederrückgangs. Letzterer ergibt sich meistens wegen der Schwierigkeiten hinsichtlich der Nachwuchsförderung. So fällt es vielen Vereinen schwer, jüngere Mitglieder und geeignete Personen für die Leitungsfunktionen zu finden.
In den meisten Vereinen nimmt das operative Geschäft eine zentrale Funktion ein, strategischen Fragen hingegen schenkt man in der Tendenz wenig Beachtung. Viele Verbände und Vereine würden eine intensivere spartenübergreifende Zusammenarbeit sehr begrüssen. Die Strukturanalyse Laienkultur zeigt Problemfelder, Chancen und Empfehlungen zur Weiterentwicklung der bestehen-den Strukturen und Themen auf. Sie liefert damit wichtige Ansatzpunkte für eine nachhaltige Zukunftsgestaltung in den Verbänden und Vereinen sowie eine gute Grundlage für die Überlegungen und Diskussionen im Zusammenhang mit der für Herbst/Winter 2021/22 geplanten Erarbeitung des Kulturkonzepts des Kantons Aargau 2023–2028.

Die Strukturanalyse Laienkultur kann unter www.ag.ch/kulturkonzept eingesehen werden.

Traumstart für die Waldeck-Bar

Traumstart für die Waldeck-Bar | Der Landanzeiger

Fünf lokale Bierbrauer eröffneten pünktlich zum grossen EM-Viertelfinalspiel der Schweizer Fussball-Nati gegen Spanien am vergangenen Freitag im ehemaligen Gasthof die Waldeck-Bar. Bis zum definitiven Abbruch der Traditionsbeiz in etwa zwei Jahren soll die Bar mit 12 Bier-Zapfhähnen und 50 weiteren Biersorten in Betrieb sein. So wird die ehemalige Dorfbeiz zum Mekka für Craft-Bier-Liebhaber.

Manchmal sind Bierideen die besten Ideen. Bevor in etwa zwei Jahren die Bagger auffahren und der bewegten Geschichte der Müheler Traditionsbeiz ein Ende setzen werden, kehrt in die «Waldeck» noch einmal neues Leben ein. Fünf lokale Bierbrauer setzten die Idee in die Tat um, hier für die Zeit bis zum Abbruch eine temporäre Bier-Bar zu betreiben. «Zwischennutzung» nennt sich so etwas im offiziellen Amtsdeutsch. «Pop-Up-Bar» wäre ein etwas zeitgemässerer Ausdruck. Wie auch immer.

Die Waldeck, die nach seinen Jahrzehnten als beliebte Dorfbeiz während der Zeit des Schulhaus-Neubaus bis vor einem Jahr als Schulraum diente, wird nun am Ende seiner Geschichte zum Biergarten, respektive zur Bierbar. Dort wo einst zum «Lotto im Säli» gerufen wurde, nämlich im altehrwürdigen grossen Saal, befindet sich nun die Bar im Bistro-Stil. Die Zapfanlage mit 12 Stationen bietet diverse Biere der «Noboob»- und «Heero»-Brauereien an. Im Angebot sind rund 50 weitere Craft-Biere in Dosen und Flaschen, die von den Betreibern sorgfältig ausgesucht wurden.

Ein simples Lagerbier findet man eher nicht im Angebot. Hopfenbetonte, geschmacklich herausfordernde spezielle Craft-Biere bilden das Angebot in der Waldeck-Bar.

Das Team «Hoperia»
Wer sind die fünf lokalen Bierbrauer? Allen voran Daniel Heer aus Oberentfelden. Seine Brauerei «Heero» ist schon länger in Betrieb. Er gilt für die vier Jungbrauer Andreas Siegrist, Pascal Hunziker, Florian Brunner und Marco Jost von «Noboob» (No bitches of ordinary beer) aus Muhen als «Biergott». Zusammen sind sie «Hoperia» und betreiben einen Onlinevertrieb und nun auch die Waldeck-Bar.

Der Start am Freitag war fulminant. Weil just zur Eröffnung auch die Fussball-Nati ihr Viertelfinale bestritt, war der Biergarten sehr gut besucht. Vor der Eröffnung musste das Team einige Sonder- und Nachtschichten einlegen, damit alles rechtzeitig fertig wurde. Die Waldeck-Bar ist zukünftig am Mittwoch und Donnerstag ab 17.00 Uhr offen, am Freitag ab 16.00 Uhr und am Samstag ab 14.00 Uhr.

22 Gemeinden bekommen Geld, 5 zahlen ein

22 Gemeinden bekommen Geld, 5 zahlen ein | Der Landanzeiger

2022 erhalten 135 Gemeinden Finanzausgleichsbeiträge in der Höhe von netto rund 96 Millionen Franken. Davon finanziert der Kanton rund 29 Millionen Franken, während der grössere Teil durch jene 65 Gemeinden finanziert wird, die Abgaben von netto rund 67 Millionen Franken leisten. 5 Landanzeiger-Gemeinden zahlen ein, 22 Gemeinden aus unserem Gebiet bekommen Geld.

Der Finanzausgleich setzt sich aus dem Ressourcen- und dem Lastenausgleich zusammen. Gemeinden mit unterdurchschnittlicher Finanzkraft erhalten aus dem Ressourcenausgleich Beiträge, während Gemeinden mit überdurchschnittlicher Finanzkraft Abgaben leisten. Gemeinden, die trotz dieser Ausgleichszahlungen eine minimale Ressourcenstärke (84 Prozent des kantonalen Mittelwerts) nicht erreichen, erhalten zusätzlich Mindestausstattungsbeiträge. Aus dem Lastenausgleich erhalten jene Gemeinden Beiträge, die in den Bereichen Bildung und Soziales sowie aufgrund räumlich-struktureller Gegebenheiten überdurchschnittliche Lasten zu tragen haben. Unterdurchschnittlich belastete Gemeinden leisten Abgaben.

Ausgleichszahlungen 2022
Viele Gemeinden erhalten aus einem Ausgleichsgefäss Beiträge, in ein anderes hingegen müssen sie Abgaben leisten. Weil sich so Ein- und Auszahlungen teilweise gegenseitig aufheben, ist der ausgewiesene Gesamtbetrag kleiner als die Summe der in den einzelnen Gefässen umverteilten Beträge. Das weitaus wichtigste Ausgleichsinstrument ist der Ressourcenausgleich mit einem Volumen von 73 Millionen Franken (wovon 13 Mio. Mindestausstattungsbeiträge sind), gefolgt vom Soziallastenausgleich (24 Mio.), dem räumlich-strukturellen Lastenausgleich (16 Mio.) und dem Bildungslastenausgleich (9 Mio. Franken). Das Gesamtvolumen der ausbezahlten Beiträge liegt um etwa drei Millionen höher als im Vorjahr. In erster Linie erhöht sich das Niveau des Ressourcenausgleichs, was auf die generell ansteigenden Steuererträge zurückzuführen ist. Bei mehr als der Hälfte der Gemeinden verändert sich die Zahlung gegenüber dem Vorjahr um weniger als 20 Franken pro Kopf, bei dreissig Gemeinden übersteigt die Veränderung 50 Franken pro Kopf und bei sieben Gemeinden 100 Franken.

Aufgrund anstehender Zusammenschlüsse sind zwölf Gemeinden nicht mehr auf der Liste, dafür die beiden neuen Gemeinden Zurzach und Böztal. Auf den Umfang der Finanzausgleichszahlungen hat dies keinen Einfluss. Der Steuerkraftausgleich sowie der Bildungs- und Soziallastenausgleich sind fusionsneutral. Bei den beiden anderen Ausgleichsinstrumenten gilt eine Besitzstandsgarantie für acht Jahre.

Korrekturzahlungen
Bis und mit Finanzausgleich 2020 enthielten die für die Berechnung benötigten Steuerdaten einen Fehler, weil die Quellensteuern nicht korrekt auf den 100-Prozent-Wert umgerechnet worden waren. Bei der Berechnung des Finanzausgleichs 2021 wurde eine Berichtigung vorgenommen. Nach entsprechenden Abklärungen wird der Fehler rückwirkend für drei Jahre (2018 bis 2020) korrigiert. Bei drei Viertel der Gemeinden liegen diese Zahlungen bei maximal einigen Tausend Franken. Grössere Beträge können bei Gemeinden anfallen, die einen hohen Quellensteueranteil sowie besonders hohe oder tiefe Steuerfüsse haben.

Übersicht Finanzausgleichszahlungen 2022
www.ag.ch

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«Ein kleiner, aber wichtiger Teil meiner Arbeit»

«Ein kleiner, aber wichtiger Teil meiner Arbeit» | Der Landanzeiger

Nach 20 Jahren als musikalischer Leiter verlässt Ernst Buchinger die Kadettenmusik. Eine Entscheidung, die ihm nicht leicht gefallen ist. Umso mehr geniesst er all die tollen Erinnerungen mit den «Kadetten».

«Ich habe lange mit der Entscheidung gerungen», sagt Ernst Buchinger. «Ich habe den Job als musikalischer Leiter der Kadettenmusik wirklich gerne gemacht. Es war zwar ein kleiner Teil meiner Arbeit, aber ein wichtiger. Doch es ist Zeit für einen Wechsel.» Nach 20 Jahren verlässt Ernst Buchinger die Kadettenmusik. Doch es ist nicht die einzige Veränderung in der Leitung der Kadettenmusik. Rolf Schlebach wurde bereits im Januar pensioniert. Er leitete die Trommlerabteilung. Auch Peter Roschi, der die administrative Leitung innehatte, beschloss die Kadettenmusik zu verlassen. Nun zieht auch Ernst Buchinger nach. «Wir waren ein super Team über die ganzen Jahre», so Ernst Buchinger. «Wir haben die Kadettenmusik zu dem gemacht, was sie heute ist.»

Die eigene Leidenschaft einfliessen lassen
Vor 20 Jahren war es Peter Roschi, der ihm die musikalische Leitung der Kadettenmusik empfahl. «Die Kadettenmusik wurde damals als Marschmusik abgestempelt», erzählt Ernst Buchinger. Er wollte weg von der klassischen Musikgesellschaft-Form. Als grosser Bigband-Fan liess er die eigene Leidenschaft bei der Kadettenmusik einfliessen. Schlagzeug und Perkussion, Bassgitarre, Klavier oder Keyboard – sie sollten genauso Teil der Kadettenmusik sein. Pop, Blues, Funk, Jazz – Ernst Buchinger spielte mit den verschiedenen Stilrichtungen. Das machte den Erfolg aus. Vor allem traf er damit den Nerv der Jugendlichen. So konnte er die jungen Musizierenden mitreissen und begeistern.

Dass er gleichzeitig Schulmusiklehrer an der Bezirksschule Aarau ist, war auch für die Kadettenmusik von Vorteil. «So habe ich 280 Schüler pro Jahr, die ich kenne und für die Kadettenmusik anfragen, kontaktieren und mobilisieren konnte», sagt Ernst Buchinger. So hatte die Kadettenmusik immer zwischen 25 und 30 Musikanten. 2018 wurde die Betriebskommission der Kadettenmusik aufgelöst und in die Musikschule überführt.

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Eine Herausforderung, die Spass macht
Mir war es immer wichtig, ein anspruchsvolles Programm zu spielen. Es soll eine Herausforderung sein, aber vor allem auch grossen Spass machen. Jahreskonzert, Maienzug und Bachfischet, das sind die fixen Programmpunkte der Kadettenmusik. Aber auch an den Eidgenössischen in Aarau und an den Jugendfesten in Entfelden oder Gränichen waren sie stets gern gehörte Gäste.

Highlight mit Hanery
Auch lud Ernst Buchinger gerne Gäste zum Musizieren ein. Und das führt auch gleich zu seinem Highlight während diesen 20 Jahren. Es war im Mai 2015. Die Kadettenmusik spielte im Aarauer Kultur- und Kongresshaus ein Konzert mit Mundartsongs. Als Gastsänger konnte Daniel Probst (Snoeff) gewonnen werden und am Klavier sass niemand geringeres als «Alpenrosen»-Komponist Hanery Amman. «Nicht nur Hanery hatte riesigen Spass. Er hat bei den Jugendlichen grossen Eindruck hinterlassen», schwelgt Ernst Buchinger in Erinnerungen.

Er wird weiterhin zu sehen und zu hören sein
Der Abschied von der Kadettenmusik fällt Ernst Buchinger sichtlich schwer. «Es wäre schön gewesen, hätten wir mit einem Maienzug abschliessen können», sagt er. Aber Ernst Buchinger wird trotzdem durch seine Rolle als Schulmusiklehrer und Mitglied der Maienzugkommission noch am Maienzug zu sehen und zu hören sein. Nicht zuletzt weil er auch Komponist und Produzent des Aarauer Stadtsongs ist. Und natürlich geht auch seine Arbeit mit jungen Musiktalenten weiter. Vielleicht sogar mit einem ganz neuen Projekt. Ihm schwebt da nämlich eine kantonale Jugend-Bigband vor.

Grosses Dankeschön
Sein Nachfolger als musikalischer Leiter wird Saxophonist Alex Hilbe, der bereits Vorher seine Rolle bei der Kadettenmusik hatte. Martin Zollet aus Thun und Moritz Frei aus Basel haben die Tambouren übernommen, wobei Martin Zollet auch gleich die Administration von Peter Roschi übernehmen wird.

Ernst Buchinger möchte sich zum Abschluss bedanken. Bedanken bei der Stadt Aarau und allen Behörden für das langjährige Vertrauen. Und er möchte sich bei allen bedanken, die in 20 Jahren Teil der Kadettenmusik waren und für unvergessliche Momente gesorgt haben.

«Damit Forstbetriebe eine Zukunft haben»

«Damit Forstbetriebe eine Zukunft haben» | Der Landanzeiger

Viel Lob vonseiten des Kantons gab es für den neuen Betriebsplan der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Seon, deren Vertragsgemeinden Teufenthal, Dürrenäsch, Schafisheim und Seon das Dokument endlich unterschreiben konnten. Nach zweijähriger Vorarbeit verhinderte die Pandemie eine frühere Unterzeichnung.

Für die meisten Menschen ist der Wald einfach da. Dass der Wald aber auch die Lunge der Erde ist, dass sich Interessen der Wirtschaftlichkeit und der Nachhaltigkeit oft die Wege kreuzen und die entsprechende Bewirtschaftung gut durchdacht sein will, wird erst beim zweiten Blick klar. Oder wenn man das Leitbild der Forstbetriebsgemeinschaft Seon liest.

Dem Vertrag liegt ein Leitbild zugrunde
Dieses Leitbild lag dem umfangreichen Vertragswerk zugrunde, das nach zweijähriger Vorbereitungszeit bereits in Kraft getreten ist, obwohl es die Vertreterinnen und Vertreter der Vertragsgemeinden erst jetzt unterschrieben haben. Die Pandemie verhinderte ein früheres Zusammenkommen, doch auf das Signieren per Zirkulation wollte man bei einem so wichtigen Dokument verzichten. Und das Dokument ist wichtig: Im Wesentlichen berücksichtigt es die klimatischen Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit der heutigen Holzproduktion unter Erhaltung eines gesunden, den Gefahren des Klimawandels bestmöglich angepassten Waldes, der den Bedürfnissen der Bevölkerung entspricht. «Es ist ein Miteinander», fasste Revierförster und Betriebsleiter Marcel Hablützel die Lage zusammen. «Man hat es verschiedentlich probiert mit dichten Monokulturen, bis man gemerkt hat, dass es besser ist mit der Natur zu gehen, statt gegen die Natur», sagte der Betriebsleiter gegenüber den anwesenden Vertragspartnern bei einem Rundgang durch den Wald. «Es ist heute bekannt, dass die Bäume über die Wurzeln miteinander kommunizieren und der Wald eine Einheit bildet», fuhr Hablützel fort. Auf Räumungen würde deshalb verzichtet und nur mit kleinen Lücken gearbeitet, die in einem Rhythmus von ungefähr sechs Jahren bearbeitet werden.

Pionierarbeit geleistet
Gut möglich, dass unter der Federführung von Marcel Hablützel ein mögliches Standardwerk entstanden ist. In Zusammenarbeit mit dem Forstingenieurbüro Hasspacher & Iseli, den Gemeindevertretern und der Abteilung Wald des Kantons Aargau wurde aber auf jeden Fall Pionierarbeit geleistet. Ob der Plan aufgeht, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit auf die gewünschte Weise zu verbinden, wird freilich erst die Zukunft zeigen – der Vertrag gilt bis ins Jahr 2035.

Die Vielfältigkeit des Waldes
«Haben Sie sich geachtet, an wie vielen Baumarten wir vorbei gegangen sind?» fragte Hablützel zum Abschluss des Rundgangs. Man brauche schon ein etwas geschultes Auge: Fichten, Tannen, Föhren, Lerchen, Douglasien, Buchen, Bergahorn, Eschen, Eiche, Roteiche, Linde, Kirschbaum, Birke, Aspen, Edelkastanie, Hagenbuche, Weide und sogar ein Mammutbaum war dabei. «59 Prozent der Bäume sind Laubholz und 41 Prozent Nadelholz, wobei das vor allem junge Laubholz deutlich mehr Platz in Anspruch nimmt als das Nadelholz.» Das sei ein gewollter Umwandlungsprozess, der ebenfalls dem Klimawandel geschuldet ist. Fichten werden irgendwann keine mehr wachsen in Schweizer Wäldern.

Im Anschluss an die spannenden Ausführungen folgte die feierliche Unterzeichnung des umfangreichen Betriebsplans durch die Gemeindeammänner und Gemeindeschreiber der Vertragsgemeinden. Und weil es die Schutzvorschriften endlich zuliessen, konnte beim Apéro aus der Küche des Hallenbads Seon auf das gelungene Werk angestossen werden.