Schöftler Schulbänke für Sansibar

Stefan Rüdlinger | Der Landanzeiger

Eine junge Gruppe aus Schöftland und Holziken hat letztes Jahr den Verein «kila kitu fresh» gegründet. Dieser bietet im August, September und Oktober erstmals drei Workcamps an mit jungen Schweizer Handwerkern, die in Sansibar zusammen mit einheimischen Handwerken Schulbänke zimmern, Dächer ausbessern und das Stromnetz reparieren.

Bei seinem ersten Besuch in Sansibar vor zwei Jahren hat Stefan Rüdlinger gesehen, wie rund 100 Schülerinnen und Schüler in einem Raum auf dem Boden sitzend unterrichtet werden. Schnell wurde ihm klar, den öffentlichen Schulen in Sansibar fehlt es an einfachen Sitz- und Schreibmöglichkeiten, Dächer sind undicht und es regnet auf die elektrischen Anlagen. Dies ist ein untragbarer Zustand.

Der 25-jährige Schöftler war nicht ganz zufällig auf der afrikanischen Insel. «Ich suchte eine Herausforderung, wo ich mit meinem Handwerk etwas Nützliches tun kann», erklärt Rüdlinger seine Motivation. Er kam in Kontakt mit Theres Bärtschi von der internationalen Nichtregierungsorganisation Service Civil Organisation (SCI). Jedes Jahr bietet SCI weltweit rund 1000 Workshops in 90 Ländern an.

Workcamp in Sansibar für junge Schweizer Handwerker
Für den Schöftler war klar, dass er auf Sansibar einen solchen Workshop auf die Beine stellen möchte mit jungen Handwerkern aus der Schweiz und aus Sansibar als aktive Teilnehmende. Ziel ist, dass die Infrastruktur von öffentlichen Schulen Sansibars verbessert wird. Dafür hat er den Prototyp eines Schulbanks gezimmert, welcher im Workshop gebaut werden soll. 21 davon braucht es pro Klassenzimmer. «Es geht aber nicht nur um Schulbänke», betont Stefan Rüdlinger, «wir reparieren auch, wo nötig, die Dächer der Schulen und verbessern das Stromnetz.»

Im letzten Jahr wurde sein Projekt konkret. «Mit meinem Bruder und Jurastudenten Robert, der Freundin und Pädagogikstudentin Catja und dem Freund und Verleger Enrico gründeten wir den Verein «kila kitu fresh», mit dem Ziel, die interkulturelle Bildung in Sansibar zu verbessern.» Auf Swahili bedeutet «kila kitu fresh» umgangssprachlich «alles wird gut».

Das Workcamp durfte er vor einem Jahr an der Berufsschule Lenzburg den Abschlussklassen vorstellen. «Viele junge Handwerker suchen für die Zeit nach der Abschlussprüfung und vor dem Militär eine solche oder ähnliche Herausforderung», erklärt Rüdlinger.

Und tatsächlich meldeten sich genügend junge Handwerker aus der Schweiz für das Workcamp. Dank der Hilfe von SCI und einer Freiwilligenorganisation vor Ort in Sansibar werden auch junge einheimische Handwerker am Camp mitmachen. Aktuell ist Stefan Rüdlinger mit den Planungsarbeiten voll beschäftigt. Wegen des Coronavirus muss der Juli-Workshop in den Oktober verschoben werden.

Seine ehrenamtliche Arbeit leistet der Schöftler neben seinem 80%-Pensum als Zimmermann bei der Zubler AG Holzbau in Hunzenschwil.

Eine «Karma-Investition»
Angesprochen auf die Frage, ob er mit seiner ehrenamtlichen Tätigkeit irgendwann mal Geld verdienen möchte, antwortet Stefan Rüdlinger kurz und bündig: «Es ist für mich eine Karma-Investition!»

Unterstützung per Crowdfunding 
Der Verein «kila kitu fresh» setzt sich ein für die interkulturelle Bildung in Sansibar. Auf der Afrikanischen Insel wird der Verein im August, September und Oktober Workshops anbieten. 
Infos unter www.kilakitufresh.com
Wer das Projekt finanziell unterstützen möchte, kann dies tun unter: www.crowdify.net/kila-kitu-fresh 

Festtage für die Fans der Erdbeere

Erdbeerfelder | Der Landanzeiger

Seit einigen Tagen sind die Erdbeerfelder in unserer Region geöffnet. Die beliebten roten und süssen Früchte sind dieses Jahr etwas früher reif als in vergangenen Jahren. Unser Bild stammt aus Muhen. Mancherorts kann man sich auf Feldern für «Selbstpflücker» jede Erdbeere selber aussuchen. Das ist auch ein tolles Erlebnis für die ganze Familie. Andernorts bieten Verkaufszelte direkt beim Feld frisch geerntete Früchte in Schalen an. Die Erdbeersaison ist kurz – jetzt hat sie so richtig begonnen. 

Recyclingplastik-Häuser aus Buchs für Menschen in Not

Hightechzentrum Aargau | Der Landanzeiger

Mit Unterstützung des Hightech Zentrum Aargau hat das Buchser KMU Boxs AG aus gemischtem Recyclingplastik ein modulares Leichtbausystem entwickelt. Dieses soll in Krisengebieten eingesetzt werden.

Das Hightech Zentrum Aargau (HTZ) half der Boxs AG auch bei der Lancierung eines Folgeprojekts, das vom Forschungsfonds Aargau finanziert wird. Im Zentrum steht hier die Herstellung von Prototypen für einen Feldtest in einem Flüchtlingslager in Jordanien.

Die Boxs AG aus Buchs ist nicht die einzige Firma, die vom HTZ unterstützt wird. In diesen Tagen erschien der Geschäftsbericht 2019 des HTZ. Das Hightech Zentrum Aargau AG kann auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2019 zurückblicken. Rund 350 neue Projekte mit Kunden – mehrheitlich Aargauer KMU – wurden in Angriff genommen. Erstmals wurden über 100 Koopera-tionsprojekte realisiert.

«Auch im siebten Jahr seit ihrer Gründung hat die Hightech Zentrum Aargau AG geliefert und die Mission Innova-tion erfüllt», zieht Verwaltungsratspräsident Anton Lauber Bilanz und ergänzt: «Seit dem Start 2013 haben wir mit 700 Unternehmen im Kanton Innovationsprojekte umgesetzt.» In dieser Zeitspanne wurden mehr als 400 Vorhaben mit -einer Schweizer Hochschule als Forschungspartner realisiert.

Dabei wurde ein direktes Projektvolumen von mehr als 51 Millionen Franken ausgelöst. Die Unternehmen haben ein Vielfaches davon in die weitere Entwicklung, Produktion und Vermarktung ihrer Erzeugnisse oder Dienstleistungen investiert.

Schon über 30 Häuschen vermietet

Weihnachtsmarkt Aarau | Der Landanzeiger

Der Aarauer Stadtrat hat Vreni und Luigi Langone aus Sarmenstorf bewilligt, den 4. Weihnachtsmarkt am Graben zwischen Holzmarkt und Fischlibrunnen vom 27. November bis 13. Dezember durchzuführen. Die Reaktion blieb nicht aus: über 30 Holzhäuschen sind vermietet und es dürften noch mehr werden.

Die Veranstalter sind überzeugt, dass mit einem kompakten Weihnachtsmarkt, links und rechts mit dekorierten, einheitlichen Holzhäuschen und einem beleuchteten Mitteldurchgang sowohl das Interesse von Ausstellern wie auch Qualität und Attraktivität für die Besucher massgeblich gesteigert werden können.

Der diesjährige Aarauer Weihnachtsmarkt wird erneut ab Night-Shopping bis zum ersten Sonntagsverkauf dauern und er soll dank der kompakten Anordnung am Graben schöner und wieder grösser werden. Die Aussteller haben die Möglichkeit, über die ganze Dauer oder in drei wählbaren Etappen präsent zu sein. Der Markt findet, ausser am Montag, täglich von 11 bis 21 Uhr statt, wobei die Gastro-Stände freiwillig eine Stunde länger geöffnet sein können.

Am Night-Shopping und Eröffnungstag, 27. November, ist der Markt von 15 bis 22 Uhr offen. Wie alle Jahre gibt es wieder ein Kinderkarussell und verschiedene Verpflegungs- und Glühweinstände. Auch für musikalische Unterhaltung ist gesorgt und die Veranstalter investieren in eine besonders schöne Beleuchtung.

Die bereits gebuchte Zahl von Ausstellungs- und Verkaufsständen sorgt bei den Organisatoren für Freude und Motivation.

Potential für zusätzliche Stände
«Wir haben die Möglichkeit und den Platz, zusätzliche Anbieter aufzunehmen», freut sich Bauchef Luigi Langone. Das Ziel mit 40 Ständen dürfte bald erreicht sein und Langones sind zuversichtlich, dass der erfreuliche Trend zusätzliche Marktfahrer zur Teilnahme motivieren wird. «Wir möchten ein möglichst vielfältiges Sortiment erreichen und das bestehende Angebot auch qualitativ ergänzen», wünscht sich Vreni Langone. Kunsthandwerk, Basteleien, kreativer Schmuck oder Weihnachtsartikel. «Damit auch Anbieter mit kleinem Budget teilnehmen können und auch um einen Anreiz zu schaffen den Markt öfters zu besuchen, bieten wir die Möglichkeit an, ein Tageshäuschen zu mieten», führt Vreni Langone aus. Bis Ende Mai wollten Vreni und Luigi Langone die Aussteller beisammen haben. Dieses Ziel wurde erreicht und jetzt bleibt Zeit für zusätzliche Anmeldungen und für den gestalterischen Feinschliff. «Die Unterstützung durch den Stadtrat ist für uns auch Pflicht für Qualität und Attraktivität», hält Vreni Langone fest. Bei der Umsetzung des Planes für einen zweiwöchigen Aarauer Weihnachtsmarkt haben sich Vreni und Luigi Langone fünf Jahre Zeit gegeben. Die Sterne stehen günstig und sie werden auch das Bild zur Adventszeit in Aarau prägen.

Infos und Anmeldeunterlagen gibt es auf der Homepage www.langone.ch oder über Telefon 079 700 22 25.

«Wir sind froh, dass es bald weiter geht»

Coach Flavia Landolfi und Sänger Jesse wollen den Sieg | Der Landanzeiger

Aufgrund des Coronavirus mussten zwei Sendungen der diesjährigen Staffel der Tanzshow «Darf ich bitten? » verschoben werden. Nun ist klar, wie und wann es weiter geht. Beim Halbfinale am Samstag, 10. Oktober mit dabei sind der Sänger Jesse Ritch mit Coach und Tanzlehrerin Flavia Landolfi aus Kölliken.

Ebenfalls antreten werden die weiteren Promis Karina Berger, Bigna Silberschmidt, Florian Ast und Jason Brügger. Das Finale folgt am 17. Oktober. Sara Leutenegger und Charles Nguela haben sich in den Qualifikationsshows im März zwar für das Halbfinale qualifiziert, können aus persönlichen und beruflichen Gründen beim Halbfinale nicht teilnehmen.

Dafür konnte Florian Ast nachnominiert werden – er hat von den Ausgeschiedenen der Qualifikations am meisten Punkte erhalten. «Wir sind sehr froh und glücklich, dass es bald weiter geht», sagt Flavia Landolfi. «Wir haben schon viel Herzblut, Schweiss und Zeit in dieses Projekt investiert ». Das Duo hat sich mit der zweitbesten Punktezahl für das Halbfinale qualifiziert.

Nur 15 Trainingstage
Die Showteilnehmer wissen seit vergangenem Donnerstag, dass es weiter geht. Um für alle die gleichen Voraussetzungen zu schaffen, hat das SRF Regeln erlassen. «Wir dürfen das Training erst ab 1. Juli wieder aufnehmen», sagt Flavia Landolfi, «und maximal 15 Tage trainieren.»

Seit der letzten Sendung im März hat sie ihren Tanzpartner Jesse nicht mehr gesehen. Sie hatten nur per Mail Kontakt. Flavia Landolfi selbst musste aber nicht aufs Tanzen verzichten. Mit ihrem (Tanz)-Partner konnte sie im privaten Tanzstudio weiterhin ihrer grossen Leidenschaft nachgehen.

Im Halbfinale treten somit fünf statt der geplanten sechs Tanzpaare an. Sandra Studer moderiert den Live-Event. Die Zuschauerinnen und Zuschauer sowie die Jury um die drei Tanzprofis Markus Buehlmann, Daria Reimann und Fabio Quattrocchi entscheiden, wer auf dem Parkett die beste Figur macht.

Nach der Halbfinalsendung haben vier Paare die Chance, sich in der Finalsendung vom 17. Oktober den Sieg zu sichern. Die Sendungen werden jeweils am Samstags, 10. und 17. Oktober, 20.10 Uhr, auf SRF 1 ausgestrahlt.

Mehr Infos zur Tanzshow «Darf ich bitten?» gibt es auf der Webseite von SRF.

179 Eingaben: Gegenwind für Teiländerung

Gegenwind für Teiländerung | Der Landanzeiger

Der Planungsprozess zur «Teiländerung Nutzungsplanung Mühleareal/Hegmatte» nimmt wieder Fahrt auf: Die Auswertung der schriftlichen Eingaben aus der öffentlichen Mitwirkung ist abgeschlossen. 179 Eingaben sind eingegangen. Auch im weiteren Verfahren soll die Bevölkerung aktiv eingebunden werden.

Der Entwurf der Teiländerung Nutzungsplanung wurde der Bevölkerung von Schöftland am 11. November des letzten Jahres an einem öffentlichen Infoabend vorgestellt und vom 22. November 2019 bis 21. Februar 2020 für die öffentliche Mitwirkung aufgelegt. In dieser Zeit gingen bei der Gemeinde 179 Eingaben ein, wie der Gemeinderat Schöftland, Aargau Verkehr und der Kanton Aargau in einem gemeinsamen Schreiben mitteilen. Die 139 ablehnenden Eingaben (136 davon sind weitgehend identische Schreiben) begründen ihre Kritik mit dem Grundsatz des schonenden Umgangs mit dem Boden und der Befürchtung einer hohen Lärmbelastung durch die Bahn. Zudem könne, so die Projektgegnerschaft, auch im Ortszentrum eine gute Lösung für die Anlagen gefunden werden, heisst es im Schreiben weiter.

Bei den 35 zustimmenden Eingaben (29 davon sind fast identische Schreiben) stehen die Aufwertung des Ortszentrums und die hochwertige Innenentwicklung im Vordergrund. Den Bau der Bahninfrastrukturanlagen im Mühle-areal schliessen sie grundsätzlich aus, weil diese das wertvolle Ortsbild der Gemeinde beeinträchtigen und sich das zentral gelegene Areal für eine hochwertige Innenentwicklung eignet. Die Naturschutzzone in unmittelbarer Nähe zum Zentrum würdigen alle Parteien als Mehrwert für Mensch und Natur.

Der Kanton hat sich in seiner Vorprüfung deutlich für den Bau der Depot- und Werkstattanlagen in der Hegmatte sowie die hochwertige Entwicklung des Mühleareals für Wohnzwecke ausgesprochen und begrüsst deshalb die vorgeschlagene Teiländerung Nutzungsplanung.

Zuerst entscheidet Schöftland, dann der Grosse Rat
Da die Zentrumsentwicklung für die Gemeinde von grosser Bedeutung ist, soll darüber zunächst auf kommunaler Ebene entschieden werden, heisst es in der Mitteilung weiter. Erst anschliessend wird im kantonalen Richtplan der Standort des Bahndepots festgelegt. Diesem in der Mitwirkung geforderten Vorgehen haben auch die zuständigen kantonalen Stellen und die grossrätliche Kommission zugestimmt.

In die weitere Planung einfliessen wird auch die vorgesehene Beurteilung durch die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK), die sich zu den Auswirkungen des Vorhabens auf das Ortsbild von nationaler Bedeutung äussern wird. Die Gemeindeversammlung vom 26. Juni und die von der Initiative «Überlagerung der Hegmatte mit einer Landschaftsschutzzone» verlangte ausserordentliche Gemeinversammlung müssen aufgrund der Corona-Bestimmungen abgesagt beziehungsweise verschoben werden.

Im August laden der Gemeinderat, der Kanton und die AVA alle Schöftlerinnen und Schöftler zur Informationsveranstaltung mit öffentlichem Dialog ein. Mit einem Modell wird dabei die Entwicklung anschaulich dargestellt.

Abstimmung im Frühling 2021
Die öffentliche Auflage der Teiländerung Mühleareal/Hegmatte ist im Oktober geplant. An einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung im Frühling 2021 soll die Vorlage zur Abstimmung kommen, heisst es in der Mitteilung von Gemeinden, Aargau Verkehr und dem Kanton Aargau abschliessend. 

«Das Wirken des Stadtteilvereins wird enorm geschätzt»

Thomas Bürgisser und Regina Jäggi schauen unter den Linden auf 10 Jahre Stadtteilverein zurück | Der Landanzeiger

Regina Jäggi war der letzte Gemeindeammann von Rohr, bevor 2010 mit Aarau fusioniert wurde. Anschliessend war sie Aarauer Stadträtin. Heute schreibt sie Artikel für das «Sprach- Rohr», dem Informationsblatt des Stadtteilvereins. Thomas Bürgisser ist seit der Gründung des Vereins Präsident und hat den Stadtteilverein über all die Jahre intensiv begleitet. Die beiden schauen auf 10 Jahre Stadtteilverein zurück, äussern sich zum Zukunftraum und erzählen von ihren Wünschen für den Verein.

In diesem Jahr feiern wir das Zehnjährige des Stadtteilvereins Rohr. Was waren damals die Beweggründe für die Gründung des Vereins?

Regina Jäggi: Als Gemeindeammann war es mir ein grosses Anliegen, dass die Kultur und die Traditionen nach einer Fusion mit Aarau nicht ganz verloren gehen. Deshalb wurden alle Vereine eingeladen, sich dazu zu äussern. Nach drei intensiven Sitzungen war klar, der Verein «Schönes Rohr» wurde zum Stadtteilverein.

Herr Bürgisser, Sie sind der Präsident des Stadtteilvereins. Wie sieht die Bilanz 10 Jahre später aus?

Thomas Bürgisser: Sehr erfreulich. Wir stellen fest, dass sich die Vernetzung untereinander bestens bewährt. Das zeigt sich auch am enormen Aufmarsch an den Anlässen. Das Wirken des Stadtteilvereins wird von der Bevölkerung enorm geschätzt.

«Der Stadtteilverein hat einen hohen Stellenwert bei der Bevölkerung und zwar nicht nur bei den Alt-Rohrerinnen und -Rohrern»
Regina Jäggi

Wenn Sie zurückblicken, welches waren für Sie die erfolgreichsten Projekte einerseits und die grösste Herausforderung andererseits?

Thomas Bürgisser: Eindeutig das Dorffest im Jahre 2012, das war Herausforderung und Erfolg zugleich. Aber auch unsere beiden Anlässe, das Jazzmatinée im Spätsommer und das Neujahrskonzert «Klassik in Rohr» sind jeweils ein Highlight. Das «SprachRohr», das jeweils drei Mal im Jahr erscheint und die Finanzierung aller Anlässe fordert den Verein ebenfalls.

Frau Jäggi, wie wichtig ist der Stadtteilverein für die Einwohner im Stadtteil Aarau Rohr?

Regina Jäggi: Der Stadtteilverein hat einen sehr hohen Stellenwert bei der Bevölkerung und zwar nicht nur bei den Alt-Rohrerinnen und -Rohrern. Das Angebot ist für alle Menschen gedacht. Auch die Entwicklung im Vorstand zeigt Erfreuliches, denn da sind nicht nur die «Alteingesessenen» sondern auch junge Zugezogene und «Aarauer».

Welche Aktivitäten vom Verein schätzen Sie besonders?

Regina Jäggi: Persönlich liegen mir der Weihnachtsbaumverkauf und die «Zopftour » am Herzen, an denen ich seit Jahren mithelfe. Jedoch hat jeder Anlass sein besonderes Ambiente, deshalb ist es schwierig eine Auswahl zu treffen.

Herr Bürgisser, wie sieht die momentane Situation bei den Anlässen aus? Können Sie die Events, die Sie für diesen Sommer organisiert haben, überhaupt durchgeführt werden?

Thomas Bürgisser: Leider mussten wir alle Events bis Ende Juni absagen. Ob die Feier unter den Linden am 1. August und das Jazzmatinée vom 30. August stattfinden werden, wird Ende Juni entschieden.

Wäre auch etwas zum Zehnjährigen geplant gewesen?

Thomas Bürgisser: Ja, es hätte im Juni ein Fest im kleinen Rahmen gegeben. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Auch an der diesjährigen GV, die abgesagt wurde, hätte es einen Rückblick auf die letzten 10 Jahre gegeben.

Der Zusammenschluss zwischen Aarau und Rohr wird oft im Projekt Zukunftsraum erwähnt. Wie haben Sie den Zusammenschluss und die Folgejahre erlebt?

Thomas Bürgisser: Durch den Zusammenschluss ging ein Ruck durch einen Teil der Bevölkerung, indem man sich speziell darauf besonnen hat, Traditionen weiterzuführen, unabhängig von denjenigen der Stadt. Alte Rohrer Traditionen stehen jedoch nicht im Wettbewerb mit Aarauer Traditionen. Ich bin der festen Überzeugung, dass auch heute einer Fusion mit der Stadt Aarau zugestimmt würde.

Regina Jäggi: Das glaube ich auch. Damals haben über 84% der Bevölkerung von beiden Gemeinden ein JA in die Urne gelegt und so würde auch heute noch abgestimmt werden. Im grossen Ganzen war der Zusammenschluss eine positive Erfahrung, man tauschte sich auf Augenhöhe aus und hatte Verständnis für die Anliegen beider Seiten. Es war ja ein Novum für die Stadt wie für die Gemeinde und so gab es ein paar Stolpersteine, die jedoch ausgeräumt werden konnten. Ideal war sicher, dass ich anschliessend noch acht Jahre im Stadtrat mein Wissen um die ehemalige Gemeinde einbringen konnte.

«Ich bin der festen Überzeugung, dass auch heute einer Fusion mit der Stadt Aarau zugestimmt würde.»
Thomas Bürgisser

Frau Jäggi, Sie gehören zur Resonanzgruppe im Projekt Zukunftsraum. Aktuell wird die Einführung von Stadtteilkommissionen mit einem eigenen kleinen Budget vorgeschlagen. Was halten Sie von diesem Vorschlag?

Regina Jäggi: Eine Stadtteilkommission ist eine gute Sache, da sich die Bevölkerung aktiv einbringen kann. Die Einwohnerinnen und Einwohner der verschiedenen Stadtteile haben einen direkteren Bezug zur Politik und können sich mit ihren Anliegen an eine vom Stadtrat gewählte Kommission wenden und fühlen sich so besser vertreten.

Wie schätzen Sie beiden das Projekt Zukunftsraum ein?

Regina Jäggi: Ich gebe dem Projekt eine grosse Chance, denn alle beteiligten Gemeinden konnten sich von Beginn her aktiv in den gesamten Prozess einbringen. Es fanden immer Diskussionen und Lösungsfindungen auf paritätischer Ebene statt, was zu einem guten Endergebnis für die kommenden Abstimmungen führte. Die heutigen, wie künftigen Aufgaben der Gemeinden verlangen ein starkes Miteinander und können in grösseren Organisationseinheiten gezielter angegangen werden.

Thomas Bürgisser: Auch ich habe mich mit dem Projekt sehr auseinander gesetzt, viel darüber gelesen und Veranstaltungen besucht. Es erstaunt mich, dass einige Menschen so verschlossen, so nicht offen für Neues sind. Es wird immer noch zu stark das eigene «Gärtli» gepflegt und gehegt. Ich wünsche mir eine ehrliche Auseinandersetzung mit dem Projekt.

«Mein Ziel ist es, 500 Mitglieder im Verein zählen zu dürfen.»
Thomas Bürgisser

Nun aber wieder zurück zum Stadtteilverein. Was für Projekte stehen dort als Nächstes an?

Thomas Bürgisser: Mein Ziel ist es, 500 Mitglieder im Verein zählen zu dürfen. Im Moment sind es über 450. Da möchte ich in irgendeiner Form Mitgliederwerbung machen. Wie die aussehen könnte, wird im Vorstand bald diskutiert werden.

Und Sie Frau Jäggi, was wünschen Sie dem Stadtteilverein?

Regina Jäggi: Ich wünsche dem Stadtteilverein, dass er weiterhin spürt, wo die Bedürfnisse der Bevölkerung liegen und sein Programm laufend anpasst, wie das bis anhin geschehen ist. Das Wichtigste jedoch ist, dass die Menschen auch weiterhin so mitmachen.

Kooperationsvorschlag noch in diesem Jahr

Die angelieferten Hauskehrichtmengen haben während des Lockdowns im KVA Buchs zugenommen | Der Landanzeiger

Die Kehrichtverwertungsanlagen Buchs und Turgi treiben ihr Kooperationsprojekt voran. Ein konkreter Vorschlag für eine gemeinsame Betriebsorganisation dürfte noch dieses Jahr vorliegen. Die Abgeordnetenversammlungen werden aufgrund des Coronavirus erst im Herbst wieder tagen. Die Abfallmengen hingegen hat der Lockdown nicht negativ beeinträchtigt.

Seit Frühling 2018 prüfen die KVA Buchs und Turgi eine Zusammenarbeit. Jetzt neigen sich die Kooperationsabklärungen unter dem Titel KVAargau ihrem Ende zu. Die Projektverantwortlichen wollen den Vorständen der beiden Gemeindeverbände noch im laufenden Jahr einen Vorschlag unterbreiten, in welcher Form die Anlagen künftig unter einem gemeinsamen Dach betrieben werden könnten.

Im Februar 2019 ist entschieden worden, auch nach 2030 an beiden Standorten eine Kehrichtverwertungsanlage zu betreiben, in Buchs mit einer etwas erhöhten Verwertungskapazität (150’000 Jahrestonnen Abfall) und in Turgi mit einer verringerten Kapazität (90’000 Tonnen).

Beide Anlagen voll ausgelastet
Wegen des Veranstaltungsverbots wurden die Abgeordnetenversammlungen des Gemeindeverbands Kehrichtverwertung Region Baden-Brugg und des Gemeindeverbands für Kehrichtbeseitigung Region Aarau-Lenzburg verschoben. Die Versammlung der KVA Turgi auf den 21. Oktober, die GEKAL-Abgeordneten tagen am 18. November. Auf den Traktandenlisten stehen unter anderem die Geschäftsberichte und Jahresrechnungen 2019. Beide Anlagen waren im vergangenen Jahr voll ausgelastet, wobei die insgesamt vier Ofenlinien – abgesehen von den geplanten mehrwöchigen Revisionen – praktisch rund um die Uhr unter Feuer standen.

Mehr Hauskehricht während Lockdown
Auch das Jahr 2020 ist gut angelaufen. Der Coronavirus-Lockdown und die damit verbundenen eingeschränkten industriellen und gewerblichen Tätigkeiten haben sich weder in Buchs noch in Turgi negativ auf die angelieferten Abfallmengen ausgewirkt.

Im März fielen in Buchs 12’220 Tonnen Kehricht an (6% mehr als im März 2019), in Turgi waren es mit 8862 Tonnen praktisch gleich viel wie im Vorjahresmonat. Die Zahlen im April 2020: KVA Buchs 10’718 Tonnen (-3%), KVA Turgi 10’036 Tonnen (+12%). Die angelieferten Hauskehrichtmengen haben an beiden Standorten zugenommen, was auf die behördliche Weisung zurückgeführt wird, die Leute sollten zu Hause bleiben.

KVA Buchs: Kennzahlen 2019

Angelieferte Kehrichtmenge: 132’428 Tonnen
Davon Haushaltkehricht: 36%
Hauskehricht pro Einwohner: 150 kg
Verwertete Kehrichtmenge: 131’357 Tonnen
Fernwärmeliefermenge: 72.5 GWh
Stromliefermenge: 73.9 GWh

«Ragusa» auf der Autobahn

Schaf "Ragusa" mit seiner Freundin und Helferin von der KAPO Aargau | Der Landanzeiger

Die Kantonspolizei Aargau wird immer wieder gerufen, um entlaufene Tiere einzufangen. Falschmeldung oder nicht, dachte sich die Patrouille wohl auch am Mittwochabend beim Meldungseingang: «Schaf auf der Autobahn A1 zwischen Aarau Ost und Aarau West.»

Anlässlich ihrer Kontrollfahrt fanden die zwei Kantonspolizisten im A1-Ausfahrtsbereich Aarau West, Fahrbahn Zürich, das ausgebüxte Schaf vor. «Ragusa» wurde eingefangen und im Polizeiauto zurückgebracht.

«Auf die Frage, was es auf der Autobahn gesucht habe, kam nur ein unverständliches blöken …», schreibt die Kantonspolizei auf ihrer Facebookseite mit einem Augenzwinkern. Vielleicht wollte es nach Schafhausen im Emmental, ergänzt der «Landanzeiger».

Zahl der Schüler und Lehrpersonen in der Volksschule steigen weiter

Die Zahl der neuen Lehrpersonen an den Aargauer Volksschulen hat sich in den letzten zehn Jahren um fast Tausend erhöht | Der Landanzeiger

Seit 2010 hat die Zahl der Schülerinnen und Schüler um 6080 zugenommen und lag im Schuljahr 2019/20 bei einem Bestand von 76’728 Kindern und Jugendlichen. Die Anzahl Lehrpersonen lag bei 8838 und hat sich im selben Zeitraum um 978 Personen erhöht.

Im Schuljahr 2019/20 werden in der Aargauer Volkschule 76’728 Schülerinnen und Schüler von 8838 Lehrpersonen unterrichtet.

Die Zahl der Primarschülerinnen und Primarschüler stieg in den letzten zehn Jahren von 29’547 auf 41’369 an. Ein Grund hierfür war die Umstellung auf das Schulsystem 6/3 im Schuljahr 2014/15 und die damit verbundene Verlängerung der Primarschule von fünf auf sechs Jahre beziehungsweise die Verkürzung der Oberstufe von vier auf drei Jahre. Seither stieg der Bestand weiter um rund 5000 Lernende oder 14 Prozent. Im aktuellen Schuljahr setzt sich diese Zunahme nun erstmals auch in der Sekundarstufe I fort.

Primarschulstruktur ist heterogen
Im Schuljahr 2019/20 (Stichtag: 15. September 2019) führten 200 der damals 211 Gemeinden des Kantons Aargau eine Primarschule. An diesen Schulen, die teilweise in Verbänden organisiert sind, wurden in 2125 Abteilungen zwischen 19 und 1205 Lernende pro Gemeinde unterrichtet. 80 Primarschulen umfassten weniger als 100 Lernende, 27 Schulen mehr als 400 Lernende.

Die kleinen Schulen mit weniger als 100 Lernenden machten 40 Prozent aller Primarschulen aus. An ihnen wurden rund 12 Prozent aller Primarschüler unterrichtet. An den 27 grossen Schulen wurden 41,7 Prozent aller Schüler dieser Schulstufe unterrichtet. Die nachobligatorischen Schulen der Sekundarstufe II zählen insgesamt 22’158 Lernende.

Mehrheit absolviert Berufslehre
Im Schuljahr 2019/20 streben insgesamt 1288 Lernende einen Abschluss der beruflichen Grundbildung mit eidgenössischem Berufsattest (EBA) an. 15’251 Berufslernende besuchen eine Berufsausbildung, die mit einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) abschliesst; davon absolvieren 2222 gleichzeitig die Berufsmatur.

Weiter besuchten am Stichtag total 4298 Schülerinnen und Schüler ein Aargauisches Gymnasium und 1321 Lernende die Wirtschafts-, Informatik- oder Fachmittelschule. Nach einer stabilen Phase nahm die Zahl der Gymnasiastinnen und Gymnasiasten an den sechs Aargauischen Mittelschulen im aktuellen Schuljahr erstmals leicht zu.

Junge Lehrerinnen arbeiten vermehrt Vollzeit
Im Schuljahr 2019/20 arbeiten an der Aargauer Volksschule 8838 Lehrpersonen in 5603 Vollzeitstellen. Der Anteil an Männern, die Vollzeit unterrichten, ist über alle Altersklassen etwa gleich gross. Frauen unterrichten dagegen nur bis zu einem Alter von etwa 35 Jahren vermehrt Vollzeit.

An den Aargauer Mittelschulen sind 822 Personen angestellt, die insgesamt 505 Vollzeitäquivalente unterrichten. Knapp die Hälfte aller Mittelschullehrpersonen ist weiblich. Zwei Drittel der Frauen und Männer sind langjährige Lehrpersonen und hatten bereits im Schuljahr 2010 oder früher eine Anstellung an einer Mittelschule im Aargau.

An den Aargauer Berufsfachschulen und berufsvorbereitenden Schulen arbeiten 968 Lehrpersonen in 584 Vollzeitstellen. Die stetige Abnahme an Vollzeitstellen seit dem Jahr 2013 an den kaufmännischen und gewerblichen Berufsfachschulen (ohne kantonale Berufsfachschulen) setzte sich in diesem Jahr nicht fort.

Mit Papas BMW verunfallt

Mit Papas BMW verunfallt | Der Landanezeiger

Ein 19-jährige Fahrzeuglenker verufallte am Freitagnachmittag bei der Überführung «Klausenpass» in Safenwil.

Wie der Neulenker gegenüber der Kantonspolizei Aargau aussagte, sei er mit dem BMW seines Vaters aus Kölliken kommend Richtung Safenwil unterwegs gewesen. Bei der ersten Brücke über die Autobahn habe er dann beim Rechtsabbiegen wohl etwas zu schnell beschleunigt. Folglich sei ihm das Heck ausgebrochen, er kam von der Strasse ab und kollidierte mit dem Betonpfeiler der Überführung. Der Fahrzeuglenker wie auch sein Beifahrer wurden durch den Aufprall leicht verletzt und mussten ins Spital. Am Fahrzeug entstand Totalschaden.

Hanf-Indooranlage ausgebrannt

Im Obergeschoss eines Lagerraums in Bottenwil brannte eine Hanfanlage | Der Landanzeiger

In der Nacht auf Montag, 18. Mai, kurz nach 00.30 Uhr, brannte es in einem Lagerraum, im Gebäude der Firma Hofmeier an der Hauptstrasse in Bottenwil.

Wenige Minuten nach Eintreffen der Feuerwehr Uerkental und der Regiowehr Suhrental war der Brand gelöscht. Die Nachlöscharbeiten dauerten bis in die frühen Morgenstunden. Es waren rund 100 Feuerwehrleute im Einsatz. Der Brand dürfte nach ersten Ermittlungen im Bereich einer CBDHanf- Indooranlage innerhalb des Lagergebäudes ausgebrochen sein, wie die Polizei in ihrer Mitteilung schreibt. Verletzt wurde niemand. Es entstand ein mittlerer Sachschaden. Die Ermittlungen wurden eingeleitet.

Beim Abbiegen mit Zug kollidiert

Eine Frau übersah beim Abbiegen die WSB, die den Zusammenstoss nicht verhindern konnte | Der Landanzeiger

Beim Abbiegen übersah eine Automobilistin den herannahenden Zug der WSB. Dieser prallte folglich in die Seite des Autos. Verletzt wurde niemand. Es entstand grosser Sachschaden.

Der Unfall ereignete sich am Mittwoch, 13. Mai, kurz vor 17 Uhr beim Bahnübergang Nordstrasse in Gränichen. Eine 61-jährige Fahrerin eines Toyotas Corolla fuhr auf der Suhrerstrasse in allgemein Richtung Gränichen und wollte links in die Nordstrasse abbiegen. Dazu musste sie das parallel verlaufende Gleis der WSB überqueren.

Aus unbekanntem Grund übersah sie das Blinklicht, das vor dem herannahenden Zug warnte. Als sich der Toyota auf dem Bahnübergang befand, prallte der in Richtung Gränichen fahrende Zug in die Seite des Autos.

Am Auto, aber auch am Triebwagen, entstand erheblicher Sachschaden. Der Zug konnte trotz Beschädigungen weiterfahren, weshalb die Bahnstrecke nur kurz unterbrochen war.

Wie weiter mit der Tagesschule Wiliberg?

Ende Juli 2021 ist Schluss: Daniel Keller verlängert den Vertrag für die Tagesschule Wiliberg nicht mehr | Der Landanzeiger

Die kleinste Gemeinde im Aargau könnte schon bald ohne Primarschule dastehen. Die Verantwortlichen der Tagesschule auf dem Wiliberg verlängern den Ende Juli 2021 auslaufenden Vertrag nicht. Nun suchen Gemeinde und Schulpflege eine neue Trägerschaft.

Die Schule Wiliberg ist ein Sonderfall: seit 2011 führt die private Tagesschule Wannenhof, Unterkulm in der Gemeinde einen zweiten Standort und unterrichtet die Kinder aus der Gemeinde zusammen mit den Privatschülern. Die Gemeinde bezahlt das Schulgeld für die einheimischen Kinder. Zurzeit besuchen sechs Wiliberger und 16 Auswärtige die Privatschule.

So weit, so gut. Doch am Horizont ziehen dunkle Wolken auf. Der Schulbetrieb in der momentanen Form ist nur noch bis Ende Juli 2021 gesichert. Dann läuft der 10-Jahres-Vertrag mit der Tagesschule Wannenhof aus. Und er wird nicht mehr erneuert. «Meine Frau Estelle und ich sind dann je 61 Jahre alt und wir möchten uns nicht mehr längerfristig binden», sagt Daniel Keller, Besitzer der Tagesschule. «Zudem möchten wir uns nur noch auf einen Standort konzentrieren, auf den Wannenhof.»

Das waren noch Zeiten: 1917 besuchten noch 33 Wiliberger Kinder die dorfeigene Primarschule, die damals von Fräulein Rosalie Corneli, der ersten Lehrerin auf dem Wiliberg, geführt wurde | Der Landanzeiger
Das waren noch Zeiten: 1917 besuchten noch 33 Wiliberger Kinder die dorfeigene Primarschule, die damals von Fräulein Rosalie Corneli, der ersten Lehrerin auf dem Wiliberg, geführt wurde (Bild: Archiv Wiliberg)

Einige waren schockiert
Die Gemeinde Wiliberg und die Schulpflege haben vor wenigen Tagen die Eltern der Tagesschüler und die Einwohner der Gemeinde informiert. «Für einige Betroffene war es ein Schock», sagt Petra Grädel, Gemeinderätin und Präsidentin der Schulpflege aus Wiliberg. Sie bedauert es sehr, dass die Zusammenarbeit mit dem Ehepaar Keller und der Tagesschule Wannenhof beendet werde. Denn diese sei immer sehr gut gewesen.

Neue Trägerschaft gesucht
Die kleinste Aargauer Gemeinde droht ab Sommer 2021 ohne eigene Schule dazustehen. Eine Arbeitsgruppe aus Schulpflege und Gemeinderat sucht aktuell mit Flyern und Inseraten nach einer Nachfolgelösung. «Ziel ist, eine neue Trägerschaft für den Schulbetrieb im Schulhaus Wiliberg zu finden», sagt Petra Grädel. «Gesucht wird eine bestehende Privatschule, die ihr Angebot ausbauen möchte oder Lehrpersonen, die sich selbständig machen und eine eigene Privatschule aufbauen möchten ». Das Schulhaus kann ab August 2021 gemietet werden.

Und was, wenn sich niemand meldet? «Dann gehen die Primarschüler nach den Sommerferien 2021 wahrscheinlich nach Reitnau in die Schule», sagt Petra Grädel. «So wie es die Kindergärtler und die Oberstufenschüler bereits jetzt praktizieren. Auch diese Möglichkeit hätte durchaus Vorteile», sagt Grädel.

Bisher gabs immer eine Lösung
Trotzdem werde in erster Linie versucht, eine neue Trägerschaft zu finden. Kampflos werde Wiliberg seinen Schulstandort nicht aufgeben. Schliesslich hat die kleinste Gemeinde im Kanton noch immer eine Lösung gefunden, die Schule im Dorf zu behalten.

34 Mio für Umbau Buchser-, Suhrer- und Tramstrasse

34 Mio: Kanton will Buchser-, Suhrer- und Tramstrasse umbauen | Der Landanzeiger

Bis zum 7. August dauert die Anhörung für den 34-Millionen-Kredit rund um das Strassenbauprojekt Buchser-/ Suhrer-/Tramstrasse in Aarau, Buchs und Suhr. Dieses soll den Strassenraum auch für den Fuss- und Veloverkehr sowie den öffentlichen Busverkehr aufwerten und sicherer machen.

Die Buchser-, die Suhrer- und die Tramstrasse in Aarau, Buchs und Suhr müssen saniert werden. In den Spitzenstunden bilden sich regelmässig lange Rückstaus. Diese gefährden die Fahrplanstabilität der Buslinien, sodass die Anschlüsse am Bahnhof Aarau nicht gewährleistet sind. Die Verlegung des Bahntrassees zwischen Aarau und Suhr, weg von der Kantonsstrasse, eröffnet Handlungsspielraum für gestalterische und betriebliche Optimierungen. Generell soll mit dem Projekt die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden erhöht werden. Neben der Totalsanierung der Fahrbahn werden für den Fuss- und Veloverkehr direkte, durchgehende und sichere Verbindungen erstellt.

Massnahmen aus Verkehrsmanagement Aarau
Aus dem Verkehrsmanagement Region Aarau werden diverse Dosierstellen zur Entlastung der Zentren sowie zur Busbevorzugung realisiert. Damit die Busse nicht bei den Dosierstellen am Siedlungsrand im Stau stecken bleiben, werden Busspuren oder elektronische Busschleusen realisiert. Bei letzteren kann ein Bus die wartenden Fahrzeuge überholen und so den Fahrplan einhalten. Die Standorte der Bushaltestellen werden optimiert und hindernisfrei umgebaut.

Die Haupterschliessung des Kantonsspitals Aarau erfolgt weiterhin über die Südallee. Die Notfallfahrzeuge werden im Projektperimeter bei den Lichtsignalanlagen bevorzugt.

Im Zusammenhang mit den umfangreichen Bauarbeiten ist eine vollständige Erneuerung der Strassenanlage mit Verstärkung des Strassenoberbaus und lärmarmen Asphaltbelägen vorgesehen. Ein weiteres Ziel ist die Aufwertung des Strassenraums. Die Siedlung soll trotz Verkehrsbelastung als attraktiver Ort bei optimaler Funktionalität für alle Benutzenden erlebbar gemacht werden.

Baustart frühestens ab 2022
Der grösste Teil der neuen Verkehrsanlage kann auf der heutigen Strassenfläche und dem alten Trassee der WSB realisiert werden. Das Gesamtprojekt weist eine Länge von rund 2,3 Kilometern auf und ist aufgeteilt in vier Teilprojekte.

Die Kosten sind auf 34,09 Millionen Franken veranschlagt. Davon entfallen 6,86 Millionen Franken auf die Stadt Aarau, 4,57 Millionen Franken auf die Gemeinde Buchs und 6,85 Millionen Franken auf die Gemeinde Suhr. In diesen Beträgen nicht berücksichtigt ist ein erwarteter Beitrag des Bundes von rund 4 Millionen Franken.