Nach Sanierung: Das «Frohdörfli» macht seinem Namen alle Ehre

Nach Sanierung: Das «Frohdörfli» macht seinem Namen alle Ehre | Der Landanzeiger

Die Handwerker sind abgezogen, die Häuser im Frohdörfli strahlen in frischem Weiss. Am Wochenende packten die Bewohner selbst an: Sie entrümpelten ihre Wohnungen, gestalten Sitzplätze und Gärten und sind bestrebt, dem Quartier neues Leben einzuhauchen.

Das Frohdörfli hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich. Die in den 60er-Jahren von der Migros hauptsächlich für ihre Mitarbeiter erbaute Siedlung kam in den letzten Jahren unter neuem Besitzer in Verruf, weil dieser kaum etwas in den Unterhalt der Liegenschaften, geschweige denn für den Zusammenhalt der Bewohner tat.

In bewohntem Zustand saniert
Die Profond Anlagestiftung übernahm die 175 Wohnungen im Jahr 2017 und hat 135 Wohnungen im vergangenen Jahr für rund 6 Millionen Franken umfangreich saniert. Zwei Wohnblocks mit total 40 Wohnungen werden zu einem späteren Zeitpunkt abgerissen und neue gebaut. «Hier lohnt sich eine Renovation nicht mehr», sagt Kristina Menken von Profond. Es blieb aber nicht nur bei einem neuen Aussenanstrich der Häuser. «Es gab neue Fenster, teilweise neue Küchen und Bäder und auch die Balkone wurden vergrössert», sagt Kristina Menken weiter. «Und weil wir den Mietern keinen Umzug zumuten wollten wurde alles in bewohntem Zustand saniert.» Die Mieten steigen nun zwar an, aber moderat, wie Profond betont.

In diesem Jahr zieht neues Leben ein, die alten und neuen Bewohnerinnen und Bewohner nehmen gemeinsam die Aussenflächen in Besitz. Mit der Unterstützung soziokultureller Begleiterinnen und Begleiter von ITOBA bringen sie sich in die Gestaltung und Pflege der Aussenräume ein und machen so den grossen Park zu ihrem Garten. «Wir wollen den Mietern zu einem besseren Zusammenleben verhelfen», sagt Kristina Menken, «denn wer sein Zuhause liebt, trägt auch mehr Sorge und bleibt auch gerne.»

Start mit Quartierspionage und Entsorgungstag
Der Auftakt dazu erfolgte letzte Woche: Die Kinder machten eine Quartierspionage, um ihre Lieblingsorte im Park zu finden. Die Erwachsenen besprachen in Rundgängen, wo was entstehen soll. Am Freitag und Samstag wurde aufgeräumt: Die Dorfgemeinschaft entrümpelten gemeinsam mit Profond und Entsorgungsprofis ihre Wohnungen und Keller und machten Platz für Neues. Die Kinder halfen beim «Fözzele» vor der Neueinsaat auf den Wiesen. «In den kommenden Monaten wird der Park dann Stück für Stück zum zweiten Wohnzimmer des Frohdörfli», freut sich Kristina Menken.

Mit grosser Freude verfolgt auch die Gemeinde Suhr die Entwicklung im Frohdörfli. «Wir sind sehr glücklich darüber, wie sich die neuen Besitzer für das Quartier und die Bewohner einsetzen», sagt Gemeindepräsident Marco Genoni. Er macht sich am Freitag persönlich ein Bild der Entrümpelungsaktion vor Ort. Mit einem neuen Kindergarten und dem Nachbarschaftshaus der Quartierentwicklung hatte die Gemeinde ihrerseits mitgeholfen, in Suhr Süd für neuen Wind zu sorgen. Im Töpferhaus soll zudem bald eine Cafeteria öffnen und zum Kindergarten hin soll ein Quartierplatz entstehen. Das Frohdörfli blüht neu auf.

Nach Sanierung: Das «Frohdörfli» macht seinem Namen alle Ehre | Der Landanzeiger
Am Wochenende entrümpelten die Mieter ihre Wohnungen im Frohdörfli im grossen Stil.
Nach Sanierung: Das «Frohdörfli» macht seinem Namen alle Ehre | Der Landanzeiger
Suhrs Gemeindepräsident Marco Genoni betrachtet die Entwicklung im einst verschrienen Quartier mit grosser Freude.

Im KIFF wird trotzdem Kunst und Kultur geschaffen

Im KIFF wird trotzdem Kunst und Kultur geschaffen | Der Landanzeiger

Ein Saxophon, verschiedenste Schläger, Saiteninstrumente, ein paar Schuhe, ein Strohhut, eine Tafel Schokolade und unzählige Knöpfe, Schalter und Regler. Draussen scheint die Sonne, es wäre ein wunderschöner Frühlingstag, doch hier drinnen bekommt man das nicht mit. Hier, wo normalerweise Hunderte Menschen in den Genuss eines Konzertes kommen, Hunderte Menschen eine Party feiern, sind gerade zwei Musiker vertieft in ihre Arbeit. Auf der Bühne im KIFF haben Corinne und Christoph Huber für einige Tage ihren Arbeitsplatz eingerichtet. Denn in Zusammenarbeit mit der Kulturabteilung der Stadt Aarau stellt das KIFF Residenzen zur Verfügung.

Das KIFF ist zwar für die Öffentlichkeit geschlossen, aber das bedeutet nicht, dass es deswegen ganz still bleiben muss, so der Gedanke. Seit dem 15. Februar werden deshalb die Räumlichkeiten und die technische Infrastruktur von verschiedensten Künstlern genutzt. «Die Nachfrage war sehr gross – fast schon überraschend. Die Residenzen haben wir sehr spontan kommuniziert, fast zeitgleich mit Beginn der Residenzen und haben innerhalb weniger Tagen rund 30 Anfragen erhalten», erzählt Claudio Keller, der vom KIFF für die Residenzen zuständig ist. Vergeben werden konnten schliesslich zehn Residenzen.

Im KIFF wird trotzdem Kunst und Kultur geschaffen | Der Landanzeiger
Während ihrem Aufenthalt wurden die Geschwister Huber immer wieder von Filmemacher Shqipron Bobaj begleitet.

Im KIFF wird trotzdem Kunst und Kultur geschaffen | Der Landanzeiger

Eintauchen und aufblühen
«Das Angebot hier zu residieren ist grossartig und hilft uns sehr», sagen Corinne und Christoph Huber. «Hier können wir so richtig in die Arbeit eintauchen, darin versinken. Genau das bringt uns vorwärts. Der Tapetenwechsel tut sehr gut und die Technik und Akustik hier im KIFF sind natürlich hervorragend.» Am liebsten würden sich die beiden gleich einen ganzen Monat einquartieren. Und das geplante Album würden sie am liebsten auch gleich hier aufnehmen.

Corinne Huber arbeitet nämlich gerade an ihrem ersten Soloalbum. Die Songs dafür hat sie während des Lockdowns geschrieben. Nun war die eigentliche Idee, die Songs mit einer Band aufzunehmen. Verschiedene Kollaborationen mit internationalen Künstlern wären eingeplant gewesen, mit Musikern aus London und Paris wären die Stücke erarbeitet worden. In der jetzigen Zeit ein Ding der Unmöglichkeit. Das Projekt wurde deshalb auf einen minimalistischen Rahmen heruntergebrochen und so arbeitet Corinne einzig mit ihrem Bruder Christoph am Album. Während ihrer Zeit im KIFF sind sie gerade mitten drin, die einzelnen Songs zu arrangieren und auszuarbeiten. Sie suchen die richtigen Sounds und spielen so Schritt für Schritt die Songs ein. Sie experimentieren, nehmen auf, hören es sich gleich an, vergleichen, besprechen, diskutieren, machen neu. Bis zu elf Stunden täglich verbringen die beiden im KIFF, tauchen in ihre Arbeit ein, blühen auf und vergessen alles um sie herum.

Ein Auf und Ab
Während sich Corinne und Christoph Huber auf der Bühne eingerichtet haben, sieht es bei den «Ellas» eine Woche später ganz andres aus. Das Schlagzeug steht einsam auf der Bühne, das Mikrophon mitten im Raum, an einer Wand steht ein Tisch mit Brot, Käse und Gemüse. Zentrum des Geschehens ist der Computer gegenüber der Bühne, bei dem gerade Bass- und Gitarrensounds aufgenommen werden. Auch die fünfköpfige Band hatte während der Pandemie genügend Zeit, um neue Songs zu schreiben. Nun arbeiten sie an einer Demoversion. Ob schliesslich ein Album oder eine EP entstehen wird, ist momentan noch nicht klar. Zur Unterstützung haben die «Ellas» zwei Gäste zu sich ins KIFF eingeladen, die die Rolle des Produzenten einnehmen, Feedback und Tipps geben und ihnen mit neuen Inputs und Ideen helfen, die Songs noch besser zu gestalten.

«Für uns als Musiker war die bisherige Coronazeit ein Auf und Ab. Mal sieht es so aus, als dürften wir bald wieder spielen, dann doch wieder nicht. Wir haben uns damit abgefunden und nutzen die Zeit, um an unseren neuen Sachen zu arbeiten. Das macht Spass und ist cool, aber wir sind dann schon mal wieder froh, wenn wir vor Publikum auf der Bühne stehen dürfen», so die «Ellas». Die Indie-Pop-Band hatte ihr bisher letztes Konzert am 11. Dezember im Rahmen der «Stubenkonzerte Aarau» im Kultur- und Kongresshaus. Seither heisst es abwarten. Umso mehr freuen sie sich über die Residenz-Möglichkeit im KIFF.

Im KIFF wird trotzdem Kunst und Kultur geschaffen | Der Landanzeiger
Die «Ellas» nutzen für ihre Aufnahmen nicht nur die Bühne, sondern den kompletten Saal.

Balsam für Künstlerseelen
«Ob wir nun in unserem Bandraum arbeiten oder hier im KIFF macht eben schon einen grossen Unterschied», so Sängerin Jorina Stamm. «Dass wir während der Residenz für unsere Arbeit sogar noch entlöhnt werden, tut natürlich auch sehr gut.» Durch die Zusammenarbeit mit der Kulturabteilung der Stadt Aarau gibt es nämlich 800 Franken pro Person beziehungsweise 2400 Franken fürs Projekt total. «Die Projektförderungsbeiträge der Stadt sind Balsam für die doch etwas verletzten Künstlerseelen», sagt auch Claudio Keller.

Im KIFF wird trotzdem Kunst und Kultur geschaffen | Der Landanzeiger
Die «Ellas» arbeiten während ihrer Residenz im KIFF an Demo-Aufnahmen.
Im KIFF wird trotzdem Kunst und Kultur geschaffen | Der Landanzeiger

Spannende Projekte
Für Claudio Keller ist klar, die Residenzen im KIFF sind ein grosser Erfolg. «In diesen Tagen sind viele spannende Projekte und Resultate entstanden. Und für uns alle ist es schön zu wissen, dass in diesem Kulturhaus auch wieder Kultur und Kunst geschaffen wird.»

Die bis dato letzte Residenz dauert noch bis zum 16. April und wird von Oscar de Franco genutzt. Noch sieht es nicht so aus, als ob das KIFF danach bald seine Türen wieder für mehr Personen öffnen dürfte. Gibt es also eine Verlängerung der Residenzen? «Eine Verlängerung der Residenzen wird momentan diskutiert», sagt Claudio Keller. Bis zum Redaktionsschluss stand aber noch kein Entschluss fest.

Zukunft der Oberstufenschüler neu geregelt

Zukunft der Oberstufenschüler neu geregelt | Der Landanzeiger

Der neue Vertrag zwischen den Einwohnergemeinden Kölliken und Muhen über die gemeinsame Führung der Oberstufe als Kreisschule Kölliken-Muhen ist in trockenen Tüchern. Das gemeinsame Feiern muss noch warten.

Der neue Vertrag wurde von den Gemeindeversammlungen beider Gemeinden im November 2020 genehmigt und löst den bestehenden Gemeindevertrag ab, der die Zusammenarbeit der Gemeinden Muhen und Kölliken im Bereich der Oberstufe regelt und seit dem 25. November 2011 Gültigkeit hatte. Der neue Vertrag garantiert eine höhere Verbindlichkeit.

Unter folgender Präambel wurde der Vertrag zwischen den Einwohnergemeinden Kölliken und Muhen über die gemeinsame Führung der Oberstufe als «Kreisschule Kölliken-Muhen» unterzeichnet: «Die Gemeinden Kölliken und Muhen wollen gemeinsam eine zukunftsfähige, pädagogisch wertvolle Oberstufe führen. Die Schulstandorte in Kölliken und Muhen sollen für Schülerinnen und Schüler, für deren Eltern und für die Lehrpersonen Teil einer hochwertigen Kreisschule der Oberstufe bilden und so zur Standortattraktivität beider Gemeinden beitragen.» Im Vertrag wurde unter anderem geregelt, dass Sekundar- und Realschule (SeReal) in den beiden Gemeinden Kölliken und Muhen angeboten wird. Schulstandort für die Bezirksschule (Bez) ist die Gemeinde Kölliken. Die beiden Schulorte sind durch sichere Fahrrad- und Mofawege miteinander verbunden; im Winter (1. November bis 31. März) wird ein Schulbus zwischen den Standorten angeboten.

BKS wirkte beim Vertrag mit
Das in Zusammenarbeit mit der Partnergemeinde sowie dem BKS erarbeitete Vertragswerk berücksichtigt auch die Ergebnisse aus der Abstimmung über die künftigen Führungsstrukturen der Volksschule. Bis Ende 2021 werden Mitglieder der Schulpflegen die Kreisschulkommission bilden. Ab 2022 werden die Gemeinderäte der Schulressorts der beiden Gemeinden dafür zuständig sein.

Die Unterzeichnung des Vertragswerkes fand «coronakonform» auf dem Zirkulationsweg statt. Die involvierten Parteien liessen es sich aber nicht nehmen, virtuell auf die neue Kreisschule Kölliken-Muhen anzustossen.

«Pont Neuf» wird 7 Millionen teurer

«Pont Neuf» wird 7 Millionen teurer | Der Landanzeiger

Seit Juli 2019 wird an der neuen Aarebrücke in Aarau gearbeitet. Der Bau der Brücke ist komplex und für alle Projektbeteiligten sehr anspruchsvoll. Neben der zeitlichen Verzögerung entstehen Mehrkosten. Der Regierungsrat beantragt dem Grossen Rat einen Zusatzkredit von 7,03 Millionen Franken. Damit wird die neue Aarebrücke voraussichtlich 40 Millionen Franken teuer.

Seit November 2019 laufen die Hauptarbeiten für die neue Aarebrücke in Aarau, zuvor wurde die Hilfsbrücke installiert. Bereits im Verlauf der ersten Arbeiten hat sich gezeigt, dass der Bau der Brücke komplex und für die Projektbeteiligten sehr anspruchsvoll ist. Die Projektbeteiligten waren konfrontiert mit Abweichungen in der Geologie, mit Mehraufwand beim Abbruch durch im Boden verbliebene Bauteile von früheren Bauwerken sowie mit verunreinigten Baumaterialien (wie Asbest oder verseuchtem Baugrund), die separat abgebrochen und entsorgt werden mussten.

Diese Mehraufwände führten zu Verzögerungen gegenüber dem ursprünglichen Terminprogramm und zu Mehrkosten sowohl in der Umsetzung, als auch in der Projektierung. Dabei haben die Mehrkosten in der Geologie sowie in den Aushub- und Abbrucharbeiten keinen Zusammenhang mit dem gewählten Brückenobjekt «Pont Neuf». Die Mehrkosten wären auch bei anderen Brückenkonzepten in ähnlichem Umfang angefallen.

Mehrkosten betreffen fast ausschliesslich Kanton
In der Botschaft an den Grossen Rat beantragt der Regierungsrat einen Zusatzkredit in der Höhe von 7,03 Millionen Franken. In diesem Zusatzkredit sind 1,08 Millionen Franken Kreditrisiko inkludiert. Gemäss aktueller Endkostenprognose erhöhen sich die Kosten für den Neubau damit auf 40,09 Millionen Franken.

Die Mehrkosten betreffen fast ausschliesslich den Anlageteil Aarebrücke, an welchen die Stadt Aarau keinen Kostenbeitrag zu leisten hat. Unter Berücksichtigung des inzwischen vom Bund gesprochenen Beitrags aus dem Agglomerationsprogramm AareLand von total 3,26 Millionen Franken muss die Stadt Aarau nun einen Beitrag von 9,02 Millionen Franken leisten. Aarau bewilligte 2014 einen Kredit von 9’867’000 Franken.

Ungenauigkeit im Kredit
Für den ursprünglichen Kredit war das generelle Projekt die Grundlage – das entspricht jedoch nicht im vollen Umfang der Genauigkeit eines Bauprojektes. Die damals dafür berücksichtigte Kostengenauigkeit von plusminus fünf Prozent entsprach nicht dem Stand des Projektes. Üblich ist eine Reserve von plus-minus zehn Prozent. Mittlerweile zeigt sich, dass mit den plus-minus zehn Prozent Reserven die Risiken des Baugrunds bei Grossprojekten (wie Tunnels und Brückenfundationen) zu wenig genau abgedeckt werden. Eine Kompensation der Mehrkosten aufgrund von Abweichungen im Baugrund im Rahmen des Projektkredites sind kaum möglich. Die Mehrkosten sind nicht vermeidbar – auch wenn sie früher erkannt worden wären.

Die Praxis der Kostengrundlage wurde in der Zwischenzeit geändert: Bei Kreditanträgen für neue Bauvorhaben wird die Kostengenauigkeit mit zusätzlichen Abklärungen auf der Basis eines Bauprojekts ermittelt. Damit wird eine Kostengenauigkeit von plus-minus zehn Prozent erreicht und die Risiken können besser eingegrenzt werden.

Baugesuch für «Dreiklang» bewilligt

Baugesuch für «Dreiklang» bewilligt | Der Landanzeiger

Die Stadt Aarau hat dem Kantonsspital Aarau kurz vor Ostern ein grosses Geschenk überreicht. Die Stadt bewilligte den Spitalneubau «Dreiklang». Der 569 Mio. Franken teure Neubau ist ein bedeutender Meilenstein für das KSA, die Stadt und die Region.

«Die Begeisterung über die erhaltene Baubewilligung ist riesengross», sagt KSA-Verwaltungsratspräsident Peter Suter. Der «Dreiklang» ist nicht nur ein Bauprojekt des Kantonsspitals Aarau, sondern ein Meilenstein für die Stadt Aarau, die umliegenden Gemeinden und den gesamten Kanton Aargau, schreibt das KAS in ihrer Mitteilung. Die zukunftsfähige Infrastruktur ermögliche es den Mitarbeitenden des Aarauer Spitals, auch weiterhin Spitzenlistungen zu erbringen und Medizin auf höchstem Niveau zu praktizieren.

Die Bevölkerung erhalte ein patientenfreundliches, nachhaltiges und effizientes Spital, auf das sie stolz sein könne, heisst es im Schreiben weiter. «Ein modernes und wettbewerbsfähiges Zentrumspital mit einem 24-Stunden- Betrieb in Aarau ist ein entscheidendes Element in der sicheren Gesundheitsversorgung des Kantons», erklärt Peter Suter weiter. Mit dem bewilligten Baugesuch sei die Basis für die Projektbeteiligten gegeben, um motiviert weiterzufahren.

Das Baugesuch für die Erstellung eines Spitalneubaus «Dreiklang» wurde am 1. Juli 2020 beim Stadtrat Aarau eingereicht. Gegen das Baugesuch, das vom 4. September 2020 bis 5. Oktober 2020 öffentlich aufgelegen hat, sind fristgerecht sechs Einwendungen eingegangen. Im Laufe des Baubewilligungsverfahrens konnten zwischen der Bauherrschaft und drei Einwendern einvernehmliche Lösungen gefunden werden, so dass diese ihre Einwendungen vor dem Entscheid zurückzogen. Drei Einwendungen (davon zwei gleichlautende) behandelte der Stadtrat und wies diese mit dem Bauentscheid vom 29. März 2021 ab. Der Spitalneubau soll bis voraussichtlich im Jahre 2025 bezugsbereit sein.

Millionen-Spende für Holziken

Millionen-Spende für Holziken | Der Landanzeiger

Ein älteres Ehepaar hat der Gemeinde Holziken eine Schenkung von 1,1 Millionen Franken zukommen lassen. Das Geld soll dem Schuldenabbau rund um den Neubau des Schul- und Kindergartengebäudes im «Hueb» dienen. Das seit 55 Jahren in Holziken lebende Ehepaar ist überzeugt, mithelfen zu können, dass die Gemeinde auch finanziell attraktiv bleiben kann. Der Gemeinderat bedankt sich im Namen der ganzen Bevölkerung für die überaus grosszügige Schenkung und ist gerührt, dass das Ehepaar einen so grossen Betrag, der aus harter Arbeit entstanden ist, der Allgemeinheit zur Verfügung stellt und damit den nächsten Holziker Generationen einen grossen Dienst erweist.

Die rätselhaften Aarauer Rathaussäle

Die rätselhaften Aarauer Rathaussäle | Der Landanzeiger

Hölzerner Täfer, geschnitzte Einhörner und mystische Wasserwesen umarmt von Blumengirlanden und Blättergeflechten, eine Supraporte mit dem Aarauer Adler abgebildet und dem Satz «Als man zalt von der Geburt Cristi 1520», Deckenmedaillons, die scheinbar genau beobachten, was unter ihnen geschieht. Würde sich der Aarauer Stadtrat momentan nicht nur digital besprechen, würde er sich in einem Raum treffen, auf den genau diese Beschreibung zutrifft: der Stadtratssaal im 2. Stock des Aarauer Rathauses. Aber auch im 1. Stock befindet sich ein Saal in genau diesem spätgotischen Stil.

Broschüre veröffentlicht
Da diese Räume für die Öffentlichkeit kaum zugänglich sind, widmet sich nun eine Broschüre der Ortsbürgergemeinde unter dem Titel «Die spätgotischen Säle des Aarauer Rathauses von 1519/1520» diesen beiden 500 Jahre alten «Schatzkammern». Auf 24 Seiten wurde all das Wissen über die beiden Säle gesammelt, das bis dato bekannt ist. «So umfassend wurde noch nie über die beiden Säle berichtet», sagt Stadtarchivar Raoul Richner, der neben Kunsthistorikerin Dominique Sigg für die Broschüre recherchiert hat. «Leider sind die Dokumentationen über die Säle nicht sehr vollständig, aber wir können uns ein grobes Bild machen, wie die Räume während all dieser Zeit verändert wurden.»

Fehlende Dokumentationen
Das Problem: Es gibt zwar Dokumente, die belegen, dass umgebaut, renoviert oder verändert wurde, aber was genau gemacht wurde, das fehlt in den Dokumenten. «Es wurde abgesägt, neu geschnitten, angemalt, wieder abgelaugt, dann zog die Hälfte des einen Saales ins Stadtmuseum in die sogenannte Rothpletzstube um und wurde dort als Wohnraum gebraucht. Medaillons verschwanden. Dann gab es wieder massive Renovationen im Rathaus, wobei zu den Sälen keine Sorge getragen wurde. Wir haben genau darüber auf 24 Seiten eine Übersicht gemacht», so Raoul Richner.

Indizien statt Beweise
Zwar konnten einige Rätsel gelöst werden, das grösste Rätsel, nämlich zum Schöpfer der Schnitzereien, konnten keine neuen Erkenntnisse gewonnen werden. «Aufgrund von Indizien haben wir lediglich eine Idee, wer der Urheber sein könnte», sagt Raoul Richner. Diese Indizien weisen auf Jörg Wild aus Luzern hin. Raoul Richner hat die Hoffnung aber noch nicht ganz aufgegeben, dass hier noch Licht ins Dunkle gebracht werden kann. «Vielleicht taucht irgendwo in irgendeinem Archiv irgendwann ein Zettelchen auf, das den Schöpfer der Schnitzereien doch noch aufdeckt.»

Interessierte können die Broschüre beim Stadtbüro, beim Stadtmuseum und bei aarau info gratis abholen.

Die rätselhaften Aarauer Rathaussäle | Der Landanzeiger
Mystische Wassergestalten zieren die Decke.
Die rätselhaften Aarauer Rathaussäle | Der Landanzeiger
Die Supraporte im Stadtratsaal.
50 Jahre Aerni – 50 Jahre Qualität | Der Landanzeiger
Täfer, Medaillons und Schnitzereien zieren die spätgotischen Säle des Rathauses.

Rechnung schliesst mit 1,6 Mio. Gewinn

Rechnung schliesst mit 1,6 Mio. Gewinn | Der Landanzeiger

Die Erfolgsrechnung 2020 schliesst, exklusive der Spezialfinanzierungen mit einem Ertragsüberschuss von 1,6 Mio. Franken ab. Dank positiver Sonderfaktoren aus der betrieblichen Tätigkeit ist das Ergebnis wesentlich besser ausgefallen. Budgetiert wurde ein Überschuss von lediglich 64’920 Franken. Die erzielte Selbstfinanzierung beträgt 3.4 Mio. Franken.

Ausschlaggebend für das bessere Ergebnis sind einerseits höhere Nachträge aus Einkommenssteuern natürlicher Personen der Vorjahre (plus 237’688 Franken), Mehrertrag aus Nachsteuern und Bussen (plus 106’623 Franken), höhere Vermögensgewinnsteuern (plus 202’711 Franken) und Mehrertrag aus Baubewilligungsgebühren (plus 76’606 Franken) sowie andererseits markant tiefere Aufwendungen. Insbesondere sind dies tiefere Besoldungsanteile für die Lehrkräfte aller Abteilungen (minus 494’057 Franken), weniger Schulgeldbeiträge an die berufliche Grundbildung (minus 109’581 Franken) und Minderaufwendungen beim Gemeindestrassenunterhalt (minus 51’206).

Tieferer Personalaufwand
Der Personalaufwand ist mit 5.1 Mio. Franken im Vergleich zum Budget um 6 Prozent tiefer ausgefallen. Dies ist auf vakante Stellen zurückzuführen. Beim Sach- und übrigen Betriebsaufwand wird gegenüber dem Budget eine Zunahme von 2.5 Prozent ausgewiesen und wird mit externen Dienstleistungsaufträgen begründet. Insgesamt beträgt der Sachaufwand 3.3 Mio. Franken. Der Wertverzehr der Anlagen wurde der Nutzungsdauer entsprechend mit Abschreibungen von insgesamt 1.96 Mio. Franken erfolgswirksam verbucht.

Investitionsrechnung
Den Bruttoinvestitionen von 4.7 Mio. Franken stehen Investitionseinnahmen von lediglich 105’557 Franken gegenüber. Die Nettoinvestitionen belaufen sich auf 4.6 Mio. Franken (Budget 6 Mio. Franken). Die Abweichung erklärt sich hauptsächlich mit der Verzögerung von geplanten Kantonsstrassenprojekten.

Mit der erzielten Selbstfinanzierung konnten die Investitionen zu 74 Prozent finanziert werden. Der resultierende Finanzierungsfehlbetrag von 1.2 Mio. Franken verursachte eine Abnahme des Nettovermögens. Dieses beträgt per Ende 2020 rund 9.7 Mio. Franken. Somit stehen weiterhin Mittel für die Finanzierung der bevorstehenden Investitionen zur Verfügung. Gemäss Aufgaben- und Finanzplanung werden Investitionen von insgesamt 36 Mio. Franken in den nächsten Jahren erwartet. Es wird weiterhin eine möglichst hohe Eigenfinanzierung beabsichtigt.

Eigenwirtschaftsbetriebe
Die Erfolgsrechnung des Wasserwerks weist einen Ertragsüberschuss von 335’876 Franken aus. Hauptsächlich tiefere Unterhaltsaufwendungen und Mehrerträge bei den Benützungsgebühren (Wasserverkauf und Dienstleistungen) haben das deutlich bessere Ergebnis herbeigeführt.

Die Investitionsrechnung schliesst mit Nettoinvestitionen in der Höhe von 58’843 Franken (Budget 217’000.– Franken) ab. Unter Berücksichtigung der erzielten Selbstfinanzierung von 583’509 Franken resultiert ein Finanzierungsüberschuss von 524’665 Franken. In der Folge sinkt die Nettoschuld auf 200’818 Franken.

Tiefere Unterhaltskosten Tiefbauten sowie höhere Erträge führen beim Abwasser zu einem Ertragsüberschuss von 15’367 Franken. Budgetiert wurde ein Aufwandüberschuss von 60’190 Franken. Die Bruttoinvestitionen liegen mit 168’787 Franken markant unter dem budgetierten Wert. Dies ist auf Verzögerungen des Werkleitungsbaus Bifangstrasse West zurückzuführen. Gegenüber dem Budget sind mit 395’299 Franken tiefere Anschlussgebühren vereinnahmt worden. Es resultiert eine Nettoinvestitionsabnahme von 226’511 Franken. Zuzüglich der Selbstfinanzierung von 278’214 Franken beläuft sich der Finanzierungsüberschuss auf 504’726 Franken. Somit steigt das Nettovermögen per Ende 2020 auf 3.2 Mio. Franken.

Für den Haushaltkehricht inkl. Gewerbeabfälle und Sperrgut wurde ein Zuschuss der Einwohnerkasse von 38’684 Franken (Budget 63’850.– Franken) beansprucht. Der Kostendeckungsgrad beträgt 84.3%.

Ortsbürgergemeinde
Aus der Ortsbürgerverwaltung resultiert ein Ertragsüberschuss von 5371 Franken. Budgetiert war ein Ertragsüberschuss von 5765 Franken. Der Bestand der Bilanzüberschüsse per Ende 2020 erhöht sich auf 120’603 Franken. Die Rechnung des Forstbetriebes Jura weist einen Gewinn von 119’272 Franken aus. Der Gewinnanteil der Ortsbürgergemeinde Küttigen beträgt 29’818 Franken. Zum Ausgleich der Rechnung war eine Einlage in den Waldfonds von 23’802 Franken möglich. Das Budget rechnete mit einer Einlage von 12’900 Franken. Der Bestand des Waldfonds beträgt per Ende 2020 etwas über 818’000 Franken.

Masterplan für Kasernenareal verabschiedet

Masterplan für Kasernenareal verabschiedet– 50 Jahre Qualität | Der Landanzeiger

Die Stadt Aarau und der Kanton Aargau haben den gemeinsamen Masterplan für die schrittweise Entwicklung des Kasernenareals in Aarau beschlossen.

Das Kasernenareal im Stadtzentrum von Aarau ist für die Stadt und den Kanton von grosser Bedeutung. Es bietet ein einzigartiges Entwicklungspotenzial an zentralster Lage. Die Stadt Aarau und der Kanton Aargau planen deshalb seit 2014 gemeinsam die Zukunft des Kasernenareals.
Der 1982 abgeschlossene Waffenplatzvertrag zwischen Bund und Kanton regelt die gegenwärtige militärische Nutzung und hat eine Laufzeit bis 2030. Bis dahin wollen Stadt und Kanton die Zeit nutzen, um die Weichen für eine zukunftsfähige Entwicklung des attraktiven Areals zwischen Bahnhof und Altstadt zu stellen. Dies soll einvernehmlich zwischen Stadt, Kanton und Bund erfolgen.

Stadtrat und Kanton sagen Ja
Der Aarauer Stadtrat hat am 1. März dieses Jahres und der Aargauer Regierungsrat am 17. März den Masterplan und den dazugehörigen Zusatz zum Letter of Intent aus dem Jahr 2015 verabschiedet.
Dieser Zusatz definiert die Planungsschritte für die vierte Phase der Arealentwicklung (Aufbauorganisation, Ablauforganisation, Nutzungsplanung) sowie eine Kostenschätzung. Der Kanton spricht einen Verpflichtungskredit in der Höhe von rund 470’000 Franken für seinen Anteil an den weiteren Planungskosten. Der Aarauer Einwohnerrat wird am 10. Mai 2021 über den Kredit in der Höhe von ebenfalls rund 470’000 Franken für den Anteil der Stadt befinden.

Der Masterplan bildet ein für die Arealentwicklung wichtiges Planungsinstrument und damit die Grundlage für die weitere Entwicklung des Areals. Ziel der Planung sind qualitativ hochstehende und nachhaltige Nutzungen auf dem Kasernenareal, die dem einmaligen Potential und der ausgezeichneten zentralen Lage des Areals gerecht werden. Die Stossrichtung des Masterplans mit Öffnung, Durchwegung und Nutzungsdurchmischung des Areals als vielfältiges Stadtquartier wird dabei weiterverfolgt. Dies soll nach 2030 durch eine schrittweise Öffnung und Umnutzung des Areals für zivile Nutzungen in Abstimmung mit der teilweisen militärischen Nutzung erreicht werden. Seitens des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) besteht die Absicht, im Kasernenareal über 2030 Teilbereiche weiterhin zu mieten und militärisch zu nutzen. Die vom VBS angemeldeten Bedürfnisse stehen im Einklang mit der Stossrichtung des Masterplans.

13 Sektoren und eine Piazza
Der Planungsperimeter umfasst das Gebiet zwischen Laurenzenvorstadt, Kasinostrasse, Apfelhausenweg und Poststrasse. Eigentümer der grössten Fläche in diesem Perimeter ist der Kanton, zweitgrösster das VBS. Durch Einbezug der wichtigen Wegbeziehungen und der Parzellierung ergeben sich im Masterplan 13 Areal-Sektoren (A bis M, siehe Abbildung).

Vorwiegende Nutzungen im nördlichen Band sind das Bezirksgericht und weiterhin die erwähnten militärischen Nutzungen. Zivile Nutzungen der Bestandesbauten sind ebenfalls möglich. Beim mittleren Band stehen Mischnutzungen mit Wohnen und Arbeiten in hoher Dichte im Sinne eines Zentrumsgebiets im Vordergrund. Unterschiedliche Zielgruppen und Trägerschaften tragen dazu bei, dass die Vielfalt sowohl architektonisch als auch sozialräumlich erreicht werden kann. Die angestrebten Nutzungen für das südliche Band umfassen Kultur, Bildung, Dienstleistungen, Gastronomie, Hotel, Begegnung und den Kultur-Leuchtturm Alte Reithalle. Wohnen ist hier an geeigneten Lagen nicht ausgeschlossen. Hier wird auch die zentrale und attraktive Piazza mit verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten liegen, über welche die Hauptbeziehung vom Bahnhof entlang der Reithalle bis zur Kasinostrasse führen.

Anliegen aufgenommen
Interessierte Kreise wurden eingeladen im Rahmen des Forums IV im Februar 2020, ihre Anliegen in den Prozess einzubringen und Stellung zum Masterplanentwurf zu beziehen. Die Mehrheit der Anliegen konnte im vorliegenden Masterplan berücksichtigt oder in die Folgeplanungen aufgenommen werden. In der vierten Phase werden nun auf der Grundlage des Masterplans und unter Einbezug von Bund, Kanton und Stadt Aarau die Städtebau- und Mobilitätskonzepte erarbeitet und die Wirtschaftlichkeit überprüft. Anschliessend wird die Nutzungsplanung anhand der erarbeiteten Grundlagen angepasst. Aktuelle Informationen zum Projekt sind unter www. aarau.ch aufgeschaltet.

Integrationszentrum in Aarau geplant

Integrationszentrum in Aarau geplant | Der Landanzeiger

Bis 2028 soll am Standort der heutigen Asylunterkunft an der Rohrerstrasse, das kantonale Integrationszentrum für Familien und Einzelpersonen mit Bleibeperspektive entstehen. Im Gegenzug werden in der Region Aarau kantonale Asylunterkünfte abgebaut. Der mehrstöckige Bau ist für 250 Personen ausgelegt und soll über 30 Millionen Franken kosten.

Der Regierungsrat hatte im Frühling 2019 beschlossen, ein Integrationszentrum für Familien und Einzelpersonen mit Bleibeperspektive zu schaffen. In diesem Zentrum sollen einerseits Personen untergebracht werden, die als Flüchtlinge anerkannt oder im Rahmen des beschleunigten Verfahrens vorläufig aufgenommen worden sind. Andererseits sollen auch Familien und Einzelpersonen betreut werden, die dem Kanton Aargau im erweiterten Asylverfahren zugewiesen werden und bei denen mit einer vorläufigen Aufnahme oder mit einer Anerkennung als Flüchtlinge zu rechnen ist.

Beste Voraussetzungen
Der Kanton hat bei der Evaluation seiner eignenen Grundstücke festgestellt, dass der Standort Rohrerstrasse Aarau die Voraussetzungen für ein kantonales Integrationszentrum am besten erfüllt. Einerseits von der Lage und der Erschliessung her, vor allem aber auch wegen den in Aarau bereits verfügbaren Betreuungs- und Versorgungsangeboten.
Die Beschulung der Kinder des Integrationszentrums ist im kantonalen Zeughaus vorgesehen, in dem bereits heute die Kinder der gegenüberliegenden Asylunterkunft den Unterricht besuchen.
«Für die Stadt Aarau entsteht keine zusätzliche Belastung», betont Regierungsrat Gallati, «weil im Gegenzug die Kapazität von 300 Unterbringungsplätzen in kantonalen Asylunterkünften vor allem in der Stadt und teilweise in den angrenzenden Gemeinden abgebaut werden.»

Region soll profitieren
Der Regierungsrat und die Stadt Aarau wollen das neue Integrationszentrum in enger Zusammenarbeit realisieren. Der Regierungsrat hat gegenüber der Stadt die Absicht bekundet, das Zentrum als Teil einer Quartierentwicklung voranzutreiben. Die Anliegen der Stadt betreffend «Rössligut» und «Torfeld Nord» fliessen in die weitere Projektarbeit mit ein. Stadt und Kanton prüfen zudem einen Flächenabtausch von schulisch genutzten Flächen. Damit sollen die Quartiere neue Entwicklungsperspektiven erhalten.

«Für den Stadtrat Aarau ist entscheidend, dass Planung, Umsetzung und Betrieb des Integrationszentrums in enger Abstimmung mit der Stadt erfolgen und insbesondere Sicherheits- und Stadtentwicklungsanliegen in den Quartieren Rössligut und Torfeld Nord berücksichtigt werden», so Stadtpräsident Dr. Hanspeter Hilfiker. «Mit neuen Sportanlagen für die Alte Kanti im Rössligut kann der Kanton mit der Freigabe des bisherigen Sportareals Hand bieten für die Weiterentwicklung der Idee eines Oberstufenzentrums in der Telli.» Stadträtin Angelica Cavegn Leitner betont ergänzend: «Zum erfolgreichen Betrieb des neuen Integrationszentrums erwartet der Stadtrat ein detailliertes Betriebskonzept unter Einbezug des Aussenraums sowie ein umfassendes Sicherheitskonzept.» Stadtpräsident Dr. Hanspeter Hilfiker hält zudem fest: «Der Stadt dürfen durch das neue Integrationszentrum keine zusätzlichen Kosten entstehen.»

Nutzungskonzepts
Für den Verlauf des Integrationsprozesses ist die Startphase mit Information, Standortbestimmung und Planung von Integrationsmassnahmen entscheidend. Im Zentrum können die Massnahmen frühzeitig und konzentriert, an einem Ort organisiert, und in einem für die Integration vorteilhaften Umfeld durchgeführt werden. Der Regierungsrat hat die Eckwerte des Nutzungskonzepts, das von den Departementen Volkswirtschaft und Inneres, Bildung, Kultur und Sport, Finanzen und Ressourcen sowie Gesundheit und Soziales gemeinsam entwickelt wurde, verabschiedet. Das Konzept deckt von Betreuung über Sicherheit bis zu Integration und Bildung alle für den Betrieb wichtigen Aspekte ab. Die Betreuung im Integrationszentrum wird während 24 Stunden sichergestellt.

Weiteres Vorgehen
Die involvierten Departemente werden eine Botschaft an den Grossen Rat zum Projektierungskredit für das Integrationszentrum Aargau ausarbeiten. Eine Behandlung im Grossen Rat ist für Herbst 2022 geplant. Ende 2024 ist die öffentliche Anhörung zum Bauvorhaben vorgesehen und Mitte 2025 die Beratung zum Ausführungskredit im Grossen Rat. Die bauliche Realisierung des Integrationszentrums soll in den Jahren 2026/2027 stattfinden.

Ein neuer Anlauf für eine Fusion

Ein neuer Anlauf für eine Fusion | Der Landanzeiger

Aus dem «Pro-Komitee Zukunftsraum Aarau» entsteht «Zukunft Unterentfelden». Der politisch breit abgestützte Verein, mit motivierten Menschen aus fast allen Ortsparteien, strebt den Zusammenschluss von Unterentfelden und Aarau an.

Wie sieht die Zukunft von Unterentfelden aus? Der Verein «Zukunft Unterentfelden», entstanden aus dem «Pro-Komitee Zukunftsraum Aarau», engagiert sich für einen Zusammenschluss von Unterentfelden und Aarau. Er setzt sich zum Ziel, entsprechende Diskussionen zu fördern und darauf hinzuarbeiten, dass bald über die Rahmenbedingungen eines Zusammenschlusses mit Aarau verhandelt werden kann.

Alle Argumente auf den Tisch
Mit dem «Ja» zum Zukunftsraum Aarau (ZRA) vom 18. Oktober 2020 hat die Unterentfelder Stimmbevölkerung signalisiert, dass sie bereit ist, gewachsene Strukturen zu überdenken und neue Wege zu gehen. Der Vorstand von «Zukunft Unterentfelden» ist überzeugt, dass diese Aufbruchsstimmung nach dem ZRA-Aus nicht einfach verflogen ist, sondern dass statt dem damals vorliegenden Projekt nun ein bilateraler Weg mit der Kantonshauptstadt gefunden werden muss.

Für einen bilateralen Zusammenschluss können Analysen und Vorarbeiten wiederverwendet werden, insgesamt hat sich die Ausgangslage aber verändert. Die Ankündigung einer Zukunftskonferenz, welche am 10./11. September 2021 stattfinden soll, wird deshalb begrüsst. «Wir hoffen, dass möglichst viele Unterentfelderinnen und Unterentfelder teilnehmen. Alle Argumente sollen auf den Tisch, wir wollen ohne Scheuklappen diskutieren», so Patrick Herzog für das Präsidium des Vereins. «Wir möchten, dass sich die Bevölkerung an der Diskussion beteiligt und breit informiert ist.»

«Wollen zu einem starken Zentrum zusammenwachsen»
Lucia Engeli, ebenfalls im Präsidium des Vereins, ergänzt: «Wir werden uns engagieren und versuchen, das Thema immer wieder aufzubringen, damit die Meinungsbildung fundiert fortschreitet und möglichst alle Bewohner wissen, worum es geht.» Der Vorstand von «Zukunft Unterentfelden» ist überzeugt, dass dadurch Unterentfelden eine gestaltende und partnerschaftliche Rolle beim Ausarbeiten der Rahmenbedingungen mit Aarau einnehmen kann. Marion Fischer, Co-Präsidentin des Vereins bekräftigt: «Unser Ziel ist, Unterentfeldens Stärken mit jenen von Aarau zu vereinen und zu einem attraktiven Zentrum zusammenzuwachsen. Im Idealfall strahlt unser Vorgehen auf die ganze Region aus und es entsteht eine Dynamik und eine Aufbruchsstimmung.»

www.zukunft-unterentfelden.ch

«Leider nicht auf Grossleinwand»

«Leider nicht auf Grossleinwand» | Der Landanzeiger

Nadine Waser und Getuarta Dushica haben es geschafft. Ihr Film «7 FEARS» wurde am 45. Schweizer Jugendfilmtagen gezeigt. Die beiden Jungfilmerinnen haben sich auf dem Landenhof kennengelernt. Im Interview erzählen sie, wie sie mit der ganzen Klasse den Film gedreht haben und sie hofften, am Filmfestival in Zürich einen Preis zu gewinnen.

Nadine und Getuarta, wie seid ihr auf die Idee gekommen, gemeinsam einen Film zu machen?
Wir haben letztes Jahr schon zusammen einen Film gemacht für das Schweizer Jugendfilmfestival, damals zum Thema «Money Money Money». Wir gewannen leider nicht und somit fanden wir, wir machen dieses Jahr einfach nochmal mit.

Um was geht es in eurem neuen Film mit dem Titel «7 FEAR»?
«Fear» bedeutet auf Deutsch «Angst». Im Film geht es um eine Person, die von verschiedenen Ängsten geplagt wird. Die Angst vor Spinnen und Zahnarzt sind da aber nicht rational zu begründen. Die Angst vor dem Tod und der Dunkelheit begleitet die Menschheit schon seit Generationen.

Wie habt ihr Eure Zusammenarbeit organisiert, wer hat was gemacht?
Wir haben den Film als Schulklasse gedreht. Wir haben zusammen beim Filmen besprochen, welche Szenen gut waren und welche wir nochmals drehen mussten. Das klappte gut, weil wir dieselbe Vorstellung vom Film hatten.

Was war für Euch das schwierigste bei der Produktion?
Das Organisieren. Das heisst, das Filmequipment musste bereit sein. Beim Filmen war es schwierig, dass alle am richtigen Ort standen und konzentriert blieben. Mühsam war zum Beispiel auch, dass das Licht im Schulhaus jeweils automatisch anging, darum mussten wir die Sensoren abkleben.

Seid Ihr zufrieden mit dem Resultat?
Ja, wir sind mit dem Resultat unseres Filmes zufrieden.

Euer Film wurde an den 45. Schweizer Jugendfilmtagen vom 18. bis 21. März gezeigt. Was bedeutet Euch diese Teilnahme?
Wir finden es toll, dass unser Film bei den Schweizer Jugendfilmtagen gezeigt wurde. Schade ist, dass wir nicht nach Zürich fahren konnten, um unseren Film auf der grossen Leinwand zu sehen, das wäre schön gewesen.

Habt Ihr Euch Chancen ausgerechnet, mit «7 FEARS» einen Preis zu gewinnen und habt Ihr dies schon erfahren?
Letztes Jahr hofften wir schon, einen Preis zu gewinnen, aber es war nicht so. Wir hofften, dass unsere Chancen nun mit einem experimentellen Film grösser sind. Jedoch hat es leider nicht geklappt, wie wir erfahren haben.

Wie geht es nun weiter, werdet Ihr weitere Filme zusammen drehen, oder jede für sich, oder habt Ihr ganz neue Projekte vor?
Wir fänden das toll, aber ab dem Sommer gehen alle ihre eigenen Wege. Die Filmprojekte waren lehrreich. Uns fehlt das Geld für eigenes Equipment.

www.jugendfilmtage.ch

Integration findet in den Gemeinden statt

Integration findet in den Gemeinden statt | Der Landanzeiger

Seit diesem Jahr arbeiten Sara Hadad und Louise Leibundgut als CO-Leiterinnen der Regionalen Integrationsfachstelle (RIF) Aarau zusammen. Welche Aufgaben haben die beiden zu erfüllen? Für welche Gemeinden sind sie zuständig? Und wie läuft die Zusammenarbeit bisher? Der Landanzeiger hat nachgefragt.

Wie kann ich mich freiwillig im Asylbereich engagieren? Wie schaffe ich es als Verein wirklich alle Einwohnerinnen und Einwohner einer Gemeinde zu erreichen? Gibt es in meiner Gemeinde jemanden, der mir als Neuzuzüger das Schulsystem erklärt, mich auf die Gepflogenheiten beim Wohnen, auf Deutschkurse oder Treffpunkte aufmerksam macht? Wie kann ich als Gemeinde den Austausch zwischen der einheimischen und der zugezogenen Bevölkerung fördern? Mit Sara Hadad und Louise Leibundgut hat die Region Aarau zwei Fachpersonen, die sich im Auftrag der Gemeinden Aarau, Buchs, Suhr, Hirschthal, Muhen und Unterentfelden und des Kantons um solche und weitere Anliegen kümmern.

Unter einem Dach
Die beiden bilden die Regionale Integrationsfachstelle Aarau (kurz: RIF Aarau), die als Teil der Sektion Gesellschaft der Stadt Aarau an der Heinerich-Wirri-Strasse 3 ansässig ist. Diese fasst die Angebote der Koordinationsstelle für Freiwilligenarbeit im Asylbereich (KFA) und der Mobilen Integration Region Aarau (MIRA) seit Beginn dieses Jahres unter einem Dach zusammen: Sara Hadad leitet KFA bereits seit 2016. Sie weiss, welche Angebote es für Asylsuchende gibt und kennt und vernetzt Organisationen für freiwilliges Engagement in diesem Bereich. Louise Leibundgut kam vor einem Jahr dazu als Leiterin der MIRA. Der Fokus der MIRA liegt auf der Beratung und Sensibilisierung von Akteuren der Regelstrukturen (Gemeindeverwaltungen, Vereine, Schulen, etc.) im Umgang mit Themen rund um Migration, Integration und Diversität – auch ausserhalb vom Asylbereich.

Die sechs beteiligten Gemeinden und der Kanton finanzieren das Projekt gemeinsam, die Steuerung erfolgt ebenfalls gemeinsam durch eine Steuergruppe, die von Stadträtin Angelica Cavegn präsidiert wird. Vizepräsidentin ist Gemeinderätin Irene Bärtschi aus Hirschthal.

Zeigt bereits Wirkung
Die Zusammenarbeit als Regionale Integrationsfachstelle Aarau läuft offiziell seit 1. Januar 2021 als Pilotprojekt und soll ab 1. Januar 2022 verfestigt werden. «Die enge Zusammenarbeit von Gemeinden, Kanton, Fachpersonen und zivilgesellschaftlichen Akteuren entfaltet in den sechs Gemeinden bereits Wirkung», sagt Louise Leibundgut. Sara Hadad ergänzt: «Mit unserer Zusammenarbeit hat sich gezeigt, dass es richtig ist, den Asylbereich nicht so strikt vom Ausländerbereich abzutrennen und stattdessen das Zusammenleben als Ganzes zu betrachten. Die Gemeinden der RIF Aarau sollen eine Ansprechstelle haben für jegliche Fragen im Bereich Integration, und nicht zuerst nach Status unterscheiden müssen.»

Stetig wieder anpassen
Jede Region ist wieder etwas anders, jede Gemeinde tickt etwas anders. In jeder Region und in jeder Gemeinde sind auch der Bedarf und die Gegebenheiten wieder etwas anders. Und so wird der Aufbau einer solchen regionalen Integrationsfachstelle auch nach dem Pilotprojekt nicht wirklich abgeschlossen sein. «Die Anforderungen an eine Integrationsfachstelle sind dynamisch und verändern sich stetig», so Louise Leibundgut. Und weiter: «Ebenso anspruchsvoll ist das konsequente Verfolgen des Regelstrukturansatzes innerhalb der Integrationsförderung. Der Kanton Aargau und somit auch unsere Fachstelle verfolgen in der Integrationsförderung den Regelstrukturansatz. Das heisst, dass keine separaten Sonderstrukturen aufgebaut, sondern bestehende Angebote gestärkt und Zugangsbarrieren abgebaut werden sollen. So zum Beispiel bei Vereinen, bei der Gemeindeverwaltung, in der Schule oder im Arbeitsmarkt. Die Gemeinden und der Kanton sehen die regionale Zusammenarbeit, wie sie mit der RIF Aarau umgesetzt wird, deshalb als ein langfristiges Angebot an, an dem wir dranbleiben und laufend Anpassungen vornehmen müssen.»

Synergien nutzen
«Integration findet vor Ort in den Gemeinden statt», sagt Andreas Ruf, der beim Kanton (Amt für Migration und Integration) für die Gemeindezusammenarbeit zuständig ist. Im ganzen Kanton existieren Stand heute sechs Regionale Integrationsfachstellen, denen insgesamt rund 60 Gemeinden angeschlossen sind, und sieben Koordinationsstellen für Freiwilligenarbeit im Asyl- und Flüchtlingswesen. Wie dies nun im Raum Aarau geschieht, sollen beide Bereiche auch in den anderen Regionen unter einem Dach zusammengeführt werden, um Synergien zu nutzen und die regionale Kooperation zwischen staatlichen Stellen, Fachpersonen und Zivilgesellschaft zu stärken.

Der Kanton unterstützt die beteiligten Gemeinden finanziell beim Aufbau und Betrieb dieser Regionalen Integrationsfachstellen im Rahmen des Kantonalen Integrationsprogramms (KIP) und der Verbundaufgabe Integration. In den kommenden Jahren möchte der Kanton diese Zusammenarbeit weiter verstärken. Weitere interessierte Gemeinden können sich den bestehenden oder im Aufbau befindlichen regionalen Strukturen anschliessen.

Weitere Informationen gibt es auf: www.integrationregionaarau.ch und auf www.ag.ch/rif.

163 Splitter von unterwegs

163 Splitter von unterwegs | Der Landanzeiger

Der Oftringer Dichter Deny Lanz klemmt in seinem Debüt-Werk «Die Sliwowitz-Mama» 163 Gedichte und Kurzprosastücke in ein 100-seitiges Bändchen.

«Sie soff zehn Sliwowitz in der Stunde und gewann selbst dann noch jede Dart-Runde. Ausserdem hatte man den Eindruck, dass sie niemals betrunken werden konnte. Das imponierte den Kerlen.» Der Klappentext von Deny Lanz’ Debüt-Werk «Die Sliwowitz-Mama» weckt die Neugier und lässt zugleich eher Moll- als Dur-Tonart erahnen. Der 45-jährige in Oftringen wohnhafte und in Langenthal aufgewachsene Autor ist ein Unangepasster. Er ist gerne unterwegs – und zelebriert dies auch. Den Notizblock führt er dabei stets in der Jackentasche mit sich.

Der Autor ist von seinen Hamburger Jahren als Sänger und Texter der Deutschrock-Band «Nachtfischer» mit dem Blick für das etwas Abseitige oder auch Randständige mit viel Erfahrungswert geschult. In seinen Gedichten und seiner Kurzprosa wetterleuchtet daher der Underground. In der Sperrigkeit liegt ein bewusstes Kontrapunktieren. Allzu fein gedrechselt sind die Gedichte nicht so sehr – authentisch, direkt und unvermittelt dafür umso mehr. Mehr als ein Kurztext endet mit einem herzhaften Fluch. Manche Male neckt auch eine Pointe. Das titelgebende Prosastück behandelt «Die Wirtschafts-Krise». Ein Lottogewinn führt dazu, dass bei einer tschechischen Spelunke der Lack abblättert.

Nonchalance als Attitüde
Der Momentkiesel «Wunder» aus Deny Lanz’ Bändchen weiss hingegen zu glänzen: «Sei realistisch. Erwarte ein Wunder. Stand in einem Zeitungshoroskop. Gar nicht schlecht, dachte ich. Und nahm es mir als guten Vorsatz zum neuen Jahr.» Mit Hintersinn sagt dieses Stücklein jeglichem Glücksversprechen ab, das literarische Ich nimmt es stattdessen selber in die Hand. Glück kann warten, es lässt sich eh nicht erhaschen. Vielmehr liegt es laut diesen 163 Splittern stets darin, dem Moment ausgesetzt unterwegs zu sein.

Die Reisen führen in den Osten zu Stationen wie Pilsen, dem Prager Stadtteil Žižkov, St. Petersburg. Zwischendurch heissts stranden in Olten. Doch alsbald reisst es den Autor via München an den Lago Maggiore und nach Locarno südwärts. Oder gen Norden, zum Vagabundieren durch deutsche Lande. Das weitet das Herz. Begegnung mit Geliebten, Zuhältern, Kneipenwirten, Alleingelassenen und Tagträumern lassen den Schreibenden sinnieren. Alkoholika in mannigfaltigen Erscheinungsformen tränken das Empfinden, schärfen den Blick – und werfen auch mal ein Loblied aufs Bier ab. Oder eine Ode an den literarischen Ziehvater Charles Bukowski. Auch Jack Kerouac riecht genug nach Strasse.

Arbeit ist des Dichters nicht
Das Schreiben könnte weniger Arbeit sein. Presslufthammergleich glaubt der Autor mitunter in die Tasten zu hauen. Das stete Bosseln und Feilen kann wunde Finger zeitigen und weckt prompt ein Pfeifdrauf. «Irgendwann ist Schluss! In Zukunft verfertige ich nur noch Endfassungen. Spart Zeit, Papier und Nerven.» Auch wenn es manchmal etwas gar attitüdenhaft zelebriert wird: Wer den Underground, das unangepasste Unterwegssein und den Szenengroove liebt, ist mit den ansehnlich getränkten literarischen Brosamen von Deny Lanz gut bedient. Zum Beispiel unterwegs im Zug ins Nirgendwo. Die Kehle geölt von einem kühlen Bier. Maskenlos selbstverständlich.

Die Sliwowitz-Mama | Buchcover Deny Lanz
Buchcover «Die Sliwowitz-Mama»

Deny Lanz.
«Die Sliwowitz-Mama»
Gedichte & Kurzprosa.
ISBN: 978-3- 948172-04-6
container press. Walheim

Erhältlich in der Buchhandlung «aleph und tau»,
Dorfstrasse 13, 5040 Schöftland oder auch online über die Lüthy Buchhandlung, 5000 Aarau
www.buchhaus.ch


Zur Person

Deny (Denis) Lanz wurde 1975 in Langenthal geboren. Er hat eine Bürolehre in einem Zeitungsverlag absolviert. Für einige Jahre hat er in Hamburg gelebt, wo er als Sänger der Band «Nachtfischer» erste Texte verfasst hat. Heute lebt er in Oftringen und ist als Anzeigenverkäufer beim «Landanzeiger» tätig.


«Das Aufsetzen des richtigen Hutes hat sehr geholfen»

Aargau Verkehr AG | Der Landanzeiger

Kompetent, ehrlich, diplomatisch und jederzeit freundlich. So könnte man Erwin Rosenast beschreiben, wie er seine Arbeit als Leiter Kommunikation der Aargau Verkehr AG während fast 15 Jahren wahrgenommen hat. Nun hat sich der 65-Jährige in den beruflichen Ruhestand verabschiedet.

Der Empfang bei Erwin Rosenast zu Hause ist herzlich. Anders als bei bisherigen Terminen trägt der Gränicher jedoch keinen Anzug. Mit seiner Pensionierung vor einer Woche hängt seine Robe nun etwas öfter im Kleiderschrank. «Ich habe immer gerne einen Anzug getragen und mache das auch heute noch, schliesslich habe ich ein grosses und seriöses Unternehmen repräsentiert.» Geblieben sind der freundliche Umgang und die Weisheit, mit der Erwin Rosenast seine Worte wählt. «Eine gute und transparente Kommunikation wird in der schnelllebigen Zeit noch viel wichtiger, darauf haben wir immer grossen Wert gelegt.»

Noch sehr oft spricht er über seinen inzwischen ehemaligen Arbeitgeber in der Wir-Form. «Das sei mir verziehen, ich bin ja erst eine Woche weg», lacht der frisch Pensionierte, der mit seinen zwei Töchtern und seiner Ehefrau in Gränichen lebt. «Ich muss schon sagen, die Aargau Verkehr AG war und ist ein hervorragender Arbeitgeber. Das Unternehmen wurde im 2020 unter den 10 besten Arbeitgebern der Schweiz prämiert in der Kategoerie 500 bis 999 Mitarbeitende. Mich mit diesem Unternehmen zu identifizieren fiel und fällt mir leicht.» Natürlich habe es auch unruhige Zeiten gegeben. Themen wie Verspätungen, Baustellen, Unfälle und Ausbaupläne sind immer gewisse Herausforderungen. «Beim ‹Lokführermangel› im Jahr 2015, als wegen eines Krankheitsfalles zwei Züge ausfielen und drei Züge mit Bahnersatzbussen geführt werden mussten, standen sogar die nationalen Medien auf dem Teppich», erinnert sich «Winu». Das seien für ihn jedoch keine schlechten Erfahrungen gewesen, sondern Ereignisse bei denen er als Kommunikationsverantwortlicher immer auch etwas dazugelernt habe.

Früh zog es ihn auf die Schienen
Rosenast ist vor knapp 15 Jahren bei Aargau Verkehr eingetreten, damals hiess das Unternehmen noch AAR bus+bahn. Nicht nur der Firmenname hat sich in dieser Zeit geändert, auch die Strukturen und die Art der Kommunikation wurden modernisiert. Unter der Regie des Gränichers sogar professionalisiert. «Meine Arbeit wurde seitens des Hauptaktionärs Kanton Aargau, des Verwaltungsrates und der Geschäftsleitung immer respektiert. Auch mit dem Chef der 2018 gegründeten Aargau Verkehr AG, Severin Rangosch, habe die Zusammenarbeit auf Anhieb funktioniert. «Wir kannten uns noch aus der Zeit bei der RAILplus AG», erklärt Rosenast und verrät über seinen beruflichen Werdegang weiter, dass er zu allererst eine Lehre als Bäcker- Konditor-Confiseur absolviert hat. Bald schon zog es den jungen Erwin jedoch auf die Schienen. Nach einigen Jahren als Zugführer verdiente er sich die Sporen bei den SBB als Betriebsdisponent ab. Es folgten Weiterbildungen in Marketing, Betriebswirtschaft, Projektmanagement, Marketing und Kommunikation. «In der Zeit in der Generaldirektion SBB, bei SBB Cargo, RAILplus und auch in den Jahren bei Aargau Verkehr habe ich sehr viel Erfahrung gesammelt und spannende Menschen kennengelernt.»

Bei Referaten und Veranstaltungen sei es auch immer wieder zu Begegnungen mit Persönlichkeiten gekommen, etwa mit Röbi Koller, Marco Rima oder der Vize-Miss-Schweiz Xenia Tchoumitcheva. Kürzlich habe er sich an einem Workshop auch mit Bundesrat-Sprecher André Simonazzi unterhalten können. «Die Medienarbeit in Bundesbern, aber auch bei vielen anderen Unternehmungen sind eine sehr spannende Sache und ich verfolge heute noch Medienkonferenzen mit dem Hut des Kommunikationschefs.» Das habe ihm immer sehr geholfen; also das Aufsetzen solcher Hüte. «Wenn ich etwas erklären wollte, habe ich mich in die Haut der unterschiedlichen Empfänger versetzt. Das hat immer funktioniert.» Und tatsächlich: Man kann die Archive lange durchblättern; ein kommunikatives Fiasko hat es unter Rosenast nie gegeben.

«Mir wird nicht langweilig»
Vertrauen, Offenheit und ein korrekter Umgang mit Fragestellern waren dem «Medienchef» immer wichtig. «Es haben immer alle eine ehrliche, zeitnahe und transparente Antwort bekommen», blickt Rosenast zufrieden zurück. Um das zu ermöglichen, verinnerlichte er nicht nur alle möglichen Vorgänge im Unternehmen, er identifizierte sich auch mit der Firma. Auch vor Weiterbildungen schreckte er nie zurück. «Die letzte habe ich vor vier Monaten absolviert», lacht der Neu-Pensionär, der seine Erfahrung auch im Ruhestand zur Verfügung stellen möchte. «Ich habe ein paar kleinere Mandate, vielleicht kommt ja noch etwas dazu.» Langweilig wird es dem passionierten 3.-Liga-Handballer des STV wahrscheinlich nicht, auch wenn sowohl Handball-Spiele, wie auch das Sporttreiben im Fitness-Center wegen der Pandemie gerade nicht möglich sind. «Ich halte mich mit Spaziergängen fit und finde eigentlich immer wieder Arbeit zu Hause.»

Erwin Rosenast war bei seinem bisherigen Arbeitgeber nicht einfach nur für die Kommunikation zuständig, er verlieh dem Unternehmen ein sympathisches, kompetentes Gesicht. In seine Fussstapfen treten wird nun Michael Briner, von dem Rosenast überzeugt ist, dass er die transparente Kommunikation der Aargau Verkehr AG weiterführen und auch neue Ideen einbringen wird. «Die Kommunikation bietet viele spannende Aufgaben.» Wer Erwin Rosenast zuhört, glaubt ihm das aufs Wort.