IG Pro Oberentfelden gegründet

IG Pro Oberentfelden gegründet | Der Landanzeiger

Die Gruppierung, die im Herbst des letzten Jahres in Oberentfelden das Referendum gegen den Zukunftsraum Aarau ergriff, hat sich nun zur «IG Pro Oberentfelden» formiert. Der Verein wolle in der Gemeinde Verantwortung übernehmen, sagen die Verantwortlichen.

«Wir treten ein für eine eigenständige und unabhängige Gemeinde Oberentfelden», sagt Franz Udo Fuchs, der Präsident des neu gegründeten Vereins IG Pro Oberentfelden. Er und seine Mitstreiter waren es, die nach dem Ja zum Zukunftsraum Aarau an der Gmeind vom 2. September 2020 in Oberentfelden, das Referendum ergriffen und innerhalb kürzester Zeit über 1000 Unterschriften gegen die Fusion sammelten. Am 13. Dezember des letzten Jahres wurde der Zukunftsraum Aarau dann an der Urne in Oberentfelden deutlich bachab geschickt.

«Mit dem Erhalt der Eigenständigkeit der Gemeinde muss von unserer Seite nun auch Verantwortung übernommen werden», sagt Fuchs weiter. Deshalb habe man im Juni die «IG Pro Oberentfelden» gegründet. Es stünden viele interessante Projekte in der Gemeinde an, «deshalb ist es wichtig, dass auch eine unabhängige IG Pro Oberentfelden die Bedürfnisse der Bevölkerung in die Verfahren einbringen kann». Als Beispiel nennt Fuchs die Dorfgestaltung, die Verkehrssituation, die Schule Entfelden, aber auch bei der Neugestaltung der Überbauung «Aarau West» wolle die IG mitreden. Ob sie für die bevorstehenden Gemeinderatswahlen einen oder mehrere Kandidaten stellen, entscheidet die IG heute Donnerstagabend.

Ein weiteres Provisorium der Schule Entfelden – diesmal entsteht es in Unterentfelden

Ein weiteres Provisorium der Schule Entfelden – diesmal entsteht es in Unterentfelden | Der Landanzeiger

Schulraum ist an der Schule Entfelden generell knapp. Die nächste betroffene Einheit ist die Primarschule in Unterentfelden. Der dringend benötigte Raum wird gerade mit einem Container-Pavillon geschaffen. Aber auch dieser ist nur provisorisch.

«Immerhin ist es uns möglich, die Schülerinnen und Schüler auf einem gewissen räumlichen Standard zu unterrichten. Es sind zwar nur provisorische Zweckbauten, doch dank des ausgeklügelten Container-Systems ist alles da, was wir für die Bildungsarbeit benötigen», erklärt Gesamtschulleiter Darius Scheuzger. Geplant wird der «Übergangszustand» vom Architekturbüro as zwöi gmbh aus Schöftland, errichtet wird er von der ALHO Systembau AG aus Wikon.

18 Module schaffen Raum
Der Standort des Pavillons befindet sich an der Roggenhausenstrasse in Unterentfelden, gleich bei den Schrebergärten. Drei Schulräume, ein Gruppenraum, ein Büro für die Schulleitung und ein Technikraum umfassen die 18 Container-Module. Sie sind demnächst bezugsbereit. Rund 60 Schülerinnen und Schüler werden ab dann unterrichtet. Ausser dem Schulhaus Feld, welches 2012 neu errichtet wurde, und der Mehrfachturnhalle Bünten aus dem Jahr 1986 sind alle Schulgebäude in Unterentfelden kurz- oder mittelfristig zu sanieren oder rückzubauen oder zu ersetzen. Dies schlägt der Masterplan der Arbeitsgruppe (AG) Schulische Immobilien vor.

Masterplan Gebäudeentwicklung
Der Masterplan wurde von der AG Schulische Immobilien über viele Monate hinweg entwickelt. Er hat zum Ziel, einen nachhaltigen Gebäudepark für die Schule Entfelden mit ihren gegenwärtig 1539 Schülerinnen und Schülern (Tendenz steigend) zu schaffen. «Weg von den Provisorien, hin zu einer zeitgemässen Schule, auf die man in beiden Entfelden stolz sein kann», führt Scheuzger aus. Die Raumsituation der Schule Entfelden ist nicht wenig komplex. Eine Vielzahl von Gebäuden in unterschiedlichen Zuständen müssen unterhalten werden. Einige von ihnen sind nicht mehr zeitgemäss. Die Gründe reichen von der Bausubtanz über das Raumprogramm bis zur Energie. Rückbauten, Aufstockungen und Ersatzbauten sind die Folge.

Öffentliche Informationsplattform
Als erstes Projekt sieht der Masterplan die Aufstockung des blauen Oberstufenschulhauses vor. Der Kreisschulrat entscheidet an seiner September-Sitzung darüber, ob das Bauvorhaben realisiert und dem Volk zur Abstimmung vorgelegt werden soll.

Die langfristige und nachhaltige Strategie der AG Schulische Immobilien kann öffentlich eingesehen werden. Hierzu wurde die Webseite www.schulraum-entfelden.ch geschaffen.

Lernen, spicken und Spass haben

Lernen, spicken und Spass haben | Der Landanzeiger

Am Montag, 9. August, startet im Aargau das neue Schuljahr 2021/2022. Für über 7000 Kinder ist es der erste Tag im Kindergarten, für 7200 ist es der erste Schultag. Damen und Herren Gemeindeammänner aus dem Landanzeiger-Gebiet lassen die Leserschaft an ihren Erinnerungen an die Einschulung oder die Primarschulzeit teilhaben.

Früher war der Rektor der Chef der Schule, Rektorinnen waren äusserst selten. Heute nennt man sie Schulleiterinnen oder Schulleiter. Einmal pro Jahr kam der Schulinspektor. Hatte früher jede Klasse meist nur einen Lehrer oder eine Lehrerin, so sind die Pensen heute immer öfters auf mehrere Lehrpersonen aufgeteilt. Klassengrössen wie auf dem Bild der 1. Klasse aus Küttigen 1968, mit 41 Schülerinnen und Schülern, waren früher an der Tagesordnung. Heute ist das undenkbar. Samstagmorgen-Unterricht war noch lange Standard.

Während der Schulzeit wurden jeweils an einem Nachmittag auch Pro-Juventute-Marken, Schoggitaler und die Sterne der Winterhilfe verkauft. Das regelmässige Altpapiersammeln war ein Erlebnis für alle.

Der Hellraumprojektor war lange das einzige elektronische Gerät im Schulzimmer. Blätter wurde auf dem Matrizendrucker vervielfältig, die Weltkarte und die Karte der Schweizer gab es in Form von grossen Rollos. Der Wandtafelschwamm flog auch Mal quer durchs Schulzimmer und traf nicht immer den Richtigen. Auf das quadratische Holzlineal knien, «Tatzen» auf die Innenseite der Hand, Haare reisse, Ohrfeige oder in die Ecke stehen, waren Strafen, die man heute – zum Glück – nicht mehr anwendet.

Das Löschblatt, aber auch die Unterseite des Lineals, die Tischkannte oder die Innenklappe des Etuis dienten oft als Plätze für den Spickzettel. Erwischt wurden wir trotzdem. Statt SMS oder WhatsApp-Nachrichten schrieb man sich früher noch richtige Liebesbriefe, meist aber erst nachdem man sich im Poesie- und Erinnerungsalbum verewigt hatte.

Klassengrössen von 40 und mehr Schülern hatten den Vorteil, dass die Lehrer nicht alle ihre Schäfchen auf einmal im Auge behalten konnte und es durchaus auch Platz für Spässchen oder gar «Blödsinn» gab. Etwas hat sich aber nicht verändert: In der Schule lernt man fürs Leben.

Lernen, spicken und Spass haben | Der Landanzeiger
Rolf Buchser, Jahrgang 1963, wurde im Frühling 1970 in Therwil BL eingeschult.

Rolf Buchser, Schöftland

Meine Primarschulzeit war unbeschwert, obwohl meine Eltern aus wirtschaftlichen Gründen noch dreimal umzogen und Wohnort und Kanton wechselten. So erlebte ich eine Schulzeit in den Kantonen Basel-Land, Aargau, Solothurn und St. Gallen. Jeder Kanton hatte (und hat) ein eigenes Bildungssystem. Das Einzige was die kantonalen Bildungspolitiker seit 1970 schweizweit vereinheitlichen konnten, ist der Schulanfang anfangs August. Seit 50 Jahren wird unser Bildungssystem ständig angepasst, umstrukturiert, verbessert und teurer. Ob die Schülerinnen und Schüler nach absolvierter Schulzeit heute besser auf das (Berufs-) Leben vorbereitet sind, wage ich zu bezweifeln. Die föderalistischen Schulsysteme beeinträchtigen jedoch auch heute noch schweizweit die Mobilität von Familien sehr.

Lernen, spicken und Spass haben | Der Landanzeiger
Francisco Baños, Jahrgang 1980, wurde in Moosleerau eingeschult.

Francisco Baños, Moosleerau

Die Dorfschule in Moosleerau hat mir einen Teil meiner Lebenswurzeln gegeben, wofür ich dankbar bin. Ich ging sehr gerne zur Schule. Mein Lieblingsfach war Turnen, ich liebte es auch Fussball zu spielen oder an den eisernen Kletter- und Reckstangen auf unserem Schulhausplatz herumzuturnen.

Lernen, spicken und Spass haben | Der Landanzeiger
Urs Affolter, Jahrgang 1957, wurde in Langenthal eingeschult.

Urs Affolter, Buchs

Der Buchser Gemeindeammann Urs Affolter wurde am 20. April 1964 im Schulhaus Kreuzfeld III, im Zimmer 4, in der Oberaargauer Gemeinde Langenthal BE eingeschult. Seine Lehrerin hiess Frau Inversini.

Lernen, spicken und Spass haben | Der Landanzeiger
Erich Hunziker, Jahrgang 1971 (feiert heute seien 50. Geburtstag), wurde 1978 in Kirchleerau eingeschult. Das Bild stammt aus der Zeit des kleinen Kindergartens.

Erich Hunziker, Kirchleerau

Leider gibt es kein Foto meiner Einschulung, da ich an meinem ersten Schultag Richtung Schule davongerannt bin, weil ich mich nicht fotografieren lassen wollte. Das Ergebnis, ich war eine Stunde zu früh. Immer wieder ärgere ich mich über mich selbst, über das Verhalten von damals. Meine Kinder mussten deshalb an ihrem ersten Kindergarten- und Schultag stillhalten, weil ich ihnen genau das ersparen wollte. Zurück zur Schule: in der Unterstufe waren Rechnen und Heimatkunde (ja das gab es damals noch) meine Lieblingsfächer, später in der Bezirksschule Physik. Ich besuchte die Schule in Moosleerau, Kirchleerau (5. Klasse), die Bezirksschule in Schöftland (4 Jahre) und erinnere mich gerne an diese Zeit zurück.

Lernen, spicken und Spass haben | Der Landanzeiger
Peter Stirnemann, Jahrgang 1953, wurde in Gränichen eingeschult.

Peter Stirnemann, Gränichen

Auf Grund der grossen Schülerzahlen musste ich auf meinem Schulweg am Vorstadtschulhaus (400 m) vorbei laufen direkt ins Dorfschulhaus (900 m). Ohne Elternteil lief ich stolz mit meinem Schulranzen am ersten Schultag ins Dorf. Meine Lehrerin hiess Fräulein Kaufmann (heute Frau Bürki). Als kleinster Schüler musste ich natürlich in der ersten Sitzreihe Platz nehmen. Unsere Klassengrösse betrug damals 46 Schülerinnen und Schüler! Mein Lieblingsfach war natürlich Turnen. Schreiben und lesen war nicht so mein Ding, musste aber halt auch sein. Das Gekritzel mit dem «Griffel» auf der Schiefertafel machte keinen Spass. Als Linkshänder wurde ich umgehend auf Rechtshänder «umgepolt».

Lernen, spicken und Spass haben | Der Landanzeiger
Patric Jakob (rechts), Jahrgang 1966, wurde 1973 in Habsburg eingeschult.

Patric Jakob, Wiliberg

In Habsburg besuchte ich die Gesamtschule 1. bis 5. Klasse. Wir waren total 20 Kinder in einem Schulraum. Unterrichtet wurden wir von derselben Lehrerin in allen Fächern, inklusive Turnen. Wir hatten keine Turnhalle. Je nach Wetter und Jahreszeit fand der Turnunterricht auch mal im Wald statt. Nur bei ganz schlechtem Wetter kamen wir drinnen in den Genuss von einem Alternativprogramm. Rechnen und Geographie waren meine Lieblingsfächer. Singen und Zeichnen mochte ich am wenigsten. Im ersten Zeugnis stand beim Fach Singen keine Note, sondern «brummelt». Das Foto stammt aus dem ersten Schuljahr 1973 und wurde vor unserem Wohnhaus in Habsburg aufgenommen. Der Knabe mit den schwarzen Haaren war mein Schulfreund Andrea. Mit ihm habe ich meine ganze Schulzeit verbracht und wir sind heute noch eng befreundet.

Lernen, spicken und Spass haben | Der Landanzeiger
Mario Schegner, Jahrgang 1976, wurde am 22. August 1983 in Buchrain (LU) eingeschult.

Mario Schegner, Kölliken

Es war eine schöne Zeit, so im Detail sind die Erinnerungen zwar nicht mehr da. Viel Spass hatte ich immer bei Klassenausflügen oder später auch in Klassenlagern. In der Primarschulzeit habe ich gerne die Rechnungsfächer besucht. Ebenfalls habe ich immer gerne im Werken gearbeitet. Über all die Jahre an der Schule in Buchrain hatte ich eine schöne, ruhige und lehrreiche Zeit.

Lernen, spicken und Spass haben | Der Landanzeiger
Max Hauri, Jahrgang 1971, wurde in Staffelbach eingeschult.

Max Hauri, Staffelbach

Mein Lieblingsfach war immer das Rechnen, das man heute Mathematik nennt. Ich erinnere mich noch, dass ich gerne zu Frau Hanna Stauffer aus Bottenwil, in die 1. und 2. Klasse gegangen bin. Auch erinnere ich mich gerne an die Schulzeit bei Lehrer Harry Hunziker (4. und 5. Klasse). Wir machten Velotouren durch den Aargau und durften die Skipiste am Ankenberg in Staffelbach präparieren, anschliessend gab es Trainingsläufe und am Schluss das grosse Skirennen mit Zeitmessung.

Lernen, spicken und Spass haben | Der Landanzeiger
Tobias Leuthard, Jahrgang 1967, wurde in Frick eingeschult.

Tobias Leuthard, Küttigen

Mit der Einschulung verbinde ich zwei sehr gegensätzliche Gefühle. Zum einen habe ich mich sehr auf die Schule gefreut: Lesen und Schreiben zu lernen hat mir besonders Spass gemacht. Andererseits hatte ich grossen Respekt, fast ein bisschen Angst vor dem ersten Schultag, weil unsere Lehrerin «das Frölein Greber» im Ruf stand, ziemlich streng zu sein und auch vor Körperstrafen nicht zurückstreckte. Dieser Ruf wurde vor allem von unseren älteren Geschwistern mit ziemlichen Schauergeschichten zementiert und einiges hat sich dann auch bewahrheitet.

Lernen, spicken und Spass haben | Der Landanzeiger
Martin Goldenberger, Jahrgang 1961, bei der Einschulung in Schmiedrued.

Martin Goldenberger, Schlossrued

Wir wurden damals in Schmiedrued noch ohne den Besuch eines Kindergartens, also direkt eingeschult. Die Klassen waren sehr gross und hatten sehr viele Schüler. Heute aus pädagogischer Sicht wohl undenkbar, uns hatte es gefallen, die Lehrer hatten nicht immer Zeit, sich um jeden Einzelnen zu kümmern. Ich würde nicht sagen, dass wir die Schule liebten, wohl aber den Schulweg. Da konnte man so manches erleben. Geliebt habe ich alles, was nicht so streng kontrolliert werden konnte und keine Hausaufgaben zur Folge hatte, wie Singen und Zeichnen und natürlich das Turnen.

Lernen, spicken und Spass haben | Der Landanzeiger
Katrin Burgherr, Jahrgang 1975, wurde mit 6½ Jahren in Reitnau eingeschult.

Katrin Burgherr, Reitnau

Ich erinnere mich noch genau an den ersten Schultag mit meiner orangenen Lederschulhutte – ich konnte auslesen zwischen rot und orange. Ich hatte die gleichen Finken wie meine Freundin – diese besiegelten unsere Freundschaft für die ganze Schulzeit. Ich war sehr scheu und getraute mich keine Dummheiten zu machen. Der Sporttag war der schlimmste Tag im Jahr für mich. Ich schrieb sehr gerne Briefe. Mein Lieblingsfach war Mathematik.

Lernen, spicken und Spass haben | Der Landanzeiger
Robert Wernli, Jahrgang 1966 an seinem ersten Schultag am 24. April 1973 in Densbüren.

Robert Wernli, Densbüren

Gerne erinnere ich mich an die unbeschwerte Primarschulzeit mit meinen Freunden im familiären Umfeld in «Deischpere» zurück. «Hösi», unsere strenge Lehrerin, führte uns mehrklassig, mit eiserner Hand und offenen Schuhen, im Frontalunterricht durch den Schulstoff. Besonders liebte ich das Fach Zeichnen, nicht wegen dem Zeichnen, sondern wohl eher, weil diese Stunde nicht so streng geführt war und Raum für kommunikativen Austausch – sprich Blödsinn – liess.

Lernen, spicken und Spass haben | Der Landanzeiger
Andreas Urech, Jahrgang 1980, wurde 1986 in Leutwil eingeschult. Das Bild stammt aus der 3. Klasse.

Andreas Urech, Muhen

Die Primarschule begann ich in Leutwil. Spannend, dass es dort nur einen Raum brauchte für die 1. – 4. Klasse, da das Dorf früher noch viel kleiner war als heute, wobei auch heute noch keine 1000 Menschen dort leben. Ich erinnere mich an die extrem lebhaften Pausen, wo alle Kinder quer durch alle Altersschichten miteinander spielten und rauften. Und natürlich erinnere ich mich an den Hauswart, der seine Wohnung im Schulhaus Obergeschoss hatte, und so auf dem Schulareal quasi omnipräsent war. Am liebsten hatte ich die Fächer Deutsch und Mathematik.

Lernen, spicken und Spass haben | Der Landanzeiger
Hanspeter Hilfiker, Jahrgang 1965 wurde in Buchs eingeschult.

Hanspeter Hilfiker, Aarau

Meine Einschulung war 1972 in Buchs, im Alten Schulhaus, bei Fräulein Maurer; wir waren gut 30 Schülerinnen und Schüler, rund ein Drittel mit italienischem Hintergrund. Erinnerungen habe ich kaum konkrete, mir hat die Schule gefallen, mit einer Ausnahme: Turnen.

Lernen, spicken und Spass haben | Der Landanzeiger
Silvan Bärtschi, Jahrgang 1983, wurde 1990 in Bottenwil eingeschult.

Silvan Bärtschi, Bottenwil

Gerne erinnere ich mich an meine Primarschulzeit zurück, so hatte ich eine ganz gute Klasse erwischt. Ich war in Mathe ein ganz guter Schüler. Wäre es doch in den anderen Fächern nur auch so gut gelaufen … Die Examenfeste waren auch immer ein Höhepunkt; was haben wir da getanzt, gelacht und viel Spass gehabt.

Lernen, spicken und Spass haben | Der Landanzeiger
Marliese Loosli, ledige Altherr, Jahrgang 1978, wurde in Moosleerau eingeschult.

Marliese Loosli, Schmiedrued

Ich bin in Moosleerau aufgewachsen und habe dort die Primarschule besucht. Wir hatten eine tolle Zeit. Auch ich ging noch zu Daniel Gerhard in die Schule, der diesen Sommer in Pension ging. Meine liebsten Fächer waren Turnen und Singen, es waren auch die einzigen Fächer, welche mir die Note 6 bescherten. Mein Schulalltag hätte gut und gerne auch nur aus Sportlektionen bestanden können. Während der ganzen Schulzeit, war ich mehrere Male «schnellste Moosleerauerin».

Lernen, spicken und Spass haben | Der Landanzeiger
Markus Bircher, Jahrgang 1961, wurde 1968 im Dorfschulhaus in Küttigen eingeschult.

Markus Bircher, Oberentfelden

Den ersten Schultag habe ich noch gut in Erinnerung. Ich war ziemlich angespannt und etwas aufgeregt. Nachdem ich den Platz eingenommen habe, konnte ich erst den «Schulthek» nicht öffnen. Bald darauf wurde es mir schwarz vor Augen. Ein Getränk und ein kleiner Snack halfen mir dann wieder auf die Beine. Meine Lieblingsfächer waren Turnen und Rechnen. Die Primarschulzeit war auch geprägt vom Schulweg. Vieles haben wir dabei erlebt und auch «angestellt». Nicht selten sind wir spät zum Mittagessen gekommen oder im Winter «pflotschnass» wenn es viel Schnee gehabt hat. Die Elterntaxis waren zu diesem Zeitpunkt zum Glück noch kein Thema.

Lernen, spicken und Spass haben | Der Landanzeiger
Herbert Räbmatter, Jahrgang 1968, wurde 1975 in Kölliken eingeschult. Das Bild stammt aus der 2. Klasse.

Herbert Räbmatter, Uerkheim

Mir wurde vermittelt, möglichst gute Schulnoten nach Hause zu bringen. War keine Zeugnisnote unter 5.0, wurde ich meist belohnt. So wie auf dem Bild aus der 2. Klasse. Mit einem Coup konnte man bei mir viel bewirken, auch heute noch. Was ich in meiner Schulzeit, besonders in den ersten Schuljahren, immer wieder erleben durfte, versuchte ich meinen Kindern weiterzugeben. Ich musste aber auch erkennen, dass Schule und Noten nicht das Leben sind und deshalb haben meine Kinder auch sonst Mal eine Glace bekommen.

Stadion, Brücke und Spital stehen hier bereits

Besuch im Rathaus | Der Landanzeiger

Im Aarauer Rathaus kommt es regelmässig zu Änderungen und Anpassungen, von denen die Bevölkerung kaum etwas mitbekommt. Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker gewährte einen Einblick.

Wer ins Aarauer Rathaus eintritt, stellt schnell fest, hier verschmelzen Vergangenheit und Gegenwart. Da die dicken Mauern des sogenannten Turms Rore, des mittelalterlichen Bergfrieds, um den herum das Rathaus gebaut wurde. Dort der neue Eingangsbereich mit Glas, Metall und modern geschwungenen Sitzgelegenheiten. An den Wänden, im öffentlich zugänglichen Teil, hängen Bilder aus der eigenen Sammlung, die zweimal pro Jahr gewechselt werden. Im eher dunklen, gotischen Stadtratszimmer fällt eine Schnitzerei auf, die, geschmückt mit dem Aarauer Wappenadler, die Jahreszahl 1520 trägt. Daneben stehen die schwarzen Ledersessel und ein Grossbildschirm. Auch hier trifft neu auf alt.
Angrenzend und nur durch eine kleine Holztüre getrennt, der Archivraum, in dem die Stadtrats-Protokolle der letzten 40 Jahre in gebundener Form gelagert werden.
Der Stadtpräsident hat ein kleineres Büro als seine Vorgänger. Es ist modern eingerichtet. Vom Bürotisch aus blickt Hanspeter Hilfiker auf ein riesiges, mit Bleistift gezeichnetes Bild von Max Matter, seinem einstigen Zeichnungslehrer an der Kantonsschule. Im Rücken hängen sechs grosse, bewusst verschwommene Farbfotos von Werner Erne, aufgenommen an der Streetparade.

Besuch im Rathaus | Der Landanzeiger
Das Aarauer Rathaus steht seit über 500 Jahren an diesem Ort.
Besuch im Rathaus | Der Landanzeiger
Die Kapellglocke auf dem Rathaus läutet hier seit 1762 viertelstündlich.
Besuch im Rathaus | Der Landanzeiger
Im altehrwürdigen Stadtratszimmer im Rathaus werden alle wichtigen Entscheide getroffen.




Vorbei an der Ahnengalerie der ehemaligen Stadtoberhäupter geht es zum Nordbalkon, mit dem schönen Ausblick auf Halde, Aare und Hungerberg. Nach einem Besuch im neusten Sitzungszimmer, dem vierten im Haus, gehts ab in den Estrich. Direkt unter dem Dach steht das eindrückliche Stadtmodell. Dieses zeigt Aarau und Rohr im Massstab von 1:500 und entstand in den Jahren 1960 bis 1981. Es wird immer wieder ergänzt. Im Gegensatz zur Wirklichkeit sind hier das Fussballstadion, das neue Spitalgebäude, die Pont Neuf oder auch die Erweiterung des Polizeikommandos bereits gebaut. Zum Abschluss zeigte Andi Jurt, Standortleiter Betrieb und Unterhalt, im Keller des Rathauses die betriebseigene Produktionsanlage für umweltschonendes Putzmittel.

Stadtpräsident Dr. Hanspeter Hilfiker blättert in einer gebundenen Ausgabe der Stadtratsprotokolle der letzten 40 Jahre.

Andi Jurt zeigt die Anlage, in der die Stadt Aarau ihr eigenes Putzmittel produziert, mit dem sie 80 Prozent aller Arbeiten erledigen kann.
Besuch im Rathaus | Der Landanzeiger
Die Fahne des Füsilier-Stadtbataillons 57 hat ihren letzten Platz im Rathaus.
Besuch im Rathaus | Der Landanzeiger
Teile der mittelalterlichen Mauer des Rathauses sind bis drei Meter dick.
Besuch im Rathaus | Der Landanzeiger
Den Mitarbeitenden der Stadt stehen vier E-Bikes zur Verfügung.
Besuch im Rathaus | Der Landanzeiger
Die Stadt besitzt auch eine Gartenanlage, die an das Rathaus angrenzt.

Kantonsstrasse halbseitig gesperrt

Kantonsstrasse halbseitig gesperrt | Der Landanzeiger

Auf der Kantonsstrasse in Densbüren kann aufgrund des guten Baufortschritts der Deckbelag im ersten Abschnitt eingebaut werden. Diese Belagsarbeiten werden ab heute Donnerstag, 5. August während knapp einer Woche eingebaut. Es kommt zu Sperrungen und Umleitungen bei der Dorfeinfahrt Densbüren sowie bei den angrenzenden Liegenschaften.

Die Bauarbeiten auf der Kantonsstrasse (K 107) in Densbüren haben am 7. September 2020 begonnen. Das Projekt umfasst die Belagssanierung, behindertengerechter Umbau der Bushaltestellen sowie diverse Werkleitungsarbeiten der Gemeinde Densbüren. «Wir sind mit den Bauarbeiten bislang sehr gut vorangekommen. Das Regime mit zwei gleichzeitig arbeitenden Bauequipen und der koordiniert schaltenden Lichtsignalanlage hat sich bewährt! Aufgrund des guten Baufortschritts kann nun im ersten Abschnitt der Deckbelag eingebaut werden», erklärt Fabian Gasser, Projektleiter der Abteilung Tiefbau.

Der Deckbelag wird auf einer Länge von knapp 670 Metern in zwei Längsetappen eingebaut. Der Einbau erfolgt jeweils halbseitig, so dass auf eine komplette Sperrung der Kantonsstrasse verzichtet werden kann. Der Verkehr wird durch einen Verkehrsdienst geregelt.

Sperrung und Umleitung der Dorfeinfahrt Densbüren
Die erste Einbauetappe erfolgt auf der Fahrspur in Richtung Aarau und erstreckt sich vom Gemeindehaus bis zum Müliweg. Am heutigen Donnerstag, 5. August, ist die Zufahrt zum Riders nur via Kaisermatt möglich. Am Freitag, 6. August 2021 wird die Fahrspur in Richtung Frick eingebaut. An diesem Tag ist die Dorfzufahrt Densbüren gesperrt und wird via Chilhaldestrasse / Kirche umgeleitet. Die Zufahrt zum Gemeindehaus und zur Entsorgungsstelle ist an diesem Tag nicht möglich.

Am Montag, 9. August 2021 wird vom Müliweg bis zur Schulstrasse die Fahrspur in Richtung Aarau eingebaut. Am Dienstag, 10. August 2021 folgt die Fahrspur in Richtung Frick. Dabei wird der Müliweg und Fabrikweg sowie die Zufahrt zum Restaurant Pinte gesperrt.

Buslinienführung und provisorishe Haltestellen
Die Postautos werden während den ganzen Belagsarbeiten nach Fahrplan verkehren. Die bestehenden Haltestellen müssen kurzzeitig verschoben werden. Die Bushaltestelle beim Gemeindehaus muss am Freitag, 6. August 2021, rund 100 Meter in Richtung Frick verschoben werden. Beide Bushaltestellen Ausserdorf werden vom Montag, 9. August, bis Dienstag, 10. August, provisorisch in den Bereich vom Volg verschoben.

Verschiebung der Arbeiten bei schlechter Witterung
Sollte das Wetter in der geplanten Zeit den Einbau des Deckbelages nicht zulassen, werden die Arbeiten jeweils um einzelne Tage verschoben. Das Departement Bau, Verkehr und Umwelt bittet die Verkehrsteilnehmenden sowie die Anwohnerinnen und Anwohner um Nachsicht für die unvermeidlichen Lärmbelastungen, Behinderungen und Wartezeiten und dankt für das Verständnis.

Absage der Bundesfeiern Stadt Aarau und Gemeinde Schöftland

Absage 1. August-Feier Aarau 2021 | Der Landanzeiger

Die Stadt Aarau und die Gemeinde Schöftland haben mitgeteilt, dass wegen den schlechten Wetterprognosen für Sonntag, 1. August die geplanten Bundesfeiern abgesagt werden müssen. Es ist am Nationalfeiertag wiederholt mit Regen und teilweise auch mit kräftigen Gewittern zu rechnen.

Die Absagen betreffen die Feier der Stadt Aarau «Unter den Linden» in Aarau-Rohr, sowie die Feier der Gemeinde Schöftland beim «Blick zur Heimat».

Wenn es das Wetter zulässt, wird Schöftland aber sein Höhenfeuer beim «Blick zur Heimat» um ca. 22 Uhr trotzdem entzünden.

Beschwerde gegen Neubau mit Vergleich erledigt

Beschwerde gegen Neubau mit Vergleich erledigt | Der Landanzeiger

Die Erleichterung bei den Verantwortlichen des Kantonsspitals Aarau, der Stadt, aber auch des Kantons ist gross. Der Neubau des Kantonsspitals Aarau kann gestartet werden. Nach längeren Verhandlungen konnte mit dem Beschwerdeführer ein Vergleich gefunden werden.

Gegen den Neubau des Kantonsspitals Aarau wurde im Zusammenhang mit Erschliessungsfragen beim Regierungsrat des Kantons Aargau Beschwerde geführt. Am Donnerstag, 22. Juli, fand unter der Leitung des Rechtsdiensts des Regierungsrats eine Vergleichsverhandlung zwischen den Beschwerdeführenden und der Kantonsspital Aarau AG als Bauherrschaft sowie unter Einbezug der Stadt Aarau als Baubewilligungsbehörde statt. Dabei konnte ein Vergleich erzielt werden, über dessen Inhalt gegenseitig Stillschweigen vereinbart wurde. Damit gilt die Beschwerde als erledigt und die Baubewilligung rechtskräftig. Sie ermöglicht den sofortigen Baustart.

«Dank der Bereitschaft aller Beteiligten kann nun der Startschuss zur Realisation des Spitalneubaus erfolgen», erklärt ein hoch erfreuter Peter Suter, Verwaltungsratspräsident des KSA. Mit dieser zukunftsfähigen Infrastruktur wird es den Mitarbeitenden möglich sein, auch weiterhin Spitzenleistungen zu erbringen und Medizin auf höchstem Niveau zu praktizieren. Auch bei Sergio Baumann, CEO ad interim, ist die Begeisterung und gleichzeitig Erleichterung riesengross: «Für die Mitarbeitenden des KSA bietet dieser grosse Schritt die langersehnte Perspektive für die Zukunft.»

Der Aarauer Stadtrat hat dem KSA die Baubewilligung am 29. März 2021 erteilt und dabei drei Einwendungen abgewiesen. Mit zwei der drei Einsprecher konnten sich die Verantwortlichen einigen. Der Dritte hat den stadträtlichen Entscheid mittels Beschwerde beim Kanton angefochten. Doch nun kommt alles gut.

Derzeit laufen die letzten Vorbereitungsarbeiten auf dem Baufeld. Geplant ist ein zeitnaher Beginn der Aushubarbeiten im Sommer.

Ein beliebter Schreiber tritt ab

Ein beliebter Schreiber tritt ab | Der Landanzeiger

Nach mehr als 34-jähriger Tätigkeit als Gemeindeschreiber von Erlinsbach trat Bruno Vogel Ende Juni in den Ruhestand. Gemeindeschreiber ist er gesamthaft seit 42 Jahren. 1979 trat er seine Stelle in Birmenstorf bei Baden an. 1987 wählte ihn der Gemeinderat zum Gemeindeschreiber von Erlinsbach, als Nachfolger von Hans Dätwyler.

Aufgewachsen ist Bruno Vogel in der Region Aarau. Die Verwaltungslehre hat er damals in Unterentfelden absolviert. Bei seinem Stellenantritt in Erlinsbach zählte die Gemeinde 2600 Einwohner – heute sind es deren 4450. Bruno Vogel hat also die grosse Entwicklung von Erlinsbach nicht nur hautnah miterlebt, sondern auch mitgestaltet. Anfänglich, und bis zur Regionalisierung, war er auch Zivilstandsbeamter und während mehr als 20 Jahren zudem Bauverwalter. Neben dem Amt als Gemeindeschreiber, damals fast etwas wie eine Herkulesaufgabe, bei der schon damals wie heute immensen Bautätigkeit.

Ein Gestalter und Berater
Bruno Vogel hat auch die Entwicklung und Veränderung seines Berufstandes miterlebt. Dieser hat sich vom reinen Verwalter mehr und mehr zum Gestalter gewandelt. Er hat es immer als Privileg angesehen, den Gemeinderat bei der Entwicklung, Positionierung und Entfaltung der Gemeinde zu beraten und zu unterstützen.

Aber nicht nur die Behörde, sondern auch verschiedenen Kommissionen und Gremien, wie auch die Verwaltung konnten von seinem Wissen, seinem Elan und seinem Flair für unkomplizierte und pragmatische Lösungen profitieren. Sehr wichtig war ihm auch eine moderne, effiziente und bürgerfreundliche Verwaltung. Das Machbare stand für ihn stets im Vordergrund. Umständliche und komplizierte Papiertiger, langatmige Konzepte und Bürokratie waren gar nicht sein Ding, wie auch die zunehmende Flut von oft überflüssigen und nicht notwendigen Belehrungen und Weisungen, vor allem von Seiten des Kantons.

Bruno Vogel war stets Verfechter einer starken und echten Gemeindeautonomie. Falls nötig und angezeigt, hat er seine Meinung jeweilen auch klar und akzentuiert vertreten.

Viel Engegement für die Schule und die Vereine
Für die Bevölkerung war er ein kompetenter, offener und zugänglicher Ansprechpartner und auch Ratgeber für jegliche Fragen und Anliegen. Unzählig sind die Geschäfte und wichtigen Projekte, die er in seiner langjährigen Tätigkeit bearbeitet und mitbetreut hat. Als Sekretär des Schulvorstandes engagierte er sich auch lange Jahre für die Schule Erzbachtal. Er war damals auch massgeblich involviert in den gesamten Zusammenschluss der Erlinsbacher Schulen diesseits und jenseits des Erzbaches. Er war auch für die Dachorganisation der Erlinsbacher Vereine sowie den Trägerverein des Kultur- und Begegnungszentrums Wygärtli tätig. Sehr am Herzen lag ihm die Zusammenarbeit der beiden (früher drei) Gemeinden im Erzbachtal. Bruno Vogel präsidierte während 10 Jahren den Aargauer Gemeindeschreiberverband und bis vor kurzem auch den Aargauischen Rennverein.

Sein Steckenpferd sind jegliche geschichtlichen Aspekte von und um Erlinsbach. Er kennt sich hier bestens aus, wie auch in der umfassenden und wertvollen Fotosammlung, welche die Gemeinde vor Jahren aus einem Nachlass übernehmen konnte.Bruno Vogel war auch an insgesamt 20 Ausgaben der Erlinsbacher Dorfchronik sowie an der Jubiläumsschrift der Ortsbürgergemeinde massgeblich beteiligt.

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Bruno Vogel

Bruno Vogel wurde anlässlich der Gemeindeversammlung vom 25. Juni offiziell verabschiedet. Als Zeichen der Wertschätzung und Dankbarkeit für die geleisteten Dienste, wurde ihm im Namen des Gemeinderates ein «Bänkli » geschenkt. Den Standort des «Bänklis » darf Bruno Vogel frei wählen.

Toller Platz zum Altwerden

Toller Platz zum Altwerden | Der Landanzeiger

Die Sanierungsarbeiten der Station Milchgasse des Pflegeheims Golatti in Aarau laufen auf Hochtouren. Am 18. Oktober sollen die Bewohner einziehen. Es hat noch freie Zimmer.

Die Stadt Aarau investiert in den kommenden Jahren rund 70 Millionen Franken für die Sanierung und den Neubau ihrer Pflegeheime und Alterssiedlungen Golatti und Herosé. Der Anfang wurde mit der Sanierung der Station Milchgasse gemacht, deren Sanierung 7,8 Millionen Franken kostet. Ein Rundgang auf der Baustelle zeigt, das Geld wird gut investiert und es solle eine «Punktlandung» geben, wie die zuständige Stadträtin Angelica Cavegn Leitner sagte.

Noch wird in der Station Milchgasse auf Hochtouren gearbeitet, doch schon Mitte Oktober sollen die Bewohnerinnen und Bewohner wieder einziehen können. Sie haben übergangsmässig an anderen Orten gewohnt. «Es hat noch freie Zimmer in der umgebauten Liegenschaft», sagt Rupert Studer, Leiter der Abteilung Pflegeheime der Stadt Aarau.

Toller Platz zum Altwerden | Der Landanzeiger
Auch der Raum (links) vor den einzelnen, hellen Zimmern mit je einer Nasszelle (rechts) wurde aufgewertet.
Toller Platz zum Altwerden | Der Landanzeiger

Die Rückkehrerinnen und Rückkehrer in die Station Milchgasse werden ihr ehemaliges Zuhause kaum mehr erkennen. Die Zimmer sind nun alle mit WC und Dusche ausgestattet, das war früher nicht so. Mehrere Bewohner mussten sich jeweils eine Dusche teilen. Zudem sind die Zimmer nun alle Richtung Schachen ausgerichtet und bieten viel Tageslicht. 25 der 27 Zimmer sind nun rollstuhlgängig und auch im Gang gibt es viel Tageslicht.

Die Station Milchgasse wurde so konzipiert, dass das Gebäude bei rückläufigem Bedarf an Pflegeplätzen anderweitig genutzt werden kann. So wie früher, als es ein Frauenkloster, ein Lateinschulhaus, ein Spital oder eine Seidenbandfabrik war. Am 2. Oktober ist ein Tag der offenen Tür geplant.

Muhen atmet auf: «Hochwasserschutz hat einmal mehr funktioniert»

Muhen atmet auf | Der Landanzeiger

Trotz vielfach bewährtem Hochwasserschutz musste in Muhen vergangene Woche die Feuerwehr vereinzelt Keller auspumpen. Drohnenbilder zeigen eindrückliche Bilder. Bange Anwohner fragen: Muss man beim Hochwasserschutz nachbessern? «Nein, der Hochwasserschutz hat einmal mehr planmässig funktioniert», sagen der Feuerwehrkommandant und der Gemeindeammann.

Die Bilder von letzter Woche sind eindrücklich: westlich des Hochwasserdamms, auf dem die WSB zwischen Hirschthal und Obermuhen fährt, fliesst ein breiter brauner Strom. Das ist so geplant. Das ist der Hochwasserschutz von Muhen. Eingeweiht im Dezember 2004 hat er sich seitdem oft bewährt. In Muhen ist man froh und auch stolz auf diesen Schutz. Eine «Entlastungsrinne » leitet einen Teil des Suhre-Hochwassers ab einem gewissen Pegel noch auf Hirschthaler Boden über Kulturland ab und nach dem Gefahrenbereich weiter unten beim Schulhaus wieder in die Suhre ein.

Auch auf der Ostseite des Damms, also entlang des eigentlichen Suhrelaufs, hat die Suhre ihr Bett verlassen und südlich der Kesslerstrasse/Bändeli eine ganze Fläche überschwemmt (Bild Mitte). Ander Kesslerstrasse 1, wo die Suhre unter der ehemaligen Fabrik durchfliesst, staute sich viel Schwemmholz, blockierte den Lauf der Suhre zusätzlich und verschärfte die Situation. Im Erdgeschoss ist das Fotostudio von Hannes Kirchhof. Er liess eine Drohne steigen und verbreitete eindrückliche Bilder auf sozialen Medien. Zwar hat er schon manches Hochwasser erlebt, diesmal aber kam sehr viel Wasser. Schätzungsweise soviel wie 2005, ein halbes Jahr nach der Eröffnung des Hochwasserschutzes.

Bangen bei den Anwohnern
Hannes Kirchhof und seine Nachbarn erlebten bange Stunden. Die Feuerwehr musste an der Kesslerstrasse/Bändeli einige Keller auspumpen. Unter diesem Eindruck stellte sich bei den Anwohnern die Frage: Muss man in Muhen in Sachen Hochwasserschutz nun über die Bücher? Muss man sogar nachbessern? «Aus Sicht der Feuerwehr hat der Hochwasserschutz auch diesmal funktioniert. Das Wasser der ausgepumpten Keller an der Kesslerstrasse war eindeutig kein Suhrewasser, sondern Grundwasser, von dem wir nicht genau wissen, aus welchem Grundes in die Keller floss», erklärt Dominik Graber, Kommandant der Feuerwehr Entfelden-Muhen.

Auch für Muhens Gemeindeammann Andreas Urech hat der Hochwasserschutz diesmal wieder einwandfrei funktioniert. Die Drohnenbilder von Hannes Kirchhof stimmen nach seinen Aussagen sogar ziemlich exakt mit den im Projekt skizzierten überschwemmbaren Zonen überein. «Wir müssen nicht nachbessern», so das zufriedene Fazit von Andreas Urech.

Einsprecher blockiert Spital-Neubau

Einsprecher blockiert Spital-Neubau | Der Landanzeiger

Eigentlich ist alles bereit für den Baustart des neuen Hauptgebäudes des Kantonsspitals Aarau. Die Baubewilligung wurde am 29. März erteilt. Doch der Baubeginn des 569-Millionen-Projekts wird von einem Einsprecher blockiert.

«In der Beschwerde wird hauptsächlich behauptet, der Neubau des KSA habe zusammen mit dem geplanten Parkhaus für Mitarbeitende eine bedeutende Verkehrszunahme im angrenzenden Quartier zur Folge», sagt Stadtrat Hanspeter Thür (Grüne) gegenüber der Aargauer Zeitung. In seiner Beschwerdeantwort bestreitet der Stadtrat diesen Zusammenhang und weist darauf hin, dass der Neubau zu keiner Vergrösserung des Spitals führe und deshalb kein zusätzlicher Verkehr generiert werde.

Die Identität des Einsprechers darf aus rechtlichen Gründen nicht preisgegeben werden. Klar ist aber: Der KSA-Einsprecher muss aus dem angrenzenden Quartier stammen, denn sonst kann er keine legitimierte Einsprache machen. Der Aarauer Stadtrat hat dem KSA die Baubewilligungam29.März erteilt und dabei drei Einwendungen abgewiesen. Mit zwei der drei Einsprecher konnten sich die Verantwortlichen einigen. Der Dritte hat den stadträtlichen Entscheid mittels Beschwerde beim Kanton angefochten. «Das Spital hat anschliessend ein weiteres Mal versucht, mit dem Einsprecher zu verhandeln», schreibt die AZ weiter.

Der Aargauer Regierungsrat muss nun entscheiden, ob er der Beschwerde die aufschiebende Wirkung entzieht, damit ein baldiger Baustart möglich wird. Denn bis die eigentliche Beschwerde behandelt ist, dürfte bis zu einem Jahr vergehen. «Es wird darumein weiterer Versuch unternommen, sich mit dem Beschwerdeführer gütlich zu einigen», schreibt die Aargauer Zeitung. «Wie aus seinem Umfeld zu hören ist, gibt es noch diese Woche eine Verhandlung unter Leitung des regierungsrätlichen Rechtsdienstes.» Die Verantwortlichen des KSA, der Stadt und des Kantons hoffe nauf eine baldige und gütliche Einigung.

«Für das Suhr der Zukunft wünsche ich mir etwas mehr Gelassenheit im politischen Alltag»

Suhrs Gemeindeammann Marco Genoni | Der Landanzeiger

Marco Genoni ist seit 2018 Gemeindepräsident von Suhr. Er hat sich entschieden, an den Gesamterneuerungswahlen im Herbst nicht mehr anzutreten. Das ist aber kein Grund bereits jetzt auf die Bremse zu treten. Suhr ist in Bewegung und formt sich seine Zukunft. Und Marco Genoni ist mitten im Geschehen und möchte noch einiges erledigen.

Herr Genoni, kürzlich lud der Verein «Zukunft Suhr» die Bevölkerung dazu ein, unter dem Motto «Wie sieht DEIN Suhr in Zukunft aus?» Ideen für eine bessere Gestaltung des Aussenraums einzubringen. Wie würden Sie sich die Gestaltung von Suhr wünschen?
Marco Genoni: Für eine gute Lebensqualität nimmt der Wert unseres unmittelbaren Umfeldes an Bedeutung zu. Zwei Aspekte ergänzen sich bestens: Massnahmen, um den Klimawandel im Dorf erträglicher zu machen, bieten gleichzeitig angenehme Aufenthalts- und Begegnungsmöglichkeiten im öffentlichen Raum: Bäume, Sitzmöglichkeiten, Grünflächen, naturnahe unversiegelte Flächen, Aussenflächen für Restaurants und Gewerbe, Wasserspiele usw. Wir arbeiten daran.

Bis zum 13. August läuft auch noch das Mitwirkungsverfahren zum Thema Verkehr. Worum geht es dabei?
Mit dem Kommunalen Gesamtplan Verkehr KGV geht die Gemeinde die grossen Bögen bei der Entwicklung der Mobilität in Suhr an. Ziel ist ein gutes Nebeneinander von Fussverkehr, Radverkehr und Autoverkehr. Mit einer guten Planung sollen Wege, Plätze und Verbindungen sicherer und attraktiver werden.

Bevölkerungsumfragen, Mitwirkungsverfahren und regelmässige Informationsforen– Weshalb scheint es Suhr so wichtig, seine Bevölkerung überall mit einzubeziehen?
Grundsätzlich werden Entwicklungsschwerpunkte und Projekte besser, wenn sie von verschiedenen Perspektivenbetrachtet und diskutiert werden. Wir leben diese Vielfalt bereits im Gemeinderat, aber durch die verschiedenen Möglichkeiten der Mitwirkung durch engagierte Bürgerinnen und Bürger gibt es eine grössere Vielfalt. Der Gemeinderat versucht dann nach Möglichkeit, Ideen und Kritikpunkte aller Beteiligten zu berücksichtigen und einen gemeinsamen Nenner zu finden.

Das Projekt Zukunftsraum ist gescheitert. Welche positiven Aspekte ziehen Sie dennoch aus der Projektarbeit rund um den Zukunftsraum?
Der Austausch mit anderen Gemeinden ist immer befruchtend. Er hilft, sich gegenseitig besser zu verstehen und die eigenen Strukturen und Arbeitsweisen kritisch zu betrachten. Dieses Projekt hat mich jedoch sehr viel Kraft gekostet. Die Positionen waren von Anfang an bereits bezogen. Diese Polarisierung hat zu verhärteten Fronten geführt. Leider fehlt im politischen Alltag oft eine gewisse Gelassenheit. Es ist selten etwas schwarz/weiss.

Es sind Sommerferien! Führt es Sie in der Regel ans Meer oder in die Berge?
Das Meer war wichtig, solange unsere Söhne klein waren. Jetzt bin ich gerne in den Bergen und verbringe ein Teil der Ferien auch gerne in Suhr. Es gibt immer wieder Einiges zum Entdecken und viele interessante Angebote in unserer Region.

Sie stammen aus der Region Airolo. Schlägt das Herz im Eishockey automatisch für Ambri?
Das ist so. Als Teenager war die Valascia ein wichtiger Treffpunkt. Es ging auch nicht nur um Eishockey, sondern auch um die sozialen Kontakte, den Ausgang und das Feiern.

Sind Sie eigentlich mit dem Eishockeytorhüter Leonardo Genoni vom EV Zug verwandt?
Nein, er ist nicht verwandt. Ein Brand hat Ende des 19. Jahrhunderts die Archive in Airolo leider zerstört. Vieles ist verloren gegangen betreffend Geschichte, aber auch in Bezug auf Stammbäume. Deswegen ist eine allfällige Verwandtschaft nicht mehr nachvollziehbar. Gute Reflexe sind ja auch in der Politik wichtig.

Zurück nach Suhr: Wohin ziehen Sie sich jeweils zurück, wenn Sie etwas Abstand und Erholung brauchen?
Kurze Erholung hole ich mich in unserem Garten oder auf der Terrasse. Es tut mir immer gut, wenn ich Zeit finde, ins Boxtraining zu gehen. Es geht um ein intensives Konditionstraining und die Reaktionen werden natürlich auch geübt. Eine tolle Gruppe ausserhalb meiner politischen und privaten Kontakte.

Sie haben entschieden, an der Erneuerungswahl im Herbst nicht mehr anzutreten. Was möchten Sie unbedingt noch abschliessen, bevor Sie abtreten?
Mir ist eine geordnete Übergabe sehr wichtig, weil die Arbeit im Gemeinderat langfristiger Natur ist. Vieles ist gut eingefädelt. Wir haben dieses Jahr die interne Arbeit mit der Kanzlei neu organisiert. Wir haben die Geschäftsleitung gestärkt und sind sehr gut aufgestellt für die nächsten Jahre.

Auf was sind Sie in Suhr besonders stolz?
Ich bin besonders stolz auf unsere Schule. Sie ist organisatorisch und fachlich sehr gut aufgestellt. Wir haben in all den Jahren miteinander (Schulpflege, Schulleitung und Gemeinderat) gemeinsame Ziele verfolgt und so Vieles erreicht. Nach aussen sind vor allem die gute Infrastruktur ersichtlich: alle Kindergärten sind neugebaut oder saniert worden, wir haben für die Primarschule im Feld angebaut und im Dorf mit dem Vinci einen wichtigen Schritt gemacht. Die vielen Investitionen konnten wir nur teilweise aus eigener Kraft finanzieren. Diese Investitionen sind langfristiger Natur. Über eine längere Zeitachse ist Suhr finanziell gut aufgestellt und hat seine Aufgaben gelöst. Nach einem schwierigen Jahr 2020 schätze ich für meine Nachfolgerin oder Nachfolger auch finanziell einen positiven Abschluss fürs Jahr 2021.

Was wünschen Sie sich für das Suhr der Zukunft?
Etwas mehr Gelassenheit im politischen Alltag und Respekt vor allen Personen, die sich politisch für unsere Gemeinschaft einsetzen. Und selbstverständlich hoffe ich, dass Suhr sich weiterhin so positiv entwickelt und dass die Suhrerinnen und Suhrer Freude haben am gemeinsamen Gestalten des Dorflebens.



Zur Person Marco Genoni
Alter: 59
Beruf: Geschäftsführer von rund 2000 Milchproduzenten von Glarus bis Bern
Erlernter Beruf: Ingenieur Agronom ETH
Zivilstand: verheiratet, zwei Söhne
Partei: unabhängig, Mitglied von Zukunft Suhr
Im Gemeinderat seit: 2010
Gemeindepräsident seit: 2018
Aufgewachsen in: Airolo
Lebt in Suhr seit: 2003
Das mag er: feines Essen in guter Gesellschaft oder eine Mountainbike-Tour in der Leventina
Das mag er weniger: die sozialen Ungerechtigkeiten auf dieser Welt

Suhr der Zukunft | Der Landanzeiger

Die Schule während 42 Jahren geprägt

Die Schule während 42 Jahren geprägt | Der Landanzeiger

An ihrer kleinen, schulinternen Abschlussfeier wurden an der Kreisschule Leerau vor den Sommerferien nicht nur die 6.-Klässler und 6.-Klässlerinnen «useglüütet», sondern auch Lehrer Daniel Gerhard. Er hat die Schule während der letzten vier Jahrzehnten massgeblich geprägt.

Erneut schloss die Kreisschule Leerau das «alte» Schuljahr nicht mit einer öffentlichen Schulschlussfeier ab. Stattdessen traf sich die gesamte Schule beim Schulhaus Kirchleerau und erlebte im ersten Teil des Morgens, auf zwei Gruppen aufgeteilt, einen lustvollen Drum-Circle, bei dem Körper, Stimme und verschiedensten Perkussionsinstrumenten alles abverlangt wurde. Im Anschluss daran wurden die 6.-Klässlerinnen und 6.-Klässler von allen anderen Kindern der Kreisschule Leerau durch ein Spalier geleitet und mit einer «Uselüüti» aus der Primarschule verabschiedet. Die Klasse verabschiedete sich ihrerseits mit einemgrossartigen Tanz, mit dem sie mit Sicherheit in positiver Erinnerung bleibt.

Daniel Gerhard | Der Landanzeiger
Daniel Gerhard

Die Schule mitgestaltet
Mit dem Spalier sowie dem «Glöggelikonzert » wurde auch Daniel Gerhard ein warmherziger Abschied beschert, der die Kreisschule Leerau nach sage und schreibe 42 Jahren Richtung Pension verlässt. Nachdem Daniel Gerhard bereits ein Jahr «in Teilzeit» am Rentnerleben geschnuppert hat, freut er sich nun, noch mehr Zeit für seine Familie, ganz besonders für seinen Enkel, zu haben und sich noch intensiver der Malerei widmen zu können. Auch das Wandern, Skifahren und Fotografieren in den Bergen wird er sich künftig noch flexibler einrichten können.

In den mehr als vier Jahrzehnten hat Daniel Gerhard viele Veränderungen in der Schullandschaft erlebt und mitgetragen und bis zuletzt mit grossem Engagement seinen Unterricht gestaltet und die Schule Moosleerau und später die Kreisschule Leerau mitgestaltet. Er hielt Ansprachen, erzählte Geschichten und begleitete die ganze Schule mit seiner Gitarre ebenso engagiert wie er Krippenspiele, Lieder und Jahresmottos kreierte oder den Schulhäusern mit guten Ideen für Dekorationen seinen Stempel aufdrückte.

Die Kreisschule Leerau lässt Daniel Gerhard nur ungern ziehen, wünscht ihm aber von Herzen alles Gute für die Zukunft. Die Türe steht ihm offen–Zeit für ein «Kafi» findet sich immer!

Wünsche für das Suhr der Zukunft

Wünsche für das Suhr der Zukunft | Der Landanzeiger

Im Monat Mai luden an sieben Orten im Zentrum von Suhr Plakate ein, unter dem Titel «Wie sieht DEIN Suhr in Zukunft aus?» Vorschläge zu machen, wie sich der Dorfkernweiterentwickeln soll. Das Angebot wurde rege genutzt. Mehr als 150 Anregungen wurden notiert: von mehr Grün, mehr Platz zum Verweilen bis hin zu mehr Leben in allen Facetten. Anfang Juli wurden die Ergebnisse dem Gemeinderat überreicht.

Die Vorschläge machen deutlich, dass viele sich wünschen, im Zentrum von Suhr nicht nur in interessanten Geschäften einzukaufen, sondern auch verweilen zu können. Sie möchten im Herzen des Dorfs eine gute Lebensqualität.

Die am häufigsten genannten Punkte sind: mehr Treffpunkte im Freien; mehr Grün; Zugang zum Wasser; mehr Leben; mehr Raum für Velos und zu Fuss Gehende; weniger Autos, aber trotzdem Parkplätze; weniger Littering.

Die Plakataktion wurde auch genutzt für allgemeine Kritik, zum Beispiel am Bauboom. Es wurden auch Anliegen deponiert, die nicht unbedingt das Dorfzentrum betreffen. Speziell der Wunsch nach einem Pumptrack wurde mehrfach geäussert. Schliesslich mahnen einzelne Stimmen allgemein vor möglichen Kostenfolgen. Aus der Sicht der Arbeitsgruppe Raumentwicklung von Zukunft Suhr war die Plakataktion ein voller Erfolg. Wir danken allen, die mit ihren Anmerkungen dazu beigetragen haben. Die breite Beteiligung hat Fantasie und Gespräche angeregt und Suhrer Ideen hervorgebracht, die in keinem Lehrbuch stehen. Die Erwartung ist nicht, dass alle Anregungen von heute auf morgen für teures Geld umgesetzt werden. Wir hoffen aber, dass sich der Gemeinderat in den sowieso anstehenden Planungen davon inspirieren lässt. Und Einiges dürfte auch ganz unkompliziert realisierbar sein.



Wer ist «Zukunft Suhr»?
Die überparteiliche Gruppierung «Zukunft Suhr» engagiert sich aktiv und ohne Scheuklappen für Suhr. «Zukunft Suhr» ist ein Zusammenschluss von Grünen, SP, EVP, Die Mitte, GLP und von Parteilosen / Unabhängigen. www.zukunft-suhr.ch


«Meine Arbeit als Schwimmtrainer ist keine Kunst, sondern solides Handwerk»

Meine Arbeit als Schwimmtrainer | Der Landanzeiger

Dirk Thölking ist Cheftrainer und Technischer Direktor des SC Aarefisch. Zudem steht er als Mitglied des OK der Nachwuchs- Schweizermeisterschaft (NSM) im Einsatz, die vom 22. bis 25. Juli 2021 in Aarau stattfindet. Ein Gespräch über den grössten Schwimmevent der Schweiz und die Nachwuchsarbeit des Vereins.

Der SC Aarefisch hat im Sommer 2018 die Schweizer Meisterschaft (SM) der Eliteorganisiert. Im Juli folgen nun die nationalen Titelkämpfe des Nachwuchses– euch scheint das Organisieren von Grossanlässen zu liegen?
Dirk Thölking: «Ja, das stimmt. Wir haben uns in den letzten Jahren als Ausrichter von Schwimmsport-Grossanlässen einen Namengemacht–bei der Stadt Aarau, aber auch in der Schwimmszene. Diesem Ruf wollen wir gerecht werden.»

Warum dieser ganze Aufwand?
«Zum einen haben solche Events immer eine Aussenwirkung. Wir können uns als Verein präsentieren und die anderen Vereine in der Region profitieren von einem grossen Wettkampf in ihrer Nähe. Zudem bieten wir unseren Sportlern eine der wenigen Möglichkeiten, sich bei einer wichtigen Meisterschaft vor heimischem Publikum zu präsentieren. »

Die NSM ist der bislang grösste Event, den der SC Aarefisch organisiert. Als OK-Mitglied stecken Sie mitten drin – was erwarten Sie von diesem Anlass?
«Die NSM ist der grösste Schwimmsport- Anlass des Landes. An den vier Tagen stehen über 500 Athletinnen und Athleten aus 57 Vereinen im Einsatz und wir lassen täglich bis zu 300 Zuschauer pro Halbtag in die Zuschauerzone ein. Das ist für den Schwimmsport in der Schweiz eine grosse Sache. Damit alles klappt, sind wir seit Oktober 2019 am Vorbereiten.»

Was sind die grössten Herausforderungen für euch als Organisator?
«Damit wir einen Anlass in dieser Grösse auf die Beine stellen können, müssen wir im Schwimmbad Aarau zusätzliche Infrastruktur aufbauen. Dazu gehören beispielsweise die Tribünen, die VIP-Logen, die Verpflegung für Athleten, Helfer und Zuschauer, sowie ein grosser Torbogen im Eingangsbereich. Alle diese Bauten müssen wir einerseits auftreiben und aufbauen, andererseits braucht es aber immer auch ein Sicherheitskonzept.»

Wer heute einen solchen Anlass organisieren will, der braucht ein schlagkräftiges Team.
«Absolut. Wir haben das Glück, dass wir im OK praktisch auf die identische Crew zählen können, die bereits die SM im Sommer 2018 organisiert hat. Das hilft enorm. Wir rechnen aber trotzdem damit, dass wir anden vier Wettkampftagen jeweils rund 50 bis 70 Helferinnen und Helfer brauchen. Das ist für einen Verein unserer Grösse eine grosse Zahl. Glücklicherweise können wir beim Auf- und Abbau, sowie während den vier Wettkampftagen auf den Zivilschutz zählen. Das ist eine tolle Unterstützung für uns.»

Zur sportlichen Bedeutung: Der Aarefisch- Nachwuchs hat in den letzten Jahren immer zu den fünf besten Vereinen der Schweiz gehört. Wird das in diesem Jahr wieder gelingen?
«Nein, davon können wir nicht ausgehen. Wir hatten in den letzten Jahren das Glück, dass wir gleich mehrere Spitzenathletinnen und Spitzenathleten im Team der Nachwuchs-Schweizermeisterschaften hatten. Das zeigt auch die Tatsache, dass wir derzeit sechs Mitglieder des Nationalkaders stellen. Das war und ist eine aussergewöhnliche Konstellation für einen Verein unserer Grösse. Kommt hinzu, dass es in diesem Jahr eine Anpassung des Reglements gab im Bereich der Altersgrenzen. Das hat uns nicht in die Karten gespielt.»

Sie haben es vorhin erwähnt: Der SC Aarefisch hat in den letzten Jahren gleich mehrere Nationalkader-Athletinnen und -Athleten hervorgebracht. Das war früher nicht immer der Fall. Was hat sich beim SC Aarefisch verändert?
«Wir konnten die Professionalisierung im Trainingsbereich in den letzten Jahren sukzessive steigern. Wir verfolgen eine klare sportliche Struktur, die zum Erfolg führt. Damit wir diese Struktur aufbauen konnten, mussten wir auch unsere personellen Ressourcen aufstocken. Heute arbeiten Piotr Albinski und ich in einem Vollzeitpensum. Dazu kommen noch weitere Trainer und die Mitarbeitenden der Geschäftsstelle, die Teilzeit arbeiten.»

Wie sieht diese professionellere Struktur in der Nachwuchsförderung des SC Aarefisch genau aus?
«Die Basis bildet unsere eigene Schwimmschule. Daraus schöpfen wir die grosse Mehrheit unserer Talente, die bei uns ihre Schwimmausbildung absolvieren. Nach der Schwimmschule haben wir insgesamt vier Fördergefässe, in denen wir unsere Athletinnen und Athleten schrittweise ausbilden. Diese stringente Struktur hat sich bewährt. »

Sie sind Cheftrainer, trainieren die Elite- Gruppe und sind als Technischer Direktor zugleich für die sportliche Ausrichtung des Vereins verantwortlich. Welche Philosophie verfolgen Sie bei ihrer Arbeit?
«Ich bin kein Fan des Begriffs «Philosophie ». Meine Arbeit als Schwimmtrainer ist keine Kunst, sondern solides Handwerk. Wir orientieren uns an internationalen Standards und sind überzeugt, dass wir mit unseren umfangreichen Trainings und den gezielt eingesetzten Höhentrainings auf dem richtigen Weg sind.»

Trotz Rückschlag optimistisch

Trotz Rückschlag optimistisch | Der Landanzeiger

2020 war für das KIFF ein schwieriges Jahr. Wie alle Kulturinstitutionen wurde der Verein stark von der Corona-Pandemie beeinflusst und eingeschränkt. Dies widerspiegelt sich auch im Jahresbericht 2020. Die Zahlen sind in keiner Weise mit vorangehenden Jahren vergleichbar. Trotzdem hat das KIFF dank der Ausfallsentschädigung, der Kurzarbeit und den bestehenden Subventionen das Corona-Jahr gut überstanden und schaut zuversichtlich in die Zukunft.

Total konnten im Jahr 2020 63 Veranstaltungen im KIFF durchgeführt werden – normalerweise sind es mehr als das Dreifache. Natürlich wirkte sich das auch auf die Besucherzahl aus. In den letzten Jahren fanden immer rund 40’000 Gäste den Weg ins KIFF. Im vergangenen Jahr waren es etwas über 10’000 Besucherinnen und Besucher. Dank den weiterlaufenden Subventionen von der Stadt Aarau, dem Kanton Aargau und dem Kuratorium im Wert von 876’000 Franken sowie den Beiträgen aus der Ausfallentschädigung und der Kurzarbeit, konnte sich der Betrieb gut über Wasser halten. Das Neubauprojekt KIFF 2.0 wurde zusätzlich mit Projektierungsgelder von je 367’000 Franken von der Stadt Aarau und dem Kanton Aargau unterstützt. Der sonst hohe Eigenfinanzierungsgrad des KIFF im Bereich von 68Prozent hat aufgrund der Coronapandemie stark gelitten und ist im Jahr 2020 auf 25.7 Prozent gesunken. Insgesamt zählte das KIFF-Team 15 bzw. 16 Mitarbeitende zwischen 20 und 45 Jahren. Die rund 150 Aktivistinnen und Aktivisten– die freiwilligen Helfer im KIFF – hatten im Jahr 2020 nicht allzu viel zu tun. Nach wie vor haben die beiden Aargauer Kulturförderprojekte «Band-Xaargau» und «kulturdünger» ihren Sitz im KIFF. Der «kulturdünger» unterstützt Kulturprojekte von Jugendlichen unter 26 Jahren mit einem Bezug zum Kanton Aargau. Im Jahr 2020 waren es 26 unterschiedliche Vorhaben, die von dieser finanziellen Starthilfe profitieren konnten. Bei der Eingabe im November gab es mit 17 Gesuchen sogar einen Rekord zu verzeichnen.
Im Juni 2020 haben Hansueli Trüb und sein Team den Fabrikpalast, welches seit 20 Jahren in der Futterfabrik beheimatet ist, verlassen. Das Figurentheater wird in die Bühne Aarau mit den Spielorten Tuchlaube und Reithalle integriert. Im Sommer und Herbst 2020 war das KIFF-Team damit beschäftigt, den Raum zu renovieren und für Vermietungen und kulturelle Anlässe vorzubereiten. Geplant war eine Bespielung ab Winter 2020/21, die aber leider nicht stattfinden konnte. Dennoch wurde der Raum weiterhin regelmässig für private Proben im Theater – und Kulturbereich vermietet.

Neubauprojekt KIFF 2.0
Das Vorprojekt des Neubauprojekts KIFF 2.0 konnte im Mai 2021 beendet werden. Aktuell arbeitet das Projektteam am Bauprojekt, das voraussichtlich im Herbst 2021 abgeschlossen wird. Geplant ist nach wie vor, dass das neue KIFF im Winter 2024/25 eröffnet werden kann.

Aussichten
Nach ersten kleinen Konzerten und Veranstaltungen sind im August 2021 vereinzelte Sommerbespielungen auf Aussenplätzen angedacht und das KIFF hofft, diese auch effektiv durchführen zu können. Hierzu gibt es bald mehr Informationen. Die eigentliche KIFF-Saison mit Beginn im September steht in den Startlöchern.Wenn alles gut geht, erwartet uns im Herbst/ Winter 2021 eine Veranstaltungssaison fast wie vor der Pandemie.