Mari­an­ne Wehr­li, LL.M Rechts­an­wäl­tin

Darf man mir Airbnb verbieten?

Von | 9. Mai 2019 | Rat­ge­ber Recht

FRAGE | Ich bin seit ein paar Jah­ren Mie­te­rin einer wun­der­schö­nen und aus­ge­zeich­net gele­ge­nen Woh­nung. Da ich viel Zeit bei mei­nem Freund ver­brin­ge, habe ich ange­fan­gen, die Woh­nung auf Airb­nb anzu­bie­ten. Mitt­ler­wei­le ist die Woh­nung fast jedes Wochen­en­de reser­viert, was mir die Mie­te und die Rei­ni­gungs­ko­sten abdeckt. Nun haben sich eini­ge Nach­barn beim Ver­mie­ter beschwert und die­ser will mir die Unter­ver­mie­tung ver­bie­ten. Darf er das?

ANTWORT | Ja, der Ver­mie­ter darf das. Der abge­schlos­se­ne Miet­ver­trag berech­tigt in erster Linie Sie, die gemie­te­te Woh­nung per­sön­lich zu benut­zen. Natür­lich dür­fen Sie Gäste emp­fan­gen und Sie sind im Rah­men einer Unter­ver­mie­tung berech­tigt, die gemie­te­te Woh­nung ande­ren Per­so­nen zur Benut­zung zu über­las­sen. Jede Unter­ver­mie­tung setzt jedoch das Ein­ver­ständ­nis des Ver­mie­ters vor­aus. Er darf sei­ne Zustim­mung ins­be­son­de­re dann ver­wei­gern, wenn ihm aus der Unter­ver­mie­tung wesent­li­che Nach­tei­le ent­ste­hen oder die Miet­be­din­gen der Unter­mie­te im Ver­gleich zu den­je­ni­gen des Haupt­miet­ver­tra­ges miss­bräuch­lich sind. Es erschei­nen mir bei einer tage­wei­sen Unter­ver­mie­tung einer Miet­woh­nung bei­de Aspek­te erfüllt. Einer­seits ist es ten­den­zi­ell miss­bräuch­lich, wenn Sie durch die Unter­ver­mie­tung einen Gewinn erzie­len und Miet­zin­se gene­rie­ren, die der Ver­mie­ter von Ihnen nicht kas­sie­ren dürf­te.

Ande­rer­seits muss der Ver­mie­ter mit Beschwer­den Ihrer Nach­barn rech­nen, für die es nicht ange­nehm sein dürf­te, stän­dig frem­den Per­so­nen im Haus zu begeg­nen, die sich allen­falls wenig um Ruhe­zei­ten und die Haus­ord­nung küm­mern.
Ohne Zustim­mung Ihres Ver­mie­ters dür­fen Sie die Woh­nung des­halb nicht mehr auf Airb­nb anbie­ten. Tun Sie es trotz­dem, ris­kie­ren Sie die Kün­di­gung des Miet­ver­tra­ges.

Rechts­fra­gen kön­nen gestellt wer­den an:

Mari­an­ne Wehr­li, Rechts­an­wäl­tin, Lau­ren­zen­vor­stadt 79, Post­fach 4227, 5001 Aar­au
E-Mail: ratgeber@anwaltsbuero-wehrli.ch