Regierungsrat Jean-Pierre Gal­lati (SVP) ist Vorste­her Departe­ment Gesund­heit und Soziales des Kan­tons Aar­gau (Bild: AG)

Zitat von Franklin D. Roo­sevelt anlässlich sein­er Amt­se­in­führung am 4. März 1933

«Das einzige, was wir fürchten müssen, ist die Angst selbst»

18. März 2020 | News

Offen­er Brief des Gesund­heits­di­rek­tors Jean-Pierre Gal­lati an die Lan­danzeiger-Leser­schaft

Liebe Lan­danzeiger-Leserin­nen, 
liebe Lan­danzeiger-Leser

Die ras­ante Ver­bre­itung des Coro­na-virus über den ganzen Erd­ball und nun auch in der Schweiz verän­dert unseren All­t­ag, unsere Gesellschaft, unsere Wirtschaft und unser Pri­vatleben. Die vom Bun­desrat am 13. und 16. März ange­ord­neten ein­schnei­den­den Mass­nah­men sollen die Ver­bre­itung dieser Viruserkrankung abbrem­sen, welche vor allem ältere oder gesund­heitlich angeschla­gene Men­schen tödlich bedro­ht. Mit der beab­sichtigten Verzögerung gewin­nen wir Zeit, um die Behand­lungska­paz­itäten zu erhöhen und die Kapaz­itäten unseres leis­tungs­fähi­gen Gesund­heitssys­tems zu steigern. Auch aus diesem Grund hat der Aar­gauer Regierungsrat am 16. März die Not­lage beschlossen.

Dass in unserem Land die Schulen geschlossen wur­den, hat auch eine sym­bol­is­che Bedeu­tung. Diese Mass­nahme zeigt an, dass es mit dem «Courant nor­mal» vor­läu­fig vorüber ist. Selb­stver­ständlich kann man über die Beschlüsse des Bun­desrats disku­tieren.
Aber es geht jet­zt darum, die Aus­bre­itung des Virus im Rah­men des Möglichen in den Griff zu bekom­men.

Wir müssen die Kapaz­itäten des Gesund­heitswe­sens jenen zur Ver­fü­gung zu stellen, die sie wirk­lich brauchen. Und es geht darum, beson­ders gefährdete Men­schen zu schützen.

Das tun wir, indem wir uns sel­ber – aber auch unserem Umfeld – Sorge tra­gen durch vor­sichtiges Ver­hal­ten. Das tun wir aber auch, indem wir unsere Pflicht­en gegenüber Fam­i­lie, Staat und Gesellschaft erfüllen. Aufmerk­sam und unaufgeregt. Damit wir möglichst rasch wieder die Frei­heit­en erlan­gen, die wir zuvor kan­nten.

Ich wün­sche Ihnen, Ihrer Fam­i­lie und Ihren Fre­un­den einen guten Umgang mit den neuen Umstän­den. Dazu gehört über die bekan­nten Bür­den hin­aus, dass wir uns nicht durch Angst oder Panik treiben lassen, son­dern zuver­sichtlich den Weg in die Zukun­ft gehen. Der im Titel zitierte US-Präsi­dent (1933 bis 1945) Franklin D. Roo­sevelt hat es vorgemacht. Sollte es uns zusät­zlich gelin­gen, anderen Mit­men­schen beim Umgang mit Coro­na behil­flich zu sein, wer­den wir über den Tag hin­aus nicht nur Coro­na besiegen, son­dern auch als Gesellschaft gewin­nen.

Jean-Pierre Gal­lati, Regierungsrat, Vorste­her Departe­ment Gesund­heit und Soziales des Kan­tons Aar­gau