Dauerbaustellen gefährden das Gewerbe!

Von | 20. Juni 2018 | Gedanken

Dass die Som­merzeit auch Baustel­len­zeit bedeutet – daran haben wir uns mit­tler­weilen gewöh­nt. Ärg­er­lich sind allerd­ings Baustellen, die bewusst in die Länge gezo­gen wer­den. Zumin­d­est aus Suhr kommt dies­bezüglich eine erfreuliche Botschaft. Dort soll der Bau­plan einge­hal­ten wer­den. Zwar verzichtet man mit Rück­sicht auf die Anwohn­er auf Schichtar­beit, doch zumin­d­est arbeit­en vier bis fünf Grup­pen werk­tags auf den Baustellen beim Kreisel Kreuz und auf der Tram­strasse, so dass es dort momen­tan recht zügig vor­ange­ht. Offen­bar hat man von der Kri­tik, die wegen des recht lam­aschi­gen Rad­weg­baus -zwis­chen Ober­ent­felden und Suhr aufkam, gel­ernt oder man wollte zumin­d­est bei den Baut­en im Zen­trum das Gesicht wahren. Das ist lei­der nicht über­all der Fall. Offen­bar set­zt man ander­norts andere Pri­or­itäten. Eines muss aber hier auch erwäh­nt wer­den: Die Bauar­beit­er sind nicht Schuld. Sie machen das, was ihnen von der Plan­er­seite vorge­set­zt wird. Ein trau­riges Beispiel ein­er zu lange andauern­den Baustelle ist jene im Schenken­berg­er­tal. Dieses ist nun schon das zweite Jahr prak­tisch von der Umwelt abgeschnit­ten. Ohne Zeit­druck wird da in aller Gemütlichkeit gebaut.

Prak­tisch abgeschnit­ten von der Umwelt sind folgedessen auch die Geschäfte in dieser Region, auch wenn sie noch ein­seit­ig erre­ich­bar sind. Wer in Thal­heim eine Met­zgete essen möchte, fährt indes kaum über Schinz­nach. Gefragt wer­den die Unternehmen jew­eils nicht ob das ihnen passt. Ihr Aus­fall inter­essiert die Strassen­plan­er kaum. Wenn die Geschäfte auf­begehren heisst es, dass ihre Strasse vor dem Haus schliesslich aufgew­ertet werde. Selb­st in Suhr macht sich die Baustelle in den Kassen der angren­zen­den Fir­men neg­a­tiv bemerk­bar. Da nützt selb­st ein Baustel­lenra­batt nichts und diesen müsste man ohne­hin noch selb­st tra­gen. Wer­den Baustellen offen­sichtlich in die Länge gezo­gen, müssten die Anwohn­er­fir­men eigentlich Schaden­er­satz­forderun­gen stellen kön­nen, denn dann ste­ht buch­stäblich deren Exis­tenz auf dem Spiel. Die kleinen Geschäfte haben es heute schon schw­er genug, ohne solche Behin­derun­gen existieren zu kön­nen. Die Strassen­plan­er soll­ten deshalb ver­mehrt auch die Geschäfte und die Anwohn­er in die Pla­nung mitein­beziehen und zumin­d­est Baustellen in Dor­f­cen­tern immer zügig durchziehen.