Zehn der elf Aar­gauer Kranzgewin­ner: (von links) Tobias Wid­mer, Samuel Schmid, David Schmid, Adri­an Rein­hard, Mario Thürig, Tagessieger Nick Alpiger, Janik Läuch­li, Stephan Studinger, Andreas Döbe­li und Christoph Bieri. Es fehlt: Patrick Räb­mat­ter (Bilder: pal)

112. Aar­gauer Kan­ton­alschwingfest in Aarau Rohr mit 5150 Zuschauer

Diesmal Nick Alpiger Sieger über Bruno Gisler

7. Juni 2018 | Sport

Beim 112. Aar­gauer Kan­ton­alschwingfest in Aarau Rohr hat sich Nick Alpiger vor der Reko­rd­kulisse von 5150 Zuschauern durchge­set­zt. Im Schlussgang besiegte er nach 10:53 Minuten mit einem über­raschend ange­set­zten inneren Hak­en.

Nach der Schlussgang­nieder­lage in Müm­liswil nahm Nick Alpiger am Aar­gauer «Kan­tonalen» in Aarau Rohr vor 5150 rest­los begeis­terten Zuschauer in der komap­k­ten Are­na erfol­gre­ich Revanche. «Dieser Sieg ist unglaublich, das hätte ich nicht erwartet», stam­melte der 22-jährige Staufen­er ins Mikro­fon der Platzs­peak­erin.

Nick Alpiger war zwar beim eige­nen Kan­tonalen Top­fa­vorit. Aber nach dem faden Startrem­is gegen den defen­siv starken Mar­cel Kropf befand er sich sofort unter Druck. Diesem hielt er gegen Urs Hau­ri, Willi Schillig und René Fass­bind mit Plat­twür­fen sou­verän stand. Auch die Ner­ven­probe durch den Unter­bruch des Ganges gegen Roger Erb bestand er. Nach Wieder­be­ginn fack­elte er mit dem Basel­bi­eter nicht mehr lange.

Sportliche Schlussgang­wahl

Weil Alpiger keine Max­i­mal­note mehr erre­ichte, lagen Bruno Gisler und David Schmid dank plat­ten Resul­tat­en gle­ichauf. Das Ein­teilungs­gericht unter der Leitung von Gui­do Thürig entsch­ied sich für die Revance des Solothurn­er Kan­ton­alfestes zwis­chen Gisler und Alpiger.

Im Gegen­satz zu Müm­liswil griff Alpiger dies­mal nicht von Beginn weg an. Der neue Leader des Schwingk­lubs Lenzburg tastete sich her­an und steigerte zunehmend die Angriff­s­in­ten­sität. Aber Gisler schien jed­erzeit Herr des Ganges zu sein. In der elften Minute gelang Alpiger bei einem weit­eren Angriff intu­itiv der richtige Schwung: Mit innerem Hak­en wuchtete der Aar­gauer den Solothurn­er nach 10:53 Minuten auf den Rück­en. Augen­blick­lich ver­wan­delte sich die kom­pak­te Are­na in ein Toll­haus. Der Aar­gau freute sich mit Nick Alpiger über den Heim­sieg. Bei einem gestell­ten Schlussgang hät­ten Alpiger und Gisler die Note 9,00 hätte David Schmid den Fest­sieg geerbt oder wäre Co-Sieger gewor­den.

Mario Thürigs 100. Kranz

Zur Mit­tagspause ging Mario Thürig einem nationalen Novum ent­ge­gen. Noch nie hat­te ein Schwinger mit dem 100. Kranzgewinn auch den Fest­sieg geerbt. Der 33-jährige Mörik­er führte mit 30 Punk­ten. Am Nach­mit­tag ret­tete er mit drei Gestell­ten gegen Stephan Studinger, Urs Hau­ri und Bruno Ling­gi aber just das Jubiläums-eichen­laub.

Wenig über­raschend gewan­nen die Aar­gauer am Heim­fest die Hälfte aller Kränze, näm­lich 11 von 20. Die Basel­bi­eter über­rascht­en mit sechs­fachem Eichen­laub. Solothurn musste sich mit zwei Kränzen beg­nü­gen, die Gäste vom Rigiver­band mit einem. Als Neukranz­er lies-sen sich Adri­an Rein­hard vom Schwingk­lub Aarau, Clemens Krebs (Walden­burg) und Janik Läuch­li (Freiamt) feiern.

Imposantes Rah­men­pro­gramm

Nicht nur mit zwei Unter­hal­tung­spro­gram­men und der attrak­tiv­en Hosälupf­bar gestal­tete das OK unter der Leitung von Beat Bolzhauser ein run­dum gelun­ge­nes Fest. Auch am Schwingfest­son­ntag hat­te die volk­stüm­liche Unter­hal­tung par­al­lel zu den Säge­mehlak­teuren Hochkon­junk­tur. Dem grossen Pub­likum gefie­len auch Jodelge­sang, Alphorn­klänge und Fah­nen­schwinger sehr. Höhep­unkt war die stim­mungsvolle Krö­nung der Kranzgewin­ner im Festzelt samt der würdi­gen Feier des Kranzju­biläums von Mario Thürig.

«Böse» mit Augen­wass­er

«Das Fest ist noch viel, viel bess­er ver­laufen, als ich es erhofft und erwartet hat­te», schwärmte Beat Bolzhauser am Son­ntagabend. Dem OK-Präsi­den­ten fiel an der Krö­nung auf, dass auch die «Bösen» mit dem Augen­wass­er zu kämpfen hat­ten. «So viele Emo­tio­nen ohne jegliche Schwierigkeit­en: Schwingfeste sind wun­der­bar.»

WR

Der spätere Sieger Nick Alpiger (rechts) und Titelvertei­di­ger Bruno Gisler liefer­ten sich einen tak­tisch geprägten, aber den­noch attrak­tiv­en Schlussgang

Schwingfestsieger Nick Alpiger nach seinem zweiten Kranzfestsieg seiner Laufbahn mit Siegermuni «Urner» | Der Landanzeiger

Schwingfest­sieger Nick Alpiger nach seinem zweit­en Kranzfest­sieg sein­er Lauf­bahn mit Siegermu­ni «Urn­er»