Set­zen sich für eine gewer­be­fre­undliche Nach­fol­genutzung des alten Werk­hofs ein: Hans Schi­b­li (links) Präsi­dent «Gränich­er Gwärb» und Andreas Fetsch­er Präsi­dent der Arbeits­gruppe (Bild: André Wid­mer)

Ein Gewerbepark im alten Werkhof?

28. August 2019 | News

Die Gemeinde Gränichen erhält im Gebi­et Moor­tal einen neuen Werk­hof und Stan­dort der Feuer­wehr. Für das bish­er genutzte Are­al im Kirchen­feld hat der Gewer­bev­ere­in nun zwei mögliche Lösungsvorschläge erar­beit­et. Ein Konzept soll dem Gemein­der­at unter­bre­it­et wer­den.

Die Gemeinde Gränichen investiert tüchtig. Derzeit im Bau ist im Gebi­et Moor­tal der neue Werk­hof für 10,87 Mil­lio­nen Franken. Er wird neben dem tech­nis­chen Betrieben und dem Bauamt der Gemeinde auch den neuen Stan­dort der Feuer­wehr Gränichen vere­inen. Das Land gehört der Orts­bürg­erge­meinde, sie hat das Bau­recht der Ein­wohn­erge­meinde verkauft.

Der Werk­hof oder sein Gelände soll nun ein­er neuen Nutzung zuge­führt wer­den. Dies hat auch den Gewer­bev­ere­in «Gränich­er Gwärb» aufs Tapet gerufen. Ihm ist es wichtig, dass auch die Indus­trie- und Gewer­be­un­ternehmen im Dorf bleiben, hier auch Arbeits- und Aus­bil­dungsplätze anbi­eten kön­nen. Doch zuse­hends wer­den für diese Fir­men die Betriebs- und Lager­räume knapp. Für Expan­sion beziehungsweise Aus­bau­pläne ist das Umfeld so schwieriger gewor­den in Gränichen, zumal die Gewer­be­landreser­ven sehr klein gewor­den sind. «Es heisst ja Dorf zum Daheim­sein – das soll auch fürs Arbeit­en gel­ten», meint dazu der Gewer­bev­ere­in­spräsi­dent Hans Schi­b­li.

Der Gewer­bev­ere­in sieht Entwick­lungsmöglichkeit­en auf dem Are­al des alten Werk­hofes. An der Gen­er­alver­samm­lung im Früh­ling haben die Gewerbler eine Arbeits­gruppe ins Leben gerufen, in der auch die Anwohn­er vertreten sind. Diese wird von Andreas Fetsch­er prä­si­diert. Die 14-köp­fige Gruppe ist schnell aus den Startlöch­ern gekom­men: Es liegen zwei mögliche Vari­anten auf dem Tisch. Die Mit­glieder des Gewer­bev­ere­ins sollen sich an der Herb­stver­samm­lung für eine davon entschei­den und der Gewe­bev­ere­in dann mit einem konkreten Vorschlag an den Gemein­der­at gelan­gen.

Box­en oder Nutzung beste­hen­der Gebäude
Die bei­den Vari­anten sollen bei­de für die Gemeinde sel­ber attrak­tiv sein und Gewinn für die öffentliche Hand abw­er­fen. Bei Option eins schlägt die Arbeits­gruppe vor, dass die beste­hen­den Gebäude weit­er genutzt wer­den. So wür­den Büroräume im bish­eri­gen Gebäude der tech­nis­chen Betriebe ange­siedelt und die Betrieb­sräume von Werk­hof und Feuer­wehrlokal kön­nten als Werk­stät­ten genutzt wer­den.

Einen recht inno­v­a­tiv­eren Ansatz ver­fol­gt der zweite Vorschlag. Es han­delt sich um die Errich­tung soge­nan­nter Gewer­be­box­en. In diesem Falle wür­den die beste­hen­den Gebäude dem Erd­bo­den gle­ichgemacht.

Die Gewer­be­be­triebe kön­nten sich in die Box­en ein­mi­eten. Ein extern­er Betreiber träte als Betrieb­s­ge­sellschaft für den Gewer­bepark auf und würde das Are­al im Bau­rechtsver­hält­nis von der Gemeinde betreiben. Gemäss Hans Schi­b­li existieren ähn­liche Gewer­beparks in Dul­liken und Basel. «Gränichen ist aus Sicht von Anbi­etern ein attrak­tiv­er Ort», so Schi­b­li. Es kön­nten so auf dem Gelände rund 15 bis 20 Betriebe mit min­destens so viel Arbeit­splätzen ange­siedelt wer­den, schätzt man beim Gewer­bev­ere­in. Bei der Lösung der Gewer­be­box­en müsste der Betreiber auch die Abbruchkosten der beste­hen­den Gebäude übernehmen. Zumin­d­est bis zur endgülti­gen Inbe­trieb­nahme ein­er neuen Mul­ti­sam­mel­stelle oder eines Recy­cling­hofes soll auch die Sam­mel­stelle noch auf dem Gelände verbleiben.

Eines ist klar: «So bleibt der Gemeinde eine langfristige Reserve», argu­men­tiert Andreas Fetsch­er, der Präsi­dent der Arbeits­gruppe. Wird der alte Werk­hof für Wohnein­heit­en und etwas Gewebe an einen Investor verkauft, blieben der Gemeinde ein­ma­lige Ein­nah­men und länger­fristige strate­gis­che Über­legun­gen wür­den ihr damit ver­wehrt.

«Kein Verkauf vorge­se­hen»
«Der Gemein­der­at ist sich bewusst, dass wir bei der Finanzierung des neuen Werk­hofes mit einem Verkauf­ser­lös des beste­hen Werk­hofs argu­men­tiert haben», sagt Gemein­der­at Hanspeter Lüem. «Es wurde jedoch nie ein zeitlich­er Rah­men geset­zt. Es ist im Moment kein Verkauf vorge­se­hen».

Ist der Gemein­der­at grund­sät­zlich offen für Nutzungsvorschläge des Gewer­bev­ere­ins? Hanspeter Lüem dazu: «Bis zum heuti­gen Tag hat der Gemein­der­at noch keine konkreten Angaben und Vorstel­lun­gen des Gewer­bev­ere­ins auf dem Tisch. Der Gemein­der­at hat in den let­zten Jahren das »Gränich­er Gewerbe» unter­stützt. Die kom­menden Ver­hand­lun­gen wer­den sich­er eine für bei­de Seit­en akzept­able Lösung brin­gen.

Die Arbeit­en am neuen Werk­hof seien sehr gut auf «Kurs», teilt Hanspeter Lüem zudem mit. «Die ersten Züge­lar­beit­en laufen ab Mitte Okto­ber.»

AWI