Lange und anstren­gende Tage für die Bespan­ner: Ein glück­lich­er Rolf Friederich im vollen Ein­satz bei den Aus­tralian Open 2020 (Bild: zVg)

Rolf Friedrich aus Unterkulm war am Aus­tralian Open im Ein­satz

Ein Wynentaler bei den Australian Open

12. Feb­ru­ar 2020 | Sport

Das Ten­nis­jahr startet alljährlich mit dem ersten Grand­slam-Turnier des Jahres in Aus­tralien. Mit dabei in -diesem Jahr war Rolf Friederich aus Unterkulm. Der Wynen­taler war für das Mate­r­i­al der Profis zuständig und ken­nt somit all deren Vor­lieben und Mack­en.

Das Besaitung­steam an den Aus­tralian Open beste­ht aus ein­er Auswahl der 20 weltweit besten Bespan­ner. Umso stolz­er ist der 39-Jährige deshalb, erst­mals für ein Grand­slam Turnier selek­tion­iert wor­den zu sein.

«Wir sind so etwas wie die Wachsmän­ner der Ten­niswelt», weiss er zu erzählen. «Dabei ste­ht die Qual­ität über der Geschwindigkeit, denn entschei­dend ist, dass der Spiel­er über die ganze Turnier­dauer jew­eils exakt gle­ich bespan­nte Rack­ets erhält», erzählt Rolf Friederich weit­er. Deshalb wird während des Turniers jew­eils ein Spiel­er stets vom gle­ichen Bespan­ner, welch­er auf der immer gle­ichen Mas­chine arbeit­et, betreut. – Nur die ganz grossen Stars leis­ten sich den pri­vat­en Ser­vice von «Pri­or­i­ty 1» – kostet dieser doch für alle Grand­slam und Mas­ters 1000 Turniere einen hohen fün­f­stel­li­gen Jahres­be­trag.

Rafael Nadal ist ein ein­fach­er Kunde
Sowohl Rafael Nadal sowie Dominic Thiem lassen deshalb zum Beispiel die Rack­ets beim offiziellen Ser­vice bespan­nen. Dabei ist Nadal ein ein­fach­er Kunde, lässt er seine Rack­ets doch jew­eils bei allen Turnieren mit 25 kg bespan­nen. Dafür wün­scht er des Öfteren frisch bespan­nte Schläger während des laufend­en Ten­nis­matchs wie auch beim Achtel- und Viertel­fi­nale, wo er bis zu fünf Schläger sandte. «In solch einem Fall ist es wichtig, das Rack­et inner­halb von 10 bis 12 Minuten bespan­nen zu kön­nen», erk­lärt Rolf Friederich.

 

Bis zu 600 Rack­ets täglich
Bei den Aus­tralian Open ist die Menge der zu bespan­nen­den Rack­ets ernorm. Bei dem knapp drei Wochen dauern­den Event wer­den über 5800 Schläger bespan­nt. An den arbeitsin­ten­sivsten Tagen wer­den dabei bis zu 600 Rack­ets täglich zur Neube­saitung abgegeben. «Meis­tens gehören wir mor­gens zu den ersten auf der Anlage und abends zu den let­zten, welche diese wieder ver­lassen», weiss Rolf Friederich weit­er zu erzählen. «Da wir während allen Spie­len präsent sein müssen, sind wir oft bis zu 18 Stun­den anwe­send. Somit schläft der eine oder andere Bespan­ner in Arbeitspausen auch mal hin­ter sein­er -Mas­chine ein», fügt er weit­er an.

Ein Traum ging in Erfül­lung
Trotz­dem gehören die Aus­tralian Open für den Unterkul­mer zu seinem bish­er grössten Erleb­nis. «Darauf habe ich nun fast zehn Jahre hingear­beit­et, um mir den Traum von ein­er per­sön­lichen Grand-slam-Teil­nahme zu ermöglichen», sagt ein glück­lich­er aber müder Rolf Friederich zum Schluss.

Und schon bald bespan­nt dieser wieder die Rack­ets sein­er Kun­den im heimis­chen Wynen­tal.

ZVG