Eine Liebeserklärung

Von | 7. Novem­ber 2018 | Gedanken

«Was, du wohnst in der Tel­li? Aber nicht etwa in den Stau­mauern?» – Eine Reak­tion, die die Aarauer aus dem Telli­quarti­er ken­nen. Unsere Gegen­reak­tion: Kopf­schüt­teln, Augen­ver­drehen und in uns hinein­lachen. Denn wir Tel­lian­er wis­sen ganz genau, wie schön wir es haben.

Das Naher­hol­ungs­ge­bi­et mit Wald und Aare sind nur ein paar Gehminuten ent­fer­nt. Ein­er mein­er direk­ten Nach­barn ist der Biber. Ja, wirk­lich! In der Abend­däm­merung kön­nen wir ihn bei seinem Nacht­essen beobacht­en. Nur wenige Schritte von ihm ent­fer­nt, lässt er sich nicht aus der Ruhe brin­gen. Auch das Einkauf­szen­trum ist gle­ich nebe­nan. Den Einkauf­swa­gen voll beladen, kön­nen wir ihn direkt bis vor die Haustüre fahren. Das nenn ich Ser­vice!

Das KIFF ist eben­falls hier unten. Nach einem tollen Konz­ert oder ein­er Par­ty müssen wir uns nicht darum sor­gen, wie wir zu später Stunde mit den öV noch nach Hause kom­men. Und habe ich die Minigol­fan­lage und den Klein­tier­zoo bere­its erwäh­nt? 

Also bitte, welch­es andere Quarti­er  kann mir so etwas bieten? Und von wegen hässliche «Stau­mauern». Haben Sie sie schon ein­mal von Rom­bach aus aus dem Nebel ragen sehen? Majestätisch wie Schiffe im Meer – ein­fach ein wun­der­schönes Bild.

Seit Feb­ru­ar wohne ich nun in diesen ver­pön­ten «Stau­mauern» und ich habe mich in sie ver­liebt. Aber nicht nur in die grossar­tige Lage und allem was dazuge­hört, son­dern auch in die Men­schen dort. Man grüsst sich, man ken­nt sich, man unter­hält sich, man hil­ft sich, man feiert Feste zusam­men. Ganz egal ob alt oder jung, arm oder reich, Aus­län­der oder Schweiz­er. All das spielt in der Tel­li keine Rolle.

Aber eigentlich sind wir Tel­lian­er froh darum, dass das Telli­quarti­er und seine Stau­mauern einen schlecht­en Ruf haben. Son­st wür­den wohl alle hier wohnen wollen. Und deshalb sage ich es lieber nur ganz leise: Tel­li, ich liebe dich!