Endlich: Jugendhilfe für Klimaschutz

Von | 6. Febru­ar 2019 | Gedan­ken

Seit Jahr­zehn­ten gab es das nicht mehr: Die Jugend enga­giert sich für die Umwelt und geht dafür auf die Stras­se. End­lich!

Bis heu­te war die Umwelt­sen­si­bi­li­tät der Jugend kaum ein The­ma. Schuld dar­an sind aber auch wir Älte­ren. Es liegt auch an uns, der Jugend die Augen zu öff­nen und zum Schutz der Umwelt zu sen­si­bi­li­sie­ren.

Letz­te Woche stand ich auf den Ski­ern, gleich unter­halb eines im Son­nen­licht glit­zern­den Glet­schers. Wie lan­ge kann man die­ses herr­li­che Bild wohl noch genies­sen, dach­te ich dabei. Trau­rig aber wahr: Wenn die Kli­ma­er­wär­mung so wei­ter­geht, exi­stie­ren bald ein­mal kei­ne Glet­scher mehr. Auf die Stras­se gehen für den Kli­ma­schutz ist gut, aber danach leben noch bes­ser.

Es nützt nichts, wenn wir demon­strie­ren und danach zum Shop­pen übers Wochen­en­de nach New York flie­gen. Das Flie­gen ist der­mas­sen bil­lig gewor­den, dass es sich jeder lei­sten kann. Und so wird das auch gedan­ken­los aus­ge­nützt und aus­ge­reizt.

Bela­stet wird die Umwelt aber auch durch die Weg­werf­men­ta­li­tät. Heu­te wird kaum mehr etwas repa­riert. Man schmeisst sogar Gegen­stän­de weg, die noch in Takt sind, nur weil es neue­re Model­le gibt. Repa­rie­ren war gestern oder es kommt zu teu­er. Jeder von uns kann sich punk­to Umwelt­schutz an der Nase neh­men. Wer denkt, dass unse­re Umwelt nicht stra­pa­ziert wird, soll­te sich ein­mal ent­lang von stark befah­re­nen Stras­sen umse­hen. Und es soll mir nie­mand sagen, dass nur die Alten die Natur miss­brau­chen, denn von die­sen stam­men die vie­len Schnell­im­bis­s­tü­ten und die Ener­gy­drink-Dosen neben der Stras­se wohl kaum. Was da heu­te alles gedan­ken­los weg­ge­wor­fen wird, ist haar­sträu­bend.

Das Unheil beginnt schon bei den Ziga­ret­ten­fil­tern, die oft sogar in Was­ser­schäch­ten «ver­schwin­den». Dabei wird der Ziga­ret­ten­fil­ter mit vie­len, schäd­li­chen Che­mi­ka­li­en ange­rei­chert. Es dau­ert des­halb etwa 10 bis 15 Jah­re bis ein Fil­ter auf natür­li­chem Weg ver­rot­tet ist. 5,6 Bil­lio­nen Ziga­ret­ten wer­den welt­weit pro Jahr geraucht, 4,5 Bil­lio­nen davon wer­den nach dem Rau­chen acht­los weg­ge­wor­fen und lan­den auf der Stras­se oder in der Natur. Dies, obwohl die WHO Ziga­ret­ten­stum­mel 2017 zum Son­der­müll erklärt hat.

Extrem sind auch die Rie­sen­men­gen Pla­stik, die schliess­lich in den Mee­ren lan­den, die Umwelt buch­stäb­lich kaputt machen und über­dies noch die Lebe­we­sen töten. Auch die Gross­ver­tei­ler neh­men lei­der ihre Ver­ant­wor­tung nicht wahr, indem viel zu viel Ware in Pla­stik ver­packt ange­bo­ten wird.

Ist es nicht him­mel­trau­rig, wenn in ein­zel­nen Orten ein frei­wil­li­ger Orts­rei­ni­gungs­dienst orga­ni­siert wer­den muss, damit es auf und neben den Stras­sen eini­ger­mas­sen sau­ber ist? Letz­te Woche wur­de bei einer Brocki in der Regi­on eine Ton­ne Müll depo­niert. Da muss man sich schon fra­gen, was die­se Leu­te eigent­lich den­ken.

Wir soll­ten uns bewusst sein, dass wir nur Gast sind auf die­ser Erde. Anstän­di­ge Gäste ver­las­sen ihr Feri­en­do­mi­zil so, wie sie es ange­trof­fen haben. Das gilt auch für die Erde. Sei­en wir ein­mal ehr­lich – es passt doch schlecht zusam­men, wenn wir gepflegt und sau­ber auf­tre­ten wol­len, uns aber punk­to Umwelt schlim­mer als Schwei­ne ver­hal­ten.