Eni­wa prä­sen­tiert das Ergeb­nis des Geschäfts­jah­res 2018

Eniwa-Ergebnis ist nicht befriedigend

25. April 2019 | News

«Wir sind zufrie­den mit dem Jahr 2018 mit Aus­nah­me der Finan­zen», ana­ly­siert Eni­wa-CEO Hans-Kas­par Scher­rer das Geschäfts­jahr 2018. Die­se ­Aus­sa­ge trifft den Nagel auf den Kopf, denn das finan­zi­el­le Ergeb­nis liegt unter den Erwar­tun­gen.

Es war ein Jahr des Wan­dels. Neu­or­ga­ni­sa­ti­on, der Namens­wech­sel von IBAar­au zu Eni­wa, der Umzug in den Neu­bau an der Indu­strie­stras­se in Buchs. Zudem fei­er­te Eni­wa auch noch das 125-Jahr-Jubi­lä­um mit rund 2000 Besu­chern am neu­en Stand­ort.

Trotz vie­len Ver­än­de­run­gen 2018 wur­de die Eni­wa nicht davon gebremst. Gros­se Genera­tio­nen­pro­jek­te wie das neue Kraft­werk wur­den vor­an­ge­trie­ben, das Wär­me-/Käl­te­netz wur­de wei­ter aus-gebaut, der Reser­voir-Neu­bau im Gön­hard hat gestar­tet und vor dem Bau der Pont-Neuf wur­den die Lei­tun­gen so ver­legt, dass die Ver­sor­gung mit Strom, Gas und Was­ser unab­hän­gig vom Brücken­neu­bau gewähr­lei­stet ist.

Deut­lich unter den Erwar­tun­gen abge­schlos­sen
«Wir sind zufrie­den mit dem Jahr 2018 mit Aus­nah­me der Finan­zen», sagt CEO Hans-Kas­par Scher­rer. Denn das Ergeb­nis des Geschäfts­jahrs 2018 der Eni­wa sieht nicht gut aus. «Wir haben deut­lich unter den Erwar­tun­gen abge­schlos­sen. Das tut natür­lich beson­ders weh, weil es das erste ‹Eniwa›-Jahr war», sagt Hans-Kas­par Scher­rer.

Das Geschäfts­jahr 2018 wur­de durch ver­schie­de­ne Fak­to­ren nega­tiv beein­flusst. Die rekord­ver­däch­ti­ge Trocken­heit führ­te zu gerin­ger Strom­pro­duk­ti­on im eige­nen Kraft­werk, der war­me Herbst bela­ste­te den Absatz im Strom- und Wär­me­be­reich. Die Nach­fra­ge in den Dienst­lei­stungs­be­rei­chen erneu­er­ba­re Ener­gi­en und Pro­duk­te­ser­vices blieb unter den Erwar­tun­gen. Zusätz­lich schloss, nach meh­re­ren sehr posi­ti­ven Jah­ren, der Bereich Elek­tro­in­stal­la­tio­nen im Jahr 2018 mit einem Umsatz­rück­gang und einem nega­ti­ven Ergeb­nis ab. Die Ent­wick­lung ist auf das ver­schärf­te Wett­be­werbs­um­feld und einen erhöh­ten Mar­gen­druck zurück­zu­füh­ren. Zudem muss­te im Seg­ment Gewer­be­bau ein Gross­auf­trag mit Ver­lust abge­schlos­sen wer­den. Für einen lau­fen­den Auf­trag sah sich Eni­wa zu einer Ver­lust­rück­stel­lung ver­an­lasst.

Der kon­so­li­dier­te Umsatz der Eni­wa Grup­pe beträgt Fr. 154,1 Mio., was einer leich­ten Abnah­me gegen­über dem Vor­jahr von Fr. 2,8 Mio. oder 1,8 Pro­zent ent­spricht. Der Rück­gang ist auf die gerin­ge­re Nach­fra­ge im Dienst­lei­stungs­ge­schäft zurück­zu­füh­ren. Die Erlö­se aus dem Ver­kauf von Strom und Gas erhöh­ten sich auf­grund höhe­rer Abga­ben. Auch der Umsatz mit Wärme/Kälte lag über dem Vor­jahr. Das ope­ra­ti­ve Betriebs­er­geb­nis (EBIT) nahm um 34,7 Pro­zent auf Fr. 8,6 Mio. ab. Das Finanz­ergeb­nis zeigt sich im Jah­res­ver­gleich deut­lich nega­ti­ver, was vor allem auf die Bör­sen­tur­bu­len­zen im vier­ten Quar­tal zurück­zu­füh­ren ist. Allei­ne im Dezem­ber 2018 muss­te ein kurs­be­ding­ter Wert­ver­lust von 4,3 Pro­zent hin­ge­nom­men wer­den.

Dies führ­te zu einem Rein­ge­winn von Fr. 3,9 Mio., wel­cher deut­lich unter dem Vor­jah­res­wert von Fr. 12,8 Mio. liegt.

Die Inve­sti­ti­ons­tä­tig­keit fiel im Geschäfts­jahr mit Fr. 44,1 Mio. wesent­lich gerin­ger aus als in den Vor­jah­ren mit dem Neu­bau des Ver­wal­tungs­ge­bäu­des mit Werk­hof.

Für Hans-Kas­par Scher­rer ist klar, das schlech­te Ergeb­nis will Eni­wa nicht ein­fach so hin­neh­men: «Es muss schnell wie­der bes­ser wer­den. Das ist uns allen klar.» Kosten­po­si­tio­nen gilt es zu über­prü­fen, Syn­er­gi­en mit ande­ren Wer­ken sol­len genutzt, die noch leer­ste­hen­den Miet­flä­chen sol­len ver­ge­ben und die Anschlüs­se für die Fern­wär­me mög­lichst zeit­nah gebaut wer­den.

Wie sieht die Zukunft aus?
Der gesam­ten Ener­gie-Bran­che steht ein gros­ser Wan­del bevor. The­men wie Dekar­bo­ni­sie­rung, CO2-Reduk­ti­on wer­den immer zen­tra­ler. Die Digi­ta­li­sie­rung hält in der Ener­gie-Bran­che mehr und mehr Ein­zug. So auch die Libe­ra­li­sie­rung des gan­zen Strom- und Gas­mark­tes. «In abseh­ba­rer Zeit sol­len alle Kun­den selbst ent­schei­den kön­nen, wen sie als Ener­gie­lie­fe­ran­ten wol­len», erklärt CEO Hans-Kas­par Scher­rer. Das bedeu­tet einen grös­se­ren Wett­be­werb und damit auch einen grös­se­ren Preis­druck bei Strom und Gas. Was kann Eni­wa also tun, um für die­se Trends gewapp­net zu sein? «Wir müs­sen fle­xi­bel blei­ben und auf neue Situa­tio­nen nicht nur reagie­ren, son­dern auch agie­ren», sagt Hans-Kas­par Scher­rer.

Kraft­werk­neu­bau: Mit­te Mai wird infor­miert
In Sachen Pro­jek­ten wird neben der Fern­wär­me die Kraft­werks­er­neue­rung die Eni­wa noch eini­ge Jah­re beschäf­ti­gen. Bei der öffent­li­chen Mit­wir­kung sind vie­le Inputs zusam­men gekom­men. Die­se gilt es momen­tan aus­zu­wer­ten. Mit­te Mai will die Eni­wa dar­über infor­mie­ren, was sie aus dem Mit­wir­kungs­ver­fah­ren umset­zen will und wie die defi­ni­ti­ve Pro­jekt­ein­ga­be bei den bei­den Kan­to­nen Aar­gau und Solo­thurn aus­sieht. Die Ein­ga­be soll noch vor den Som­mer­fe­ri­en statt­fin­den. Nach der Vor­prü­fung der bei­den Kan­to­ne soll das Pro­jekt noch ein­mal öffent­lich auf­ge­legt wer­den. «Im Moment kann trotz vie­ler Ver­bes­se­run­gen nicht aus­ge­schlos­sen wer­den, dass es doch noch die eine oder ande­re Ein­spra­che geben wird», sagt Hans-Kas­par Scher­rer gelas­sen. Für ihn steht fest: «Wir haben nicht vie­le Mög­lich­kei­ten, in Aar­au und Umge­bung Strom zu -pro­du­zie­ren. Des­halb müs­sen wir die Chan­ce für den Aus­bau der regio­na­len Strom­pro­duk­ti­on für die näch­sten 68 Jah­re best­mög­lich nut­zen.»

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum Geschäfts­be­richt gibt es auf www.eniwa.ch.

SAH

Eni­wa-CEO Hans-Kas­par Scher­rer (Bild: Eni­wa AG)