Dr. Lorenz Stre­bel, Rechts­an­walt und Notar

Erbrecht der Eltern bei verheirateten Paaren?

Von | 11. Juli 2018 | Rat­ge­ber Recht

FRAGEDer Mann mei­ner Kol­le­gin ist nach über zwan­zig Ehe­jah­ren gestor­ben. Sie hat­ten kei­ne Kin­der. Nun haben sich ihre Schwie­ger­el­tern gemel­det und bestehen dar­auf, sie hät­ten einen Vier­tel (!) der Erb­schaft zugu­te. Auch mein Mann und ich haben kei­ne Kin­der. Wenn das mit mei­ner Freun­din stimmt: Was kann ich tun, damit mei­ne Eltern bzw. Schwie­ger­el­tern nichts erben, falls mir oder mei­nem Mann etwas pas­siert?

ANTWORTJa, was Ihrer Kol­le­gin wider­fährt, stimmt: Neben dem Ehe­part­ner haben auch die Eltern des Ver­stor­be­nen ein gesetz­li­ches Erbrecht. Dies, wenn der Ver­stor­be­ne kei­ne eige­nen Nach­kom­men hin­ter­lässt. Das gesetz­li­che Erbrecht der Eltern beträgt vor­lie­gend ¼. Mit Testa­men­ten oder einem öffent­lich beur­kun­de­ten Erb­ver­trag zwi­schen den Ehe­part­nern kann das gesetz­li­che Erbrecht der Eltern ein­ge­schränkt wer­den (Pflicht­teil­set­zung der Eltern; Ein­set­zen des Ehe­part­ners als Erbe der frei wer­den­den Quo­te). Dann haben die Eltern noch Anspruch auf 1/8 des Nach­las­ses ihres Kin­des.

Wol­len Sie und Ihr Mann auf Num­mer sicher gehen, dann müss­te mit den Eltern jeweils ein Erb­ver­zichts­ver­trag geschlos­sen wer­den. Die­ser muss öffent­lich beur­kun­det sein, damit er gül­tig ist. Aktu­ell wird dis­ku­tiert, ob der Pflicht­teil der Eltern abge­schafft wer­den soll. Aber noch ist es nicht soweit.

Und auch dann müss­te mit einer Ver­fü­gung von Todes wegen das gesetz­li­che Erbrecht auf­ge­ho­ben wer­den, wenn die Eltern nichts erben sol­len.

Rechts­fra­gen kön­nen gestellt wer­den an:

Dr. Lorenz Stre­bel, Rechts­an­walt und Notar, Bahn­hofstras­se 86, Post­fach 4039, 5001 Aar­au

E-Mail: kontakt@strebel-recht.ch