Im Gut­ach­ten zum Kan­tons­spi­tal wur­den zehn The­men­fel­der unter­sucht (Bild: Sarah Künz­li)

Regie­rungs­rat und Kan­tons­spi­tal Aar­au: Erkennt­nis­se aus dem bei der Fir­ma PwC in Auf­trag gege­be­nen Gut­ach­tens

«Es braucht weitere Massnahmen zur Effizienzsteigerung»

31. Janu­ar 2019 | News

Der Regie­rungs­rat und der Ver­wal­tungs­rat des KSA lies­sen zusam­men von der Fir­ma Pri­ce­wa­ter­house­Coo­pers AG (PwC) ein Gut­ach­ten erstel­len, um zu über­prü­fen, ob das KSA über die struk­tu­rel­len und finan­zi­el­len Vor­aus­set­zun­gen ver­fügt, die geplan­ten Inve­sti­ti­ons­vor­ha­ben und die stra­te­gi­schen Her­aus­for­de­run­gen bewäl­ti­gen zu kön­nen.

Das KSA steht vor gros­sen struk­tu­rel­len und finan­zi­el­len Her­aus­for­de­run­gen und plant in den näch­sten Jah­ren bau­li­che Inve­sti­tio­nen in der Grös­sen­ord­nung von rund 600 Mil­lio­nen Fran­ken. Das KSA gehört zu 100 Pro­zent dem Kan­ton Aar­gau. Der Regie­rungs­rat hat des­halb gemein­sam mit dem KSA-Ver­wal­tungs­rat bei der Fir­ma Pri­ce­wa­ter­house­Coo­pers AG (PwC) ein Gut­ach­ten in Auf­trag gege­ben, um die struk­tu­rel­len und finan­zi­el­len Aus­wir­kun­gen der im Zusam­men­hang mit dem Spi­tal­neu­bau geplan­ten Gross­in­ve­sti­tio­nen beur­tei­len zu kön­nen. «Das PwC-Gut­ach­ten lie­fert einen Exper­ten­blick von aus­sen», erläu­tert Regie­rungs­rä­tin und Gesund­heits­di­rek­to­rin Fran­zis­ka Roth Ziel und Zweck des Auf­trags.

Zehn The­men­fel­der zum KSA unter­sucht

Die PwC-Exper­ten unter­su­chen in ihrem Bericht zum KSA zehn The­men­fel­der im Zusam­men­hang mit den Her­aus­for­de­run­gen, Chan­cen und Risi­ken, die sich aus der Ent­wick­lung des Gesund­heits­we­sens erge­ben.

• Das KSA soll­te sei­ne Ren­ta­bi­li­tät auf eine EBIT­DA-Mar­ge von min­de­stens 10 Pro­zent stei­gern kön­nen, um die betrieb­li­che Ent­wick­lung und die Trag- und Finan­zier­bar­keit der geplan­ten Inve­sti­ti­ons­vor­ha­ben nach­hal­tig sicher­stel­len zu kön­nen. Um die­ses Ziel zu errei­chen, genü­gen die sich aus dem Neu­bau­vor­ha­ben erge­ben­den Opti­mie­rungs­ef­fek­te allei­ne nicht. Es braucht wei­te­re Mass­nah­men zur Effi­zi­enz­stei­ge­rung, die kon­se­quent umzu­set­zen sind.

• Die PwC-Exper­ten erach­ten das vom KSA geplan­te Neu­bau­pro­jekt als finan­zi­ell trag­bar; dies unter der Vor­aus­set­zung, dass das KSA sei­nen anspruchs­vol­len Busi­ness­plan ein­hal­ten kann.

• Für die Errei­chung der finan­zi­el­len Zie­le sind die Ent­wick­lung und Prä­zi­sie­rung einer kla­ren Unter­neh­mens- und Ange­bots­stra­te­gie sowie deren Umset­zung unab­ding­bar not­wen­dig.

• Am End­ver­sor­ger­sta­tus des KSA soll fest­ge­hal­ten wer­den.

• Um die hoch gesteck­ten Zie­le zu errei­chen, braucht es Ver­än­de­rung und dem­entspre­chend eine Füh­rung mit hoher Umset­zungs­stär­ke. Die PwC-Exper­ten stel­len in ihrem Bericht Reor­ga­ni­sa­ti­ons- und Hand­lungs­be­darf fest für die ober­ste Füh­rungs­struk­tur des KSA sowie den wei­te­ren Auf­bau und die Wei­ter­ent­wick­lung von ent­spre­chen­den Manage­men­tin­stru­men­ten.

• Bezüg­lich Eigen­tü­mer­struk­tur zeigt das PwC-Gut­ach­ten meh­re­re Vari­an­ten auf. Dazu gehö­ren die Optio­nen «Wei­ter­füh­rung der heu­ti­gen kan­to­na­len Trä­ger­schaft», «Teil­ver­kauf mit der Aus­ga­be einer Volks­ak­tie» sowie «Total­ver­kauf an ein Pri­vat­spi­tal».

• Eine unter­neh­me­risch-ope­ra­ti­ve Fusi­on der bei­den Kan­tons­spi­tä­ler Aar­au und Baden steht für die PwC-Exper­ten als Opti­on nicht im Vor­der­grund.

• Das Gut­ach­ten bezeich­net «unter­neh­me­ri­sche Fle­xi­bi­li­tät» als zen­tra­les Ele­ment, damit sich das KSA zukunfts­ge­rich­tet posi­tio­nie­ren kann. Es wird emp­foh­len, die­sem Aspekt durch eine Locke­rung der 70-Pro­zent-Rege­lung im Spi­tal­ge­setz (der Kan­ton muss min­de­stens 70 Pro­zent des Akti­en­ka­pi­tals hal­ten bezie­hungs­wei­se kann 30 Pro­zent ver­äus­sern) Rech­nung zu tra­gen.

• Neben Ange­bots­stra­te­gie und trä­ger­schafts­spe­zi­fi­schen Aspek­ten wird im PwC-Gut­ach­ten auch der Zusam­men-arbeit mit wei­te­ren Lei­stungs­er­brin­gern eine gros­se Bedeu­tung bei­gemes­sen. Die­se sei nicht auf die Akut­so­ma­tik zu beschrän­ken, son­dern sol­le – im Sin­ne der inte­grier­ten Ver­sor­gung – auch Psych­ia­tri­en und Reha­bi­li­ta­ti­ons­kli­ni­ken mit­ein­schlies­sen.

• Die Exper­ten emp­feh­len, den unter­neh­me­ri­schen Hand­lungs­spiel­raum des KSA durch eine Anpas­sung der Eigen­tü­mer­stra­te­gie sicher­zu­stel­len.

Der Regie­rungs­rat befass­te sich in der zwei­ten Jah­res­hälf­te 2018 im Zusam­men­hang mit gesund­heits­po­li­ti­schen Geschäf­ten und The­men in meh­re­ren Sit­zun­gen mit dem PwC-Gut­ach­ten. Dabei wur­den vie­le Aspek­te, Erkennt­nis­se oder Emp­feh­lun­gen auf­ge­nom­men, bereits umge­setzt oder wei­ter­ver­folgt.

AG