Fährt der Kluge nach Zürich im Zuge?

Von | 28. Febru­ar 2019 | Gedan­ken

Von Aar­au nach Zürich soll man der­einst in einem 30 Kilo­me­ter lan­gen Tun­nel Zug fah­ren kön­nen. Dar­über berät zumin­dest das Par­la­ment. Ob und wann das so weit ist, steht noch in den Ster­nen.

Bis heu­te habe ich mich immer gefreut, wenn ich im Zug aus dem Fen­ster schau­en und ent­spannt die Gegend genies­sen konn­te. Das beru­higt und bringt einem neue Bil­der vor Augen. Künf­tig ist das offen­bar sekun­där. Man will ein­fach mög­lichst schnell von A nach B kom­men und das sogar im Fin­stern. Die SBB wird nun ein­wen­den, dass sie in den Zügen längst Licht mon­tiert hat. Also wür­den wir nicht ganz im Fin­stern sit­zen. Den Hoo­li­gans wür­de etwas Fin­ster­nis gar nichts aus­ma­chen, denn die sind ohne­hin unter­be­lich­tet. Aller­dings müss­te man die­se Gesell­schaft wohl anket­ten, denn wenn sie im Tun­nel die Not­brem­se zie­hen und aus­stei­gen, kommt das nicht gut. Wer weiss, viel­leicht ist man ohne­hin in 30 bis 40 Jah­ren soweit, dass die Natur live kein The­ma mehr ist. Man könn­te hin­ter jedem Sitz einen Bild­schirm mon­tie­ren und wäh­rend der 30-Kilo­me­ter­fahrt Natur­auf­nah­men vom Zug­fah­ren anno dazu­mal zei­gen. Die mei­sten Pas­sa­gie­re wer­den sowie­so ver­ka­belt sein, wes­halb auch die Kom­mu­ni­ka­ti­on kein The­ma mehr sein wird.
Bil­let­kon­trol­len wird es dann kei­ne mehr geben, weil es dann gar kei­ne gedruck­ten Tickets mehr gibt. Elek­tro­ni­sches ein­checken wird dann längst ein­ge­führt sein. Ach ja und der Spei­se­wa­gen ist dann auch nicht mehr nötig. Man ernährt sich dann­zu­mal ohne­hin haupt­säch­lich künst­lich durch ver­schie­de­ne Tablet­ten – für den Not­fall hat man dann noch ein Säck­lein mit lebi­gen Käfern dabei, die dann zum Des­sert ver­schlun­gen wer­den.

 

Im Zug sit­zen oder gar lie­gen, wer­den dann nur noch Senio­ren ab 95 Jah­ren. Für die ande­ren sind ande­re inter­es­san­te Abtei­lun­gen vor­ge­se­hen. Bei­spiels­wei­se das Lauf­band, auf dem man wäh­rend der Fahrt ruhe­los lau­fen kann und so immer in Bewe­gung bleibt. Die Digi­tal­uhr am Arm zählt die Ein­hei­ten und sorgt dafür, dass der Tun­nel­fah­rer dann bei der Kran­ken­kas­se eine Preis­re­duk­ti­on infol­ge guter Fit­ness bekommt.

Ach ja und da sind ja noch die Beau­ty­fans, die sich im Tun­nel die Fin­ger­nä­gel und das Gesicht sty­len könn­ten. Auch Zug­coif­feu­re sind dann längst gebo­ren. Wer sich zudem noch das SBB-Logo auf den Kopf sche­ren lässt, wür­de dann sogar gra­tis fah­ren. Und was machen wir dann mit den Kin­dern? Die­se wer­den hier die Zug­schu­le besu­chen und so schon auf dem Schul­weg enorm pro­fi­tie­ren.

Apro­pos pro­fi­tie­ren: Das wer­den gemäss die­sen Gedan­ken alle, wes­halb dem Pro­jekt wohl nichts mehr im Wege steht – aus­ser 7 Mil­li­ar­den Schwei­zer Fran­ken!