Die Aar­gauer Kan­ton­sarchäolo­gen prösen­tierten an ein­er öffentlichen Führung am Hirzi­weg in Muhen ihre Funde aus der Bronzezeit, im Bild links ein Grun­driss eines Gruben­haus­es aus dem 5. Jahrhun­dert v. Chr. (Bild: Kas­par Flück­iger)

Öffentliche Grabungs­führung der Kan­ton­sarchäolo­gen an der Fund­stelle in Muhen

Funde aus der Bronze- und Eisenzeit in Muhen

18. April 2019 | News

An ein­er öffentlichen Führung zeigte die Kan­ton­sarchäolo­gie ver­gan­gene Woche der Bevölkerung, was bei Aushubar­beit­en von drei Mehrfam­i­lien­häusern in Muhen zum Vorschein kam: Die «Bin­ninger Nadel» und weit­ere Befunde aus der Bronze- und Eisen­zeit.

Die Kan­ton­sarchäolo­gie habe momen­tan sehr viel zu tun, erk­lärte Stephan Wyss anlässlich der öffentlichen Grabungs­führung am Hirzi­weg in Muhen. «Denn wo viel gebaut wird, kön­nen wir vieles find­en», so Wyss. Fündig wur­den die Kan­ton­sarchäolo­gen beim Baupro­jekt in Muhens Schwabistal, wo ein ein­heimis­ches Baukon­sor­tium drei Mehrfam­i­lien­häuser baut, die «Bäch­li­matt». Dieser Pro­jek­t­name scheint gut gewählt. Denn am Ostrand der Grabungs­fläche fasste man einen bronzezeitlichen Bach­lauf, welch­er kün­stlich befes­tigt war.

Die Kan­ton­sarchäolo­gen wur­den auch dank eines Com­put­er-Tools fündig, welch­es ihnen alle rel­e­van­ten Bauge­suche über eine von ihnen definierte Aar-gauerkarte legt, die anzeigt, wo am ehesten Funde aus der Bronze- und Eisen­zeit zu erwarten sind. So fand man die grosse Grabungsstelle in Gränichen – und so fand man im Herb­st 2018 in Muhen beim Aushub des ersten Gebäudes Über­reste aus der Bronzezeit. 

Nun find­et eine Ret­tungs­grabung statt, um die archäol­o­gis­chen Befunde vor Beginn der Bauar­beit­en wis­senschaftlich zu unter­suchen und zu doku­men­tieren. Der staunen­den Bevölkerung wurde ein 4 x 4 Meter Grun­driss eines Gruben­haus­es und Keramik aus der Eisen­zeit (5. Jahrhun­dert v. Chr.) präsen­tiert. Weit­ere Karamik­funde stam­men von 1600 bis 1250 v. Chr.

Eine kleine Sen­sa­tion ist der erst zweite Fund schweizweit der soge­nan­nten «Bin­ninger Nadel» zum Ver­schliessen der Klei­dung. Zeitlich dürfte sie aus der frühen Spät­bronzezeit (etwa 1250 v. Chr.) stam­men. «Ein solch­er Fund ist für jeden Archäolo­gen ein Kar­riere-Höhep­unkt», erk­lärt Stephan Wyss, der mit Grabungsleit­er Beat Wig­ger die öffentliche Führung leit­ete. Für das Baupro­jekt «Bäch­li­matt» bedeuten die archäol­o­gis­chen Funde keine Verzögerung.

KF