Gedanken

Kaspar Flückiger, Redaktor | Der Landanzeiger
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Kaspar Flückiger, Redaktor

Der frühe Vogel und die Feuerwehr

Kurz vor halb sieben Uhr morgens beginnt eine Amsel mit ihrem Morgenkonzert. Verwundert über den frühen Gesang öffne ich das Fenster und halte mein verwintertes Gesicht nach draussen, um zuzuhören. Die Amsel sitzt zuoberst auf einem Baum, singt vom beginnenden Tag und ich spanne den Gedanken weiter: Begrüsst sie gar den kommenden Frühling?

Die Worte meines Nachbarn vor ein paar Tagen dringen in mein Ohr: «Es ist noch zu früh für den Frühling.» Ich entgegne ihm, genau deshalb heisse er ja so: Frühling, weil er früh kommt. «Aber es ist doch erst Februar. Das ist wirklich viel zu früh.» Da hat er natürlich recht. Wir sind vom Kalender her noch nicht frühlingsberechtigt. Alles zu seiner Zeit!

Apropos Zeit. Ich sollte mich sputen. Denn heute Morgen habe ich einen Termin, der mich leicht nervös macht. Ich treffe mich gleich mit dem neuen Kommandanten der Feuerwehr Entfelden-Muhen. Und wenn ich von etwas keine Ahnung habe, dann ist es von der Welt der Feuerwehr. Mich hatten sie in jungen Jahren vergessen aufzubieten.

So ist mein Termin mit Dominik Graber für mich die Chance, Neuland zu betreten. Nun bin ich tatsächlich knapp dran und muss los. Ab wie die Feuerwehr eile ich zur Feuerwehr. Der erste Eindruck: Hier ist alles blitzblank sauber. Nichts liegt herum. Alles ist feinsäuberlich aufgeräumt, jedes Ding an seinem Platz. Das ganze Gebäude scheint mir perfekt durchdacht und für die Abläufe bei einem Einsatz optimiert. Die acht in einer Reihe parkierten Feuerwehrautos glänzen blitzblank poliert feuerwehrrot.

Von Dominik Graber erhalte ich eine Privatführung durch das Feuerwehrmagazin, das 2009 neben dem Golfplatz Entfelden und der Autobahnbrücke gebaut wurde. Aktuell leisten 107 Männer und Frauen hier ihren Dienst für unsere Sicherheit. Sie tun dies «nebenberuflich», also in ihrer Freizeit. Sie erhalten dafür keinen Lohn und sie verrichten ihren Job mit viel Herzblut, das wird mir nach dem Rundgang klar (wenn Sie einmal umblättern, können Sie den Bericht über den neuen Kommandanten lesen).

Tief beeindruckt verabschiede ich mich von ihm und verlasse das Feuerwehrmagazin. Auf dessen Dach sitzt eine (andere?) Amsel und singt weiter ihr Lied vom neuen Tag und vom kommenden Frühling.