Gedanken

Sarah Künzli Redaktorin | Der Landanzeiger
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Sarah Künzli – Redaktorin

Der Hase mit dem rosaroten Schnuller

Die Eier bunt bemalen und Nester verstecken, sich zum Brunch treffen und die Eier tütschen, Unmengen Schoko-Eili und -Hasen verputzen und Kleinkindern den Nuggi abgewöhnen. All diese Dinge gehören für mich zu Ostern. Ja, auch das mit dem Nuggi. Denn mit mir wurde das als Kind genau so gemacht.

Meine Nichte, mein Partner, meine beste Freundin. Sie alle haben ihren Schnuller damals – mehr oder weniger freiwillig – dem Samichlaus übergeben. Aus meinem Bekanntenkreis kenne ich niemanden, der seinen Schnuller nicht dem Samichlaus überlassen hat. Tja, bei mir war es aber etwas anders.

Ich war als Kind ein richtiger Nuggi-Junkie. Es ging nichts ohne meinen geliebten Schnuller, und das tatsächlich, bis ich vier Jahre alt war. Dann reichte es meiner Mutter endgültig. Doch sie wusste: Das mit dem Samichlaus zieht vielleicht bei anderen Kindern, nicht aber bei meiner Sarah. Der Samichlaus? Der war mir als Kind einfach zu unheimlich. Was soll der auch mit meinem Nuggi anfangen? Meine Mama wusste, damit würde sie ihr Ziel, mich vom Nuggi zu entwöhnen, bestimmt nicht erreichen. Auch an ein Baby «weiterverschenken», weil dieses ihn besser gebrauchen kann, hätte nicht funktioniert. Auch dies eine zu schwache Argumentation, um mich vom Nuggi zu trennen. Doch meine Mama hatte einen Trumpf im Ärmel: den süssen und absolut liebenswürdigen, kleinen Osterhasen. Ich als absoluter Tierfreund verstand sofort, dass der liebe Osterhase bei so viel Arbeit einen Nuggi verdient hat. Aufopferungsvoll wollte ich ihm also meinen anbieten.

Meine Mama und ich bastelten ihm dafür ein Nestchen, betteten den Nuggi am Abend vor Ostern hinein und zündeten eine Kerze an, damit der Osterhase ihn auch wirklich findet. Und das Osterwunder geschah: Nicht nur, dass ich von da an nie mehr nach dem Nuggi fragte. Der gute Osterhase hatte mir als Dank auch ganz viele Kinder Schoko-Bons dagelassen. Was für ein lieber Kerl!

Mit dieser kleinen Anekdote aus meinem Leben möchte ich Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, ganz schöne Ostern wünschen. Geniessen Sie die freien Tage und lassen Sie es sich schmecken! Und falls Sie einen Hasen mit einem rosaroten Schnuller sehen, das ist mein guter Freund, der Osterhase.