Gedanken

Markus Schenk | Gedanken | Der Landanzeiger
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Markus Schenk, Chefredaktor

Digitalisierung ja aber …

… bitte ohne Zwang! Kürzlich hat der Kanton Aargau über die Digitalisierung verschiedener Bereiche orientiert. Wir Medien spüren natürlich auch, dass die Digitalisierung nicht aufzuhalten ist. Dagegen anzukämpfen ist sinnlos, weil eben gerade die Digitalisierung auch Vorteile bringt. 

Wer heute noch keinen Computer zu Hause hat, hat bestimmt ein Handy oder ein Tablet, um an Informationen heranzukommen. Früher liessen sich jeweils einige Zeitgenossen frühpensionieren, weil sie das Computerzeitalter nicht mehr mitmachen wollten. Heute organisiert sogar die Pro Senectute Computer- und Handykurse. Wer sich heute komplett der Digitalisierung verschliesst, kommt kaum mehr an alle Informationen heran. Dass da der Kanton ebenfalls gewisse Dienstleistungen digital anbietet, ist nachvollziehbar. Zudem kommt ein gewisser Spareffekt hinzu. 

So ist beispielsweise der Lehrstellennachweis oder überhaupt eine Auflistung von offenen Stellen im Netz sehr sinnvoll. Künftig wird auch das Amtsblatt digital. Auch das ist nachvollziehbar. Gelesen wird dieses ohnehin nur von Leuten, die das lesen müssen. Auch hier kommt man digital mit deutlich weniger Aufwand zu den Leuten.

Auch das Strassenverkehrsamt wird künftig gewisse Dienstleistungen digital anbieten. Somit muss nicht mehr jeder nach Schafisheim fahren und das ist doch auch gut so.

Digitalisierung ja … aber auf freiwilliger Basis! Ich möchte davor warnen, Leute zu zwingen, Apps auf ihr Handy zu laden. Und es ist bekanntlich auch keine Verpflichtung, ein Handy zu besitzen. Ansonsten müsste der Staat Gratis-Staatshandys verteilen und alle wichtigen Apps gleich draufladen.

Sinnvoll wäre auch eine Kombination Digital/Papier. Der amtliche Teil des Landanzeigers wird beispielsweise sehr gut gelesen. Wer weiss – vielleicht liest man eines Tages wieder gerne eine gedruckte Zeitung. 

Ich träumte kürzlich davon, dass das sogar wieder Kult wird. Das Handy wird wohl künftig kaum von der Bildfläche verschwinden. Die Zeitung sollte das aber auch nicht und das sollte sich auch der Kanton merken.

Digitalisierung in Ehren, aber die Regionalzeitungen sind eben auch wichtig als Vermittler und wichtiges Bindeglied zu den Verwaltungen. Zumindest die führenden Wochenzeitungen werden in der Schweiz nicht aussterben.

Auch der Landanzeiger hat die Zeichen der Zeit längst erkannt und ist sowohl in Papierform wie auch digital als E-Papervariante zu lesen. Selbst die Inserate sind sowohl auf Papier wie auch digital vorhanden. Die amtlichen Publikationen werden vom Landanzeiger gar digital archiviert. Somit werden die Gemeinden entlastet. Wie das zeigt, braucht es wohl künftig eben beides. 
Der Mensch liebt Abwechslungen. Alles digital zu lesen ist mühsam. Da ist man froh, wieder einmal ein Printmedium in den Händen zu halten.