Gedanken

Sarah Künzli Redaktorin | Der Landanzeiger
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Sarah Künzli – Redaktorin

Ein Hoch auf Wikipedia!

Im Januar durfte eine ganz spezielle Freundin meinerseits ihren 20. Geburtstag feiern. Es gibt wohl keine andere, die so hilfsbereit ist wie sie. Es gibt wohl keine andere, die so gerne ihr Wissen teilt wie sie. Sie hat mir und wahrscheinlich Millionen anderen bei Schulvorträgen geholfen, hat mir Chemie und Geschichte erklärt. Sie hat es absolut verdient, an dieser Stelle gewürdigt zu werden. Deswegen: Happy Birthday Wikipedia!

Seit zwei Jahrzehnten suchen Menschen im Online-Lexikon Wikipedia Informationen, die wiederum von vielen anderen Menschen bereitgestellt werden. So kommen über 53 Millionen Artikel in fast 300 Sprachen zusammen. Allein die deutschsprachige Wikipedia umfasst inzwischen über 2,5 Millionen Artikel und belegt Platz vier aller Sprachausgaben.

Die deutschsprachigen Seiten werden täglich im Durchschnitt etwa 15 Millionen Mal aufgerufen. Und auch ich nutze Wikipedia fast täglich. Nicht aber nur, weil ich an Informationen gelangen will, sondern weil mich Wikipedia auch köstlich unterhalten kann. So füttert mich Wikipedia mit einer täglichen Portion unnützem Wissen. Oder wussten Sie etwa, dass der Buchstabe W in deutschen Texten eine relative Häufigkeit von 1,89% hat und er somit der 17.-häufigste Buchstabe in deutschen Texten ist? Oder hätten Sie gewusst, dass bislang über keinen Fall von Sex im Weltraum berichtet wurde? Ach Wikipedia, ich danke dir für dieses Wissen, das keinem etwas bringt.

Wunderschön ist auch die Sprache, die für Wikipedia-Artikel verwendet wird. «Das verstärkte rektale Entweichen von Darmgasen», niemand könnte einen Furz schöner beschreiben als Wikipedia. Weil jeder Autor von Wikipedia-Artikeln sein kann, werden auch skurrile Themen aufgegriffen, wie zum Beispiel jenes übers «Ampeln beschimpfen». Oder über «Socke». Nein, nicht das, was wir am Fuss tragen. Sondern die Katze namens «Socke». Ganze 2600 Zeichen lang erfahre ich alles über das Leben dieser Katze. Lachen musste ich auch bei der Liste von Berufen, «die nach heutiger Erkenntnis nur geringe Zukunftschancen haben». Von der Wahl eines dieser Berufe sei deshalb abgeraten, heisst es. Glücklicherweise befindet sich die Journalistin nicht auf dieser Liste, dafür aber Berufe wie der Brillenträger, der Dobermann oder der Uhrzeiger.

Ja, Humor hat sie! Und deshalb, liebe Wikipedia, ein Hoch auf dich und auf viele weitere Jahre Hilfsbereitschaft, komplizierte Sätze und unnützes Wissen!