Gedanken

Sarah Künzli Redaktorin | Der Landanzeiger
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Sarah Künzli – Redaktorin

Ein «Hopp Aarau!» vom Fussballmuffel

«Wie steht es momentan um den FC Aarau?», frage ich am vergangenen Samstag meinen guten Freund. Es ist eine Frage, die ich öfter stellen muss. Denn obwohl ich in meinem Freundeskreis viele Fans habe, von Fussball habe ich schlichtweg keine Ahnung. Nicht einmal bei der EM und der WM, mitten im Public Viewing, flammt irgendein Spürchen Leidenschaft auf. Fussball reiht sich bei mir mit Formel 1, Radrennen oder Billard in eine schier unendlich lange Liste von Sportarten, die mich so gar nicht interessieren. Man könnte sagen, ich bin ein richtiger Sport-Schau-Muffel.

Und doch möchte ich ab und zu wieder auf den neusten Stand der Dinge gebracht werden – zumindest was den FC Aarau betrifft. Immerhin bin ich Aarauerin. Und da kommt man um den FC Aarau nicht drum rum. Muss ich mir am Bahnhof mehr Zeit einrechnen oder werde ich heute in meiner Lieblingsbeiz noch einen Platz finden? Auch das hat alles mit Fussball zu tun.

Deshalb frage ich jedes Mal, wenn sich die «FC Aarau»-Leibchen auf den Strassen häufen, mir die Farben Schwarz, Weiss, Rot mehr als sonst begegnen, lieber einmal mehr nach: «Wie steht es momentan um den FC Aarau?» So eben auch am vergangenen Samstag.

Mit glänzenden Augen und voller Aufregung wird mir die damals aktuelle Lage geschildert. «Wenn … gegen Schaffhausen … dann … vor Winterthur … Punkte … zu Hause … Samstag … Aufstieg … Vaduz …» Das waren zwar nicht seine genauen Worte, aber so viel hab ich zumindest verstanden. Es geht also um einiges.

Nach seinen Ausführungen blickt mir mein Fussball-Freund traurig in die Augen: «Gar nichts? Keine Emotion? » Ich zucke mit den Schultern. Er blickt mich flehend an. «Na gut, wenn ich mich unter allen Sportvereinen für einen entscheiden müsste, weil ich damit den Weltfrieden herbeirufen würde, den Klimawandel stoppe und den Hunger auf der Welt tilge, dann würde ich mich natürlich für den FC Aarau entscheiden », sage ich. Meine Antwort scheint ihm zu reichen, denn anstelle von Stirnrunzeln ziert nun ein zufriedenes Lächeln sein Gesicht. Und damit ein ganz lautes «Hopp Aarau, Love, Peace and Food!».