Gedanken

Raphael Nadler Chefredaktor | Der Landanzeiger
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Raphael Nadler, Chefredaktor

Ein Trend, den es zu stoppen gilt

In der letzten Woche gab es einen Moment, da glaubte ich, die Ohren lügen mich an. Es war, als bekannt wurde, dass der Gemischtwarenladen mit dem grossen M, die Mohrenköpfe der Marke Dubler aus seinen Regalen verbannt. Gegner und Befürworter schiessen seither für und gegen die Süssigkeiten aus vollen Rohren.

Die Meinungen kurz zusammengefasst: Wer für die Verbannung der «Dubler» und Seinesgleichen aus den Regalen ist, ist ein Landesverräter, wer dagegen ist, ist ein Rassist. Etwas dazwischen gibt es kaum.

Seit Tagen beherrscht das Thema auch Frauenchränzli und Stammtischrunden, Kolumnisten, Cartoonisten und Kommentarschreiber. Die Medien sind voll davon, sogar im Ausland berichten sie über die Süssigkeiten und den in unserem Land entfachten Streit. Beim Wochenendeinkauf ist mir aufgefallen, dass die «Dubler» aber noch in anderen Geschäften wie der Migros fehlen. Doch nicht, weil sie ebenfalls verbannt wurden, sondern weil sie ausverkauft waren.

Die Süssigkeit aus dem Freiamt nenne ich übrigens schon seit Jahren einfach «Dubler» und ich esse sie ohne schlechtes Gewissen. Einfach, weil ich sie mag. Bin ich deshalb ein Rassist? «Nein, ich bin kein Rassist, aber …». Diesen Satz kann ich nicht mehr hören, denn zu 99 Prozent folgen danach negative Äusserungen gegen Ausländer.

Seien wir doch ehrlich und geben zu, dass uns Ausländer oft Angst machen. Mehr als uns lieb ist. Doch warum ist das so? Vielleicht, weil wir ihre Sprache nicht sprechen? Sie nicht verstehen? Weil sie viel temperamentvoller sind, als wir eher zurückhaltenden Schweizer? Weil sie uns verdächtig vorkommen, wenn sie in Gruppen am Bahnhof unterwegs sind? Weil sie ständig laut und fröhlich am Handy telefonieren? Oder doch, weil sie halt auch relativ oft in Polizeimeldungen vorkommen?

Dass sich nun auch die Aargauer Polizei Rassismusvorwürfe gefallen lassen muss, verstehe ich ganz und gar nicht. Wer sich bei uns gesetzeskonform verhält, dem kommt die Polizei selten in die Quere. Unsere Sicherheitskräfte halten sich sehr strikte an unsere Gesetze. Da habe ich in mehreren europäischen Ländern schon anderes erlebt. Zurzeit liegt es wieder im Trend, gegen die Menschen zu sein, die sich Tag und Nacht für unsere Sicherheit einsetzen. Ein Trend, den es schnellstens zu stoppen gilt.