Gedanken

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Kaspar Flückiger, Redaktor

Ewiges «Wetten, dass …?»

Top, die Wette gilt! Haben Sie das auch gehört: Jetzt wollen sie im Fernsehen wieder ein «Wetten, dass …?» machen. Mit dem ewigjungen Thomas Gottschalk. Darauf kann man sich freuen; oder auch nicht. Also nichts gegen «Wetten, dass … ?», diese grosse Samstagabend-Fernsehkiste habe ich geliebt. Früher. Wenn der goldgelockte Thomas Gottschalk sich dauergrinsend vom Plaudersofa erhob, ein Kärtchen zückte, in die Kamera lächelte und vorlas (ich zitiere frei aus der Erinnerung heraus): «Wetten, dass Paul Accola mit seinem Menzi-Muck-Bagger es schafft, sechs gekochte Eier mit dem an der Baggerschaufel angebrachten Messer in drei Minuten fachgerecht zu köpfen?» Aber sicher schafft das unser Accola Paul, rief damals die ganze Nation vor dem TV-Gerät. Und Päuli lieferte das auch locker ab.

Kaum war diese Meldung einigermassen verdaut, meldete sich das Schweizer Fernsehen und verkündete: Auch «Benissimo» kommt wieder! Mit Beni Thurnheer. Ja super, entfährt es mir, kommt denen vom Fernsehen nichts Neues mehr in den Sinn?

Mal angenommen, Sie wären Fernsehdirektorin oder -direktor, hätten Sie auch «Benissimo» aus der Versenkung gehoben? Oder vielleicht doch eher den «Tell Star», wenn es schon der Beni sein soll? Oder gar den grossen Schweizer Strassenfeger: den «Teleboy». Das wäre cool gewesen! Natürlich, Kurt Felix lebt leider nicht mehr, aber vielleicht hätte Paola die Show moderieren wollen? Mit Rainer Maria Salzgeber, Sandra Studer oder mit wem auch immer. Warum nicht?

Die aktuelle Diskussion jedenfalls weckt Erinnerungen an schöne Unterhaltungssendungen von früher: etwa an «Dalli Dalli», das schnelle Ratespiel mit Hans Rosenthal; oder an Robert Lembkes «Was bin ich?» («Welches Schweinderl hättens denn gerne?»); oder an «Am laufenden Band» mit Rudy Carrell («Und das wäre Ihr Preis gewesen!»), an «Verstehen Sie Spass?», an die «Montagsmaler» mit Frank Elstner, die «ZDF Hitparade» mit Dieter Thomas Heck und später «RTL Samstag Nacht» («Danke Anke, zurück zu Lück»).

Leider leben die Showmaster zum Teil nicht mehr. Und die, die noch leben, sitzen vielleicht zufrieden hinter dem Haus auf einem alten Liegestuhl und möchten nicht gestört werden. Sie haben längst Platz gemacht für die junge Generation – und das ist gut so.