Gedanken

Sarah Künzli Redaktorin | Der Landanzeiger
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Sarah Künzli – Redaktorin

Geh Bier holen, du Hund!

Der Wind pfeift um die Häuser, die dicken, schwarzen Wolken verhindern jedes Durchkommen von Licht. Vorbei ist er, mein geliebter Sommer. Stattdessen ist es nass, grau, kalt und einfach richtig eklig. Am liebsten würde ich das den ganzen Tag machen: mich auf dem Sofa einkuscheln, Filme schauen und mit meinem Hund … «Nein, Hund, ich will jetzt eben nicht nach draussen!» Sein Kopf nimmt eine Schieflage ein, seine grossen Augen betteln mich an. Natürlich werde ich schwach und wir gehen zusammen ins nasse Kalt hinaus.

Tja, mit dem Hund nach draussen zu gehen, egal bei welchem Wetter, daran komme ich halt nicht vorbei. Vor allem weil ich auch keinen Garten zur Verfügung habe. Das heisst dreimal täglich Jacke zu und durch. Und dem Hundi, diesem Egoisten, ist es egal, ob Frauchen friert. Von wegen «der beste Freund des Menschen», wer wohl auf so einen Blödsinn kam? Würde er sich wenigstens in anderen Belangen nützlich machen, Wäsche waschen, einkaufen gehen, Wohnung putzen, dann würden wir wenigstens beide voneinander profitieren. Aber nein … oder … einen Moment mal … das ist die Lösung! Frauchen will nicht draussen erfrieren, klein Wauwau braucht Beschäftigung, aber es soll trotzdem eine für Frauchen sinnvolle Beschäftigung sein.

Ich bringe meinem Hund nun über die kalte Jahreszeit bei, mir ein Bier aus dem Kühlschrank zu holen. So haben wir beide, was wir wollen! Wie, Sie finden diese Idee doof? Meine Mama ging als Kind noch für ihren Vater Zigaretten kaufen, da find ich ja meine Idee mit dem Hund und dem Bier um einiges vertretbarer. Und vor allem macht ihm das Training richtig Spass. Ein paar Leckerlis können auch echt überzeugend sein. Der Kühlschrank wird bereits super geöffnet und auch eine Bierdose nimmt Hundi in den Mund. Der Ablauf muss noch etwas verfeinert werden, aber Sie werden sehen, bis zum Ende der dunklen Tage bringt mir mein Hund mein Bier.

Dumm nur, dass das mit dem Kühlschrankschliessen momentan noch nicht so wunderbar funktioniert. Denn seit er den Kühlschrank öffnen kann, friere ich nicht nur draussen sondern auch in der Wohnung. Auch hier drinnen wird es allmählich nass, vermehrt grau, kalt und richtig eklig. Vielleicht war das mit dem Bier holen doch nicht die allerbeste Idee. Aber wir können ja immer noch auf das Wäschewaschen wechseln. Was soll da schon schief gehen?