Gedanken

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Raphael Nadler, Chefredaktor

Glücklich, wer sie nicht benötigt

Sie gehören zur Schweiz wie das Sackmesser, der Käse oder das Rivella. Die Rede ist von den roten Hubschraubern der Schweizerischen Rettungsflugwacht Rega. Die Luftrettungs- Organisation feiert heuer ihr 70-Jahr-Jubiläum und ist beliebter denn je. Alleine im Jahr 2021 zahlten über 53’000 Menschen erstmals einen Gönnerbetrag ein. Jährlich tun es ihnen 3,678 Millionen gleich. Zu ihnen zählten Bundespräsident Ignazio Cassis, Skirennfahrerin Wendy Holdener, Kabarettist Emil Steinberger und wohl auch Sie.

Doch warum ist die Rega so beliebt? Ein Punkt ist bestimmt, dass sie in jeden noch so abgelegenen Winkel unseres Landes fliegt, und immer schneller vor Ort helfen kann als jede andere Rettungsorganisation, die nicht über den Luftweg kommt. Und zudem ist sie erst noch während 24 Stunden am Tag erreichbar.

Rund 50 Mal wurde die Rega im vergangenen Jahr täglich um Hilfe gerufen. Das scheint auf den ersten Blick nicht sehr viel zu sein, doch die Zahl von 18’017 Einsätzen ist beachtlich. Das sind über 10 Prozent mehr Einsätze als im Vorjahr. Alleine die Rega- Helis rückten 14’330 Mal aus (+8,1 Prozent) und betreuten insgesamt 12’284 Patientinnen und Patienten (+10,3 Prozent).

Nimmt man diese Zahlen noch etwas auseinander, so stellt man fest, dass die Rega-Helis bei immer mehr Freizeit- Unfällen helfen müssen. Natürlich ist es beruhigend zu wissen, dass man die Rega immer und überall um Hilfe rufen kann. Egal ob bei einer Bergtour, einer Abfahrt mit den Skiern ausserhalb der abgesperrten Pisten oder einer herausfordernden Biketour.

Das Rega-App oder die Telefonnummer 1414 sind für viele zu einer neuen Art Versicherung geworden. Ist man körperlich am Anschlag, ruft man schnell die Rega. Und ist man Gönner, so fühlt man sich dazu auch «mehr als berechtigt». So bestellte zum Beispiel der bekannte Walliser Bergführer und Hotelier Art Furrer, bei seiner letzten Tour auf das Matterhorn, den Heli auf den Gipfel für die Rückkehr ins Tal.

Dass sich die Retter der Rega – aber auch anderer Hilfsorganisationen – bei ihren Einsätzen immer wieder Gefahren aussetzen müssen, ist vielen bei ihren teilweise waaghalsigen Touren nicht bewusst. Es lohnt sich zwar in allen Belangen, Rega-Gönner zu sein. Richtig glücklich ist aber, wer sie gar nie benötigt.