Gedanken

Sarah Künzli Redaktorin | Der Landanzeiger
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Sarah Künzli – Redaktorin

Kein Sommer ohne Musik

Vor zwei Wochen hätte das Greenfield- Festival gestartet. In zwei Wochen hätte es das Sommerloch Open Air gegeben. Die Festivals Mutterschiff, Musig i de Altstadt, Heitere – alles abgesagt. Es schien einen Sommer ohne Musik zu geben. Eine furchtbare Vorstellung!

Doch der Lockdown ist vorbei. Zwar gibt es noch keine grösseren Veranstaltungen, aber immerhin dürfen Konzertlokale wieder öffnen, Bands wieder spielen und ich kann endlich wieder Musik hören. Am vergangenen Samstag war es dann für mich auch endlich soweit. Mein erstes Konzert nach einer gefühlten Ewigkeit. Unique Strives im Böröm – und es war unglaublich. Mitsingen, tanzen, dazu ein Bierchen trinken und einfach das Ambiente geniessen. Wie ich das vermisst habe! Und ich habe gespürt, dass es jedem im Publikum so ging wie mir.

Doch es war nicht nur das Publikum. Es war auch die Band, die es so genoss, endlich wieder auftreten zu können, endlich wieder auf einer Bühne zu stehen. Ihnen war es egal, dass sie an diesem Abend auf Kollekte spielten, es war ihnen egal, wie viel Geld sie einnehmen würden. Das Gefühl wieder auf der Bühne stehen zu können, war an diesem Abend viel mehr Wert als alles Geld der Welt. Und das haben sie dem Publikum zu spüren gegeben.

Doch es war auch nicht nur das Publikum oder die Band. Es war das ganze Böröm-Team, das so glücklich war, wieder Gäste begrüssen und Livemusik anbieten zu dürfen. Das Böröm-Team, das bastelte und werkelte, um das Schutzkonzept genau einhalten zu können. Keine Mühen scheute, um wieder öffnen zu können. Das Böröm-Team, das sich mit den Bareinnahmen über Wasser hält, darauf angewiesen ist, so die Miete bezahlen zu können.

Es ist ein Kampf um die Existenz, die die ganze Kulturszene führen muss. Durch Corona noch viel mehr als sonst auch. Doch dieser Kampf wird mit so viel Freude und Leidenschaft geführt, da will man automatisch mithelfen.

Deswegen mein Appell an jeden Kulturliebhaber: Jetzt erst recht! Besucht so viele Auftritte wie möglich, gebt einen Batzen mehr in die Kollekte und seid grosszügig mit Trinkgeld. Unterstützt, was das Zeug hält und lasst uns so alle zusammen den Kampf um die Existenz gewinnen. So müssen wir uns nie mehr vor einem Sommer ohne Musik fürchten.