Gedanken

Kaspar Flückiger, Redaktor | Der Landanzeiger
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Kaspar Flückiger, Redaktor

Oh mein Böröm!

Kennen Sie das Böröm pöm pöm in Oberentfelden? Wahrscheinlich nicht, denn die Musikbar in der Alten Bürsti in Oberentfelden ist wohl nur einem ganz kleinen Teil unserer Leserschaft bekannt. Vielleicht möchten Sie trotzdem wissen, was es mit diesem Lokal und was es mit diesem komischen Namen auf sich hat? Blättern wir 25 Jahre zurück. Ein paar «Entfelder Jungs» (ja, es waren am Anfang tatsächlich noch keine «Mädels» dabei …) mieteten im ersten Stock der alten Fabrik einen Raum. Der Zufall wollte es, dass ich einer von diesen «Entfelder Jungs» war.

Der Raum in der Alten Bürsti war als privater Treffpunkt gedacht. Aus einem CD-Discman mit zwei kleinen Lautsprechern schepperte Musik in den leeren Raum. Eine Kiste Billig-Bier stand in der Mitte. Das war der Anfang. Dann wurde eingerichtet: Ausgediente Sofas wurden herbeigeschleppt, ein Kühlschrank, dann: eine Bar, eine bessere Musikanlage, ein Töggelikasten und ein Gestell mit unseren CDs. Die Party konnte beginnen. Das war im Herbst 1994.

Zwei Monate später konnte sich der Raum bereits sehen lassen. Wir waren stolz darauf und unser Raum sollte mit einer zünftigen Silvesterparty eingeweiht werden. Dazu wurde ein Flyer gestaltet und getextet. Fehlte nur noch die Signatur. Doch «wir» hatten noch keinen Namen. Aus den Lautsprechern ertönte just in diesem Moment ein Lied aus der damals aktuellen CD von Stiller Has. Der Refrain ging in etwa so: «Rom pom pom pom pom, böröm pöm pöm» – irgendeiner von uns murmelte «Böröm pöm pöm» – und so hiess dann der Raum.

Die Party ging weiter. Tanzend wurden ganze Nächte durchgefeiert, es war grossartig! Längst kamen nicht mehr nur die «Entfelder Jungs» hierhin, sondern auch ihre Freunde und die brachten weitere Freunde mit. Irgendwann kamen Leute, die wir gar nicht kannten. Irgendwann kam die Polizei und drohte mit der Schliessung des «illegalen Clubs». Das Böröm-Team kratzte sich am Kopf, machte seine Hausaufgaben und fand den Weg in die Legalität. Dann kamen die Bands. Als an Samstagen auf DRS3 noch Konzertkalender vorgelesen wurden, jubelten wir, wenn der Moderator wieder über den Namen «Böröm pöm pöm» stolperte.

Das Böröm hat sich über all die Jahre gemausert zu einem wichtigen Konzertlokal für Rock- und Metalbands aus dem In- und Ausland. Heute Abend wird mit einer kleinen Feier auf 25 Jahre Böröm angestossen. Das finde ich wunderbar. Prost Böröm und danke, Du hast mein Leben enorm bereichert!