Gedanken

Raphael Nadler Chefredaktor | Der Landanzeiger
Share on facebook
Share on whatsapp
Share on email
Share on print
Raphael Nadler, Chefredaktor

Sind Sie auch ein Katzenfan?

Ich nicht. Aber unsere zwei Kinder wünschen sich schon seit längerem ein Haustier. Am liebsten eine Katze. Je näher Weihnachten kommt, desto öfter wird das Büsi zum Thema. Seit unsere Kids, Corona bedingt auch einen Computer besitzen, um ihre Hausaufgaben zu machen, liegen immer öfters Katzenbilder in meinem Drucker. Wir können damit bald unsere Wohnung neu tapezieren.

Dabei haben wir schon eine Katze. Sie ist sogar die Pflegeleichteste der Welt! Sie sitzt jeden Morgen miauend vor der Balkontüre, kommt ebenfalls pünktlich zum Mittagessen und lässt auch kein Nachtessen bei uns aus. Sie darf sogar zu uns in die Wohnung und hat dort ihr eigenes Plätzchen. Auch ihr eigenes Kistchen. Doch sie hält es meist nicht sehr lange drinnen aus. Sehr zum Ärger der Kinder, aber zur Freude des Vaters.

Das «Laubsägeli», wie die Kinder die Katze nennen, ist uns vor rund drei Jahre zugelaufen. Wem sie gehört, wissen wir nicht. Einen Erkennungschip hat sie keinen. Der Besitzer scheint sie nicht zu vermissen, im Quartier hing noch nie eine Suchanzeige.

Und das ist für mich das Hauptproblem: Wer sich für ein Haustier entscheidet – egal welcher Art – der übernimmt die Verantwortung für das Wohl eines Lebewesens. Und das nicht nur am Anfang, wenn das Tier klein und süss ist, sondern auch später und nicht selten bis zum Tod. Egal ob Katze, Hund oder Meerschweinchen. Die Anschaffung eines Tieres betrifft die ganze Familie und verändert den Alltag in vielen Bereichen. Die Entscheidung für oder gegen ein Haustier sollte daher im Familienkreis getroffen werden und keine spontane Handlung sein.

Wer sich für ein Tier entscheidet, der muss auch die nötige Zeit dafür aufbringen. Hunde müssen regelmässig raus, nicht nur vor die Tür, Katzen wollen unterhalten werden und auch die Pflege von Meerschweinchen und Co. ist nicht in wenigen Minuten erledigt. Auch Tiere haben Gefühle und brauchen Liebe und Zuneigung. Ausserdem passt nicht jedes Tier zu jedem Menschen. Um so wichtiger ist es, dass ein Tierhalter sich sein Tier selbst aussucht und nicht ein anderer die Entscheidung für ihn trifft. Ein ungeliebtes Tier merkt schnell, dass es nicht willkommen ist.

Auch darum will ich keine Katze. Seit vielen Jahren habe ich einen Vogel, das sagt man mir jedenfalls nach. Und dieser Vogel verträgt sich nun mal nicht mit einer Katze. Oder kennen Sie eine Geschichte zwischen «Miau» und «Pipip», die gut ausgegangen ist?