Gedanken

Kaspar Flückiger, Redaktor | Der Landanzeiger
Share on facebook
Share on whatsapp
Share on email
Share on print
Kaspar Flückiger Redaktor

Stresstest fürs Gemüt

Den November hätten wir schon mal geschafft. Nicht alle von uns kommen mühelos durch den nasskalten, dunklen Monat mit seinen ungemütlichen Zutaten: Kälte, Nässe und Wind; manchmal alles miteinander. Dann steckte uns der November auch noch tagelang unter einen grauen, trüben Hochnebeldeckel. Nein, der November ist wahrscheinlich für viele von uns nicht gerade der beliebteste Monat.

Oder wie es vergangene Woche eine Frau im Zug ihrer mitreisenden Freundin erklärte: «Der November ist der Stresstest fürs Gemüt!» Das fand ich derart zutreffend, dass ich ihr zunickte, obwohl man sich im öV normalerweise nicht in Gespräche anderer Leute einmischt. Nur allzu gerne hätte ich sie noch gefragt, ob denn der Dezember besser sei? Leider stiegen die Damen in St. Gallen aus und meine Fahrt führte alleine weiter Richtung Bodensee, wo ich mich mit einem guten Freund aus Salzburg traf.

Ihn fragte ich beim Mittagessen, was er von dieser Zeit Ende November, Anfang Dezember halte, wie er damit klarkomme? Natürlich litten sie auch in Salzburg unter dem Hochnebel, sagte er. Ihm mache das jedoch nicht viel aus. Sein Rezept: Raus an die Luft, rauf auf den Berg, an die Sonne, ans Licht!

Dann erzählt er: «Licht ins Dunkel» heisst in ganz Österreich seit über 40 Jahren eine grosse humanitäre Weihnachtsaktion des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Dieses Motto habe sich in die Seele der Österreicherinnen und Österreicher eingebrannt. Für ihn persönlich gelte «Licht ins Dunkel» ganz allgemein für die dunklen Wintermonate. Denn nebst Wärme sei Licht in dieser Zeit das allerbeste Mittel fürs Wohlbefinden. Und wenn man bei «Licht ins Dunkel » denjenigen im Land hilft, die Hilfe am nötigsten haben, dann sei dies ebenfalls gut fürs Gemüt.

Ob wir so eine Aktion in der Schweiz auch hätten in der Vorweihnachtszeit, fragt er mich dann. Nach einigem Nachdenken nicke ich: Doch, das gab es bei uns auch, bis vor einem Jahr. Bei uns, so erzähle ich ihm, hiess eine vergleichbare Aktion «Jeder Rappen zählt!». Daraufhin müssen wir beide lachen und er scherzt: «Das ist ja mal wieder typisch Schweiz, immer gehts bei Euch ums Geld!»

In diesem Sinne: Bringen Sie Licht ins Dunkel, für sich selbst und für andere, öffnen Sie Ihr Herz – und wenn Sie mögen, auch den Geldbeutel für Menschen in Not – und kommen Sie gut durch die Vorweihnachtszeit!