Gedanken

Kaspar Flückiger, Redaktor | Der Landanzeiger
Share on facebook
Share on whatsapp
Share on email
Share on print
Kaspar Flückiger, Redaktor

Tanz den «Dis-Tanz»

Mein Freund Freddy erzählt mir vor ein paar Tagen, er habe jetzt aus dem Home Office via die Home Ostern direkt in die Home Ferien gewechselt – und dabei habe sich eigentlich nichts verändert, weil all das habe sich am selben Ort abgespielt: in seinen eigenen vier Wänden. Arbeiten, Ostern, Ferien.

Als Single ist er am vereinsamen. Keine Fahrt mit dem öV an den Arbeitsort. Keinen direkten Kontakt mehr mit Arbeitskollegen und Freunden. Kein gemeinsames Mittagessen, kein Vereinsleben und kein Stammtisch. Der Osterbrunch seiner Familie wurde abgesagt und die Ferien verbringt er auch zu Hause statt mit der Velogruppe auf einer Insel im Süden.

Das schmerzt, denn darauf hat sich Freddy besonders gefreut. Die Gruppe bucht diese Radsportwoche jedes Jahr. Längst seien daraus Freundschaften entstanden. Gebucht waren diese Veloferien schon seit Monaten. Sie wurden längst abgesagt. Die Ferien musste er trotzdem beziehen, seine Firma bestand darauf. Zum Glück ist Freddy eine Frohnatur. Trübsal blasen ist nicht sein Ding. Er versucht sich mit Tagesausflügen und mit Besuchen bei Freunden bei Laune zu halten. Wie richtige Ferien fühle sich das jedoch überhaupt nicht an, erzählt er mir beim Bier, das wir irgendwo am Waldrand aus mitgebrachten Dosen trinken, in zwei Metern Corona-Abstand natürlich. Nur beim Prost verkürzen wir diese Distanz.

Dann schwingen wir uns wieder aufs Rad, er mit dem Rennrad in diese Richtung, ich mit dem E-Bike in die andere. Auf der Heimfahrt denke ich noch lange über Freddy nach und dass wir in diesen Zeiten nicht nur an die Seniorinnen und Senioren, sondern auch an jene denken sollten, die alleine sind.

Unterwegs fällt mir ein, dass ich noch einkaufen sollte. Beim Grossverteiler in Unterentfelden halte ich an. Zu meiner Freude schaffe ich es beim Eingang zum ersten Mal seit Wochen, dass das Desinfektionsmittel tatsächlich auf den Händen und nicht auf meinen Kleidern landet. Aber dann kommt es in der Frischgemüse-Abteilung zu einem Stau. Die Einhaltung der bundesrätlich geforderten Abstände ist hier kurzzeitig nicht möglich. Alle bemerken wir das, reagieren besorgt und versuchen, uns tänzelnd in die Zwei-Meter-Distanz zu manövrieren – bis es uns bewusst wird und wir alle zu Lachen anfangen.

Wieder zu Hause fällt mir auf, dass das Wort «Tanz» im Wort «Distanz» vorkommt. Ich befürchte, wir tanzen noch ein Weilchen den «Sozialen Dis-Tanz»