Gedanken

Sarah Künzli Redaktorin | Der Landanzeiger
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Sarah Künzli – Redaktorin

Von Hunden, Katzen und Menschen

Sind Sie eher ein Katzen- oder ein Hundemensch? Selbst mit Katzen aufgewachsen, war ich bis vor einigen Jahren überzeugt davon, ein Katzenmensch zu sein. Und doch bin ich heute glückliche Hundehalterin. Also bin ich doch ein Hundemensch?

Ich freute mich sehr, als eine gute Freundin mir erzählte, dass sie in die Ferien reisen würde. Meine Freude war deshalb so gross, weil ich jeweils auf ihre beiden Katzen aufpassen darf. Nach einem anstrengenden Arbeitstag mit anschliessendem Hundetraining mache ich mich auf zu den beiden Katzen. Füttern, Katzenklo säubern, fertig. Ich geniesse die Selbstständigkeit der beiden Samtpfoten. Sie holen sich einfach, was sie brauchen – ihren Egoismus bewundere ich. Also bin ich doch ein Katzenmensch?

Doch dann kommts. Dem Kater muss ich nämlich noch sein Medikament verabreichen. Einfach so nehmen will er nicht. Unters Futter gemischt, isst er drumherum. Ihm die Medizin auf die Zunge gelegt, spuckt er sie aus. Ich greife also zur Geheimwaffe eines jeden Haustierbesitzers: dem Brotaufstrich «Le Parfait». Doch einmal daran geschnuppert, dreht er sogar «Le Parfait» den Rücken zu. Eine Katze lässt sich eben nichts befehlen. So schön auch die Selbstständigkeit von Katzen ist, ihre Sturheit kann die Hölle sein. In diesem Moment sehne ich mich nach meinem Hund, der spätestens nach einem «Nimm’s» seine Medizin freudig geschluckt hätte.

Es vergehen Stunden, dann höre ich endlich ein erlösendes Schmatzen. Der Kater war also doch so gnädig und leckt das «Le Parfait» samt Medikament auf. Ich seufze erleichtert und freue mich, dass ich nun nach Hause kann. Dort empfängt mich natürlich mein Hund, der die Stunden meiner Abwesenheit genutzt hat, um wieder Energie zu tanken. Nun will er unbedingt mit mir spielen. Erwartungsvoll wirft er mir sein Spielzeug vor die Füsse. Mein Partner betritt den Raum, sieht mir ganz offensichtlich die Erschöpfung an, nimmt das Hundespielzeug und beginnt mit dem Hund zu spielen. «Setz dich doch erstmal hin», sagt er verständnisvoll.

Egal ob Hunde oder Katzen, unsere Haustiere können manchmal richtig anstrengend sein. Und doch geben sie uns so viel. Das Beste ist dann aber, wenn man neben all dem auch auf die Unterstützung eines liebenden Menschen zählen kann.