Gedanken

Kaspar Flückiger, Redaktor | Der Landanzeiger
Share on facebook
Share on whatsapp
Share on email
Share on print
Kaspar Flückiger, Redaktor

Was wäre die Schweiz ohne seine 65’000 km Wanderwege?

Ja, die Schweiz! Schon Jahre vor «Corona» habe ich meine Ferien am liebsten in unserem Land verbracht. Obwohl einzig das Meer fehlt, haben wir das grosse Glück, in einem der schönsten Länder der Welt zu wohnen. Unsere Landschaft ist eine einzige, riesengrosse und prächtige Postkarte. Und wir leben mittendrin.

Vor ein paar Jahren wanderten wir von zu Hause aus quer durch diese Postkarte ins Toggenburg, wo Verwandte wohnen. Dieser Moment, als wir mit Wanderschuhen, Rucksack und Hund die Haustüre abschlossen und losmarschierten, werde ich nie vergessen. «Jetzt sind wir bereits in den Ferien», frohlockte ich schon nach wenigen Schritten meiner Frau zu, unser Daheim noch in Sichtweite. Die Ferien begannen direkt vor der Haustüre, wir mussten nicht erst stundenlang zu einem Ferienort fahren oder gar fliegen.

Das Toggenburg haben wir auch ohne Ortskenntnis gefunden. Denn die Schweiz hat ein dichtes Netz an Wanderwegen, auf denen man durchs ganze Land wandern kann. Immer den gelben Schildern nach. Das Netz umfasst sagenhafte 65’000 Kilometer. Ein solches Wanderwegnetz ist einzigartig in der Welt. Zum Vergleich: das Schweizer Radwegnetz misst 3337 beschilderte Kilometer.

Dies ist nur möglich, dank dem Verein Schweizer Wanderwege und seinen 26 kantonalen Sektionen. Wenn Sie einmal umblättern, finden sie auf Seite 5 eine wunderbare Reportage von Sandra Bruhin vom Verein Aargauer Wanderwege. Sie hat den Routenbetreuer Valentin Schmid einen Tag lang auf seiner Tour begleitet. Der Aarauer ist einer von 85 ehrenamtlichen Helfern, die allein im Aargau dafür sorgen, dass alle gelben Markierungen am richtigen Ort sind, alle Wegweiser gut im Schuss sind (und in die richtige Richtung zeigen) und dass wir schlussendlich eine Woche später auch tatsächlich im Toggenburg landen.

Wegen «Corona» wanderten wir auch dieses Jahr oft von zu Hause aus. Und wir staunten! Das Ruedertal ist ja der «Hammer» – wild, abgelegen und hügelig fast wie das Emmental – herrlich! Aber auch die Wanderung von Kölliken über die Hügel nach Zofingen oder die Tour über den Wannenhof zum Schloss Liebegg bot landschaftliche Schönheiten, da muss man gar nicht meilenweit per Auto irgendwo hinfahren.

Und weil auch das Schweizer Radwegnetz super ist, werden wir hoffentlich noch viele Jahre tolle Touren und schöne Ferien in unserem Land erleben, egal ob zu Fuss oder mit dem Velo.