Gedanken

Kaspar Flückiger, Redaktor | Der Landanzeiger
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Kaspar Flückiger, Redaktor

Wenn aus Schöftland Schottland wird

Die heutigen Computer erleichtern uns das Leben ungemein – aber manchmal sind sie auch richtig gemein: So korrigieren sie automatisch und einfach so Wörter, die wir gerade am Schreiben sind. Mein Laptop zum Beispiel macht folgendes: schreibe ich «Schöftland», korrigiert er es postwendend auf «Schottland». Manchmal merke ich es nicht und dann meldet sich unser rasender Reporter und fragt: Willst Du mich jetzt allen Ernstes nach Schottland schicken, um dort ein paar Fotos von der schönen Landschaft zu machen? Will ich nicht.

Oder letzte Woche: Da bat ich per Mail die Gemeindekanzlei Schöftland, uns ein aktuelles Gruppenfoto vom Gemeinderat zu schicken. In der Betreff-Zeile des Mails stand dann: «Bitte um ein Bild des Gemeinderats Schottland». Zum Glück hat uns der Gemeindeschreiber dann doch ein Bild des Schöftler Gemeinderats geschickt.

Weil die Autokorrektur längst auch auf unseren Smartphones ihr Unwesen treibt und zwar nicht nur bei Ihnen und bei mir, gibt es bereits Bücher mit Sammlungen der lustigsten Autokorrektur-Fehlern. Drei Bände sind bisher erschienen.

Zum schreien komisch ist diese Auflistung, was die Autokorrektur anderen Menschen schon für Streiche gespielt hat. Wenn es einen nicht selber betrifft, dann kann man sich köstlich amüsieren darüber, dass aus «Eleganz» plötzlich «Elefant» wird («Schatz, bewegst du deinen Elefanten Körper heute zu mir?»), oder wenn Dir jemand schreibt: «wie wärs mit Karaoke?» und Du antwortest: «oh ja, ich liebe Karola», worauf drei Fragezeichen zurückkommen und Du merkst: «upps, nein: K a r a o k e!»

Eigentlich wäre es ganz einfach: Man kann die Autokorrektur ausschalten. Egal ob Texte und Mails auf dem Computer, SMS oder WhatsApp auf Smartphones, egal welches Betriebssystem: das Internet ist voll von Beschreibungen, wie man die Autokorrektur wieder los wird.

Aber will ich das? Obwohl ich mich oft darüber ärgere, läuft die Autokorrektur immer noch auf all meinen Geräten, beruflich und privat, munter weiter. Im besten Fall bewahrt sie mich tatsächlich vor echten Schreibfehlern und anderenfalls im zweitbesten Fall für den einen oder anderen Lacher beim Empfänger (aus «Flückiger» wird «Flockingen»).

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen bei der Lektüre unserer Sonderseiten über Schottland auf den Seiten 16 bis 19 viel Vergnügen.