Gedanken

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Raphael Nadler, Chefredaktor

Wir wollen ohne Staatshilfe erfolgreich sein

Entspannt blicken wir Macherinnen und Macher des «Landanzeigers» dem Abstimmungstermin über das Medienpaket entgegen. Für uns ändert sich weder bei einem Ja noch einem Nein etwas. Der «Landanzeiger», aber auch alle anderen Gratiswochenzeitungen im Land, profitieren nämlich nicht vom Medienpaket, aus dem in den nächsten sieben Jahren jährlich 180 Millionen Franken an die verschiedensten Medien ausgeschüttet werden sollen.

Der «Landanzeiger» gehört zu der Art Medien, die zwar von den Verlegern und den Journalisten der «richtigen Zeitungen» immer belächelt, aber auch gehasst werden. Der Grund: Wir Gratiszeitungen erreichen die meisten Haushalte.

Diese Feststellung mag banal klingen, gewinnt aber immer mehr an Bedeutung. Im Gegensatz zu den Bezahlzeitungen, die stetig Abonnenten verlieren und dünner, aber teurer werden, sorgen Zeitungen wie der «Landanzeiger » dafür, dass lokale Informationen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport in jeden Haushalt der Region gelangen. Gratis.

Kostenlos ist das Verteilen der Gratismedien durch die Post verständlicherweise nicht. Während die Bezahlzeitungen bereits seit 1849 vom Staat indirekte Presseförderung, in Form von vergünstigter Zustellung der Zeitungen, erhalten, wurde der Tarif für den «Landanzeiger» per 1. Januar 2022 zusätzlich erhöht. So bezahlen wir in diesem Jahr über 450’000 Franken an Zustellgebühren, damit Sie, liebe Leserinnen und Leser, den «Landanzeiger » am Donnerstag oder Freitag im Briefkasten haben. Wollten wir, dass unsere Zeitung fix am Donnerstag zugestellt wird, müssten wir zusätzlich über 50’000 Franken hinblättern. Medienförderung sieht anders aus.

Wir wollen nicht jammern und schon gar nicht um Geld betteln. Unser Ziel mit dem «Landanzeiger» muss es sein, mit unserem stetig angepassten Geschäftsmodell erfolgreich Geld zu verdienen. Schaffen wir das nicht mehr, werden wir vom Markt bestraft, verdrängt und als Gratismedium eher früher als später eingestellt. Überleben wir weiter, ist es nicht dank der Unterstützung des Staates, sondern weil wir unsere Zeitung so gut machen, dass Inserenten und Leserschaft sie schätzen und unterstützen. Das ist unser grosses Ziel, schon seit über 111 Jahren.