Der Suhrer Gemein­der­at unter der Leitung von Gemein­deam­mann Mar­co Genoni (SP, im Bild) möchte eigen­ständig bleiben. Er schlägt deshalb den Stimm­berechtigten an der Lands­ge­meinde vor, sich aus dem  Pro­jekt Zukun­ft­sraum Aarau zu ver­ab­schieden (Bilder: ran/zVg)

Zukun­ft­sraum Aarau

Gemeinderat Suhr gegen Fusion mit Aarau

25. März 2020 | News 2

Der Gemein­der­at Suhr möchte sich nicht weit­er am Pro­jekt Zukun­ft­sraum Aarau beteili­gen. Deshalb schlägt er den Stimm­berechtigten an der Lands­ge­meinde im Juni vor, sich aus dem Pro­jekt zu ver­ab­schieden und eigen­ständig zu bleiben.

«Unsere Gemeinde ist gut aufgestellt und der Gemein­der­at gewicht­en die Chan­cen der Eigen­ständigkeit höher als die neuen Möglichkeit­en nach ein­er Gross­fu­sion», sagt Mar­co Genoni, Gemein­de­präsi­dent von Suhr. «Wir haben zurzeit kurze Entschei­dungswege, eine Nähe zu den Bürg­ern, zur Ver­wal­tung und ein gut funk­tion­ieren­des Vere­insleben. Nach ein­er Fusion befürcht­en wir, dass das soziale Engage­ment der Bevölkerung in ver­schiede­nen Bere­ichen nach­lassen kön­nte.» Die umfan­gre­ich und sorgfältig erstellte Analyse hät­ten gezeigt, dass eine Fusion möglich, aber auch mit Nachteilen ver­bun­den wäre. Deshalb möchte der Gemein­der­at von Suhr auf die Fusion mit Aarau, Dens­büren und Ober- und Unter­ent­felden verzicht­en. Das schlägt er den Stimm­berechtigten der Lands­ge­meinde vom 20. Juni vor. Die möglichen Vorteile ein­er Fusion wür­den die Auf­gabe der Eigen­ständigkeit aber nicht recht­fer­ti­gen, ist der Gemein­der­at überzeugt. «Die Gemeinde Suhr, mit ihren über 10’000 Ein­wohn­ern, ver­füge über genü­gend eigene Stärken, um ihre Auf­gaben auch in Zukun­ft eigen­ständig zu erfüllen», ist Gemein­deam­mann Genoni überzeugt.

Finanzen als gross­er Vorteil
Allerd­ings gebe es dur­chaus auch Punk­te, die für den Zusam­men­schluss sprechen: «Wenn wir zum Beispiel das Finanzielle anschauen, wäre eine Fusion mit den anderen Gemein­den von Vorteil», sagt Mar­co Genoni. «Wir wer­den dies den Stimm­berechtigten in unser­er Botschaft auch offen aufzeigen.»

Das Nein von Suhr kommt nicht nur in Aarau nicht gut an, auch die Gemein­deam­män­ner von Ober- und Unter­ent­felden sind ent­täuscht. «Ich bin ent­täuscht, aber eigentlich nicht über­rascht», sagt Markus Bircher aus Ober­ent­felden. «Es wäre der Sache dien­lich gewe­sen, wenn sich der Suhrer Gemein­der­at zu einem Ja hätte durchrin­gen kön­nen.»

Markus Bircher ist weit­er­hin vom Pro­jekt Zukun­ft­sraum überzeugt, auch in kleiner­er Zusam­menset­zung. «Der Antrag des Suhrer Gemein­der­ats über­rascht mich», saht Heinz Lüsch­er aus Unter­ent­felden. «Er wird wohl auch bei uns die Diskus­sio­nen über den kün­fti­gen Weg bee­in­flussen.» Auch Aaraus Stadt­präsi­dent Hanspeter Hil­fik­er ist ent­täuscht: «Wir haben gewusst, dass der Gemein­der­at nicht ein­heitlich ist», so Hil­fik­er. «Ich hoffe, dass  das Volk anders entschei­den als der Gemein­der­at.»

Fusion aus der Stärke her­aus
Roger Mey­er, Gemein­deam­mann von Dens­büren, bedauert den Entscheid des Suhrer Gemein­der­ats eben­falls sehr: «Der Zen­trum­sraum ist eine gute Sache, denn alle beteiligten Gemein­den kön­nen aus der Stärke her­aus fusion­ieren, nicht weil sie müssen.»

Auf­grund der momen­ta­nen Sit­u­a­tion kön­nen die anderen am Pro­jekt beteiligten Gemein­den ihre Stoss­rich­tung noch nicht bekan­nt geben. Sie hat­ten noch gemein­same Sitzun­gen geplant, dür­fen diese aber zurzeit nicht abhal­ten und auch Infover­anstal­tun­gen sind unter­sagt.

35’000 statt 45’000 Ein­wohn­er
Ein Nein von Suhr ist nicht gle­ichbe­deu­tend mit dem Ende des Zen­trum­sraums Aarau. Eine Fusion von Aarau mit Dens­büren, Ober- und Unter­ent­felden ist weit­er­hin möglich. Das neue Gebilde hätte dann aber statt 45’000 Ein­wohn­er nur noch knapp 35’000 Ein­wohn­er. Diesen Som­mer wer­den auch die anderen Gemein­den Farbe beken­nen. An den Gemein­de­v­er­samm­lung und im Aarauer Ein­wohn­errat wird über die mögliche Gross­fu­sion abges­timmt. Weit­er ist geplant, dass 2021 die Stimm­berechtigten über die Fusionsverträge abstim­men kön­nten und die neue Stadt am 1. Jan­u­ar 2026 starten würde.

RAN