Gemeindezusammenschlüsse

Von | 11. Juli 2018 | Gedanken

Nach­dem seit ger­aumer Zeit im Gross­raum Aarau über die Gemein­dezusam­men­schlüsse rege disku­tiert wird, hat nun auch im Bezirk Zofin­gen eine dies­bezügliche Debat­te einge­set­zt. In die Debat­te involviert sind Leute, die die Sach­lage ken­nen. Nun mis­chen sich aber auch Leute ein, die offen­sichtlich die betrof­fe­nen Gemein­den und deren Infra­struk­tur und vor allem die Geschichte dahin­ter zu wenig respek­tieren. Disku­tieren kann man über alles, aber man sollte dann schon die Zusam­men­hänge ken­nen. In Diskus­sion ste­ht eine Gemeinde, die sich von Safen­wil und Köl­liken über das Uerken- und Suhrental hin­wegzieht. 10 Gemein­den sollen nach diesem Mod­ell let­ztlich noch eine bilden. Noch in bester Erin­nerung ist die Ablehnung des Zusam­men­schlusses zwis­chen Zofin­gen und Uerkheim. Nun kom­men plöt­zlich wieder neue Pläne auf den Tisch. Ich bin in Uerkheim aufgewach­sen und nun bere­its 24 Jahre beim Lan­danzeiger tätig. Ich kenne die Region dem­nach sehr gut. Ich warne davor, nun ein­fach die Glarn­er Lösung als Wun­der­lö­sung her­anzuziehen. Jede Region hat bekan­ntlich eigene, gewach­sene Struk­turen und jede Region ist wieder anders aufgestellt. Ich meine, dass die Gemein­den im Suhren- und Uerken­tal ihre Hausauf­gaben gemacht haben und mit ihren Nach­barge­mein­den gut zusam­me­nar­beit­en. In den Gemein­den wurde bere­its einiges zusam­men­gelegt und der Sparhebel wurde da und dort wo es Sinn macht ange­set­zt. 

Haben sich diese Her­aus­posauner eigentlich ein­mal die Mühe gemacht, die Steuer­füsse der auf dem Papi­er zur Diskus­sion ste­hen­den 10 Gemein­den unter die Lupe zu nehmen? Eine alte Weisheit besagt, dass zwei arme keine reiche Gemeinde ergeben. Die aktuellen Steuer­füsse der betr­e­f­fend­en Gemein­den ergeben eher ein tristes Bild. Von diesen zehn Gemein­den haben deren acht Steuer­füsse von 110 und mehr Prozen­ten. Dass man da infolge Zusam­men­le­gun­gen plöt­zlich wesentlich tiefer käme, ist kaum denkbar. Tat­sache ist näm­lich, dass dieses Gebilde auss­chliesslich von Landge­mein­den mit rel­a­tiv hohen Infra­struk­turkosten gebildet würde. Wieso denken jene Leute, die nun so mod­ern sein wollen, nicht über die Bezirks- oder gar die Kan­ton­s­gren­ze hin­aus? Tat­sache ist doch, dass sich im Suhrental mit Schöft­land eine Zen­trums­ge­meinde gebildet hat, die heute schon ver­schiedene Funk­tio­nen für andere Gemein­den (etliche aus dem Bezirk Zofin­gen, aber auch solche von Kulm) ausübt und für etliche Gemein­den heute schon das Schulzen­trum ist. Solange der Kan­tön­li- und offen­bar auch der Bezirks­geist in der Schweiz grassiert, sind wir noch nicht reif für inno­v­a­tive Lösun­gen. Zusam­men­schlüsse sollen let­zlich auch den Bewohn­ern etwas brin­gen. Das gut funk­tion­ierende regionale Zivil­stand­samt in Schöft­land ist ein pos­i­tives Beispiel, dass man auch über die Bezirks­gren­zen hin­aus denken sollte. Das gilt übri­gens auch für den Gross­raum Aarau.