Mari­an­ne Wehr­li, LL.M Rechts­an­wäl­tin

Gilt die Kündigung?

Von | 6. Juni 2018 | Rat­ge­ber Recht

FRAGEIch hat­te die­ses Jahr mit ver­schie­de­nen gesund­heit­li­chen Pro­ble­men zu kämp­fen und fehl­te anfangs April zwei Wochen. Am 9. Tag mei­ner krank­heits­be­ding­ten Abwe­sen­heit erhielt ich die Kün­di­gung von mei­nem Chef auf Ende Juni. Die­se Kün­di­gung reg­te mich so auf, dass ich mei­nem Chef am ersten Tag nach mei­ner Gene­sung mei­ne eige­ne Kün­di­gung hin­leg­te. Mitt­ler­wei­le sind mir Zwei­fel gekom­men. Ist mei­ne Kün­di­gung über­haupt gül­tig so kurz nach mei­ner Krank­heit und ver­län­gert sich die Kün­di­gungs­frist, wür­de ich jetzt noch ein­mal krank?

ANTWORTIhre Kün­di­gung ist wirk­sam, jene Ihres Chefs war es nicht. Eine Kün­di­gung ist nich­tig, also kom­plett unwirk­sam, wenn sie der Arbeit­ge­ber aus­spricht wäh­rend der Arbeit­neh­mer wegen Krank­heit, Unfall oder Mili­tär­dienst an der Arbeits­lei­stung ver­hin­dert ist. Sie ent­wickelt auch nicht auto­ma­tisch Wir­kung, sobald der Arbeit­neh­mer wie­der zur Arbeit erscheint. Der Arbeit­neh­mer darf das Arbeits­ver­hält­nis dage­gen auch unter sol­chen Umstän­den selbst kün­di­gen.

Bei einer eige­nen Kün­di­gung ver­län­gert sich die Kün­di­gungs­frist nicht im Fal­le von Krank­heit, Unfall, Mili­tär­dienst oder Schwan­ger­schaft son­dern endet mit Ablauf der ver­trag­li­chen oder gesetz­li­chen Frist. Ihre Kün­di­gung ist damit gül­tig und wird das Arbeits­ver­hält­nis unab­hän­gig von wei­te­ren Krank­heits­ta­gen auf Ende Juni auf­lö­sen.

Rechts­fra­gen kön­nen gestellt wer­den an:

Mari­an­ne Wehr­li, Rechts­an­wäl­tin, Lau­ren­zen­vor­stadt 79, Post­fach 4227, 5001 Aar­au
E-Mail: ratgeber@anwaltsbuero-wehrli.ch