Dr. Lorenz Strebel, Recht­san­walt und Notar

Grundbuchgebühr bei einer Erbteilung

Von | 8. August 2018 | Rat­ge­ber Recht

FRAGEZusam­men mit mein­er Schwest­er habe ich von mein­er Mut­ter zwei Mehrfam­i­lien­häuser geerbt. Es sind «Zwill­ing­shäuser», die unsere Mut­ter nach ihrer Schei­dung in den 1980er Jahren auf zwei Parzellen nebeneinan­der gebaut hat­te. Wir haben uns geeinigt, dass meine Schwest­er ein Haus übern­immt, ich das andere. Wir haben sel­ber einen ein­fachen Erbteilungsver­trag aufge­set­zt und die Unter­schriften auf der Gemeinde beglaubi­gen lassen. Den Teilungsver­trag habe ich dem Grund­buchamt geschickt, zusam­men mit den Steuer­w­erten. Nun ver­langt das Amt unter anderem je eine Verkehr­swertschätzung, um die Gebühr zu berech­nen. Reine Abzocke – dür­fen die das?

ANTWORTJa. Die Prax­is einiger Grund­buchämter, die Abgabe man­gels eines Verkehr­swerts auf­grund des rel­a­tiv mod­er­at­en steuer­lichen Verkehr­swerts zu berech­nen, erk­lärte das Ver­wal­tungs­gericht 2015 für unzuläs­sig: Wenn das Gesetz bei der Auflö­sung eines Gesamthand­ver­hält­niss­es vom «Wert der Gesamteigen­tum­san­teile» als Gebühren­ba­sis spreche, so bedeute dies «Mark­twert» und damit Verkehr­swert.

Nicht mass­ge­blich ist auch, auf was für interne Anrech­nungswerte sich die Erben eini­gen.

Wenn das Grund­stück z. B. nicht kurz vor dem Tod gekauft wurde (Nach­weis des Verkehr­swerts) und dann auch noch die Erbteilung nul­lkommaplöt­zlich erfol­gt, dann ist eine Verkehr­swertschätzung nötig. Also prak­tisch immer. Das gilt auch für die Gebühren­festle­gung bei der ver­traglichen Begrün­dung oder Auflö­sung ein­er Güterge­mein­schaft oder ein­er ein­fachen Gesellschaft.

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Dr. Lorenz Strebel, Recht­san­walt und Notar, Bahn­hof­s­trasse 86, Post­fach 4039,
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