Mela­nie Augst­bur­ger, MAS UZH in Real Estate

Hausschlüssel verloren – welche Fragen stellen sich?

Von | 18. April 2019 | Rat­ge­ber Immo­bi­li­en

FRAGE | Ich bin Mie­ter einer Woh­nung und habe vor ein paar Tagen einen mei­ner Haus­schlüs­sel ver­lo­ren. Die Schliess­an­la­ge wur­de vor rund zwei Jah­ren anläss­lich einer Sanie­rung der Lie­gen­schaft kom­plett ersetzt. Heu­te fand der Woh­nungs­ab­ga­be­ter­min statt. Die Ver­wal­tung teil­te mir mit, dass ich den Ersatz des Schlos­ses samt Schlüs­sel­satz gemäss Woh­nungs­über­ga­be­pro­to­koll (d. h. vier Schlüs­sel) zu bezah­len habe. Ich fin­de dies unver­hält­nis­mäs­sig und möch­te höch­stens den ver­lo­re­nen Schlüs­sel auf mei­ne Kosten erset­zen las­sen. Wel­che Fra­gen stel­len sich in einem sol­chen Fall?

ANTWORT | Grund­sätz­lich wird jeder Schlüs­sel mit einer Num­mer ver­se­hen. Ein Schlüs­sel­satz mit vier Schlüs­sel ist nur kom­plett, solan­ge der Satz die Schlüs­sel mit den Num­mern 1, 2, 3 und 4 umfasst. Ist bei­spiels­wei­se der Schlüs­sel mit der Num­mer 3 ver­lo­ren gegan­gen, weist der nach­be­stell­te Schlüs­sel die Num­mer 5 auf. Wür­den Sie in eine Woh­nung zie­hen, wenn der Ver­wal­ter Ihnen anläss­lich der Woh­nungs­über­ga­be vier Haus­schlüs­sel mit den Bezeich­nun­gen 1, 2, 4 und 5 über­gibt? Für einen Gross­teil wäre die­se Situa­ti­on ver­mut­lich unbe­frie­di­gend. Der Gedan­ke, dass sich irgend­wo ein wei­te­rer Schlüs­sel zur eige­nen Woh­nung befin­den könn­te – womög­lich gar noch beim Vor­mie­ter – ist stö­rend. In den Miet­ver­trä­gen hält der Ver­mie­ter des­halb übli­cher­wei­se fest, dass er berech­tigt ist, Schlüs­sel und Schloss resp. die Schliess­an­la­ge auf Kosten des Mie­ters zu erset­zen.

Wenn der Schlüs­sel nach­weis­lich nicht mehr miss­bräuch­lich ver­wen­det wer­den kann, dann kann sich ein Ersatz hin­ge­gen erüb­ri­gen. Eine sol­che Situa­ti­on liegt bei­spiels­wei­se vor, wenn der Schlüs­sel zer­bro­chen ist und die Ein­zel­tei­le vor­ge­legt wer­den kön­nen. 

Wie ist zu ver­fah­ren, wenn der Schlüs­sel angeb­lich im Aus­land ver­lo­ren ging? Da tei­len sich die Mei­nun­gen. Ver­schie­dent­lich stel­len sich die Mie­ter resp. deren Haft­pflicht­ver­si­che­run­gen auf den Stand­punkt, dass ein Miss­brauch unwahr­schein­lich und eine Aus­wechs­lung von Schloss und Schlüs­sel unver­hält­nis­mäs­sig ist. Sol­che Behaup­tun­gen müs­sen von Fall zu Fall über­prüft wer­den.

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