Dr. Lorenz Strebel, Recht­san­walt und Notar

Hausverkauf mit BVG-Verlust

Von | 20. Sep­tem­ber 2018 | Rat­ge­ber Recht

FRAGE | Mein Mann und ich kauften vor fünf Jahren ein Ein­fam­i­lien­haus. Den Kauf­preis finanzierten wir mit ein­er Hypothek, Erspartem sowie Geldern der Pen­sion­skasse (PK) meines Mannes. Dann ver­lor er seinen Job. An sein­er neuen Stelle ver­di­ent er viel weniger. Wir haben noch drei kleine Kinder und kön­nen uns nun die Bankzin­sen nicht mehr leis­ten. Die Bank macht Druck; wir müssen das Haus verkaufen und in eine Miet­woh­nung ziehen. Nie­mand will uns so viel zahlen, dass wir ohne Ver­lust verkaufen kön­nten (Hypothek, BVG-Vor­bezug und Eigen­mit­tel). Beim anste­hen­den Verkauf ver­lieren wir nicht nur das Ersparte, son­dern lösen auch weniger als der PK-Vor­bezug aus­macht. Wenig­stens kön­nen wir die Hypothek zurück­zahlen. Muss mein Mann der Pen­sion­skasse trotz­dem den ganzen, früher bezo­ge­nen Betrag zurück­zahlen? Das kön­nten wir uns schlicht nicht leis­ten.

ANTWORT | Nein. Wenn aus dem Kauf­preis nicht der ganze Wohneigen­tums-Vor­bezug zurück­bezahlt wer­den kann, dann beschränkt sich die Rück­zahlungspflicht auf den «Erlös».

Als Erlös gilt bei BVG-Vor­bezü­gen der Verkauf­spreis abzüglich der hypothekarisch gesicherten Schulden sowie der dem Verkäufer vom Gesetz aufer­legten Abgaben.

Eigen­mit­tel müssen Sie somit nicht zur Aus­gle­ichung des aus dem Verkauf resul­tieren­den BVG-Ver­lusts ein­schiessen.

Rechts­fra­gen kön­nen gestellt wer­den an:

Dr. Lorenz Strebel, Recht­san­walt und Notar, Bahn­hof­s­trasse 86, Post­fach 4039, 5001 Aarau, E-Mail: kontakt@strebel-recht.ch