Geht in Pen­sion: Heinz Wölfli war fast 40 Jahre lang Gemein­de­schreiber in Reit­nau (Bild: ran)

Dien­stäl­tester Gemein­de­schreiber der Region geht in Pen­sion

Heinz Wölfli tritt im 40. Jahr als Schreiber ab

12. Feb­ru­ar 2020 | News

Die Gemeinde Reit­nau muss einen neuen Gemein­de­schreiber suchen. Zum ersten Mal seit 40 Jahren: Heinz Wölfli (63½) geht vorzeit­ig in Pen­sion. Der 31. Mai ist sein let­zter of-fizieller Arbeit­stag.

Als Heinz Wölfli am 1. Dezem­ber 1980 die Stelle auf der Gemein­de­v­er­wal­tung in Reit­nau antrat, dachte er nicht, dass er auch 40 Jahre später  noch hier arbeit­en würde. Nun geht er trotz­dem vorzeit­ig in Pen­sion.

«Ich möchte ein­er neuen Gemein­de­schreiberin oder einem neuen Gemein­de­schreiber die Möglichkeit geben, sich einzuar­beit­en, bevor in einein­halb Jahren die Leg­is­latur zu Ende ist und Gesamterneuerungswahlen anste­hen», sagt Heinz Wölfli. «Zudem ist die Fusion zwis­chen Reit­nau und Attel­wil vol­l­zo­gen und es läuft alles gut.»

Wäre gerne Fuss­ball­profi oder Lehrer gewor­den
Der gebür­tige Attel­wiler diente in den fast 40 Jahren nur ger­ade fünf ver­schiede­nen Ammän­nern. «Das ist ein Glück, das nicht allen Gemein­de­schreibern zuteil wird», sagt Wölfli. Er  wäre eigentlich gerne Fuss­ball­profi oder Lehrer gewor­den, gibt er offen zu, «doch ich habe bald gemerkt, dass ich sportlich nicht zu Höherem berufen bin». So absolvierte er eine KV-Lehre auf der Gemeinde Muhen und spielte weit­er in sein­er Freizeit Fuss­ball. Er brachte es beim SC Schöft­land in die erste Mannschaft und spielte in der 2. Liga. Heute ist er oft auf dem Velo unter­wegs und spielt gerne Ten­nis, zudem geniesst er auch das eine oder andere Volksmusikkonz­ert.

Über 170 Trau­un­gen vol­l­zo­gen
In den ver­gan­genen Jahren hat Heinz Wölfli einiges erlebt, zumal er während vie­len Jahren auch Betrei­bungs- und Zivil­stands­beamter war, bis diese in Schöft­land region­al­isiert wur­den. 

«Ein Bräutigam aus Aarau hat­te den Ring für die Hochzeit zu Hause vergessen und musste zurück­fahren, nicht unbe­d­ingt zur Freude der Braut und der Hochzeits­ge­sellschaft», erin­nert er sich. «Das Braut­paar tauschte einige Net­tigkeit­en aus und es fie­len auch nicht druck­reife Wörter.» Nach rund einein­halb Stun­den habe die Trau­ung dann doch noch stattge­fun­den. «Und das Paar hat Ja gesagt und sich im Anschluss innig geküsst.» Bei den über 170 von ihm getätigten Trau­un­gen bleibt ihm eine ganz speziell in Erin­nerung: «Die Braut ver­langte eine Bedenkzeit vor dem Ja, ging raus und kam nach 20 Minuten wieder.» Auch hier sei es danach wie geplant – mit einem Ja – weit­erge­gan­gen. Heinz Wölfli kön­nte noch unzäh­lige «Müsterchen» aus seinem All­t­ag erzählen. «Die Abwech­slung in diesem Beruf macht wirk­lich Spass», sagt Wölfli, «kein Tag ist wie der andere». Neb­st dem Kon­takt mit der Bevölkerung schätzt er auch die Zusam­me­nar­beit mit den Angestell­ten der Gemeinde und mit dem Gemein­der­at sehr.

Bere­it für ein Aushil­f­spen­sum
Nach 39 Jahren und 6 Monat­en been­det Heinz Wölfli nun seine Arbeit in Reit­nau. «Ich kann mir ein Pen­sum von rund 20 bis 30 Prozent in ein­er beruf­sähn­lichen Tätigkeit vorstellen», blickt er in die Zukun­ft. Dies aber erst, nach­dem er in den Monat­en Juni und Juli mal «richtig Ferien» gemacht hat.

RAN