Profis sichern sich beim Win­ter­schnitt an hohen Bäumen  (Bild: zVg)

Tipps der Gar­tenbau-Profis

Höchste Zeit für den «Win­ter­schnitt» – lassen Sie die Profis ans Werk

Von | 8. März 2018 | Bauen & Wohnen

Die Gar­ten­bauer unserer Region haben momentan alle Hände voll zu tun: Die Zeit des Win­ter­schnitts an Bäumen und Sträu­chern ist da. Um diesen qua­li­fi­ziert auszuführen, braucht es einige Fach­kennt­nisse. Oder man lässt die Profis ran. Die Win­ter­mo­nate werden gerne genutzt, um im Garten das einzukürzen, was über den Sommer zu gross geworden ist. Wer recht­zeitig mit einem regel­mäs­sigen Rückschnitt beginnt, kann die gewünschte Grösse besser kon­trol­lieren und einen har­mo­ni­schen und sta­bilen Wuchs bewahren.

Gehölz­vor­lieben beachten

Unsere Gehölze haben unter­schied­liche Vor­lieben, was die Art des Schnitts und den idealen Zeit­punkt betrifft. Die meisten Obst­ge­hölze werden von Januar bis Mitte März bei nicht zu tiefen Tem­pe­ra­turen geschnitten. Der Schnitt sommerblühender Sträu­cher erfolgt vor dem Frühjahr, der von frühblühenden Sträu­chern erst nach der Blüte. Bei den meisten Laub­bäumen bietet sich ein Schnitt nach dem Laub­fall bis spä­tes­tens Mitte März oder ein Som­mer­schnitt ab Ende Juli bis August an. Zier­bäume wie Fel­sen­birnen, Magno­lien oder Blütenhartriegel werden nicht geschnitten, son­dern meist nur aus­ge­lichtet.

Erziehen, auf­bauen, erhalten

Im Jung­sta­dium eines Obst­ge­hölzes erfolgt der Erzie­hungs­schnitt. Sein Ziel es ist, das art­ty­pi­sche Grundgerüst des Baumes zu formen. Hierzu werden neben dem Mit­tel­trieb in der Regel drei bis vier Triebe aus­ge­wählt, die sich kräftig ent­wi­ckeln und später Früchte tragen sollen. Triebe, die nach innen wachsen, zu steil oder überzählig sind, sollte man an der Basis abschneiden.

Der Aufbau- bzw. Erhal­tungs­schnitt erhält und bewahrt die Kro­nen­form. Hierbei ent­fernt man überkreuzende und rei­bende Äste sowie Tot­holz. Sei­ten­triebe werden auf ein nach aussen gerich­tetes Auge geschnitten oder auf einen günstig ste­henden, unter­ge­ord­neten Sei­tenast abge­leitet. Je waa­ge­rechter der Zweig, desto mehr Ertrag bringt er. Bei Kern- und Stein­obst gelten unter­schied­liche Schnitt­prin­zi­pien. Sie betreffen einmal den Schnitt­zeit­punkt, aber auch die Art des Schnitts, denn teils tragen sie am ein-, teils am mehr­jäh­rigen Holz.

Wird bei der Ernte fest­ge­stellt, dass die Früchte nicht gross und schön aus­ge­färbt sind, ist es Zeit für den Frucht­schnitt. Bei grös­seren Erträgen senken sich die Frucht- und Sei­ten­äste in Bogen­form so stark ab, dass sie nur noch begrenzt ernährt werden. Dies min­dert die Qua­lität des Obstes.

Daher werden diese Ast­bögen kurz hinter einer neu gebil­deten Fruch­tast­ver­län­ge­rung abge­schnitten.

Das Ziel ist die natürliche Form

Bei den meisten Sträu­chern wird ein Aus­lich­tungs­schnitt vor­ge­nommen. Hierbei werden ver­trock­nete, nach innen wach­sende, sich kreu­zende oder auf dem Boden lie­gende Äste ent­fernt und ver­greistes Holz an der Basis her­aus­ge­schnitten. Ast­par­tien im oberen Bereich sind dort zu ent­fernen, wo sie sich ver­zweigen. Da der Strauch nur aus­ge­lichtet, an den Spitzen aber nicht geschnitten wird, erhält er eine natürliche, har­mo­ni­sche Form. Genau das ist das Ziel des Win­ter­schnitts.

Eine kleine Knos­pen­kunde

Bei man­chen Bäumen, bei­spiels­weise Ahorn und Esche, sind die Knospen gegen­ständig (auf glei­cher Höhe) ange­ordnet und machen ein­ander Kon­kur­renz. Um eine klare Fort­set­zung des Leit­triebs zu errei­chen, wird daher der nach Innen oder zur Seite wei­sende Trieb ent­fernt.

Wie viel darf maximal geschnitten werden?

Wie jede Pflanze laden auch Bäume ihre Energie-Bat­te­rien durch Pho­to­syn­these auf. Über ihr Laub wan­deln sie Wasser und Koh­len­stoff in Stärke und Sauer­stoff um. Ein zu mas­siver Schnitt unter­bindet diesen Pro­zess, der Baum wird geschwächt und anfällig für Krank­heiten. Als Faust­regel für den Kro­nen­schnitt gilt daher, dass nicht der gesamte Fein­ast­teil einer Baum­krone ent­fernt werden darf. Maximal ein Viertel bis ein Drittel der laub­tra­genden Kro­nen­teile gilt als Richt­wert.

Wohin mit dem Schnittgut?

Die meisten Gemeinden und Gar­ten­bau­un­ter­nehmen bieten einen Ent­sor­gungs- oder Häcksel-Ser­vice an. Der Häcksel kann wahl­weise abtrans­por­tiert oder im Garten gelassen werden, wo er als Schicht auf dem Kom­post­haufen in den Fol­ge­jahren nähr­stoff­reich ver­rottet. Klei­nere Äste lassen sich in der Grünabfuhr ent­sorgen oder zwi­schen Natur­he­cken ver­teilen, wo sie Ver­steck­mög­lich­keiten für Tiere bieten.