Hohe Lebenserwartung – wer soll das bezahlen?

Von | 8. August 2018 | Gedanken

Kaum zu glauben: Plöt­zlich wird die Lebenser­wartung von uns Schweiz­ern um sagen­hafte sechs Jahre erhöht. Wis­senschaftler sagen diesen mas­siv­en Anstieg voraus: Im Jahr 2045 soll die Lebenser­wartung der Frauen auf 89,4 und jene der Män­ner auf 86,2 Jahre zunehmen. Ein Wahnsinn!

Wie aber gehen wir mit diesen Zahlen um und welche Lehren ziehen wir daraus? Grund­sät­zlich ist das Älter­w­er­den bes­timmt pos­i­tiv – zumin­d­est wenn man einiger­massen gesund bleibt. Muss man aber über Jahre förm­lich «dahin­siechen», ist das Altwer­den mit Bes­timmtheit nicht erstrebenswert. Das ist wohl auch der Grund dafür, dass sich immer mehr Leute ein­er Ster­be­hil­fe­or­gan­i­sa­tion anschliessen. Eines müssen wir uns bewusst sein: Leben wir wirk­lich so viel länger, muss unsere Altersvor­sorge angepasst wer­den und die Pen­sion­s­gren­ze muss wohl oder übel erhöht wer­den. Das ist allerd­ings auch kein Unglück, denn heute sind die Leute mit 65 wesentlich fiter als auch schon und uns wer­den kün­ftig ohne­hin die Fachkräfte fehlen.

Früher gin­gen die Rent­ner am Stock in die näch­ste Beiz, zogen tüchtig am «Rösslis­tumpen», klopften einen Jass und tranken Kalter­er oder Mag­dalen­er.

Nach ein paar Jahren waren dann diese Rent­ner schon nicht mehr unter uns. Die meis­ten heuti­gen Rent­ner sind zumin­d­est zu Beginn sehr rüstig. Anstatt Stumpen zu rauchen, sitzen sie auf dem Bike oder dem Ren­nvelo und hal­ten sich prak­tisch täglich fit. Da wun­dert es kaum, wenn die Leute älter wer­den. Das Gesund­heits­be­wusst­sein geniesst heute einen sehr hohen Stel­len­wert und selb­stver­ständlich hat auch die Medi­zin grosse Fortschritte gemacht und damit etwas zur hohen Lebenser­wartung beige­tra­gen.

Ein gross­es Prob­lem wird aber auch noch auf uns zukom­men. Es sind bedeu­tend mehr Pflege­fälle zu erwarten. In diesem Bere­ich sind wir aber heute schon am Anschlag. Aber wer weiss, vielle­icht geht man da kün­ftig auch neue Wege. Beispiel­sweise, dass eine Fam­i­lie den Pflegebedürfti­gen wieder länger oder gar für immer zu Hause belässt und sich dafür eine Pflege­fach­per­son leis­tet.

Das Älter­w­er­den hat eben zwei Seit­en, denn man wird mit zunehmen­dem Alter nicht rüstiger. Ich gönne jedem und jed­er ein hohes Alter, aber in rüstigem Zus­tand. Lei­der sieht die Rea-lität oft anders aus. Ich nehme es wie es kommt. Meis­tens kommt es ohne­hin anders, als man sich das vorstellt.