Ein­fluss von Pas­sa­gie­ren auf Auto­len­ker

Hohes Risiko für Neu­­­autofahrer, wenn Junge mitfahren

25. Juli 2018 | Mobil

Jun­ge, männ­li­che Auto­fah­rer haben ein grös­se­res Unfall­ri­si­ko, wenn gleich­alt­ri­ge Män­ner als Mit­fah­rer dabei sind. Das zeigt eine neue Stu­die der bfu – Bera­tungs­stel­le für Unfall­ver­hü­tung. Nicht in jedem Alter ist es gleich gefähr­lich, Pas­sa­gie­re mit­zu­füh­ren. Bei Jung­len­kern kann sich die Anwe­sen­heit älte­rer Erwach­se­ner posi­tiv aus­wir­ken.

Wer in der Schweiz mit dem Auto in einen schwe­ren Ver­kehrs­un­fall ver­wickelt ist, befin­det sich in drei Vier­teln aller Fäl­le allein im Fahr­zeug. Bei 18 Pro­zent der Unfäl­le sitzt jedoch ein Bei­fah­rer im Auto; mehr Pas­sa­gie­re sind es bei 8 Pro­zent – das besa­gen die Unfall­zah­len seit 2011.

Wenn Auto­len­ker und Mit­fah­rer wäh­rend der Fahrt mit­ein­an­der inter­agie­ren, kann dies gefähr­lich sein. Das zeigt eine neue bfu-Stu­die zum Ein­fluss von Pas­sa­gie­ren auf Auto­mo­bi­li­sten. Aller­dings ist das Risi­ko unter­schied­lich hoch, je nach­dem, wel­ches Alter und wel­ches Geschlecht die Fahr­zeug­insas­sen haben.

Ris­kan­te­rer Fahr­stil unter Gleich­alt­ri­gen

Es sind vor allem jun­ge, männ­li­che Auto­fah­rer, die mit Pas­sa­gie­ren ein höhe­res Unfall­ri­si­ko haben – und zwar dann, wenn die ande­ren Per­so­nen im Auto eben­falls jun­ge Män­ner sind. Ein Grund für das erhöh­te Risi­ko: Man­che Jung­len­ker nei­gen zu einem gefähr­li­che­ren Fahr­stil, wenn Alters­ge­nos­sen dabei sind. Der­sel­be Effekt, wenn auch etwas schwä­cher, ist bei jun­gen Auto­len­ke­rin­nen mess­bar, sobald Gleich­alt­ri­ge mit­fah­ren. Hin­ge­gen beein­flus­sen weib­li­che Pas­sa­gie­re jun­ge Män­ner am Steu­er posi­tiv – die­se fah­ren dann ten­den­zi­ell vor­sich­ti­ger.

Älte­re haben guten Ein­fluss

Das­sel­be gilt, wenn jun­ge Auto­mo­bi­li­sten von älte­ren Erwach­se­nen beglei­tet wer­den: Die­se beein­flus­sen das Fahr­ver­hal­ten von Jung­len­kern auf posi­ti­ve Wei­se. Auch mit zuneh­men­der Fahr­rou­ti­ne nimmt die Beein­fluss­bar­keit am Steu­er durch Pas­sa­gie­re ten­den­zi­ell ab.

Zwar las­sen sich Auto­mo­bi­li­sten, die Pas­sa­gie­re dabei­ha­ben, weni­ger durch Mobil­te­le­fo­ne ablen­ken. Unter­hal­tun­gen mit den Mit­fah­ren­den sind aber eben­falls ris­kant. Die Reak­ti­ons­zeit kann län­ger, die gefah­re­ne Geschwin­dig­keit höher sein. Ein Gesprächs­part­ner im Auto kann zumin­dest kri­ti­sche Situa­tio­nen eben­falls erken­nen und den Len­ker unter­stüt­zen, indem er zum Bei­spiel das Gespräch unter­bricht. Ein Gesprächs­part­ner am Tele­fon kann kei­ne Rück­sicht auf die Ver­kehrs­la­ge neh­men.

Fahr­schü­ler sen­si­bi­li­sie­ren

Weil sich vor allem jun­ge Auto­len­ken­de von Pas­sa­gie­ren beein­flus­sen las­sen, emp­fiehlt die bfu, die­se Pro­ble­ma­tik ver­mehrt in der Fahr­aus­bil­dung zu the­ma­ti­sie­ren. Die Gefahr der Beein­flus­sung durch Pas­sa­gie­re dürf­te Neu­len­ken­den weni­ger bewusst sein als etwa die Gefahr der Ablen­kung durch Mobil­te­le­fo­ne.

ZVG