Am Yel­low Cup stand HSC-Goalie Leonard Grazi­oli für die Schweiz im Tor (Bilder: Alex Wag­n­er)

Hand­ball

HSC-Goalie debütiert in der A-Nati

9. Jan­u­ar 2020 | Sport 2

Erst­mals seit der Heim-EM 2006 qual­i­fiziert sich die Schweiz­er Hand­ball-Nati 2020 wieder für eine EM-Endrunde (vom 9.–26. Jan­u­ar in Öster­re­ich, Schwe­den und Nor­we­gen). Nation­al­train­er Michael Suter hat für die Vor­bere­itung auf die erste EM-Teil­nahme seit 14 Jahren ein Kad­er mit 19 Spiel­ern nominiert. Torhüter Leonard Grazi­oli ist ver­mut­lich die grösste Über­raschung im Kad­er. Der 18-Jährige spielt seit dieser Sai­son in der NLA beim HSC Suhr Aarau und hat am Yel­low Cup seine ersten Län­der­spiele in der A-Nati absolviert.

Ihre Kar­riere ver­läuft bish­er im Schnel­lzug­stem­po. Im ver­gan­genen Som­mer wur­den Sie mit der HSG Nord­west Schweiz­er­meis­ter in der U19, danach fol­gte das Debut in der NLA und nun sind Sie zum ersten Mal für die A-National­mannschaft aufge­boten. Kön­nen Sie das alles real­isieren, was in den let­zten Monat­en geschehen ist?
Leonard Grazi­oli: Es ist sich­er sehr speziell und alles sehr schnell gegan­gen. Aber es sind doch auch alles Schritte, die von Träu­men zu Zie­len wur­den und deswe­gen ist es schon fass­bar, wenn auch doch noch ein wenig unge­wohnt.
Mein per­sön­lich­es High­light war sicher­lich die ersten paar Minuten auf dem Feld für die A-Nati.

Am Yel­low Cup in Win­terthur kamen Sie gegen die Ukraine zu Ihrem ersten Ein­satz in der Schweiz­er A-National­mannschaft. Was war das für ein Gefühl?
Es war natür­lich unglaublich und ich war mit Stolz erfüllt. Ich habe mich nur teil­weise aufgewärmt und habe nicht mit einem Ein­satz gerech­net, kam dann aber durch das klare Resul­tat noch zum Zuge. Ich war sich­er nervös­er als auch schon und musste mich kurz zurechtfind­en. Mit mein­er Leis­tung bin ich aber zufrieden auch wenn man natür­lich immer mehr hal­ten kann.

Sie spie­len aktuell täglich mit den besten Schweiz­er Hand­ballern. Was kön­nen Sie von ihnen und ins­beson­dere auch von den bei­den anderen Torhütern Niko­la Port­ner und Aurel Bringolf alles ler­nen?
Wir sind zwar eine eher junge Mannschaft, aber ger­ade die bei­den Torhüter haben schon viel Erfahrung. Diese Erfahrung spürt man in ihrer Sicher­heit und Ausstrahlung. Ich glaube ger­ade in diesen Bere­ichen kann ich mir noch eine Scheibe abschnei­den.

Seit dieser Sai­son spie­len Sie mit ein­er Tal­ent­förder­l­izenz in der NLA beim HSC Suhr Aarau und in der NLB beim TV Birs­felden. Was sind die grössten Unter­schiede zwis­chen der Arbeit in den Vere­inen und den Zusam­men­zü­gen mit der National­mannschaft?
In den Vere­inen ist natür­lich alles nochmals per­sön­lich­er. 

Man spielt ja das ganze Jahr zusam­men, aber auch in der Nati haben wir einen super Teamgeist. Die Train­ings sind ähn­lich. Jedoch wird in der Nati natür­lich weniger indi­vidu­ell gear­beit­et.

Mit welchen Zie­len fahren Sie nun an Ihre erste EM?
Es gibt noch einen Team-Cut vor der EM. Es ste­ht also noch in den Ster­nen, ob ich in Schwe­den dabei bin. Wenn es denn so wäre, will ich es vorallem geniessen und möglichst viel mit­nehmen. Als Team wollen wir jedes­mal eine Topleis­tung abliefern und die Vor­runde über­ste­hen.

Wie stark schätzen Sie die Schweiz ein?
Ich glaube für diese Mannschaft ist sehr vieles möglich, sie hat in der Ver­gange­heit bewiesen, dass sie auch Top­na­tio­nen fordern oder schla­gen kann. Wenn das auch an der EM klappt, kann die Reise weit gehen.

Wie hoch schätzen Sie Ihre Chan­cen, dass Sie an der EM zu Ein­satzminuten kom­men?
Sehr klein, auch falls ich mit­fahren würde. Wenn ich aber wirk­lich in Schwe­den auf dem Feld ste­hen würde, wäre das natür­lich das Grösste für mich.

Das Inter­view führte Simon Wahl,
Präsi­dent des HC Vikings Liestal.

Die Hand­ball-EM wird vom 9. bis 26. Jan­u­ar 2020 gespielt.

ZVG

Leonard Grazioli (rechts) mit der Sieger-Glocke | Der Landanzeiger

Leonard Grazi­oli (rechts) mit der Sieger-Glocke