Maja Greminger mit ihrem Hund Canel, am Hals­band hängt das rote «Bringsel» (Bild: Kas­par Flück­iger)

Maja Greminger aus Muhen und ihr Hund Canel sind ein Ret­tung­steam bei REDOG

Hund Canel findet vermisste Personen

7. Novem­ber 2019 | News

Mit ihrem sech­sjähri­gen Labrador Canel bildet Maja Greminger ein Redog-Ret­tung­steam. Die Baubi­olo­gin aus Muhen durch­lief mit Canel eine für Hund und Men­sch anspruchsvolle Aus­bil­dung. Seit einem Jahr gehört das Duo fix zum Ret­tung­steam von Redog und leis­tete bere­its vier Ein­sätze. Zulet­zt fand man einen verir­rten Mann in einem Wald bei Olten lebend.

Für das Foto im Lan­danzeiger hat Canel seine Ret­tungs-Schabrake ange­zo­gen. Auch Maja Greminger trägt ihre Redog-Aus­rüs­tung inklu­sive Ruck­sack. Und prompt begin­nt Canel sogle­ich mit der Suche. Auch wenn es direkt vor sein­er Haustüre in Muhen ist. «Komm zurück, wir machen nur ein Foto», wird er zurück­gerufen. Canel liebt Such­spiele, ist lauf­freudig und immer fre­undlich zu allen Men­schen und anderen Hun­den. Dies sind denn auch die wichtig­sten Grun­deigen­schaften, die es braucht, um Redog-Ret­tung­shund zu wer­den. Die Ret­tung­sor­gan­i­sa­tion des Roten Kreuzes sucht Ver­mis­ste im Gelände und Ver­schüt­tete nach Naturkatas­tro­phen oder Explo­sio­nen.

Anspruchsvolle Aus­bil­dung
Maja Greminger lernte in der Welpen­spiel­gruppe und später im Kynol­o­gis­chen Vere­in eine Frau ken­nen, die für Redog tätig ist. «Sie brachte mich auf die Idee, mit Canel die Redog-Train­ings schon früh zu besuchen», erzählt Maja Greminger. Was im Jahr 2014 spielerisch begann, kann heute Leben ret­ten. Dazwis­chen liegt eine lange Aus­bil­dung – nicht nur für den Hund. Maja Greminger wurde zuerst SAR-Helferin (Search and Res­cue), ist in Erster Hil­fe aus­ge­bildet und absolviert regelmäs­sige Alpin-Train­ings wie Abseilen, Kartenkunde, Kom­pass und GPS. Mit Canel trainiert sie ein­mal pro Woche mit der Redog-Region­al­gruppe Bern. Zum Ret­tung­shund wurde das Duo nach zwei Eig­nung­stests, einem Vortest und dem Ein­satztest, den die bei­den vor einem Jahr bestanden.

«Mit sechs Jahren ist Canel im Ret­tung­steam altersmäs­sig im Durch­schnitt», erk­lärt Maja Greminger. Sie hät­ten die Aus­bil­dung eigentlich noch früher been­den kön­nen; doch zwei «Hun­de­un­fälle» ver­hin­derten dies. Erst sprang ihr ein Hund ins Fahrrad, sie kam zu Sturz und ver­let­zte sich am Knie. Kaum davon gene­sen, ver­let­zte sie ein über­mütiger Canel am Fuss. Deshalb kon­nten sie den Ein­satztest erst ein Jahr später absolvieren.

Verir­rten Mann lebend gefun­den
Vor einem Jahr dann schafften die bei­den diesen Test. «Seit­dem wur­den wir schon vier­mal aufge­boten», erzählt Maja Greminger. Der jüng­ste Ein­satz ist noch nicht lange her. In Olten entwich ein Mann, der mit Beein­träch­ti­gun­gen lebt und eine ständi­ge 1:1-Betreuung benötigt, dem Heim und verir­rte sich. Redog war von der Kan­ton­spolizei Solothurn aufge­boten wor­den. Generell arbeit­et  Redog bei jedem Ein­satz eng mit der Polizei oder mit kan­tonalen Krisen­stäben zusam­men.

 

Zur Person

Maja Greminger ist Mut­ter von zwei inzwis­chen erwach­se­nen Söh­nen. Aufgewach­sen ist sie mit vier Geschwis­tern und einem Hund in Gränichen, im Land­wirtschaftlichen Zen­trum Liebegg. Ihre Eltern leit­eten die Land­wirtschaftliche Schule. In der Fir­ma Umdasch absolvierte sie nach der Kan­ti eine Aus­bil­dung zur Innenaus­bauze­ich­ner­in. «Ein Beruf, den es heute nicht mehr gibt», wie sie anmerkt. Dort lernte sie ihren heuti­gen Lebenspart­ner ken­nen.
Nach einem Zwis­chen­jahr in Schwe­den arbeit­ete sie unter anderem bei ein­er Öko­ma­lerin. Es reifte der Wun­sch in ihr, auf diesem Gebi­et selb­st­ständig zu wer­den. Dies rea-lisierte sie zusam­men mit ihrem Lebenspart­ner Wern­er Bohren, der Architekt und Baubi­ologe ist. Mit ihm grün­dete Maja Greminger, die heute als Malerin, Far­bgestal­terin und Baubi­olo­gin tätig ist, im Jahr 1993 die Fir­ma «Biono­va» (www.umweltgerecht-bauen.ch).

So wur­den auch Maja Greminger und Canel als eines von 12 Redog-Teams nach Olten aufge­boten. Ihnen wurde ein Waldge­bi­et zugeteilt, das Canel absuchte. Gesucht wird ohne Klei­dungsstück der ver­mis­sten Per­son. «Canel ist trainiert darauf, men­schliche Wit­terung anzuzeigen, sei es ein Ruck­sack, eine Jacke oder ein Schuh, oder eben der Ver­mis­ste selb­st», erk­lärt Maja Greminger. Die Suche hat­te ein Hap­py-End: der Mann wurde nach kurz­er Suche im Wald beim Sälis­chlössli von Redog lebend gefun­den! «Nicht von Canel, uns wurde ein ander­er Sek­tor zugewiesen, aber er hätte den Mann ganz sich­er auch gefun­den», ist Greminger überzeugt.

«Bringsel» bedeutet: gefun­den!
Find­et Canel etwas, zeigt er dies auf ein­fache Weise an: «Dann kommt er zu mir zurück mit dem ‹Bringsel› im Maul und führt mich zum Fun­dort», erk­lärt Maja Greminger. Das «Bringsel» sieht aus wie ein Spielzeug und hängt vorne am Hals­band.

Meis­tens wird Redog von der Polizei,  oder – bei Naturkatas­tro­phen – von anderen Ret­tung­sor­gan­i­sa­tio­nen aufge­boten. Man kann Redog aber auch als Pri­vat­per­son direkt alarmieren.  Aktuell läuft eine Infokam­pagne mit dem Ziel, die Redog-Not­fall­num­mer 0844 441 144 bekan­nter zu machen.

Maja Greminger möchte mit Canel für Redog ein­satzfähig bleiben, bis der Labrador etwa zehn Jahre alt ist.

KF

REDOG – Menschen und Hunde für Hilfe in der Not

REDOG, der Schweiz­er Vere­in für Such- und Ret­tung­shunde, ist eine Ret­tung­sor­gan­i­sa­tion des Schweiz­erischen Roten Kreuzes und bildet Ret­tung­steams aus Hund und Men­sch zur Suche nach ver­mis­sten und ver­schüt­teten Men­schen aus.

Alarm­num­mer 0844 441 144
Rund um die Uhr. Auch für Pri­vat­per­so­n­en. Frei­willig – ehre­namtlich – schweizweit. Die Suche ist für die Ange­höri­gen kosten­los. Dafür hat REDOG einen Ein­satz­fonds, der aus Spenden gespiesen wird. Wichtig ist eine rechtzeit­ige Alarmierung, denn im Ern­st­fall zählen Minuten und Stun­den.