Irian am Ser­vice (Bild: ray­syd­ney­stu­dios)

Vol­ley­ball

«Ich würde sehr gerne ein paar Jahre als Beach­vol­ley­ball­profi spielen»

22. März 2018 | Sport

Er wartet auf seine Chance in den Beach­vol­ley­ball­pro­fi­sport ein­zu­steigen: Irian Mika, NLA-Aus­sen­an­greifer bei Volley Schö­nen­werd, Sportschüler an der Alten Kan­tons­schule Aarau und Mit­glied der Talent School Aargau Vol­ley­ball. Der 20-Jäh­rige ist in einer Vol­ley­ball­fa­milie gross geworden und erzählt im Inter­view was den Anreiz am Beach­vol­ley­ball für ihn aus­macht, wie ein Spieltag in der NLA abläuft und was er nach den bestan­denen Maturaprüfungen plant.

Auf­ge­wachsen ist Irian in der Vol­ley­ball­fa­milie Mika. Er ist das jüngste von vier Kin­dern. Alle drei älteren Geschwister spielten oder spielen noch immer Vol­ley­ball. Schon im Kin­der­garten beglei­tete Irian seinen Vater ins Trai­ning. Unter ihm hat er auch seine ersten Vol­ley­bal­ler­fah­rungen gesam­melt. Er hat nicht zum Vol­ley­ball­sport gefunden, son­dern ist in die Vol­ley­ball­welt hin­ein­ge­boren worden. Die Fas­zi­na­tion hat ihn jedoch schnell selber gepackt und ist bis heute geblieben. Was er an dieser Sportart beson­ders mag, ist der Mann­schafts­ge­danke, jeder kämpft für jeden auf dem Feld. Auch liebt er die Action, es gilt, jeden Punkt zu spielen. «Nicht wie im Fuss­ball, bei dem in einem Spiel viel­leicht zwei Tore fallen», meint Irian schmun­zelnd. Jeder Ball­wechsel ist anders und es gibt viele Punkte zu spielen, bis ein Spiel gewonnen ist. Der Kantischüler aus Meis­ter­schwanden liebt die Anfor­de­rung an tech­ni­sche und men­tale Stärke. «Mental ist Vol­ley­ball sehr anspruchs­voll. Man muss sich vor jedem Ball­wechsel neu kon­zen­trieren und sam­meln können, alles Vor­he­rige ver­gessen», erklärt Irian.

«Ein Mix zwi­schen Halle und Beach ist super!»

Ein Leben ohne Vol­ley­ball kann sich Irian wohl nicht vor­stellen. Schon lange spielt er das ganze Jahr über, im Winter in der Halle und im Sommer im Sand. Auch Zuhause ist Vol­ley­ball dau­ernd ein Thema. Sein momen­tanes Trai­nings­pensum beträgt ca. 16–18 Stunden pro Woche. Der 20-Jäh­rige ist Teil der Talent­schule Aargau, trai­niert aber vor­wie­gend in seinem NLA-Team Schö­nen­werd, in dem er seit dieser Saison ein fixer Bestand­teil ist. Nach der Indoor­saison wird Mika wieder im Sand im Ein­satz stehen.

Müsste er sich zwi­schen den beiden Sport­arten ent­scheiden, würde die Ent­schei­dung zugunsten des Beach­vol­ley­balls fallen. «Beach­vol­ley­ball ist viel inten­siver und eine gewisse Ath­letik muss vor­handen sein,» erläu­tert Irian. Auch mag er den Fakt, dass er mehr Ball­kon­takte hat ver­gli­chen mit der Aus­sen­an­grei­fer­po­si­tion in der Halle. «Man kann einen Ball­wechsel viel mehr beein­flussen, da man den Ball so gut wie immer ent­weder passen oder annehmen bzw. ver­tei­digen und angreifen muss.» Aus­serdem mache der Sport im Freien viel bes­sere Laune als in einer «kalten» Turn­halle.

GAMEDAY

Jeder Sportler kennt das spe­zi­elle Gefühl eines Spiel­tags. Doch was bedeutet Gameday für Irian? Er erzählt, dass er oft nicht lange aus­schlafen könne. In einem NLA-Team zu sein, bedeutet ein geplanter Tages­ab­lauf. Nach dem Frühstück steht das Mor­gen­trai­ning an. Anschlies­send an das Trai­ning steht Video­ana­lyse auf dem Pro­gramm, bei der das geg­ne­ri­sche Team ana­ly­siert und die eigene Taktik nochmal zusam­men­ge­fasst wird. Eine gute Mahl­zeit darf an diesen wich­tigen Tagen natürlich auch nicht fehlen.

Das bedeutet für die NLA-Spieler von Volley Schö­nen­werd ein gemein­sames Mit­tag­essen mit dem ganzen Team. Danach ziehen sich die Spieler nochmal zurück, um den eigenen Fokus zu finden und noch ein letztes Mal den Game­plan durch­zu­gehen, bevor dann das Ein­wärmen in der Halle los­geht. Zur per­fekten Vor­be­rei­tung des jungen Aus­sen­an­grei­fers gehören seine extra hohen Sportso­cken.

Seine Rolle in der NLA

In seiner ersten NLA-Saison gehört der junge Aus-sen­an­greifer noch nicht zu den «Star­ting Six», den Stamm­spie­lern des Teams. Er erkämpft sich seine Ein­sätze durch viele und harte Stunden an Trai­ning. Dank einem starken Ser­vice wird er oft als tak­ti­scher Wechsel ins Spiel gebracht, was sicher keine leichte Auf­gabe ist. In der Annahme möchte er an seiner Kon­stanz arbeiten und diese weiter ver­bes­sern. Mental habe er jedoch schon viel mit­nehmen können, er könne heute die Ruhe auf dem Feld bewahren, auch wenn es mal nicht ganz nach Plan läuft.

Der Matu­r­aab­schluss steht vor der Tür

Der 20-Jäh­rige besucht zur­zeit die fünfte Sport­klasse an der Alten Kan­tons­schule Aarau. Nach seinem Abschluss im Juni wird er seinen Zivil­dienst­ein­satz leisten und ein damit ver­bun­denes Zwi­schen­jahr geniessen. Später möchte er einmal Archi­tektur an der ETH stu­dieren. Zuvor hofft er jedoch auf eine Chance als Profi im Beach­vol­ley­ball. Dies wäre sein grosser Traum. Mit seinem Erfolg als U21 Schwei­zer­meister und MVP im Beach­vol­ley­ball 2016 und der Teil­nahme an der U21-Beach­vol­ley­ball WM in Luzern hat er sicher­lich auf sich auf­merksam gemacht. Mal sehen, wie weit die Reise noch geht.

RW

Irian Mika im Dress von Volley Schö­nen­werd (Bild: Art­haios AG)